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30. August 2012

ICH LES' DIR DEN LEVITIKUS! [REPOST]


Damit der Mensch sich nicht dauernd darüber Gedanken machen muss, was falsch und richtig ist, welches Tier rein ist und welches nicht, und wie man überhaupt leben sollte, hat der HERR uns eine Reihe von Gesetzen mit auf den Weg gegeben.
Viele Regeln, an die sich fromme Christen und Juden halten müssen, sind im dritten Buch Mose, Levitikus genannt, versammelt.
Diesen Willen des lieben Gottes will ich euch, liebe Kinder, nun einmal vorstellen.


OPFA!

Damit der HERR gute Laune behält, muss man ihm ab und zu ein Schaf oder eine Ziege opfern. Keine Ahnung, was Gott daran findet, aber es scheint wichtig zu sein, immerhin handeln die ersten sieben Kapitel des Buches Levitkus von den diversen Bestimmungen für Sünd- und Brandopfer.
Das Standard-Ritual für die Sünde des einfachen Mann ist dieses:

"27 Wenn aber eine Seele vom gemeinen Volk etwas versieht und sündigt, daß sie wider irgend eines der Gebote des HERRN tut, was sie nicht tun sollte, und sich also verschuldet, 
28 und ihrer Sünde innewird, die sie getan hat, die soll zum Opfer eine Ziege bringen ohne Fehl für die Sünde, die sie getan hat, 
29 und soll ihre Hand auf des Sündopfers Haupt legen und es schlachten an der Stätte des Brandopfers.   
30 Und der Priester soll von dem Blut mit seinem Finger nehmen und auf die Hörner des Altars des Brandopfers tun und alles andere Blut an des Altars Boden gießen.
31 All sein Fett aber soll er abreißen, wie er das Fett des Dankopfers abgerissen hat, und soll's anzünden auf dem Altar zum süßen Geruch dem HERRN. Und soll also der Priester sie versöhnen, so wird's ihr vergeben."

(Levitikus 4:27-31)




Was haben wir bisher gelernt über unseren Schöpfer? Er mag seinen Altar blutbesudelt. Was er verständlicherweise gar nicht mag, sind Menschen, die sich an seinem Fett vergreifen!
Denn es geschrieben im heiligen Buche:

"25 Denn wer das Fett ißt von dem Vieh, davon man dem HERRN Opfer bringt, dieselbe Seele soll ausgerottet werde von ihrem Volk."

(Levitikus 7:25)



Wer vom vielen Opfern hungrig geworden ist, und vorhat, sich an der Imbissbude um die Ecke ein leckeres Schweineschnitzel oder einen Shrimp-Cocktail zu holen, der sollte wissen, dass dies ein Gräuel in den Augen des HERRN ist - und man daher mit dem Opfern wieder von vorne beginnen muss.



REIN ODER NICHT REIN, DAS IST HIER DIE FRAGE

Denn Gott hat alle Tiere für uns in zwei Kategorien geteilt hat: Rein und Unrein. Es folgen Gottes total einfache und logische Gesetze für unsere Speisekarte. Wer das Ganze auswendig kann, bekommt von mir ein Bier von einem Discounter eurer Wahl spendiert...

"1  Und der HERR redete mit Mose und Aaron und sprach zu ihnen:
2 Redet mit den Kindern Israel und sprecht: Das sind die Tiere, die ihr essen sollt unter allen Tieren auf Erden.
3 Alles, was die Klauen spaltet und wiederkäut unter den Tieren, das sollt ihr essen."

(Levitikus 11:1-3)


Das mit den gespaltenen Klauen und dem Wiederkäuen wirkt etwas willkürlich und es wird auch nicht weiter ausgeführt, inwiefern diese Eigenschaften dazu führen, dass ein Tier unrein wird. Aber die Regel ist wenigstens nicht allzu kompliziert...
Was, es geht noch weiter?

"4 Was aber wiederkäut und hat Klauen und spaltet sie doch nicht, wie das Kamel, das ist euch unrein, und ihr sollt's nicht essen.
5 Die Kaninchen wiederkäuen wohl, aber sie spalten die Klauen nicht; darum sind sie unrein.
6 Der Hase wiederkäut auch, aber er spaltet die Klauen nicht; darum ist er euch unrein.
7 Und ein Schwein spaltet wohl die Klauen, aber es wiederkäut nicht; darum soll's euch unrein sein.
8 Von dieser Fleisch sollt ihr nicht essen noch ihr Aas anrühren; denn sie sind euch unrein."

(Levitikus 11:4-8)


Schweine sind vielleicht nicht "rein", dafür aber sehr lecker. Das sollte doch auch was gelten, oder? Nicht? Na gut..


"9 Dies sollt ihr essen unter dem, was in Wassern ist: alles, was Floßfedern und Schuppen hat in Wassern, im Meer und in Bächen, sollt ihr essen.
10 Alles aber, was nicht Floßfedern und Schuppen hat im Meer und in Bächen, unter allem, was sich regt in Wassern, und allem, was lebt im Wasser, soll euch eine Scheu sein
11 daß ihr von ihrem Fleisch nicht eßt und vor ihrem Aas euch scheut.
12 Denn alles, was nicht Floßfedern und Schuppen hat in Wassern, sollt ihr scheuen."

(Levitikus 11:9-12)


Hummer, Muscheln und Meeresfrüchte sind also auch tabu, erfahren wir durch Gottes extrem umständliche Formulierungen. Denn sie sind verboten. Weil man sie nicht essen darf. Da sie eine Scheu sind.
Bei soviel unnötigen Füllmaterial sollte man denken, dass Gott nichts mehr einfällt. Doch leider ist er noch längst nicht fertig.

"13 Und dies sollt ihr scheuen unter den Vögeln, daß ihr's nicht eßt: den Adler, den Habicht, den Fischaar,
14 den Geier, den Weih, und was seine Art ist,
15 und alle Raben mit ihrer Art,
16 den Strauß, die Nachteule, den Kuckuck, den Sperber mit seiner Art,
17 das Käuzlein, den Schwan, den Uhu,
18 die Fledermaus, die Rohrdommel,"

(Levitikus 11:13-18)


Wir lernen: Die Fledermaus ist entgegen weit verbreiteten Gerüchten kein Säugetier, sondern ein Vogel.


"19 den Storch, den Reiher, den Häher mit seiner Art, den Wiedehopf und die Schwalbe.
20 Alles auch, was sich regt und Flügel hat und geht auf vier Füßen, das soll euch eine Scheu sein."

(Levitikus 11:19-20)


Okay, diese Vorschrift ist leicht einzuhalten: Ein solches Tier existiert nämlich nicht.
Aber natürlich hat Gott, der Allwissende, das gewusst. Er wollte nur mal testen, ob wir noch aufpassen.


"21 Doch das sollt ihr essen von allem, was sich regt und Flügel hat und geht auf vier Füßen: was noch zwei Beine hat, womit es auf Erden hüpft;
22 von demselben mögt ihr essen die Heuschrecken, als da ist: Arbe Vier verschiedene Arten von Heuschrecken mit seiner Art und Solam Vier verschiedene Arten von Heuschrecken mit seiner Art und Hargol Vier verschiedene Arten von Heuschrecken mit seiner Art und Hagab Vier verschiedene Arten von Heuschrecken mit seiner Art."

(Levitikus 11:21-22)


Heuschrecken essen ist also erlaubt, wer hätte das gedacht?
So, endlich fertig, Gott?

"23 Aber alles, was sonst Flügel und vier Füße hat, soll euch eine Scheu sein,
24 und sollt sie unrein achten. Wer solcher Aas anrührt, der wird unrein sein bis auf den Abend."

(Levitikus 11:23-24)


Ja, ja, das hatten wir doch schon, solche Tiere gibt es nicht. Können wir jetzt Schluss...
Oh, okay, es geht noch weiter. Wunderbar.

"25 Und wer dieser Aase eines tragen wird, soll seine Kleider waschen und wird unrein sein bis auf den Abend.
26 Darum alles Getier, das Klauen hat und spaltet sie nicht und wiederkäuet nicht, das soll euch unrein sein.
27 Und alles, was auf Tatzen geht unter den Tieren, die auf vier Füßen gehen, soll euch unrein sein; wer ihr Aas anrührt, wird unrein sein bis auf den Abend."

(Levitikus 11:25-27)


Na ja, dann essen wir die Viecher halt fünf Minuten vor dem Abend, um nicht den ganzen Tag unrein herumlaufen zu müssen. War's das? Ich hab jetzt nämlich wirklich keinen Bock...

"28 Und wer ihr Aas trägt, soll seine Kleider waschen und unrein sein bis auf den Abend; denn solche sind euch unrein.
29 Diese sollen euch auch unrein sein unter den Tieren, die auf Erden kriechen: das Wiesel, die Maus, die Kröte, ein jegliches mit seiner Art,
30 der Igel, der Molch, die Eidechse, die Blindschleiche und der Maulwurf;
31 die sind euch unrein unter allem, was da kriecht; wer ihr Aas anrührt, der wird unrein sein bis auf den Abend."

(Levitikus 11:28-31)


Gott hasst Menschen mit Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom....

"40 Was auf Erden schleicht, das soll euch eine Scheu sein, und man soll's nicht essen.
41 Alles, was auf dem Bauch kriecht, und alles, was auf vier oder mehr Füßen geht, unter allem, was auf Erden schleicht, sollt ihr nicht essen; denn es soll euch eine Scheu sein.
42 Macht eure Seelen nicht zum Scheusal und verunreinigt euch nicht an ihnen, daß ihr euch besudelt."

(Levitikus 11:40-42)




Igitt! Unreine Tiere: Kamel und Eule 



Mmmmh, lecker! Reine Tiere: Anglerfisch und Heuschrecke


Jetzt hab ich keinen Hunger mehr. Vielen Dank, Gott, du Arsch!




HERRGOTT, SAKRAMENT!

Oh, nein, da ist mir doch glatt ein Fluch gegen Gott herausgerutscht! Gut, dass ihr nicht wisst, wo ich wohne und wo mein Auto steht - sonst wäre es eure Pflicht als gute Christen, mich aufzusuchen, um mich umzubringen.

"16 Welcher des HERRN Namen lästert, der soll des Todes sterben; die ganze Gemeinde soll ihn steinigen."

(Levitikus 18:16)


Zum Glück bestraft Gott nur persönliche Beleidigungen so hart. Bei normalen Alltags-Flüchen gegen Menschen reicht es aus, sich von irgendwo her ein Schaf zu besorgen und es dem HERRN zur Besänftigung zu opfern.

"4 Oder wenn jemand schwört, daß ihm aus dem Mund entfährt, Schaden oder Gutes zu tun (wie denn einem Menschen ein Schwur entfahren mag, ehe er's bedächte), und wird's inne, der hat sich an der einem verschuldet.
5 Wenn's nun geschieht, daß er sich an einem verschuldet und bekennt, daß er daran gesündigt hat,
6 so soll er für seine Schuld dieser seiner Sünde, die er getan hat, dem HERRN bringen von der Herde eine Schaf- oder Ziegenmutter zum Sündopfer, so soll ihm der Priester seine Sünden versöhnen."

