14. April 2010

THE SIMSON (Helden der Bibel Teil 1 - Simson)


Dies ist der inspirierende Tatsachenbericht von Simson, der mit Gottes Hilfe tausende Menschen tötet. Natürlich nie ohne Grund: Er tut es, weil es schlechte, verdorbene Menschen sind, die den Tod verdient haben. Oder weil er ihre Klamotten haben möchte... 


SELLING OUT

Immer wenn Gott gerade pleite ist und ein wenig Kohle braucht, verkauft er sein auserwähltes Volk als Sklaven an deren Feinde.
(Das haben die natürlich auch immer verdient, denn er ist ja ein gerechter Gott...)

"14 So ergrimmte der Zorn des HERRN über Israel und gab sie in die Hand der Räuber, daß diese sie beraubten, und verkaufte sie in die Hände ihrer Feinde umher. Und sie konnten nicht mehr ihren Feinden widerstehen;"

(Richter 2:14)


"8 Da ergrimmte der Zorn des HERRN über Israel, und er verkaufte sie unter die Hand Kusan-Risathaims, des Königs von Mesopotamien; und dienten also die Kinder Israel dem Kusan-Risathaim acht Jahre."


(Richter 3:8)


"1 Aber die Kinder Israel taten fürder übel vor dem HERRN, da Ehud gestorben war.
2 Und der HERR verkaufte sie in die Hand Jabins, des Königs der Kanaaniter, der zu Hazor saß; und sein Feldhauptmann war Sisera, und er wohnte zu Haroseth der Heiden."


(Richter 4:1-2)

"7 Da ergrimmte der Zorn des HERRN über Israel, und er verkaufte sie unter die Hand der Philister und der Kinder Ammon."

(Richter 10:7)



Auch die Geschichte des heldenhaften Simson beginnt so. Die Kinder Israels benehmen sich mal wieder daneben und tun übel vor dem HERRN. Der liebe Gott gibt sie zur Strafe einem anderen Volk in die Hände.

"1
Und die Kinder Israel taten fürder übel vor dem HERRN; und der HERR gab sie in die Hände der Philister vierzig Jahre."

(Richter 13:1)


Diesmal ist allerdings nicht von einem "Verkauf" die Rede. Vielleicht hat Gott gerade genug Geld und verschenkt daher die Kinder Israels. Geben ist ja seliger als Nehmen.
Die Philister sollten sich allerdings nicht zu früh freuen. Denn Gott plant schon den nächsten Coup: Ein Engel kündigt einer einfachen Familie die wundersame Geburt eines Erlösers an.
Klingt irgendwie vertraut...




"2 Es war aber ein Mann zu Zora von einem Geschlecht der Daniter, mit Namen Manoah; und sein Weib war unfruchtbar und gebar nicht.
3 Und der Engel des HERRN erschien dem Weibe und sprach zu ihr: Siehe, du bist unfruchtbar und gebierst nicht; aber du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären.
4
So hüte dich nun, daß du nicht Wein noch starkes Getränk trinkst und nichts Unreines essest; 
5 Denn du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, dem kein Schermesser soll aufs Haupt kommen. Denn der Knabe wird ein Geweihter Gottes sein von Mutterleibe an; und er wird anfangen, Israel zu erlösen aus der Philister Hand.
"

(Richter 13:2-5)



Und tatsächlich bekommt die eigentlich unfruchtbare Frau schließlich einen Sohn. Und wie der Engel prophezeit hat, wird dieser Junge namens Simson später Richter Israels (- das waren die Herrscher Israels bevor es dort Könige gab -) und führt die Israeliten mal wieder aus der Knechtschaft.
Und geht niemals zum Frisör.
Apropos:

"14 Oder lehrt euch auch nicht die Natur, daß es einem Manne eine Unehre ist, so er das Haar lang wachsen läßt, 
15
 und dem Weibe eine Ehre, so sie langes Haar hat? Das Haar ist ihr zur Decke gegeben."

