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19. September 2012

DELETED SCENES (Geschichten aus der Bibel Teil 7)


Die Skandale des jungen Jesus C. - Was die Kirche uns zu verschweigen versucht...




Seit dem Ende des ersten Jahrhunderts tauchten viele, durchweg unautorisierte Biographien eines gewissen J. Christus auf. Erst gegen Ende des 4. Jahrhundert wurde endgültig beschlossen, welche von den zahlreichen Berichten der Wahrheit entsprechen und welche nicht. Es entstand die Zusammenstellung der Texte, die wir als neues Testament kennen.
Vier Evangelien, ursprünglich anonyme Texte, die später die Namen ihrer vermuteten Verfasser Markus, Matthäus, Lukas und Johannes bekamen, wurden aus den zahlreichen Texten ausgewählt. In allen diesen Texten werden Jesus' letzte Lebensmonate beschrieben, die Evangelien von Matthäus und Lukas berichten zusätzlich von den Ereignissen rund um die Geburt Christi.
Doch über die Zeit dazwischen erfahren wir so gut wie nichts aus den vier Evangelien - im Gegensatz zu den gestrichenen Texten, die interessante Geschichten von Jesus' Jugendsünden zu erzählen haben...


YOUR PUNISHMENT MUST BE MORE SEVERE

Eines Tages, so berichtet es das Kindheitsevangelium nach Thomas,  spielt der kleine Jesus mit anderen Kindern an einem Bach. Jesus leitet etwas von dem Wasser ab und baut sich kleine Teiche - bis ein anderer Junge sie mutwillig zerstört. Eine Gemeinheit!

"3 Jesus und der Sohn des Schriftgelehrten Annas spielten zusammen an den Ufern eines Baches. Da nahm der Sohn des Annas einen Weidenzweig und ließ das Wasser aus den kleinen Teichen wieder abfließen, die Jesus angelegt hatte."

(Kindheitsevangelium nach Thomas 3a)



Der Jesus, den wir kennen, würde ihm diese Schandtat sicherlich verzeihen - nachdem er ihm einen langen, wütenden Vortrag darüber gehalten hat, was für ein schlimmer Sünder er doch sei, versteht sich. Der junge Jesus ist da noch, na sagen wir mal... etwas radikaler.
Er benutzt seine magischen Kräfte, um das Kind zu ermorden.

"Als Jesus das sah, wurde er wütend und schrie ihn an: "Du bist ein gemeines Biest, was haben dir die Teiche und das Wasser getan? Du sollst sofort zu einem Baum verdorren, ohne Blätter, ohne Wurzel, ohne Früchte!" Kaum hatte Jesus das gesagt, da vertrocknete der Junge vollständig. 
Jesus ging dann einfach nach Hause. Doch die Eltern des Jungen hoben ihr verdorrtes Kind auf und weinten, denn es war ja noch so jung. 
Sie brachten es zu Joseph und warfen ihm vor: "Schau mal, was dein Sohn für Sachen macht!""

(Kindheitsevangelium nach Thomas 3b)


Also echt mal, Jesus, was machst du denn für Sachen! Leider hält es Josef nach dem Vorfall nicht für nötig, mal ein Machtwort mit Jesus zu reden. Vielleicht hat er andere Dinge zu tun, als seinen göttlichen Sohn vom Töten unschuldiger Kinder abzubringen - wichtige Zimmermannsarbeiten oder so.
Und so bleibt der kleine Racker Jesus bei seiner Angewohnheit, alle zu ermorden, die ihm auch nur annähernd blöd kommen wollen.
Im nächsten Vers muss ein Junge dran glauben, der ihn aus Versehen anrempelt...

"4 Jesus ging wieder einmal durch das Dorf, als ein Junge angelaufen kam und ihn anrempelte. Er wurde wütend und sagte: "Du sollst deinen Weg nicht weiter gehen!" Sogleich fiel der Junge um und war tot."

(Kindheitsevangelium nach Thomas 4a)







STRAFE MUSS SEIN

Den Dorfbewohnern dämmert es langsam, dass Jesus kein normales Kind ist. Hätte man vielleicht bereits nach dem ersten Mordwunder bemerken können, aber naja...