(Levitikus 5:1,5-6)

Gott ist eben ein liebender Vater, der seine Kinder dazu erzieht, sich gegenseitig respektvoll zu behandeln. Oder zu töten, falls sie über den Vater im Himmel lästern.
Wie heißt es doch so schön: Der Klügere mordet!

Alternativ kann man auch Tauben opfern. Wo soll man in der Großstadt auch mal eben ein Schaf auftreiben?

"7 Vermag er aber nicht ein Schaf, so bringe er dem HERRN für seine Schuld, die er getan hat, zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben, die erste zum Sündopfer, die andere zum Brandopfer, 
8 und bringe sie dem Priester. Der soll die erste zum Sündopfer machen, und ihr den Kopf abkneipen hinter dem Genick, und nicht abbrechen; 
9 und sprenge mit dem Blut des Sündopfers an die Seite des Altars, und lasse das übrige Blut ausbluten an des Altars Boden."

(Levitikus 5:7-9)



Klingt etwas seltsam. Aber wenn Gott das so will, wird das bestimmt seine Richtigkeit haben...
Und auch wenn nicht, sollte man es dennoch tun.



KYRIE ELEISON

Denn sonst...

"14 Werdet ihr mir aber nicht gehorchen und nicht tun diese Gebote alle
15 und werdet meine Satzungen verachten und eure Seele wird meine Rechte verwerfen, daß ihr nicht tut alle meine Gebote, und werdet meinen Bund brechen,
16 so will ich euch auch solches tun: ich will euch heimsuchen mit Schrecken, Darre und Fieber, daß euch die Angesichter verfallen und der Leib verschmachte; ihr sollt umsonst euren Samen säen, und eure Feinde sollen ihn essen"

(Levitikus 26:14-16)


Gott macht uns erstmal krank. Dass wir unserem Samen kostenlos erhalten, klingt erst einmal gut, nützt aber nichts, da er ja sowieso von unseren Feinden gefressen wird. Anscheinend sind unsere Feinde Vögel.


"17 und ich will mein Antlitz wider euch stellen, und sollt geschlagen werden vor euren Feinden; und die euch hassen, sollen über euch herrschen, und sollt fliehen, da euch niemand jagt.
18 So ihr aber über das noch nicht mir gehorcht, so will ich's noch siebenmal mehr machen, euch zu strafen um eure Sünden,
19 daß ich euren Stolz und eure Halsstarrigkeit breche; und will euren Himmel wie Eisen und eure Erde wie Erz machen."

(Levitikus 26:17-19)


Ein Himmel wie Eisen? Keine Ahnung, was das heißen mag, aber ich würde mal schätzen, dass es nichts Gutes ist.


"20 Und eure Mühe und Arbeit soll verloren sein, daß euer Land sein Gewächs nicht gebe und die Bäume des Landes ihre Früchte nicht bringen."

(Levitikus 26:20)


Na, logisch, unsere gefiederten Feinde haben ja den Samen gefressen!
Glück gehabt: Gott scheinen jetzt schon die Ideen für seine Strafen auszugehen. Die waren bisher schon recht drastisch, aber alle umkehrbar.

Es ist ja nicht so, als würde der liebe Gott, keine Ahnung, wilde Tiere schicken, die unsere Kinder fressen oder so!

"22 und will wilde Tiere unter euch senden, die sollen eure Kinder fressen und euer Vieh zerreißen und euer weniger machen, und eure Straßen sollen wüst werden."

(Levitikus 26:22)




UM GOTTES WILLEN!

"23 Werdet ihr euch aber damit noch nicht von mir züchtigen lassen und mir entgegen wandeln,
24 so will ich euch auch entgegen wandeln und will euch noch siebenmal mehr schlagen um eurer Sünden willen
25 und will ein Racheschwert über euch bringen, das meinen Bund rächen soll. Und ob ihr euch in eure Städte versammelt, will ich doch die Pestilenz unter euch senden und will euch in eurer Feinde Hände geben."

(Levitikus 26:23-25)


Au weia, das klingt gar nicht gut...
War's das endlich? Nein?..

"26 Dann will ich euch den Vorrat des Brots verderben, daß zehn Weiber sollen in einem Ofen backen, und euer Brot soll man mit Gewicht auswägen, und wenn ihr esset, sollt ihr nicht satt werden.
27 Werdet ihr aber dadurch mir noch nicht gehorchen und mir entgegen wandeln,
28 so will ich euch im Grimm entgegen wandeln und will euch siebenmal mehr strafen um eure Sünden,
29 daß ihr sollt eurer Söhne und Töchter Fleisch essen."

(Levitikus 26:26-29)


Da werden die Kinder aber sauer sein, wenn man ihnen ihre Steaks stibitzt!
(Ich tu jetzt mal so, als wäre das gemeint, denn jemanden zu zwingen, die Leichen seiner Kinder zu essen, ist eine Sache, wozu selbst mir keine blöden Witze mehr einfallen.)


"30 Und will eure Höhen vertilgen und eure Sonnensäulen ausrotten und will eure Leichname auf eure Götzen werfen, und meine Seele wird an euch Ekel haben.
31 Und will eure Städte einreißen und will euren süßen Geruch nicht riechen.
32 Also will ich das Land wüst machen, daß eure Feinde, so darin wohnen, sich davor entsetzen werden.
33 Euch aber will ich unter die Heiden streuen, und das Schwert ausziehen hinter euch her, daß euer Land soll wüst sein und eure Städte verstört."

(Levitikus 26:30-33)


Und wenn wir durch dieses Schicksal, das schlimmer als der Tod ist, noch immer nicht wahnsinnig geworden sind, sorgt der HERR auch noch dafür.

"36
Und denen, die von euch übrigbleiben will ich ein feiges Herz machen in ihrer Feinde Land, daß sie soll ein rauschend Blatt jagen, und soll fliehen davor, als jage sie ein Schwert, und fallen, da sie niemand jagt.
37 Und soll einer über den andern hinfallen, gleich als vor dem Schwert, da sie doch niemand jagt; und ihr sollt euch nicht auflehnen dürfen wider eure Feinde
38 Und ihr sollt umkommen unter den Heiden, und eurer Feinde Land soll euch fressen."

(Levitikus 26:14-16)


So, liebe Kinder, das war's für heute mit unserer frommen Bibelstunde. Jetzt wird es aber höchste Zeit für die Heia! Süße Träume euch allen...


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GOTTES GESETZE

"Top Ten" (oder: Die Zehn Gebote)"
"Die echten zehn Gebote (oder: Warum sich niemand daran hält)"
"Du sollst nicht... oder doch?"

2. Juni 2012

ALLES WAS RECHT IST (oder: Biblisches Recht im Alltag)


In der Bibel gibt es unzählige Vorschriften und Gesetze, die angeblich direkt von Gott stammen. Wie würde unser Staat aussehen, wenn wir das Wort Gottes mit unserem modernen Rechtsverständnis austauschen würden?



Ändern wir doch einfach mal unsere Verfassung, das Grundgesetz, und passen es an die biblischen Gebote Gottes an.
Der Anfang kann eigentlich so bleiben, denn zuallererst wird korrekterweise die Machtstellung Gottes über die BRD erwähnt.

"Präambel
Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben."

(Grundgesetz, Präampel)



Das beginnt doch ganz dufte, mit der Verantwortung vor Gott, der noch vor den Menschen erwähnt wird. Aber wie können wir dem HERRN dienen, wenn er mit "Gott" gemeint ist, wenn wir dem Frieden dienen? Damit stehen wir eigentlich nicht auf der Seite des HERRN. Denn:

"3 Der HERR ist der rechte Kriegsmann; HERR ist sein Name."

(Exodus 15:3)



Mein Vorschlag: Wir streichen es etwas zusammen, so dass der wichtige Teil in dem unwichtigen Kram nicht untergeht. Völlig ausreichend ist doch: "Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott hat sich das Deutsche Volk dieses Grundgesetz gegeben."

So weit, so gut. Doch um den Rest des Grundgesetzes an die heiligen Vorschriften des Schöpfers anzupassen, sind noch einige weitere klitzekleine Änderungen nötig...



ARTIKEL 1

"(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt."

(Grundgesetz, Artikel 1 § 1)


Die Würde des Menschen ist unantastbar? Nicht von Gott. Denn der schenkt uns Krankheiten wie Inkontinenz oder Hämorriden, lässt uns sabbernd im hohen Alter im Halbdunkel unseres Geistes dahinvegetieren, oder auch im Vierteldunkel, während wir uns die meiste Zeit unseres Lebens mit dem Gedanken abfinden müssen, dass der eigene Tod unausweichlich bevorsteht.


"(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.
(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht."

(Grundgesetz, Artikel 1 §2-3)


Die Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft sollte doch eher die Lobpreisung des HERRN sein. Menschenrechte gibt uns Gott jedenfalls in seinem Buch nicht unbedingt mit. Zumindest nicht das, was wir darunter verstehen...



ARTIKEL 2

"(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.
(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden."


(Grundgesetz, Artikel 2)


In die Freiheit der Person darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden? Das geht in Ordnung. Das wäre dann zum Beispiel dieses hier:

"44 Willst du aber leibeigene Knechte und Mägde haben, so sollst du sie kaufen von den Heiden, die um euch her sind,
45 und auch von den Kindern der Gäste, die Fremdlinge unter euch sind, und von ihren Nachkommen, die sie bei euch in eurem Land zeugen; dieselben mögt ihr zu eigen haben
46 und sollt sie besitzen und eure Kinder nach euch zum Eigentum für und für; die sollt ihr leibeigene Knechte sein lassen. Aber von euren Brüdern, den Kindern Israel, soll keiner über den andern herrschen mit Strenge."

(Levitikus 25:44-46)

Oder dieses:

"28 Wenn jemand an eine Jungfrau kommt, die nicht verlobt ist, und ergreift sie und schläft bei ihr, und es findet sich also, 
29
 so soll, der bei ihr geschlafen hat, ihrem Vater fünfzig Silberlinge geben und soll sie zum Weibe haben, darum daß er sie geschwächt hat; er kann sie nicht lassen sein Leben lang."

(Deuteronomium 22:28)




ARTIKEL 3

"(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich."

(Grundgesetz, Artikel 3 §1)


Das ist auch in der Bibel so. Alle Menschen sind in Gottes Augen von Geburt an unwiderruflich schuldig und böse.

"11 Da ist nicht, der verständig sei; da ist nicht, der nach Gott frage.
12 Sie sind alle abgewichen und allesamt untüchtig geworden. Da ist nicht, der Gutes tue, auch nicht einer."