(2. Korinther 11:14-15)




IT MUST HAVE BEEN LOVE

Nach seiner Geburt gibt es einen kleinen Sprung in Simsons Biografie. Die Geschichte setzt wieder ein, als Simson zum ersten Mal seine zukünftige Braut erblickt. Eine wunderschöne Liebesgeschichte!

"1
Simson ging gen Thimnath und sah ein Weib zu Thimnath unter den Töchtern der Philister.
2 Und da er heraufkam, sagte er's an seinem Vater und seiner Mutter und sprach: Ich habe ein Weib gesehen zu Thimnath unter den Töchtern der Philister;
gebt mir nun diese zum Weibe."

(Richter 14:1-2)



Simsons Eltern meinen: "Magst du nicht lieber deine Nichten heiraten?! Was willste denn hier mit einer Philistererin, deren Verwandte sind ja gar nicht beschnitten! Scheiß-Ausländer!"

"3 Sein Vater und sein Mutter sprachen zu ihm: Ist denn nun kein Weib unter den Töchtern deiner Brüder und in allem deinem Volk, daß du hingehst und nimmst ein Weib bei den Philistern, die unbeschnitten sind?"

(Richter 14:3a)



Doch Simson ist verliebt und hört nicht auf diese Worte der Vernunft. Er ist ganz offensichtlich ein hoffnungsloser Romantiker.

"Simson sprach zu seinem Vater: Gib mir diese; denn sie gefällt meinen Augen."


(Richter 14:3b)



Die Eltern sind zwar immer noch skeptisch, gehen aber zusammen mit Simson nach Thimnath, wo seine Angebetete wohnt. Doch auf dem Weg dorthin begegnen sie einem Löwen. Ach, du Schreck!

"4 Aber sein Vater und seine Mutter wußten nicht, daß es von dem HERRN wäre; denn er suchte Ursache wider die Philister. Die Philister aber herrschten zu der Zeit über Israel.
5 Also ging Simson hinab mit seinem Vater und seiner Mutter gen Thimnath. Und als sie kamen an die Weinberge zu Thimnath, siehe, da kam ein junger Löwe brüllend ihm entgegen."

(Richter 14:4-5)


Glücklicherweise gerät der Geist Gottes über Simson und er zerreißt den Löwen, so wie man normalerweise nur Ziegenböcke zerreißt.

"6 Und der Geist des HERRN geriet über ihn, und er zerriß ihn, wie man ein Böcklein zerreißt, und hatte doch gar nichts in seiner Hand."

(Richter 14:6a)






Nun wird die Geschichte doch ein klein wenig unglaubwürdig:

"Und sagte es nicht an seinem Vater noch seiner Mutter, was er getan hatte."


(Richter 14:6b)


Das mit dem Geist Gottes und dem Töten des Löwens mit bloßen Händen: Klar, das kann schon mal passieren.
Aber wie kann er das denn vor seinen Eltern geheimhalten? Die waren doch dabei!
Wahrscheinlich haben sie gerade nicht hingeguckt, als sie von dem brüllenden Löwen angegriffen wurden...




In modernen Liebesgeschichten verliebt sich oft ein Mann in eine Frau, die zunächst nichts von ihm wissen will. Der Mann muss dann durch große Taten erst seine Liebe beweisen und das Herz der Dame erobern.
In der Bibel ist das kein Problem, da es hier scheißegal ist, was die Weiber wollen.
Deshalb gibt es schon jetzt ein Happy End: Simson findet, dass die Frau gut aussieht. Und damit ist die Hochzeit beschlossene Sache. Das waren noch Zeiten!

"7 Da er nun hinabkam redete er mit dem Weibe, und sie gefiel Simson in seinen Augen.
8 Und nach etlichen Tagen kam er wieder, daß er sie nähme;"


(Richter 14:7-8a)




DER HONIG DER LÖWEN

"und trat aus dem Wege, daß er das Aas des Löwen besähe. Siehe, da war ein Bienenschwarm in dem Leibe des Löwen und Honig.
9 Und er nahm ihn in seine Hand und aß davon unterwegs und ging zu seinem Vater und zu seiner Mutter und gab ihnen, daß sie auch aßen. Er sagte ihnen aber nicht an, daß er den Honig aus des Löwen Leibe genommen hatte."