"Dorfbewohner, die das mit angesehen hatten, wunderten sich: "Woher kommt dieses Kind nur? Jedes seiner Worte wird ja sofort Wirklichkeit!""

(Kindheitsevangelium nach Thomas 4b)

Wenn man doch schon mal zu dem Schluss gekommen ist, dass Jesus' Worte sofort Wirklichkeit werden, hätte man ihn doch eventuell darum bitten können, die toten Kinder wieder zum Leben zu erwecken, oder?..
Stattdessen statten die besorgten Dorfbewohner Josef erneut einen Besuch ab und versuchen ihn dazu zu bringen, seinem Sohn das Morden auszureden.

"Und die Eltern des toten Jungen liefen zu Joseph. Sie machten ihm Vorwürfe und sagten: "Du kannst mit so einem Kind nicht bei uns im Dorf wohnen. Bring ihm doch lieber bei, zu segnen, anstatt zu verfluchen. Denn er bringt unsere Kinder um!""

(Kindheitsevangelium nach Thomas 4c)


Da muss der Adoptivpapa Josef wohl jetzt doch mal ein ernstes Wörtchen mit seinem Sohn reden und ihm erklären, dass es nicht ganz okay ist, zu morden und seine göttlichen Kräfte für die dunkle Seite der Macht zu missbrauchen.
Doch der kleine Christus zeigt sich nicht besonders einsichtig und lässt spontan die Verräter erblinden, die ihn bei seinem Papa angeschwärzt haben. Als Strafe dafür, dass sie sich über seine spontanen Mordanfälle beschwert haben.

"5 Da rief Joseph seinen Sohn zu sich, nahm ihn sich vor und maßregelte ihn: "Warum tust du so etwas? Die Leute müssen leiden und dann verabscheuen und verfolgen sie uns." Jesus sagte zu ihm: "Ich weiß, dass dies nicht deine Worte sind. Dennoch sage ich lieber nichts, weil du es bist. Diese Menschen aber sollen ihrer Strafe nicht entgehen!" 
Er hatte es kaum gesagt, da erblindeten die Leute, die ihn beschuldigt hatten."

(Kindheitsevangelium nach Thomas 5a)


Josef kann ihn nicht dazu bewegen, seinen Fluch zurückzuziehen. Obwohl er alles versucht, Jesus anständig zu erziehen!
Gut, vielleicht nicht alles. Eigentlich versucht er nur eine einzige Sache, die pädagogisch lang erprobte
Methode des Ohren-Langziehens.

"Und alle, die es sahen, bekamen große Furcht. Unschlüssigkeit machte sich breit. Sie sagten über Jesus: "Jedes Wort von ihm, ob gut oder böse, wird sofort Wirklichkeit und Wunder." 
Als Joseph wieder einmal sah, dass Jesus so etwas wiederholte, zog er ihm die Ohren lang. 
Doch der wurde böse und sagte: "Es reicht jetzt, dass du suchst und nicht findest. Dein Tun hat keinen Sinn. Das war nicht verständig von dir. Du weißt doch, dass ich zu dir gehöre. Mach mich doch nicht unglücklich."

(Kindheitsevangelium nach Thomas 5b)



Einige Tage später macht der gnädige Jesus die erblindeten Leute dann aber wieder sehend. Sein Fluch hat seinen Zweck erreicht: Von nun an traut sich keiner, Jesus auch nur schief anzugucken, geschweige denn, ihn zu kritisieren - nun kennen alle die schreckliche Macht des Gottessohns.

"8 Die Juden trösteten Zachäus, aber Jesus lachte laut und sagte: "Jetzt soll das Früchte bringen, was du lehrst. Die Leute, welche blind im Herzen sind, sollen sehen können. Ich bin vom Himmel gekommen, um die einen zu verfluchen und andere in den Himmel zu rufen. Der mich gesandt hat, hat es mir so aufgetragen." Sofort nach dem er es gesagt hatte, waren alle, die unter seinen Fluch gefallen waren, wieder gesund. 
Von da an wagte keiner mehr, ihn zu zornig zu machen, um nicht seinen Fluch auf sich zu ziehen und zum Behinderten zu werden."