(Römer 3:11-12)



Ich weiß nicht, welcher Teufel in die Verfasser der nächsten Zeilen gefahren ist...

"(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin."

(Grundgesetz, Artikel 3 §2)


Das tauschen wir einfach gegen eine Stelle aus dem Korintherbrief aus:

"34 Wie in allen Gemeinden der Heiligen lasset eure Weiber schweigen in der Gemeinde; denn es soll ihnen nicht zugelassen werden, daß sie reden, sondern sie sollen untertan sein, wie auch das Gesetz sagt."

(1. Korinther 14:34)


So klingt es doch gleich viel besser.


"(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden."

(Grundgesetz, Artikel 3 §3)


Ach, ne...
Das streichen ebenfalls und setzen stattdessen doch lieber etwas aus der Torah, dem Gesetz Gottes, ein.

"2 Es soll kein Zerstoßener noch Verschnittener in die Gemeinde des HERRN kommen.
3 Es soll auch kein Hurenkind in die Gemeinde des HERRN kommen, auch nach dem zehnten Glied, sondern soll allewege nicht in die Gemeinde des HERRN kommen.
4 Die Ammoniter und Moabiter sollen nicht in die Gemeinde des HERRN kommen, auch nach dem zehnten Glied; sondern sie sollen nimmermehr hineinkommen"

(Deuteronomium 23:2-4)




ARTIKEL 4

"(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich."

(Grundgesetz, Artikel 4 §1)

Keine Ahnung, wer sich diesen Schwachsinn ausgedacht hat - aber das geht ja nun mal wohl gar nicht. Der Paragraf wird sofort ausgewechselt mit dem ersten Gebot:

"3 Du sollst keine anderen Götter neben mir haben." (Exodus 20:3)

Viel besser.


"(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet."

(Grundgesetz, Artikel 4 §2)

Klingt doch recht nett. Aber das Grundgesetz sollte meiner Meinung nach stärker betonen, dass die ungestörte Religionsausübung selbstverständlich nicht für falsche Religionen gilt. Vielleicht sollte man folgende inspirierende Bibelverse hinzufügen:

"2 Wenn unter dir in der Tore einem, die dir der HERR, geben wird, jemand gefunden wird, Mann oder Weib, der da übel tut vor den Augen des HERRN, deines Gottes, daß er seinen Bund übertritt
3 und hingeht und dient andern Göttern und betet sie an, es sei Sonne oder Mond oder allerlei Heer des Himmels, was ich nicht geboten habe,
4 und es wird dir angesagt, und du hörst es, so sollst du wohl darnach fragen. Und wenn du findest, das es gewiß wahr ist, daß solcher Greuel in Israel geschehen ist, 
5
 so sollst du den Mann oder das Weib ausführen, die solches Übel getan haben, zu deinem Tor und sollst sie zu Tode steinigen."


(Deuteronomium 17:2-5)




FAZIT

Sieht so aus, als hätte ich noch einige Arbeit vor mir, um das gesamte Grundgesetz zu korrigieren...
Vielleicht sollte man besser sowieso gleich die Bibel selbst als Gesetzbuch nehmen.
Das bringt so einige Vorteile. Würden wir den Gesetzen der Bibel folgen, könnten wir zum Beispiel Gefängnisse weitgehend abschaffen. Die Strafe für die meisten Vergehen ist nämlich die Todesstrafe.
Die gibt es für Mörder, Ehebrecher, Homosexuelle und Zauberer, für Frauen, die bei ihrer Hochzeit keine Jungfrauen mehr sind, für Kinder, die ihre Eltern beleidigen oder gar schlagen, für das Arbeiten am Sonntag und das Ausüben einer falschen Religion etc.

Das klingt vielleicht etwas hart, aber die Gesetze stammen schließlich von Gott. Und der weiß, was für die Menschen am Besten ist. Um nach seinem Willen zu leben, müssen wir uns nur noch von einigen Irrlehren der Moderne verabschieden - wie den Menschenrechten...
Gälte das Gesetz der Bibel, wären wir einige doch recht lieb gewordene Errungenschaften unserer Zeit auf den Schlag los. Wie das Recht auf freie Meinungsäußerung, Religionsfreiheit, Pressefreiheit, das Recht auf einen fairen Prozess, Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, Rechte für Schwule, Behinderte und Andersgläubige usw.
Aber wer braucht das schon?

Im Austausch bekämen wir immerhin ein Terrorregime, in dem es völlig legitim ist, zwei Männer dafür zu lynchen, dass sie Sex haben, Anhänger anderer Religionen ohne rechtliche Konsequenzen zu ermorden und Kinder wegen Bagatelldelikten hinzurichten.
So Gott es will.


19. April 2012

DAS GROSSE MARIOLANDBLOG-QUIZ!



Teste deine Bibelkentnisse mit dem MARIOLANDBLOG-Quiz! Die Auflösungen befinden sich weiter unten auf der Seite – aber nicht schummeln, Gott sieht alles...


Zu gewinnen gibt es einen Platz im Himmel, wo ihr erster Klasse ohne Leid und Sorgen für alle Ewigkeiten relaxen könnt. Zusätzlich gibt es ein Meet-and-Greet mit Jesus Christus, der für euch seine beliebtesten Zaubertricks vorführt. Von Wasser-in-Wein-Verwandeln bis auf-dem-Wasser-laufen: Jesus bietet euch exklusives Entertainment und signiert für euch sein Buch.
Ihr müsst nicht einmal etwas einschicken - Jesus kann ja eure Gedanken lesen*.

(* Warnung: Kopfbedeckungen aus Aluminiumfolie können die Gedankenübertragung stören)







Achtung: Zu manchen Fragen gibt es mehr als eine korrekte Antwort!


- - Welches sprechende Lebewesen kommt NICHT in der Bibel vor?

A) Eine sprechende Schlange
B) Ein sprechender Esel
C) Ein sprechendes Pferd
D) Ein sprechender Busch



- - Welches Tier kommt NICHT in der Bibel vor?

A) Ein Einhorn
B) Ein Seeungeheuer
C) Ein siebenköpfiger Drache
D) Ein dreiköpfiger Hund



- - Wie viele Menschen tötet Satan in der Bibel ohne Gottes Zustimmung?

A) Null
B) Zehn
B) Hundert
C) Tausend



- - Wer muss laut Bibel gesteinigt werden?

A) Eine Frau, die bei ihrer Hochzeit keine Jungfrau mehr ist
B) Eine Frau, die innerhalb der Stadt vergewaltigt wird
C) Eine Frau, die mit ihrem Schwiegersohn Sex hat
D) Jemand, der sonntags arbeitet



- - Wer kommt laut Jesus NICHT in die Hölle?

A) Jemand, der den heiligen Geist beleidigt
B) Jemand, der seinen Bruder einen Narren nennt
C) Jemand, der auch nur an Sex mit einer verheirateten Frau denkt
D) Jemand, der tausende Menschen getötet hat



- - Welche mythischen Wesen kommen in der Bibel NICHT vor?

A) Hexen
B) Riesen
C) Feen
D) Zombies



- - Welche Strafe erwartet einen Mann in der Bibel, der eine unverheiratete Frau vergewaltigt?

A) Keine
B) Er muss die Frau heiraten und dem Vater eine Geldstrafe zahlen
C) Er wird gesteinigt
D) Er muss für zehn Jahre ins Gefängnis



- - Was ist der Grund für die zehn Plagen in Ägypten?

A) Gott erzwingt damit die Freilassung der Israeliten
B) Gott will es den ägyptischen Göttern mal so richtig zeigen
C) Gott beweist damit, dass es außer ihm keine Götter gibt
D) Gott demonstriert damit zehn mal hintereinander, dass er Dinge beherrscht, die kein Mensch vollbringen kann



- - Wie alt wird der älteste Mann der Bibel?

A) 69 Jahre
B) 96 Jahre
C) 699 Jahre
D) 969 Jahre



- - Wann wird Jesus Christus laut Bibel geboren?

A) Während der Volkszählung durch Quirinius (6. n. Chr.)
B) Im Jahr 0
C) In der Regierungszeit von Herodes (ca. 73 v. Chr. - März 4 v. Chr.)
D) Das weiß nur Gott allein



- - Wann wird laut dem neuen Testament die Welt untergehen?

A) Niemals, die Erde besteht für immer
B) Das weiß nur Gott allein
C) Innerhalb der Lebenszeit von Jesus' Anhängern
D) 2012



- - Wer wird für deine Sünden bestraft?

A) Du
B) Jesus
C) Deine Kinder, deren Kinder und Kindeskinder
D) Eine Ziege



- - Welches Verhalten wird in der Bibel gelobt?

A) Religiöse Toleranz
B) Kinder an Felsen zerschmettern
C) Homosexualität
D) Seine Kinder schlagen



- - Warum hasst Gott Esau?

A) Weil Esau fremde Götter anbetet
B) Weil Esau ihm die Freundin ausgespannt hat
C) Weil Esau ein Massenmörder ist
D) Ohne Grund, er hasst ihn einfach so, aus Prinzip



- - Was macht Gott, als 42 Kinder den Propheten Elisa verspotten?

A) Er verzeiht ihnen
B) Er trifft sich mit ihren Eltern und hält einen strengen Vortag über Erziehung
C) Er kümmert sich nicht darum, weil es ja noch Kinder sind
D) Er schickt Bären, um die Kinder zu zerfleischen



- - Was wird in den zehn Geboten verboten?

A) Sklaverei
B) Götzenbilder erstellen
C) Folter
D) Den Namen des HERRN missbrauchen



- - Wer ist Sara im Buch Genesis?

A) Abrahams Frau
B) Abrahams Schwester
C) Abrahams Mutter
D) Abrahams Tochter



- - Was kann Gott laut der Bibel NICHT?

A) Armeen mit eisernen Wagen besiegen
B) Lügen
C) Hassen
D) Gott kann alles



- - Wen muss man laut Jesus hassen, um sein Jünger zu sein?

A) Satan
B) Niemanden
C) Sein Leben
D) Seine Eltern



- - Welche der folgenden Verse aus dem alten Testament wird von Jesus im neuen Testament zitiert?

A) "Wer Vater und Mutter flucht, der soll des Todes sterben" (Exodus 21:17)
B) "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" (Levitikus 19:18)
C) "Ihr seid Götter" (Psalm 82:6)
D) "Ein Geschlecht vergeht, das andere kommt; die Erde aber bleibt ewiglich" (Prediger 1:4)



- - Wer entdeckt laut den Evangelien das leere Grab Christi?

A) Maria Magdalena und Maria, des Jakobus Mutter, und Salome
B) Maria Magdalena und Johanna und Maria, des Jakobus Mutter, und andere mit ihnen
C) Maria Magdalena und die andere Maria
D) Maria





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AUFLÖSUNGEN

Korrekte Antworten sind fett und kursiv markiert.