(Richter 14:8a-9)



Keine Ahnung was uns das sagen soll. Fragt doch mal euren Pfarrer des Vertrauens.




Jedenfalls stellt Simson später bei seinem Junggesellenabschied seinen Gästen ein seltsames Rätsel. Stripperinnen waren wohl noch nicht erfunden.

"10 Und da sein Vater hinabkam zu dem Weibe, machte Simson daselbst eine Hochzeit, wie die Jünglinge zu tun pflegen.
11 Und da sie ihn sahen, gaben sie ihm dreißig Gesellen zu, die bei ihm sein sollten.
12
Simson aber sprach zu ihnen: Ich will euch ein Rätsel aufgeben. Wenn ihr mir das erratet und trefft diese sieben Tage der Hochzeit, so will ich euch dreißig Hemden geben und dreißig Feierkleider.
13 Könnt ihrs aber nicht erraten, so sollt ihr mir dreißig Hemden und dreißig Feierkleider geben. Und sie sprachen zu ihm: Gib dein Rätsel auf; laß uns hören!

14 Er sprach zu ihnen: Speise ging von dem Fresser und Süßigkeit von dem Starken. Und sie konnten in drei Tagen das Rätsel nicht erraten."

(Richter 14:10-14)



Da die Ratefüchse nicht auf des Rätsels Lösung kommen, jedoch sehr gerne die Hemden und Festkleider gewinnen wollen, fragen sie Simsons Frau.
Und um ihr einen Anreiz zu geben, ihnen die Antwort zu verraten, drohen sie, ihr Haus samt Bewohner abzubrennen, wenn nicht.

"15
Am siebenten Tage sprachen sie zu Simsons Weibe: Überrede deinen Mann, daß er uns sage das Rätsel, oder wir werden dich und deines Vaters Haus mit Feuer verbrennen. Habt ihr uns hierher geladen, daß ihr uns arm macht? Oder nicht?
16 Da weinte Simsons Weib vor ihm und sprach: Du bist mir gram und hast mich nicht lieb. Du hast den Kindern meines Volkes ein Rätsel aufgegeben und hast mir's nicht gesagt. Er aber sprach zu ihr: Siehe, ich habe es meinem Vater und meiner Mutter nicht gesagt und sollte dir's sagen?
17
Und sie weinte die sieben Tage vor ihm, da sie Hochzeit hatten; aber am siebenten Tage sagte er's ihr, denn sie drängte ihn. Und sie sagte das Rätsel ihres Volkes Kindern."


(Richter 14:15-17)



Da Simson so ein netter Kerl ist, verrät er seiner Frau nach nur sechs Tagen der Tränen die Antwort. Da nun sein Rätsel gelöst ist, muss Simson dreißig Kleider und Hemden springen lassen. Aber den Ärschen, die seine Frau bedroht haben, gibt er nicht seine eigenen Klamotten. Das wär ja noch schöner!
Pragmatisch wie er ist, zieht er durch die Landen und ermordet wahllos Menschen, um deren Kleidung zu stehlen.
Sein alter Kumpel, der Geist Gottes, hilft ihm dabei.

"18
Da sprachen die Männer der Stadt zu ihm am siebenten Tage, ehe die Sonne unterging: Was ist süßer den Honig? Was ist stärker denn der Löwe? Aber er sprach zu ihnen: Wenn ihr nicht hättet mit meinem Kalb gepflügt, ihr hättet mein Rätsel nicht getroffen.
19 Und der Geist des HERRN geriet über ihn, und er ging hinab gen Askalon und schlug dreißig Mann unter ihnen und nahm ihr Gewand und gab Feierkleider denen, die das Rätsel erraten hatten."


(Richter 14:18-19a)




FIREFOX

"Und ergrimmte in seinem Zorn und ging herauf in seines Vaters Haus.
20 Aber Simsons Weib ward einem seiner Gesellen gegeben, der ihm zugehörte."