(Kindheitsevangelium nach Thomas 8)



NIMM DAS ZURÜCK!

Nicht nur Menschen bekommen den Zorn von Jesus zu spüren. Eines Tages wird ein Kind von einer Schlage gebissen, was Jesus wütend macht. Es wird nicht genau gesagt, warum - aber wahrscheinlich, weil er und sonst niemand im Dorf für das Kinder-Töten verantwortlich ist.
Jedenfalls zwingt er die Schlange zunächst, ihr eigenes Gift zu trinken.

"14 Da der Herr Jesus die Schlange rief, kam sie sogleich hervor und ergab sich ihm. Er sprach zu ihr: "Los, sauge aus das Gift, welches du diesem Jungen eingeflößt hast."
15 So kroch die Schlange zu dem Jungen und nahm all ihr Gift wieder zurück."

(Erstes Kindheitsevangelium 18:14-15)


Doch damit nicht genug: Obwohl die Schlange nur natürlichen Instinkten gefolgt ist und etwas getan hat, dass Schlangen nun einmal so tun, wird sie danach von Jesus' geistiger Wunderwaffe spontan zum Explodieren genötigt.

"16 Dann verfluchte der Herr Jesus die Schlange, auf dass sie sogleich auseinander barst und starb."

(Erstes Kindheitsevangelium 18:16)





Es vergehen wieder ein paar Tage und schon wieder wird ein Spielgefährte von Jesus tot aufgefunden. Man kann es den Dorfbewohnern nicht verübeln, dass sie sofort Jesus im Verdacht haben. Doch dieses Mal ist er unschuldig, denn der Spielkamerad ist durch einen Unfall gestorben.

"9 Ein paar Tage später spielte Jesus auf dem Dachgarten des Hauses. Einer von seinen Spielgefährten fiel vom Dach herunter und war tot. Die anderen Kinder rannten davon und Jesus stand allein da. Da kamen die Eltern des toten Kindes und klagten Jesus an.
Der sagte: "Ich habe ihn wirklich nicht hinuntergeworfen."
Die Eltern fingen an, tätlich zu werden."

(Kindheitsevangelium nach Thomas 9a)


Da Jesus nicht gerne des Mordes bezichtigt wird, ganz besonders wenn er ihn zur Abwechslung gar nicht begangen hat, erweckt er das tote Kind wieder zum Leben, damit er einen Zeugen für seine Unschuld hat.

"Da sprang Jesus vom Dach herab und stellte sich neben den toten Jungen auf. Er rief: "Zenon!", so hieß der Junge, "Steh auf und erkläre uns, ob ich dich hinuntergeworfen habe oder nicht?" Der Junge stand auf und sagte: "Nein, Herr, du hast mich nicht hinuntergeworfen, sondern mich wieder auf die Beine gestellt." 
Als die Leute das sahen, erschraken sie. Die Eltern des Kindes vielen vor Jesus auf die Knie und lobten Gott für das geschehene Wunder."

(Kindheitsevangelium nach Thomas 9b)


Die Eltern haben den kleinen Jesus diesmal zu Unrecht beschuldigt. Hätten sie es allerdings nicht getan, hätte Jesus ihren Sohn auch nicht wiedererweckt...

Jesus benutzt also seine Zauberkräfte hier immer noch für egoistische Zwecke, aber diesmal hat dies mal positive Konsequenzen.
Später heilt er eine schwere Verletzung eines Holzhackers, der sich mit seiner Axt seinen Fuß gespalten hat. Man könnte nun denken, Jesus habe nach kleinen Anfangsschwierigkeiten, die zwei Kinder das Leben gekostet haben, nun endlich gelernt, seine magischen Fähigkeiten für das Gute einzusetzen. Doch die Tage des Verfluchens sind noch nicht gezählt...



TEACHER, LEAVE US KIDS ALONE!

Das nächste Opfer ist Jesus' Lehrer. Es ist bereits der zweite in kürzester Zeit, da der erste gleich am allerersten Tag von der klugscheißerischen Art des jungen Messias die Schnauze voll hatte. Der neue Lehrer versucht es mit körperlichen Züchtigung statt mit der Methode "sofort aufgeben". Damit ist er allerdings schlecht beraten.