- - Welches sprechende Lebewesen kommt NICHT in der Bibel vor?

A) Eine sprechende Schlange >> Genesis 3 
B) Ein sprechender Esel >> Numeri 22
C) Ein sprechendes Pferd
D) Ein sprechender Busch >> Exodus 3

Ein sprechendes Pferd gibt es in der Bibel nicht. Wäre ja auch lächerlich!



- - Welches Tier kommt NICHT in der Bibel vor?

A) Ein Einhorn >> Unter anderem in Psalm 29
B) Ein Seeungeheuer >> Unter anderem in Jesaja 27
C) Ein siebenköpfiger Drache >> Offenbarung 12, 13
D) Ein dreiköpfiger Hund

D) stammt aus der griechischen Mythologie. Im Gegensatz zu A)-C) existiert dieses Tier also nur in der Fantasie.



- - Wie viele Menschen tötet Satan in der Bibel ohne Gottes Zustimmung?

A) Null
B) Zehn
B) Hundert
C) Tausend

Satan tötet in der gesamten Bibel zehn Menschen, keinen einzigen davon ohne Gottes Zustimmung. [mehr dazu in „ZERMALME DIE GOTTLOSEN - Helden der Bibel Teil 2 (Hiob)"]



- - Wer muss laut Bibel gesteinigt werden?

A) Eine Frau, die bei ihrer Hochzeit keine Jungfrau mehr ist >> Deuteronomium 22
B) Eine Frau, die innerhalb der Stadt vergewaltigt wird >> Exodus 22: "weil sie nicht geschrieen hat"
C) Eine Frau, die mit ihrem Schwiegersohn Sex hat
D) Jemand, der sonntags arbeitet >> Exodus 31 

Frauen, die in der Hochzeitsnacht nicht mehr jungfräulich sind und in der Stadt vergewaltigt wurden, müssen selbstverständlich gesteinigt werden [mehr dazu in "SEX IN DER BIBEL"].
Auch Sonntagsarbeiter erwartet dieses gerechte Schicksal für das Brechen eines der zehn Gebote [mehr dazu in "TOP TEN? - Die 10 Gebote"]
Wenn jemand mit seiner Schwiegermutter Sex hat, wird er, die Schwiegermutter und die betrogene Frau hingerichtet. Doch nicht durch die übliche Methode, der Steinigung: In diesem Sonderfall werden die Übeltäter bei lebendigem Leibe verbrannt (Levitikus 20).



- - Wer kommt laut Jesus NICHT in die Hölle?

A) Jemand, der den heiligen Geist beleidigt >> Matthäus 12
B) Jemand, der seinen Bruder einen Narren nennt >> Matthäus 5
C) Jemand, der auch nur an Sex mit einer verheirateten Frau denkt >> Matthäus 5
D) Jemand, der tausende Menschen getötet hat

Nur weil man tausende Menschen auf dem Gewissen hat, muss man in Jesus' Augen kein schlechter Mensch sein. Manche davon sind sogar verehrte religiöse Vorbilder, wie Moses [mehr dazu in "DER MYTHOS MOSES - Der Mythos Jesus Teil 7"] oder König David [mehr dazu in "DAVID: A STAR IS BORN - Helden der Bibel 4A"]



- - Welche mythischen Wesen kommen in der Bibel NICHT vor?

A) Hexen >> Unter anderem in Exodus 22
B) Riesen >> Unter anderem in Josua 12
C) Feen
D) Zombies >> Unter anderen in Johannes 11

In der Bibel gibt es Frauen, die echte magische Kräfte haben und sogar die Geister der Toten beschwören können (1 Samuel 28), mehrere Erwähnungen von Riesen (z.B. Genesis 15) und Leichen, die plötzlich aus ihren Gräbern steigen und auf den Straßen wandeln (Matthäus 27).
Feen gibt es in der Bibel hingegen nicht.



- - Welche Strafe erwartet einen Mann in der Bibel, der eine unverheiratete Frau vergewaltigt?

A) Keine
B) Er muss die Frau heiraten und dem Vater eine Geldstrafe zahlen >> Deuteronomium 22
C) Er wird gesteinigt
D) Er muss für zehn Jahre ins Gefängnis

Die korrekte Antwort lautet B). Der Vergewaltiger muss die Frau heiraten und ihrem Vater 50 Silberlinge bezahlen [mehr dazu in "DER MENSCH UND DAS WEIB - Das Buch Genesis Teil 9"].



- - Was ist der Grund für die zehn Plagen in Ägypten?

A) Gott erzwingt damit die Freilassung der Israeliten
B) Gott will es den ägyptischen Göttern mal so richtig zeigen >> Exodus 12
C) Gott beweist damit, dass es außer ihm keine Götter gibt
D) Gott demonstriert damit zehn mal hintereinander, dass er Dinge beherrscht, die kein Mensch vollbringen kann

A) ist falsch, da Gott nach jeder Plage das Herz des Pharaos verhärtet, um zu verhindern, dass er die Israeliten gehen lässt.
C) ist falsch, da Gott die Plagen ausdrücklich damit begründet, dass er die Götter der Ägypter damit bestrafen will (Exodus 12).
D) ist falsch, da zwei der zehn Plagen erfolgreich von den Hofzauberern des Pharaos nachgestellt werden können [mehr dazu in "DER MYTHOS MOSES - Der Mythos Jesus Teil 7"].



- - Wie alt wird der älteste Mann der Bibel?

A) 69 Jahre
B) 96 Jahre
C) 699 Jahre
D) 969 Jahre >> Genesis 5

Methusalem (auch Methusalah) ist mit 969 Jahren der älteste Mann in der Bibel.



- - Wann wird Jesus Christus laut Bibel geboren?

A) Während der Volkszählung durch Quirinius (6. n. Chr.)  >>  Lukas 2
B) Im Jahr 0
C) In der Regierungszeit von Herodes (ca. 73 v. Chr. - März 4 v. Chr.)  >>  Lukas 2 
D) Das weiß nur Gott allein

Jesu Geburt fällt laut Matthäus (2) und Lukas (2) in die Regierungszeit von Herodes, der im Jahr 4 vor Christus gestorben ist. Lukas gibt zusätzlich eine Volkszählung unter Quirinius an  (2), die allerdings erst im Jahr 6 nach Christus stattfand [mehr dazu in "LEBEN WIE GOTT IN GALILÄA - Der Mythos Jesus Teil 2"].



- - Wann wird laut dem neuen Testament die Welt untergehen?

A) Niemals, die Erde besteht für immer
B) Das weiß nur Gott allein
C) Innerhalb der Lebenszeit von Jesus' Anhängern >> siehe z.B. Matthäus 16
D) 2012

Die Position, dass die Erde ewig besteht (A) wird an manchen Stellen im alten Testament behauptet. Im neuen dagegen verspricht Jesus seinen Anhängern, dass einige von ihnen noch am Leben sein werden, wenn die Welt bald untergehen wird [mehr dazu in "DEN TOD NICHT SCHMECKEN - Der Mythos Jesus Teil 12"].



- - Wer wird für deine Sünden bestraft?

A) Du >> siehe z.B. 1 Johannes 3
B) Jesus >> siehe z.B. Johannes 3
C) Deine Kinder, deren Kinder und Kindeskinder >> siehe z.B. Exodus 20
D) Eine Ziege >> siehe Levitikus 16

Je nach den Umständen können alle Antworten korrekt sein. Jesus wurde für die Sünden der Gläubigen bestraft. Wer nicht an Jesus glaubt, wird persönlich für seine Sünden haftbar gemacht. Für einige Verbrechen werden auch deine Kinder gestraft: Bricht man beispielsweise das zweite Gebot, Götzenbilder anfertigen, so heißt es in der Bibel, strafe Gott deine Nachkommen bis ins dritte und vierte Glied - also die Kinder deiner Enkel (Exodus 20). Nachfahren einer Prostituierten werden für die Taten ihrer Ahnin damit gestraft, niemals in Gottes Gemeinde aufgenommen werden zu dürfen (Deuteronomium 23).
Einmal im Jahr, am "Jom Kippur", können alle Sünden der Gemeinde auf einen Ziegenbock übertragen werden. Daraufhin wird die arme Ziege in die Wüste geschickt, wodurch man - wie auch immer - ebenfalls von seinen Sünden befreit wird (Levitikus 16).



- - Welches Verhalten wird in der Bibel gelobt?

A) Religiöse Toleranz
B) Kinder an Felsen zerschmettern >> Psalm 137
C) Homosexualität
D) Seine Kinder schlagen >> siehe z.B. Sprüche 13

A) ist definitiv falsch: Es wird in der Bibel sogar zu Mord an Andersgläubigen aufgerufen (Deuteronomium 17). Ebenfalls einen sofortigen Tod durch eine öffentliche Hinrichtung verdienen laut Bibel Männer, die Sex mit anderen Männern haben (Levitikus 20).
Menschen, die babylonische Kinder an Felsen zerschmettern werden hingegen gelobt (Psalm 137).
Und falls man seine Kinder liebt, so lehrt uns die Bibel, muss man sie unbedingt schlagen [mehr dazu in "WIE MAN SEINE KINDER RICHTIG SCHLÄGT - Kinder in der Bibel"].



- - Warum hasst Gott Esau?

A) Weil Esau fremde Götter anbetet
B) Weil Esau ihm die Freundin ausgespannt hat
C) Weil Esau ein Massenmörder ist
D) Ohne Grund, er hasst ihn einfach so, aus Prinzip >> Römer 9

Richtig ist D). In der Bibel wird betont, dass es nicht von den Werken abhängt, dass Gott Esau hasst, sondern dass dies schon vor Esaus Geburt so vorherbestimmt war [mehr dazu in "BRUDER JAKOB - Das Buch Genesis Teil 8"].



- - Was macht Gott, als 42 Kinder den Propheten Elisa verspotten?

A) Er verzeiht ihnen
B) Er trifft sich mit ihren Eltern und hält einen strengen Vortag über Erziehung
C) Er kümmert sich nicht darum, weil es ja noch Kinder sind
D) Er schickt Bären, um die Kinder zu zerfleischen >> 2 Könige 2

Die richtige und einzige vernünftige Lösung ist natürlich D) [mehr dazu in "HIMMELFAHRTSKOMMANDO - Der Mythos Jesus Teil 8"].



- - Was wird in den zehn Geboten verboten?

A) Sklaverei
B) Götzenbilder erstellen >> Exodus 20
C) Folter
D) Den Namen des HERRN missbrauchen >> Exodus 20

Sklaverei und Folter werden in den zehn Geboten gar nicht erwähnt. Vielleicht hat der Platz nicht gereicht? Schließlich sind zehn Gebote ja nicht so viel und Gott musste ja die wichtigen Dinge unterbringen, wie die Gebote, andere Götter nicht anzubeten, keine Götzenbilder zu erstellen, den Sabbat zu heiligen und den Namen des HERRN nicht zu missbrauchen [mehr dazu in "TOP TEN? - Die 10 Gebote"].
Aber das ist wohl nicht der Grund: Sklaverei wird auch im Rest der Bibel nicht verboten, sondern ist ausdrücklich erlaubt [mehr dazu in "WIE MAN SEINE SKLAVEN RICHTIG SCHLÄGT - Sklaverei in der Bibel"].