(Richter 14:19b-20)

Nachdem unser Held, der sympathische Massenmörder Simson, einige Zeit in seinem Elternhaus geschmollt hat, da er sich ungerecht behandelt fühlt, möchte er zu seiner Frau zurückkehren.
Doch sein Schwiegervater lässt Simson nicht zu ihr. Da er gedacht hat, Simson käme gar nicht mehr wieder, hat er sie an einen von Simsons Hochzeitsgesellen weiterverheiratet - einer von denen, die sie verbrennen wollten, hätte sie ihnen nicht die Lösung von Simson Rätsel verraten.

"1 Es begab sich aber nach etlichen Tagen, um die Weizenernte, daß Simson sein Weib besuchte mit einem Ziegenböcklein. Und als er gedachte: Ich will zu meinem Weibe gehen in die Kammer, wollte ihn der Vater nicht hinein lassen"

(Richter 15:1)



Allerdings hat er da noch ein neueres Modell auf Lager: Die jüngere Schwester von Simsons namenloser Frau. Die ist ja auch eh viel schöner. Wo ist also das Problem? 

"2 und sprach: Ich meinte, du wärest ihr gram geworden, und habe sie deinem Freunde gegeben. Sie hat aber eine jüngere Schwester, die ist schöner denn sie; die laß dein sein für diese."

(Richter 15:2)


"So nicht!", findet Simson. Er fängt dreihundert Füchse und bindet je zwei an ihren Schwänzen zusammen. Dann zündet er sie an und verwendet sie als Brandbeschleuniger, um die Felder der Philister abzufackeln.

"3 Da sprach Simson zu ihnen: Ich habe einmal eine gerechte Sache wider die Philister; ich will euch Schaden tun.
4 Und Simson ging hin und fing dreihundert Füchse und nahm Brände und kehrte je einen Schwanz zum andern und tat einen Brand je zwischen zwei Schwänze
5 und zündete die Brände an mit Feuer und ließ sie unter das Korn der Philister und zündete also an die Garben samt dem stehenden Korn und Weinberge und Ölbäume"

(Richter 15:3-5)





Als die Philister merken, dass ihre Felder verbrannt sind, untersuchen sie die Sache. Ihre Recherche ergibt, dass Simson verantwortlich ist, da sein Schwiegervater seine Frau neu verheiratet hat. Also tun sie das einzig Vernünftige: Sie verbrennen Simsons Frau und seinen Schwiegervater. 

"6 Da sprachen die Philister: Wer hat das getan? Da sagte man: Simson, der Eidam des Thimniters; darum daß er ihm sein Weib genommen und seinem Freunde gegeben hat. Da zogen die Philister hinauf und verbrannten sie samt ihrem Vater mit Feuer."

(Richter 15:6)



Simson verprügelt die Philister ordentlich für diese Tat und glaubt, dass die Sache nun endgültig erledigt ist. 
 
"7 Simson aber sprach zu ihnen: Wenn ihr solches tut, so will ich mich an euch rächen und darnach aufhören,
8 und schlug sie hart, an Schultern und an Lenden. Und zog hinab und wohnte in der Steinkluft zu Etam."


(Richter 15:7-8)


 

Doch die Philister schwören Rache: Sie fangen Simson ein, fesseln ihn und schaffen ihn fort.

"9 Da zogen die Philister hinauf und lagerten sich in Juda und ließen sich nieder zu Lehi. [...]

 Und sie banden ihn mit zwei neuen Stricken und führten ihn herauf vom Fels."

(Richter 15:9,13b)



Aber die Philister haben die Rechnung ohne den Geist Gottes gemacht. Der gerät mal wieder über Simson und verleiht ihm Bärenkräfte. Er sprengt seine Fesseln und tötet mit einem Kiefernknochen eines Esels tausend Männer. 

"14 Und da er kam bis gen Lehi, jauchzten die Philister ihm entgegen. Aber der Geist Gottes geriet über ihn, und die Stricke an seinen Armen wurden wie Fäden, die das Feuer versengt hat, daß die Bande an seinen Händen zerschmolzen. 
15 Und er fand einen frischen Eselskinnbacken; da reckte er seine Hand aus und nahm ihn und schlug damit tausend Mann. 
16 Und Simson sprach: Da liegen sie bei Haufen; durch eines Esels Kinnbacken habe ich tausend Mann geschlagen."
 