"Später sagte Jesus: "Wenn du wirklich Lehrer bist und die Buchstaben genau kennst, dann erkläre mir etwas über die Bedeutung des Alpha. Danach erkläre ich dir dann das Beta."
Der Lehrer war verletzt und gab Jesus eine Ohrfeige. Da das dem Jungen wehtat, verfluchte er den Lehrer. Der wurde sofort ohnmächtig und fiel auf sein Gesicht. Und Jesus ging wieder nach Hause zu Joseph. Der aber war traurig. Damit die Leute Jesus nicht töteten, ordnete Josef an, dass seine Mutter in nicht mehr vor die Tür lassen sollte.

(Kindheitsevangelium nach Thomas 14b)


Vom Fluch getroffen fällt der Lehrer in Ohnmacht und bleibt bis auf weiteres ohne Bewusstsein.
Ein dritter Lehrer beweist eine Zeit später Nerven wie Drahtseile und erklärt sich bereit, einen weiteren Versuch zu unternehmen, das enfant terrible zu unterrichten.

"15 Eine Zeit später sagte ein anderer Lehrer, ein Freund Josephs: "Bring mir den Jungen in die Schule. Vielleicht kann ich ihm mit guten, liebevollen Worten die Buchstaben beibringen." 
Joseph sagte dann: "Wenn du den Mut hast, Bruder, dann nimm ihn zu dir." 
Mit großer Angst und widerwillig nahm der Lehrer ihn mit."

(Kindheitsevangelium nach Thomas 15a)

Der tapfere Lehrer möchte es mit freundlichen Worten statt Gewalt versuchen, scheitert aber ebenfalls. Denn Jesus übernimmt ungefragt seine Rolle und führt den Unterricht. Er ist zwar sehr gut darin, allerdings benutzt er unerlaubte Hilfsmittel, nämlich den heiligen Geist. Da der ja alles weiß, ist das in etwa so, als würde heutzutage ein Schüler sich mit Wissen vor der Klasse hervortun, dass er gerade aus dem Internet von seinem Smartphone abliest.

"Jesus aber ging gern mit ihm. Keck betrat er die Schule. Auf dem Tisch lag ein Buch, das er in die Hand nahm, aber er las nicht die Buchstaben, die darin standen, sondern machte den Mund auf und lehrte mit der Kraft des Heiligen Geistes."

(Kindheitsevangelium nach Thomas 15b)


Als Josef davon erfährt, dass Jesus sich wieder aufspielt, rennt er zur Schule. Er fürchtet, dem Lehrer drohe wohl auch ein Koma oder Schlimmeres, falls er Jesus in die Quere kommt.

"Den Zuhörenden erläuterte er das Gesetz. Viele Menschen strömten zusammen und hörten ihm zu. Sie wunderten sich, weil seine Worte so schön anzuhören waren und staunten über seine Redekunst, weil er doch noch ein Kind war. Als aber Joseph das hörte, war er sehr besorgt und lief schnell zur Schule, da er ahnte, dass auch diesem Lehrer Schlimmes geschehen könnte."

(Kindheitsevangelium nach Thomas 15c)

Dem Lehrer geht es aber gut. Er bewundert Jesus für seine Fähigkeiten, möchte ihn aber trotzdem nicht in seiner Klasse haben. Da Jesus gern hört, wie schlau er doch ist, verflucht er diesen Lehrer nicht und macht den vorherigen Fluch rückgängig.

"Doch dieser sagte zu Joseph: "Ich muss dir was sagen, Bruder. Ich habe diesen Jungen als Schüler angenommen und er ist sehr talentiert und wirklich gescheit. Trotzdem bitte ich dich, Bruder, nimm ihn wieder mit zu dir." 
Jesus lachte den Lehrer an und sagte: "Weil du recht geredet und wahres Zeugnis abgelegt hast, soll der andere Lehrer, den ich verflucht habe, geheilt werden." 
Augenblicklich wurde der andere Lehrer geheilt. Joseph nahm das Kind wieder mit in sein Haus."