- - Wer ist Sara im Buch Genesis?

A) Abrahams Frau >> Genesis 20
B) Abrahams Schwester  >> Genesis 20 
C) Abrahams Mutter
D) Abrahams Tochter

Sara ist die Schwester von Abraham, sowie eine seiner Ehefrauen [mehr zu dem Traumpaar in "RÜCKKEHR DER RIESEN - Das Buch Genesis Teil 5"].



- - Was kann Gott laut der Bibel NICHT?

A) Armeen mit eisernen Wagen besiegen >> Richter 1
B) Lügen >> Hebräer 6
C) Hassen
D) Gott kann alles >> siehe z.B. Matthäus 19

Hassen kann Gott problemlos (siehe z.B. Römer 9), doch lügen und Armeen mit eisernen Wagen besiegen kann er nicht. Außerdem kann er alles.
[Mehr dazu in "WIE JETZT?! - Widersprüche in der Bibel Teil 3"]



- - Wen muss man laut Jesus hassen, um sein Jünger zu sein?

A) Satan
B) Niemanden
C) Sein Leben >> Lukas 14
D) Seine Eltern >> Lukas 14

Laut Jesus ist für einen jeden Christen folgendes obligatorisch: "So jemand zu mir [=Jesus] kommt und haßt nicht seinen Vater, Mutter, Weib, Kinder, Brüder, Schwestern, auch dazu sein eigen Leben, der kann nicht mein Jünger sein." (Lukas 14:26) Dass man auch Satan hassen soll, ist naheliegend, wird aber von Jesus in der Bibel nicht erwähnt.
[Mehr dazu in "LEHRE/VERSPRECHUNGEN - Der Mythos Jesus Teil 3"].



- - Welche der folgenden Verse aus dem alten Testament wird von Jesus im neuen Testament zitiert?

A) "Wer Vater und Mutter flucht, der soll des Todes sterben" (Exodus 21:17) >> Matthäus 15:4
B) "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" (Levitikus 19:18) >> z.B. in Markus 12:31
C) "Ihr seid Götter" (Psalm 82:6) >> Johannes 10:34
D) "Ein Geschlecht vergeht, das andere kommt; die Erde aber bleibt ewiglich" (Prediger 1:4)

D) wird von Jesus nicht zitiert und widerspricht seinen Lehren völlig, da Jesus ständig vom kommenden Ende der Welt predigt und behauptet, dieses Geschlecht werde nicht vergehen, bis es soweit ist (Matthäus 24:34).
 [Mehr dazu in "DEN TOD NICHT SCHMECKEN - Der Mythos Jesus Teil 12"].



- - Wer entdeckt laut den Evangelien das leere Grab Christi?

A) Maria Magdalena und Maria, des Jakobus Mutter, und Salome >> Markus 16
B) Maria Magdalena und Johanna und Maria, des Jakobus Mutter, und andere mit ihnen >> Lukas 24
C) Maria Magdalena und die andere Maria >> Matthäus 28
D) Maria >> Johannes 20

Da ja die Bibel nicht lügt, müssen alle vier Antworten korrekt sein [mehr dazu in "VARIATIONEN ÜBER EIN THEMA - Der Mythos Jesus Teil 11"].


28. Dezember 2011

GÖTTER DER CHRISTENHEIT (Der Mythos Jesus Teil 13)





[11: Variationen über ein Thema]
[12: Den Tod nicht schmecken]


Der Vater, der Sohn, der heilige Geist, die Mutter Gottes, Satan - Herrscher über die Unterwelt mit seiner untergebenen Armee von Dämonen, eine Heerschar von Engeln, Schutzengeln, Erzengeln und jede Menge Heilige.
Das Christentum kennt viele verschiedene individuelle übernatürliche, unsterbliche und übermenschliche Wesen, die miteinander interagieren. Logisch, sonst wäre es ja kein Monotheismus!



DER NEUE 3-IN-1 GOTT

Christen glauben an einen allmächtigen Gott, der bei Bedarf sein Wesen wandeln kann. Allerdings nur in einen jüngeren und einen älteren Mann und in ein Gespenst (doch kein gewöhnliches, sondern ein heiliges). Oft sogar gleichzeitig.  Dies nennt sich "heilige Dreifaltigkeit". Atheisten, Moslems, Juden und sonstige verabscheuungswürdige Heiden könnten anmerken, dass dies nicht unbedingt ein reiner Monotheismus sei. Aber sie irren sich und werden in der Hölle schmoren.

Im alten Testament ist Gott immer nur Yahwe, der "HERR". Dieser HERR mag keine Kleinschreibung. Für sein zweites großes Werk mit dem etwas uninspirierten Titel "Das neue Testament" hat der HERR sich für seine Fans etwas ganz besonderes ausgedacht: Er kann sich nun plötzlich in einen heiligen Geist verwandeln und in seinen eigenen Sohn.



Eigentlich ganz einfach: Der heilige Geist ist nicht der Vater, der nicht der Sohn ist, der nicht der heilige Geist ist. Der Sohn ist Gott, der Vater ist Gott, der heilige Geist ist Gott - der Vater ist aber nicht der heilige Geist, welcher nicht der Sohn ist. Logisch!

Der noch kinderlose HERR entschließt sich irgendwann, dass er gerne Vater sein würde. Da Kinder aber irgendwann eine eigene Persönlichkeit entwickeln und dann lästig werden, beschließt er, sein eigener Sohn zu werden.
Um Vater zu werden braucht er natürlich noch eine Frau und sucht sich dazu eine jüdische Jungfrau namens Maria aus. Gott schwängert sie in Form des heiligen Geistes.

"18 Die Geburt Christi war aber also getan. Als Maria, seine Mutter, dem Joseph vertraut war, fand sich's ehe er sie heimholte, daß sie schwanger war von dem heiligen Geist."

(Matthäus 1:18)



Genau genommen ist also der "Vater" der Dreifaltigkeit trotz seines Namens nicht der Vater, sondern der heilige Geist ist der Vater. Allerdings ist der heilige Geist nicht DER Vater, jedoch der Vater vom Sohn. Klar wie Kloßbrühe also.

Nachdem Gott (als der heilige Geist) Maria unbemerkt geschwängert hat, hält er es für anständig, ihr das auch mal mitzuteilen.
Er hat allerdings offenbar keine Lust, mit einer Frau zu sprechen - die ja immerhin gleichzeitig Mutter seines Kindes und seine eigene Mutter ist. Obwohl er durchaus in der Lage ist, direkt mit Menschen zu reden, wie zum Beispiel mit Moses als brennender Busch (Exodus 3:4).



In diesem Fall schickt er lieber einen Engel als Stellvertreter in einen Traum von Josef (Matthäus 1:20), oder aber er sendet einen Engel, um Maria Bescheid zu sagen, folgt man dem Lukas-Evangelium (1:26).

Die Engel sind unsterbliche Wesen, die für Gott unangenehme Gespräche führen oder andere lästige, aber notwendige Dinge erledigen - meistens irgendwelche Leute umbringen.
So schickt der HERR beispielsweise Engel, um 70.000 Israeliten wegen einer Volkszählung zu ermorden (2 Samuel 24:16), um bei der totalen Zerstörung der Städte Sodom und Gomorrha zu assistieren (Genesis 19) und um Gottes auserwähltem Volk bei den Völkermorden an den Kanaanitern, Amoritern, Hethitern, Pheresitern, Hevitern und Jebusitern beizustehen (Exodus 33:2).

Für das Ende der Welt hat Gott auch schon anspruchsvolle Aufgaben für seine Engel vorbereitet, wie wir aus dem neuen Testament erfahren - wie zum Beispiel die Schalen des Zornes Gottes über der Erde auszugießen (Offenbarung 16) oder ein Drittel der gesamten Menschheit zu ermorden (Offenbarung 9:15).



DISSOZIATIVE IDENTITÄTSSTÖRUNG

Jesus wirkte dann als Erwachsener bekanntlich Wunder. Vorher ließ er sich aber noch taufen.

"16 Und da Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser; und siehe, da tat sich der Himmel auf Über ihm. Und er sah den Geist Gottes gleich als eine Taube herabfahren und über ihn kommen.
17 Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe."

(Matthäus 3:16-17)

Der von Gott (als Vater) gesandte Gott (als heiliger Geist in Taubengestalt) kommt also über Gott (als Sohn) und weckt den Tiger in ihm (sich). 
Dann sagt Gott (Vater) über Jesus, er sei der Gott (Sohn), an dem er Wohlgefallen habe. Ach sooo!...
...
Häh?!



Von da an vollbrachte er so einige Wunder, bis er von den Römern ans Kreuz genagelt wird. Doch er ist ein gnädiger Gott, der selbst so etwas vergibt. Ganz so einfach geht das allerdings nicht, er muss erst mal Papa fragen.

"34 Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen sie wissen nicht, was sie tun!" (Lukas 23:34)

Jesus bittet seinen Vater, den Menschen zu vergeben. In anderen Worten: Gott fragt Gott um einen Gefallen.
Kurz bevor Christus dann seine sterbliche Hülle ablegt und zu seinem Vater in den Himmel zurückkehrt (also zu sich selbst), sagt er noch etwas recht Seltsames:

"46 Und um die neunte Stunde schrie Jesus laut und sprach: Eli, Eli, lama asabthani? das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? "

(Matthäus 27:46)

Gott fragt sich selbst, warum er sich verlassen hat. Gute Frage!
Die Antwort weiß nur Gott. Allerdings nicht in Sohn-Form, sonst würde er ja nicht fragen. Und wo war eigentlich die blöde Taube abgeblieben?




BESSERWISSER

Das Konzept der Dreifaltigkeit wird von vielen christlichen Glaubensrichtungen vertreten, zum Beispiel der römisch-katholischen Kirche und von vielen der zahlreichen protestantischen Denominationen. Die Mitglieder dieser Kirchen machen die Mehrzahl der Christen weltweit aus.
Andere aus der Reformation hervorgegangene Gruppen wie die Zeugen Jehovas, die Mormonen oder die Unitarier, sowie die griechisch-orthodoxe Kirche, glauben nicht an den 3-in-1-Gott und halten Jesus für Gottes Sohn, aber nicht für Gott selbst.

Die Dreifaltigkeits-Lehre in seiner heutigen Form wurde im 4. Jahrhundert auf dem ersten Konzil von Nicäa beschlossen. Per Abstimmung legte man das Wesen Gottes als aus drei Personen bestehend fest. Diese Ansicht wurde zunächst von der Mehrheit der Konzilteilnehmer abgelehnt. Als sich der Kaiser jedoch dafür aussprach, änderten viele ihre Meinung und deshalb ist Gott dreigeteilt.