(Richter 15:14-16)






Fazit: Ein Streit in der Familie veranlasst Simson zunächst, Brandstiftung zu begehen und letztendlich dazu, tausend Menschen zu ermorden. Er meistert also Schwierigkeiten mit einem kühlen Kopf, wie ein wahrer Diplomat.
Das zeigt eindeutig, dass er hervorragend dazu geeignet ist, Herrscher von Israel zu werden.

"20 Und er richtete Israel zu der Philister Zeit zwanzig Jahre."

(Richter 15:20)




THE DOORS

Nun macht die Erzählung mal wieder einen großen Sprung und wir erfahren von den letzten Tagen im Leben des großen Simson.

"1 Simson ging hin gen Gaza und sah daselbst eine Hure und kam zu ihr."

(Richter 16:1)


Die Geschichte mit der Prostituierten hat mit der eigentlichen Story, dem Kampf Simson gegen die Philister, rein gar nichts zu tun. Gott wollte es wohl nur mal so erwähnen.
Die Bewohner von Gaza können Simson nicht leiden, wahrscheinlich wegen dessen Angewohnheit, ihr Volk regelmäßig zu massakrieren. Daher planen sie, ihn umzubringen, und lauern ihm am Stadttor auf.

"2 Da ward den Gazitern gesagt: Simson ist hereingekommen. Und sie umgaben ihn und ließen auf ihn lauern die ganze Nacht in der Stadt Tor und waren die ganze Nacht still und sprachen: Harre; morgen, wenn's licht wird, wollen wir ihn erwürgen."

(Richter 16:2)


Leider sind die Gaziter nicht annähernd so gute Mörder wie Simson. So warten sie zwar die ganze Nacht am Stadttor, scheinen ihn aber nicht zu bemerken als er an ihnen vorbei spaziert und dabei die Stadttore herausreißt.

"3 Simson aber lag bis Mitternacht. Da stand er auf zu Mitternacht und ergriff beide Türen an der Stadt Tor samt den Pfosten und hob sie aus mit den Riegeln und legte sie auf seine Schultern und trug sie hinauf auf die Höhe des Berges vor Hebron."

(Richter 16:3)


Simson geht unbehelligt seines Weges und nimmt die Stadttore mit auf einen Berg.
Warum?! Mmmh... Warum nicht?!

Vielleicht waren es besonders schöne Türen. Vielleicht hatte Simson auch einfach nur zu viele Drogen genommen, bevor er zu der Prostituierten gegangen war.
Der genaue Grund wird wohl immer im Dunkel der Geschichte verborgen bleiben.



WUNDERHAAR

Nach dieser seltsamen Episode lernt Simson eine Frau kennen. Doch die arbeitet leider als Spionin für die Philister, die auf der Suche nach dem Geheimnis von Simsons großer Kraft sind.

"4 Darnach gewann er ein Weib lieb am Bach Sorek, die hieß Delila.
5 Zu der kamen der Philister Fürsten hinauf und sprachen zu ihr: Überrede ihn und siehe, worin er solche große Kraft hat und womit wir ihn übermögen, daß wir ihn binden und zwingen, so wollen wir dir geben ein jeglicher tausendundhundert Silberlinge."

(Richter 16:4-5)


Delila will sich die Chance auf mehrere tausendundhunderte Silberlinge nicht entgehen lassen und versucht auf subtile Weise herauszufinden, woher Simsons Kraft kommt.

"6 Und Delila sprach zu Simson: Sage mir doch, worin deine große Kraft sei und womit man dich binden möge, daß man dich zwinge?
7 Simson sprach zu ihr: Wenn man mich bände mit sieben Seilen von frischem Bast, die noch nicht verdorrt sind, so würde ich schwach und wäre wie ein anderer Mensch.
8
Da brachten der Philister Fürsten zu ihr hinauf sieben Seile von frischem Bast, die noch nicht verdorrt waren; und sie band ihn damit.
9 (Man lauerte ihm aber auf bei ihr in der Kammer.) Und sie sprach zu ihm: Die Philister über dir, Simson! Er aber zerriß die Seile, wie eine flächsene Schnur zerreißt, wenn sie ans Feuer riecht; und es ward nicht kund, wo seine Kraft wäre."

(Richter 16:6-9)



Das Spiel geht noch drei mal so. Simson lässt sich fesseln, zuerst mit Bastseilen und dann mit ungebrauchten Seilen. Beim letzten Mal lässt er sich von Delila sogar Zöpfe von seiner Haarpracht an einem Nagel festbinden. Warum er das tut, bleibt schleierhaft. Muss sich wohl um archaische SM-Praktiken handeln.
Nachdem er gefesselt ist, behauptet Delila immer, die Philister seien gekommen, um ihn einzufangen. Simson fällt jedes Mal darauf rein und sprengt seine Ketten.

Die Strategie, Simson einfach nach dem Ursprung seiner Kraft zu fragen und dieses Wissen dann empirisch zu überprüfen, hat leider nicht funktioniert. Sie probiert eine neue Taktik aus: Ihn so sehr drängen und plagen, bis er beinahe stirbt...

"15 Da sprach sie zu ihm: Wie kannst du sagen, du habest mich lieb, so dein Herz doch nicht mit mir ist? Dreimal hast du mich getäuscht und mir nicht gesagt, worin deine große Kraft sei.
16 Da sie ihn aber drängte mit ihren Worten alle Tage und ihn zerplagte, ward seine Seele matt bis an den Tod,"

(Richter 16:15-16)



Dass eine Frau, die er so gut wie gar nicht kennt, mit allen Mitteln versucht seinen wunden Punkt herauszubekommen, findet Simson wohl nicht verdächtig.
Er gibt nach und verrät, das seine Kraft in seinen Haaren liegt.

"17 und er sagte ihr sein ganzes Herz und sprach zu ihr: Es ist nie ein Schermesser auf mein Haupt gekommen; denn ich bin ein Geweihter Gottes von Mutterleibe an. Wenn man mich schöre, so wiche meine Kraft von mir, daß ich schwach würde und wie alle anderen Menschen. 

18 Da nun Delila sah, daß er ihr all sein Herz offenbart hatte, sandte sie hin und ließ der Philister Fürsten rufen und sagen: Kommt noch einmal herauf; denn er hat mir all sein Herz offenbart. Da kamen der Philister Fürsten zu ihr herauf und brachten das Geld mit sich in ihrer Hand."

(Richter 16:17-18)



Die Tatsache, dass Delila sofort nachdem Simson ihr sein Geheimnis verraten hat, die Fürsten der Philister empfängt - seine Todfeinde - und diese ihr eine große Menge Geld übergeben, macht Simson noch immer nicht misstrauisch.
Und so kommt es wie es kommen muss.

"19 Und sie ließ ihn entschlafen auf ihrem Schoß und rief einem, der ihm die sieben Locken seines Hauptes abschöre. Und sie fing an ihn zu zwingen; da war seine Kraft von ihm gewichen.
20 Und sie sprach zu ihm: Philister über dir, Simson! Da er nun aus seinem Schlaf erwachte, gedachte er: Ich will ausgehen, wie ich mehrmals getan habe, ich will mich losreißen; und wußte nicht, daß der HERR von ihm gewichen war."

(Richter 16:19-20)


Die Philister ergreifen den nun saft- und kraftlosen Simson. Der ist jetzt wehrlos, da der HERR nun von ihm gewichen ist. Unattraktiven, lockenlosen Menschen hilft Gott natürlich nicht. Das wär ja auch lächerlich!





ENDE GUT, ALLES GUT

Die Philister stecken Simson ins Gefängnis. Doch obwohl sie jetzt ja wissen, dass Simsons Macht in seinen Haaren liegt, schicken sie ihn nicht regelmäßig zum Haareschneiden...