Während es zuvor zahllose verschiedene Ansichten über die Rolle des Christus im Christentum gab, gab es nach dem Konzil nur noch eine offizielle Version - und viele andere, die als Ketzerei angesehen wurden.
Manche glaubten zum Beispiel, Jesus sei als gewöhnlicher Mensch geboren worden und erst durch seine Taufe von Gott als dessen Sohn adoptiert wurde. Diese Ansicht mit dem Namen "Adoptionismus" ist plausibel, wenn man nur das Markus-Evangelium kennt. Die anderen drei Evangelien widersprechen dieser Möglichkeit allerdings deutlich. In Matthäus und Lukas ist Jesus der Sohn des heiligen Geistes und in Johannes existiert Jesus als Logos, das Wort, seit Anbeginn der Zeit. Sogar schon davor...

Im Johannes-Evangelium behauptet Jesus auch, er und der Vater seien "eins". Die Dreifaltigkeitslehre, wonach sowohl Jesus als auch Jahwe ein und der selbe Gott sind, bezieht sich zum Teil auf diese Aussage in Johannes. Die anderen Evangelien widersprechen dieser Betrachtungsweise jedoch.
Denn der christliche Gott wird durch Superlative definiert: Er ist allwissend, allmächtig, überall gleichzeitig und omnibenevolent - vollkommen liebend. Wenn der Vater, der Sohn und der heilige Geist jeweils Gott sind, müssen sie alle diese Eigenschaften besitzen.

Jesus gibt jedoch selbst zu, nicht alles zu wissen. Zum Beispiel weiß er nicht genau, wann die Welt untergeht. 

"32 Von dem Tage aber und der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater."

(Markus 13:32)


Allein der Vater? Sind Jesus und der heilige Geist also nicht allwissend? Oder lügt Jesus hier einfach? Egal eigentlich, denn es kommt auf das Selbe hinaus: Gott ist allwissend und Gott lügt nicht, daher kann Jesus nicht Gott sein.

"18 auf daß wir durch zwei Stücke, die nicht wanken (denn es ist unmöglich, daß Gott lüge), einen starken Trost hätten, die wir Zuflucht haben und halten an der angebotenen Hoffnung,"

(Hebräer 6:18)



Okay, vielleicht ist Jesus nicht allwissend, aber er ist doch trotzdem ein Guter!..
Nicht?!

"18 Aber Jesus sprach zu ihm: Was heißest du mich gut? Niemand ist gut denn der einige Gott."

(Markus 10:18)



Von den charakteristischen Gott-Merkmalen Allwissenheit, Allmächtigkeit und Omnipräsenz, also überall gleichzeitig sein, erfüllt Jesus kein einziges.
Wenn Jesus nämlich - wie im Markus-Evangelium von ihm selbst behauptet - nicht alles weiß, dann ist er auch nicht allmächtig, da alles zu wissen zur Allmacht gehört.
Auch andere Dinge kann er nicht - nicht einmal entscheiden, wer zu seiner Linken und Rechten sitzen soll.

"38 Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr wisset nicht, was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, und euch taufen lassen mit der Taufe, mit der ich getauft werde? 
39 Sie sprachen zu ihm: Ja, wir können es wohl. Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr werdet zwar den Kelch trinken, den ich trinke, und getauft werden mit der Taufe, mit der ich getauft werde; 
40 zu sitzen aber zu meiner Rechten und zu meiner Linken stehet mir nicht zu, euch zu geben, sondern welchen es bereitet ist."

(Markus 10:38-40)





Die Handlungsmöglichkeiten von Jesus sind in diesem Fall dadurch eingeschränkt, dass es bereits einen Plan gibt, ein Vorsehung, was geschehen muss. Auch Jesus' Tod am Kreuz ist Teil eines Planes, der seit der Schöpfung besteht. 

"18 und wisset, daß ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst seid von eurem eitlen Wandel nach väterlicher Weise, 
19 sondern mit dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes,
20 der zwar zuvor ersehen ist, ehe der Welt Grund gelegt ward, aber offenbart zu den letzten Zeiten um euretwillen"

(1 Petrus 1:18-20)


"31 Und er hob an sie zu lehren: Des Menschen Sohn muß viel leiden und verworfen werden von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und über drei Tage auferstehen."

(Markus 8:31)



Christus ist in der Bibel ein Erfüllungsgehilfe der Schrift. Er macht wahr, was schon immer geplant war, ganz so, wie man es angeblich im alten Testament nachlesen kann. Er hat keine Wahl und ist daher alles andere als allmächtig, er besitzt anscheinend nicht einmal einen freien Willen.

Denn ein allwissender Gott ändert seine Pläne niemals, da er nie zusätzliche Informationen erhalten kann, die eine Planänderung begründen könnten. Das Leben Jesu Christi war von der Geburt bis zum Tod am Kreuz ein integraler Teil des Masterplans. Daher hat Jesus keine Möglichkeit gehabt, sich in wichtigen Situationen anders zu verhalten als vorgesehen. Jede Entscheidung seines Lebens war höchstens eine scheinbare: Es gab nie Alternativen, anders zu handeln - geschweige denn unendlich viele Handlungsmöglichkeiten, welche ein allmächtiges Wesen besäße.



WHO YOU GONNA CALL?

Die Rolle des Christus ist nicht so klar, wie man das von einer Religion, die ihre ganze Weltsicht auf Christus aufbaut, vielleicht erwarten würde. Aber auch der Heilige Geist ist ein sehr mysteriöses Wesen. Wer  niemals vom Konzept der Dreifaltigkeit gehört hat, kommt nach der Lektüre der Bibel wohl selten auf die Idee, das der Heilige Geist eine von drei Personen einer Gottheit ist.
Denn auch zu dieser Ansicht gibt es keine klaren Hinweise, jedoch Widersprüche dazu im Text. Die ganze Sache mit dem Sohn Gottes und seiner Beziehung zum himmlischen Vater funktioniert nur, wenn der heilige Geist zum Vater gehört.
Denn laut Bibel ist Jesus der Sohn des heiligen Geistes. Alle Referenzen auf seinen himmlischen Vater würden sich auf den Heiligen Geist beziehen und nicht auf die dritte Figur der Dreifaltigkeit mit dem in diesem Fall irreführenden Namen "Vater".

"17 Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an! denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Gehe aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater  und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott."

(Johannes 20:17)


In diesem Zitat setzt Jesus seinen Vater mit dem himmlischen Vater aller Menschen gleich. Ist also Jesus der Sohn des Heiligen Geistes wie im neuen Testament behauptet (Lukas 1:35), ist unser himmlischer Vater ebenfalls der Heilige Geist.




Das Vater-Unser, immerhin laut Aussagen von Jesus das vorgeschriebene Standard-Gebet für Christen, wird nach diesem Prinzip zum Heiliger-Geist-Unser.

"9 Darum sollt ihr also beten: Unser Vater in dem Himmel! Dein Name werde geheiligt. 

10 Dein Reich komme. Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel.
11 Unser täglich Brot gib uns heute.  
12 Und vergib uns unsere Schuld, wie wir unseren Schuldigern vergeben. 
13 Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. 
14 Denn so ihr den Menschen ihre Fehler vergebet, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben"

(Matthäus 6:9-14)



Wir sollen also zu Jesus' Papa beten, dem heiligen Geist, da sein Wille auf Erden wie im Himmel geschieht und er uns auch unsere Sünden vergibt. Gleichzeitig entstammt alles, was Jesus tut und sagt, der Vorsehung des himmlischen Vaters - also ebenfalls aus der Feder des Heiligen Geistes.

"10 Glaubst du nicht, daß ich im Vater bin und der Vater in mir? Die Worte, die ich zu euch rede, die rede ich nicht von mir selbst. Der Vater aber, der in mir wohnt, der tut die Werke."

(Johannes 14:10)



Was bleibt da für die dritte Person der Dreifaltigkeit für eine Existenzberechtigung? Also entweder ist der Heilige Geist eine gleichberechtigte Person der Dreifaltigkeit, dann muss man aber die biblischen Geburtsgeschichten über Jesus als falsch annehmen. Denn sonst ist der Heilige Geist gleichzeitig der Vater von Jesus und übernimmt alle Aufgaben des "Vaters" der Dreifaltigkeitslehre. Dieser wäre somit überflüssig und nutzlos und das ganze Konzept gleich mit.

Vielleicht ist der Heilige Geist aber keine eigenständige Persönlichkeit, sondern Teil des "Vaters", was mit den Bibeltexten problemlos in Einklang bringen lässt, jedoch Ketzerei ist.
In beiden Fällen wird aus der Dreifaltigkeit eine Zweifaltigkeit und erweist sich so als eine unschlüssige und wenig plausible Theorie. Natürlich nur, wenn man den dummen Fehler macht, Logik auf die Bibel anzuwenden. Asche über mein Haupt!



GRÜSS GOTT!

Gott als Vater, Sohn und heiliger Geist - ganz so leicht ist die Sache natürlich nicht. Die Dreifaltigkeit besteht aus drei Personen, die aber jeweils auch ihre Erscheinungsform ändern können.

Wenn Gott in Gestalt eines Menschen auf der Erde wandelt, ist das nicht unbedingt Jesus. Die Jesus-Story ist nämlich nicht die einzige Erzählung in der Bibel, in der Gott in Menschenform auf die Erde kommt. Schon im allerersten Buch der Bibel, der Genesis, erscheint Gott als Mensch verkleidet.
Als Ringkämpfer, nebenbei bemerkt...

"25 Da rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenröte anbrach. [...]
28 Er sprach: Wie heißt du? Er antwortete: Jakob. 
29 Er sprach: Du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel; denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und bist obgelegen.
30 Und Jakob fragte ihn und sprach: Sage doch, wie heißt du? Er aber sprach: Warum fragst du, wie ich heiße? Und er segnete ihn daselbst.
31 Und Jakob hieß die Stätte Pniel; denn ich habe Gott von Angesicht gesehen, und meine Seele ist genesen."

(Genesis 32:25,28-31)





Gott ringt also mit Jakob. Den guten alten Abraham scheint er lieber zu mögen, denn der muss nicht gegen ihn ringen, sondern isst mit Gott zu Mittag ein leckeres, wenn auch nicht koscheres Mahl (Genesis 18).

Auch Moses und Co haben Gott (und zwar nicht als Jesus, Geister-Taube oder Busch) mit eigenen Augen auf der Erde gesehen:

"9 Da stiegen Mose und Aaron, Nadab und Abihu und siebzig von den Ältesten Israels hinauf
10 und sahen den Gott Israels. Unter seinen Füßen war es wie ein schöner Saphir und wie die Gestalt des Himmels, wenn's klar ist.
11 Und er reckte seine Hand nicht aus wider die Obersten in Israel. Und da sie Gott geschaut hatten, aßen und tranken sie."

(Exodus 24:9-11)

"11 Der HERR aber redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freunde redet."

(Exodus 33:11)



Der gute alte Moses darf den HERRN sogar mehrfach von Angesicht zu Angesicht treffen. Allerdings sollte man erwähnen, dass niemals jemand Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen hat und Moses ein dreckiger Lügner ist, wenn man dem neuen Testament glaubt.

"12 Niemand hat Gott jemals gesehen."

(1 Johannes 4:12)




JESUS FREAK

Es kommt noch besser: Wenn Gott in Mensch-Form auf Erden wandelt, ist es nicht immer Jesus - und wenn Jesus auf Erden wandelt, ist er nicht immer in Mensch-Form...

Im Matthäus-Evangelium erklärt Jesus, wieso er auf die Erde gekommen ist.

"34 Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, Frieden zu senden auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert."

(Matthäus 10:34)


Damit auch wirklich jeder Depp kapiert, dass Jesus das Schwert bringt, trägt er bei seinem zweiten Auftritt auf Erden ein Schwert im Mund...

"12 Und ich wandte mich um, zu sehen nach der Stimme, die mit mir redete. Und als ich mich umwandte sah ich sieben goldene Leuchter
13 und mitten unter die sieben Leuchtern einen, der war eines Menschen Sohne gleich, der war angetan mit einem langen Gewand und begürtet um die Brust mit einem goldenen Gürtel.
14 Sein Haupt aber und sein Haar war weiß wie weiße Wolle, wie der Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme
15 und seine Füße gleichwie Messing, das im Ofen glüht, und seine Stimme wie großes Wasserrauschen; 
16 und er hatte sieben Sterne in seiner rechten Hand, und aus seinem Munde ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert, und sein Angesicht leuchtete wie die helle Sonne."

(Offenbarung 1:12-16)








Das ist eindeutug nicht die bekannte, menschliche Form von Jesus. Offenbar sieht Jesus bei seiner Wiederkehr radikal anders und sehr viel seltsamer aus als bei seiner Zeit als Gott-Mensch. Das Schwert ist übrigens nicht nur Dekoration: Jesus benutzt es auch, um Menschen umzubringen.

"11 Und ich sah den Himmel aufgetan; und siehe, ein weißes Pferd. Und der daraufsaß, hieß Treu und Wahrhaftig, und er richtet und streitet mit Gerechtigkeit.
12 Seine Augen sind wie eine Feuerflamme, und auf seinem Haupt viele Kronen; und er hatte einen Namen geschrieben, den niemand wußte denn er selbst.
13 Und war angetan mit einem Kleide, das mit Blut besprengt war; und sein Name heißt "das Wort Gottes". [...]
15 Und aus seinem Munde ging ein scharfes Schwert, daß er damit die Heiden schlüge; und er wird sie regieren mit eisernem Stabe; und er tritt die Kelter des Weins des grimmigen Zorns Gottes, des Allmächtigen.
16 Und er hat einen Namen geschrieben auf seinem Kleid und auf seiner Hüfte also: Ein König aller Könige und ein HERR aller Herren. [...]
21 Und die andern wurden erwürgt mit dem Schwert des, der auf dem Pferde saß, das aus seinem Munde ging; und alle Vögel wurden satt von ihrem Fleisch."

(Offenbarung 19:11-13,15-16,21)



Die meisten Menschen sterben bei der Apokalypse zwar durch gottgesandte Plagen und Mörder-Engel, aber da es ja um einen guten Zweck geht - alle umbringen - legt Jesus vorbildlich auch selbst Hand an und tut, was getan werden muss.



ALL SAINTS

Auch neben der Dreifaltigkeits-Lehre gibt es Aspekte der christlichen Religion, die nicht unbedingt 1000% Prozent monotheistisch sind. In der Tradition der katholischen Kirche spielen die Heiligen eine wichtige Rolle. Das sind die Kerle, die so eine komische, leuchtende Scheibe auf dem Kopf haben.
Für jede bestimmte Situation, für jeden Beruf und jede größere Stadt gibt es einen spezifischen, zuständigen Heiligen, den oder die man anrufen kann. Diese Heiligen nennt man Schutzpatrone; sie sind selbst nur ein kleiner Teil der über 10.000 Heiligen der Katholiken.

Es gibt einen Schutzpatron, der nur für Essigmacher zuständig ist, jeweils unterschiedliche Schutzpatrone für Buchdrucker, Buchbinder und Buchhändler, einen Schutzpatron für Bienen und sogar eine Schutzpatronin für das Fernsehen. Gott kann sich halt nicht um jede Kleinigkeit persönlich kümmern, daher hat er dafür seine Mitarbeiter.



Auch die Mutter Gottes Maria wird von vielen Katholiken zeremoniell verehrt. Die Figur einer heiligen Mutter ist religionsgeschichtlich sehr alt. Wir wissen beispielsweise von Bronzezeit-Kulten, die eine "große Mutter" lange vor den Christen verehrt haben. Figuren, die wahrscheinlich eine ähnliche göttliche Mutter darstellen, gehören zu den ältesten, erhaltenen Kunstwerken der Menschheit.

Etwa 27.000 Jahre alt - Die Venus von Willendorf


Die Marienverehrung und die Hilfegesuche an Schutzpatrone - dies sei keine Vielgötterei, so wird uns versichert, da Maria und die Heiligen ja keine Götter seien und sie nicht angebetet, sondern angerufen werden. Ach so! Na dann...



SCHALL UND RAUCH

Wenn eine Rose nicht "Rose" hieße sondern anders, hätte sie nicht dennoch Dornen und würde ich nicht bluten, wenn ich mich stäche?
Zu glauben A sei nicht A wenn man es B nennt, das ist in etwa ist das so, als würde ich den ersten Teil von Harry Potter Wort für Wort abschreiben und nur den Namen "Harry Potter" in "Herbert Pothead" ändern - und dann versuchen, mein Buch zu veröffentlichen, ohne verklagt zu werden.
Nein, nein, das ist nicht Harry Potter, kannst du nicht lesen?! Da steht doch nirgendwo was von Harry Potter! Lies doch mal den Titel: "Herbert Pothead and the philosopher stoned" - es handelt sich also eindeutig um die Geschichte über Herbert, nicht Harry.
Ich glaube nicht, dass das Potterplag gefallen würde...

Wenn die Heiligen also alle Kriterien eines Gottes erfüllen, sind sie Götter, auch wenn man sie nicht so nennt. Doch was sind denn das überhaupt für Kriterien?
Beschränken wir uns doch zunächst  auf die Ansichten der zwei Kulturen, aus denen das Christentum entstand, nämlich die jüdische und die ins gelobte Land importierte griechisch-römische.

Die Römer hatten im Prinzip die selben Götter wie die Griechen, nannten sie nur anders. Für bestimmte Situationen betete man, wie im Falle der Heiligen, einen bestimmten, zuständigen Gott an. Wollte man göttlichen Beistand auf einer Meeresreise, betete man zu Neptun, dem Meeresgott (griechisch "Poseidon"). Hatte man sich in der Wüste verirrt, tat man das eher nicht.

Ein Merkmal dieser Götter ist also, dass sie in das Leben der Menschen in spezifischen Situationen eingreifen und man sie durch religiöse Verehrung dazu bewegen kann, einen günstigeren Ausgang zu bewirken. Ein weiteres Kriterium eines römisch-griechischen Gottes war ihre Unsterblichkeit. Die Götter gab es nicht seit immer, sie haben anders als der christliche Gott einen Anfangspunkt in der Raum-Zeit, sind erschaffen aus dem Chaos. Genau wie der christliche Gott können sie aber nicht sterben.
Auch die Heiligen gab es nicht seit Ewigkeiten: Sie wurden von Gott geschaffen, verbrachten einige Zeit auf Erden und den Rest der Unendlichkeit bei Gott im Himmel. Von dort aus werden sie von Gläubigen um Hilfe angerufen, wenn ein Problem in ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereich fällt. Es handelt sich also um unsterbliche Wesen, die in einer anderen Existenzebene als wir wohnen, aber uns von dort aus sehen und hören können und manchmal in den Lauf der Dinge der menschlichen Welt eingreifen.
Aber natürlich sind es keine Götter! Das wäre ja noch schöner!

Es ist kein wirklich gravierender Unterschied zwischen den Heiligen und den Göttern zu erkennen und so wundert es auch nicht, dass mit der Verbreitung des Christentums die Heiligen oft die Funktionen der alten Götter übernahmen. Es gab nicht immer und überall allumfassende, plötzliche Änderungen der religiösen Praktiken: Häufig wurden alte Kultstätten zu Kirchen umfunktioniert und dann dem Heiligen gewidmet, der den gleichen Zuständigkeitsbereich hat wie der Gott, der dort zuvor angebetet wurde.
Zum Beispiel wurden viele Tempel des Heiler-Gottes Asklepios zu Kirchen umfunktioniert, die Heiligen gewidmet wurden, die für den Bereich Heilung zuständig sind, wie dem heiligen Christophorus. Natürlich bloßer Zufall...

Eben so zufällig hat Jesus am gleichen Tag Geburtstag. an dem in Rom schon lange zuvor ein großes Fest zu Ehren des Sonnengottes Sol Invictus gefeiert wurde, weil am 25. Dezember nach dem damaligen Kalender die Wintersonnenwende stattfand. Oder vielleicht war es doch kein Zufall, sondern Gottes Rache, weil Sol Invictus ihn niemals zu seinen coolen Partys eingeladen hat...



In Italien, dem Mutterland des Katholizismus, führte das katholische Magazin "Famiglia Cristiana" im Jahr 2006 eine Umfrage zum Thema "Heilige" durch. Von den Befragten gaben 31% an, schon einmal den italienischen Heiligen Padre Pio im Gebet um Hilfe gebeten zu haben, immerhin noch 9% haben in einer solchen Situation zur heiligen Maria gebetet. Jesus kam auf 2%.



THE DARK LORD

Auch in der Bibel bekommen wir eine Definition, was man unter einem Gott zu verstehen habe. Im Buch Genesis erschafft der HERR den Menschen, und zwar in seinem Bilde.

"27 Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie einen Mann und ein Weib."

(Genesis 1:27)


Die Menschen sehen also schon mal aus wie Gott. Doch um auch so zu sein wie Gott, müssen sie die verbotene Frucht essen, meint jedenfalls die Schlange.

"4 Da sprach die Schlange zum Weibe: Ihr werdet mitnichten des Todes sterben
5 sondern Gott weiß, daß, welches Tages ihr davon eßt, so werden eure Augen aufgetan, und werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist."