"21 Aber die Philister griffen ihn und stachen ihm die Augen aus und führten ihn hinab gen Gaza und banden ihn mit zwei ehernen Ketten, und er mußte mahlen im Gefängnis.
22 Aber das Haar seines Hauptes fing an, wieder zu wachsen, wo es geschoren war.
23 Da aber der Philister Fürsten sich versammelten, ihrem Gott Dagon ein großes Opfer zu tun und sich zu freuen, sprachen sie: Unser Gott hat uns unsern Feind Simson in unsre Hände gegeben. 
24 Desgleichen, als ihn das Volk sah, lobten sie ihren Gott; denn sie sprachen: Unser Gott hat uns unsern Feind in unsre Hände gegeben, der unser Land verderbte und unsrer viele erschlug."

(Richter 16:21-24)



Die Philister freuen sich, dass sie Simson, der tausende von ihnen ermordet hat, nun endlich erwischt haben. Sie machen eine dicke Party und opfern ihrem Gott Dagon. Zur Belustigung lassen sie Simson vor den Leuten performen.

"25 Da nun ihr Herz guter Dinge war, sprachen sie: Laßt Simson holen, daß er vor uns spiele. Da holten sie Simson aus dem Gefängnis, und er spielte vor ihnen, und sie stellten ihn zwischen die Säulen.
26 Simson aber sprach zu dem Knabe, der ihn bei der Hand leitete: Laß mich, das ich die Säulen taste, auf welchen das Haus steht, daß ich mich dranlehne.
27
Da Haus aber war voll Männer und Weiber. Es waren der Philister Fürsten alle da und auf dem Dach bei dreitausend, Mann und Weib, die zusahen, wie Simson spielte."

(Richter 16:25-27)


Simson wäre aber nicht ein so ehrbarer Held der Bibel, wenn er sich das gefallen ließe. Er plant, die Säulen des Hauses zu zerstören und in einem Selbstmordanschlag die dreitausend Menschen, die auf dem Dach sind (es muss ein recht großes Dach sein), zu eliminieren.
Doch dafür braucht es Gottes Hilfes. Da es sich um einen guten Zweck handelt, sagt Gott nicht "Nein". So läßt sich dieses tragische Ereignis - der Tod dieses wunderbaren und vorbildlichen Mannes - zumindest mit einer guten Sache verbinden - dem Tod einiger Tausend von diesen verdammten Philistern.
Gott sei Dank!

"28 Simson aber rief den HERRN an und sprach: Herr, HERR, gedenke mein und stärke mich doch, Gott, diesmal, daß ich für meine beiden Augen mich einmal räche an den Philistern!
29 Und er faßte die zwei Mittelsäulen, auf welche das Haus gesetzt war und darauf es sich hielt, eine in seine rechte und die andere in seine linke Hand,
30 und sprach: Meine Seele sterbe mit den Philistern! und neigte sich kräftig. Da fiel das Haus auf die Fürsten und auf alles Volk, das darin war, daß der Toten mehr waren, die in seinem Tod starben, denn die bei seinem Leben starben."


(Richter 16:28-30)




Was will uns Gott mit dieser Geschichte sagen, liebe Kinder?
Selbstmordanschläge mit 3000 Todesopfern sind eine gute Sache, solange man im Auftrag des wahren Gottes handelt!

Und: Rache ist süß wie Honig aus einem toten Löwen...

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SERIE: HELDEN DER BIBEL

>>Teil 1: "The Simson" (Simson)

Kommentare:

derkjetztauch hat gesagt…

Ist überliefert, wieviel Geld Gott bekommen hat?

P.S.: Ist Simson nicht der Vetter von Samson aus der Sesamstraße?

mariolandblog hat gesagt…

In der englischen Version der Bibel heißt Simson Samson. Die Kraft liegt in den Haaren, daher rasiert sich Samson aus der Sesamstraße auch nicht.

Über die exakten Summen der Verkäufe seines auserwählten Volks schreibt Gott in der Bibel nichts. Aber wenn er pleite ist hätte er ja eigentlich auch mal ein paar Inseln verkaufen können...