(Genesis 3:4-5)



Die Schlange sollte recht behalten. Laut Aussage von Gott - und der muss es ja am Besten wissen - sind die Menschen nun wie Gott. Allerdings leben sie nicht ewig. Dies ist aber kein unüberbrückbarer, elementarer Unterschied zwischen Mensch und Gott, sondern scheitert nur daran, dass Gott seine Unsterblichkeit nicht teilen mag.

"22 Und Gott der HERR sprach: Siehe, Adam ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist. Nun aber, daß er nicht ausstrecke seine Hand und breche auch von dem Baum des Lebens und esse und lebe ewiglich!
23 Da wies ihn Gott der HERR aus dem Garten Eden, daß er das Feld baute, davon er genommen ist,
24 und trieb Adam aus und lagerte vor den Garten Eden die Cherubim mit dem bloßen, hauenden Schwert, zu bewahren den Weg zu dem Baum des Lebens."

(Genesis 3:22-24)



Die Sterblichkeit ist also das einzige Merkmal, dass Menschen und Götter trennt, Gott sei Dank. Zumindest wissen sie, was gut und böse ist, dank der Schlange, die im christlichen Verständnis Satan ist.
Apropos: Was zum Teufel ist der Teufel eigentlich für ein Wesen?
Er ist ja in der christlichen Tradition die Verkörperung des Bösen. Doch um das zu sein, muss er erst einmal den Unterschied zwischen Gut und Böse kennen. Ansonsten würde er nur nach dem Zufallsprinzip vorgehen und manchmal zum Beispiel Kinder aus einem brennenden Haus retten und dabei diabolisch grinsen - im Glauben, er sei der gemeinste Kerl auf der Welt.
Um wirklich böse zu sein, muss er  - wie die Menschen nach dem Verspeisen der verbotenen Frucht - die Erkenntnis über Gut und Böse besitzen. Anders als die Menschen ist der Teufel aber nicht sterblich.

Im Buch der Offenbarung wird die letzte Schlacht zwischen Gut und Böse, zwischen Satan und Gott ausgetragen. Gewinnen wird laut der neutestamentarischen Prophezeiung natürlich Gott. Aber nicht, indem er den Teufel endlich tötet, er verbannt ihn nur für alle Ewigkeiten in die Hölle (Offenbarung 20:10).

Geht man davon aus, dass Gott ein lieber Gott ist und nur das Beste für uns will, erscheint es merkwürdig, warum er den Teufel nicht schon viel eher unter Hausarrest gestellt hat. Oder getötet. Oder niemals erschaffen.
In der Mythologie der Bibel kann Gott den Teufel offenbar nicht töten. Das ist natürlich für eine Geschichte spannender, weckt aber Zweifel am christlichen Konzept vom allmächtigen, guten Gott. Dieser könnte mit dem Finger schnipsen und es hätte niemals einen Teufel gegeben. Denn Gott hat ja uneingeschränkte Macht über seine Schöpfung. Oder gehört da etwa der Teufel nicht dazu?

Auch wenn niemals ein Christ ihn so nennen wird, erfüllt der Teufel die Rolle eines Gottes. Sonst wäre er nie nur im Geringsten ein annähernd ebenbürtiger Gegner für Gott im Kampf um die Seelen der Menschen, im universellen Krieg von Gut gegen Böse.




Zwar glauben lange nicht alle Christen an einen Teufel, doch das Konzept ist durchaus wichtig für das Christentum. Im Mittelalter hat so gut wie jeder Christ in Europa an den Leibhaftigen und seinen verheerenden Einfluss auf die Menschheit geglaubt.
Auch heutzutage glauben noch Millionen von Menschen an die Existenz Satans - besonders im größten christlichen Land der Welt, den USA. In einer repräsentativen Umfrage von 2007 gaben über 60% der befragten Amerikaner an, dass sie an den Teufel glauben - das entspricht etwa 180.000.000 Menschen. Übrigens: In der selben Umfrage bekannten sich nur etwa 40% dazu, an die Richtigkeit der Evolutionslehre zu glauben. Verständlich: Dafür gibt es ja auch keinerlei Beweise!



TEUFELSKREIS

Anstatt nach verschiedenen Definitionen für den Begriff "Gott" in unterschiedlichen Religionen zu suchen, wäre es aufschlussreicher, eine allgemeingültige Definition des Wortes "Gott" zu nehmen und zu untersuchen, ob sie auf die verschiedenen mythischen Figuren des Christentums zutreffen.

Doch leider existiert keine solche Definition des Begriffes "Gott", der alles abdeckt, was wir als Götter bezeichnen. Der Duden macht es sich da einfach und definiert den Begriff einfach zweimal: Einmal für Monotheismus und dann anders für Polytheismus.

GOTT
"1. (im Monotheismus, besonders im Christentum) höchstes übernatürliches Wesen, das als Schöpfer Ursache allen Geschehens in der Natur ist, das Schicksal der Menschen lenkt, Richter über ihr sittliches Verhalten und ihr Heilsbringer ist"

("Gott", DUDEN online)


Das beginnt schon einmal selten dämlich. "Besonders im Christentum"?!!
Man mag von Islam und Judentum halten, was man will, aber diese Definition trifft auf Allah und den jüdischen Jahwe mindestens genau so stark zu wie auf das christliche Jahwe/Jesus/Heiliger Geist-Dreigespann. Eher mehr.
Aber wieso nicht einfach unbelegt das Gegenteil behaupten und erwarten, dass die Leute es schlucken?


"2. (im Polytheismus) kultisch verehrtes übermenschliches Wesen als personal gedachte Naturkraft, sittliche Macht"


("Gott", DUDEN online)

Also wie die heilige Mutter Gottes? Oder Schutzpatrone? Oder Schutzengel? Ach so, nee, gilt ja nur für den Polytheismus und nicht für den Monotheismus, besonders das Christentum...

Nicht einmal durch zwei verschiedene, vom Kontext abhängige Definitionen schafft es der Duden, den Begriff "Gott" einigermaßen zu fassen, da zum Beispiel die Gottesvorstellungen von Hindus oder Pantheisten weder auf die eine, noch auf die andere Definition passen. Gott wird hier zweimal als persönliches Wesen definiert, die Vorstellung eines unpersönlichen Gottes wird nicht einmal erwähnt.
Das ist kein Duden-spezifisches Problem. Auch andere Lexika - unter anderem die "katholische Enzyklopädie" - können keine einheitliche Definition für alles liefern, dass wir Gott nennen und geben unterschiedliche Erklärungen für Gott im Monotheismus und Polytheismus.

Gott ist also nicht gleich Gott - was er ist, wird durch den Kontext entschieden: Monotheismus oder Polytheismus. Doch was genau bedeuten diese Begriffe?

MONOTHEISMUS
"Glaube an einen einzigen Gott, der die Existenz anderer Götter ausschließt"

("Monotheismus", DUDEN online)


Nun wird es aber leider etwas verwirrend, wenn wir der Frage nachgehen: "Ist das Christentum eine monotheistische Religion?" Der Duden behauptet es, doch es sollte da doch noch weitere Kriterien erfüllen, als dass der Duden es einfach so festlegt.

Laut der Duden-Definition von "Monotheismus" muss folgende Bedingung erfüllt werden, damit ein Glauben monotheistisch genannt werden kann: Die Anhänger der Religion glauben an einen einzigen Gott.
Wir müssen also nur noch überprüfen, ob diese Bedingung erfüllt wird. Glauben die Christen nun an einen einzigen Gott? Um das zu beantworten, müssen wir klären, was mit dem Begriff "Gott" hier gemeint ist. Also: "Was bedeutet der Begriff Gott?"
Antwort des Dudens: "Das kommt drauf an. Handelt es sich um Monotheismus oder nicht?"
"Mmmmh. Weiß nicht so genau... Woran erkenne ich das denn?"
"Es ist eine monotheistische Religion, wenn folgende Bedingung erfüllt wird: Die Anhänger glauben an einen einzigen Gott."
"Ja, das ist so, denke ich... Oder doch nicht?... Was meinst du denn mit dem Begriff "Gott"?"
 "Das kommt drauf an. Handelt es sich um Monotheismus oder nicht?"
"Handelt es sich bei deiner Mutter um Monotheismus??!!! Woher soll ich das wissen, ob das Christentum eine monotheistische Religion ist oder nicht?!!"
"Es ist eine monotheistische Religion, wenn folgende Bedingung erfüllt wird: Die Anhänger glauben an einen einzigen Gott."
"Ja, ja, aber: Wann ist ein Gott ein Gott?"
"Das kommt drauf an. Handelt es sich um Monotheismus oder nicht? Ist das Christentum eine monotheistische Religion?"
"Hey, warte mal! War das nicht unsere Ausgangsfrage?.."

Ich könnte noch den ganzen Tag so weitermachen, aber ich denke, ihr habt das Problem erkannt...
Eine Definition des Begriffes "Gott" ist nur möglich, wenn wir die Art der Religion kennen. Die Art der Religion lässt sich nur bestimmen, wenn wir die Definition des Begriffes "Gott" schon kennen.
Dies nennt man einen Zirkelschluss. Wir sind jetzt nicht schlauer als zuvor.
Wahrscheinlich eher dümmer.



A ROSE BY ANY OTHER NAME

Mit seinem Dreifachgott, Satan, Satans Dämonen, den Heiligen und der "Mutter Gottes" bei den Katholiken, den Ikonen der griechisch-orthodoxen Kirche, sowie den zahlreichen Engeln, Schutzengeln und Erzengeln erscheint mir das Christentum nicht als konsequente monotheistische Weltanschauung.

Nur weil Christen vehement von ihrer Religion behaupten, sie sei streng monotheistisch, wird es nicht wahrer. Doch wenn sie nicht einmal genau sagen können, was sie mit dem Begriff "Gott" eigentlich meinen - woher wollen sie wissen, wie viele es davon gibt?

Auf die Frage, warum die Dreifaltigkeit irgendwas mit Monotheismus zu tun haben soll, kommt dann oft das Pseudo-Argument: "Es ist Monotheismus, weil Vater, Sohn und Geist ein einziger Gott sind!", was eigentlich nur folgendes bedeutet: "Es ist Monotheismus, weil es Monotheismus ist. Weil das ja klar ist..."

Aber wenn Jesus, Jahwe und der heilige Geist unterschiedliche Persönlichkeiten und unterschiedliche Fähigkeiten besitzen, dann sind sie drei Götter, auch wenn man sie "Personen der Dreifaltigkeit" nennt. Wenn Gott Satan nicht töten kann und Satan unsterblich ist und einen eigenen freien Willen besitzt, dann ist der Teufel zumindest eine kleinere Gottheit. Und wenn die Schutzheiligen in das Leben von Menschen eingreifen, die ihre Hilfe erbeten, dann sind auch sie Götter.
Auch wenn man sie nicht so nennt.

Wenn ich mir einen Aufkleber mit der Aufschrift "Vogel" auf die Stirn klebe, heißt das nicht, dass ich dann auch fliegen kann.




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SERIE: "DER MYTHOS JESUS"