(Kindheitsevangelium nach Thomas 15d)



IMAGINE

Von nun an benutzt Jesus seine magischen Fähigkeiten nur noch für gute Dinge, wie Leute wieder vom Tode zu erwecken (Kindheitsevangelium nach Thomas 17,18) - allerdings nicht die beiden, die er anfangs ermordet hatte. Außerdem hilft er seinem Vater, als dieser sich nicht allzu kompetent für den Zimmermannsberuf herausstellt und bei der Konstruktion eines Bettes daran scheitert, dass nicht alle Holzstücke die gleiche Länge haben.

"8 Jesus sein Vater war Zimmermann und stellte zu jener Zeit Pflüge und Joche her. Nun erhielt er von einem Reichen den Auftrag, für ihn ein Bett anzufertigen. 
Da aber das eine Brett kürzer war als das Gegenstück und Joseph nicht wusste, was er tun sollte, sprach der Knabe Jesus zu seinem Vater Josef: "Lege die beiden Hölzer nieder und mach sie von der Mitte her auf der einen Seite gleich." 
Und Joseph tat, wie es ihm der Junge gesagt hatte.  Jesus aber trat an die andere Seite, fasste das kürzere Holzstück an, streckte es und machte es dem anderen gleich. 
Und sein Vater Josef sah es und staunte und er umarmte das Kind und küsste es. Dabei sagte er: "Glückselig bin ich, dass mit Gott diesen Knaben geschenkt hat.""

(Kindheitsevangelium nach Thomas 8)


Da doch prinzipiell alle verstanden haben, dass alles, was Jesus spricht, Wirklichkeit wird, und seine Zauberkräfte keine Grenzen haben - angesichts dessen sind Jesus' Wundertaten erstaunlich fantasielos.
Wenn es moralisch vertretbar ist, Wunder zum eigenen Vorteil zu nutzen, hätte Jesus doch beispielsweise Josefs Aufträge für das ganze Jahr fertig hexen können, anstatt nur ein einzelnes Stück Holz länger zu machen.

Der gesamten Menschheit hätte Jesus mit seinen erstaunlichen Fähigkeiten auch sehr viel mehr helfen können. Anstatt beispielsweise ein paar wenige Kinder aus seinem Heimatdorf vom Tode wiederzuerwecken, hätte er sich wünschen können, dass niemals mehr ein Kind stirbt. Statt ein paar Leute über Gott aufzuklären, wenn er zufällig gerade eine Rede in der Schule hält, könnte Jesus alle Lehrer dieser Welt mit diesem Wissen ausstatten. Statt nur ein einzelnes Kind von einem Schlangenbiss zu heilen, könnte er jeden Menschen gegen jedes Gift der Welt immun machen, oder sie gleich körperlich völlig unverwundbar machen.
Wahrscheinlich fallen jedem, der eine Weile darüber nachdenkt, noch viele weitere Beispiele dafür ein, wie man Allmacht effektiver nutzen könnte als es angeblich der allwissende Sohn des Schöpfers des Universum getan hat.

In den offiziellen Evangelien der Bibel ist das natürlich anders und Jesus tut nur noch Dinge, die der gesamten Menschheit extrem viel nützen! Wie Wasser in Wein verwandeln, einen Feigenbaum verfluchen, über Wasser laufen... Äh, streichen Sie bitte den letzten Absatz, Frau Gerichtsschreiberin.

(Ich habe gerade bemerkt, dass ich gar nicht vor Gericht bin und daher nur laut mit selbst geredet habe. Darum gucken die Leute hier im Park mich so seltsam an, als wäre ich verrückt! Gut, dann bleibt der Absatz halt stehen.)



DUNGEONS AND DRAGONS

Die von der Kirche abgelehnten Evangelien erzählen nicht nur zusätzliche Geschichten aus Jesus' Leben, sondern erweitern auch aus der Bibel bekannte Geschichten um interessante Details. So erfahren wir beispielsweise, dass Maria erst im reifen Alter von zwölf Jahren von Gott geschwängert wird (Protoevangelium nach Jakobus 9).

Nach Jesu Geburt muss die sehr junge Familie von Jesus nach Ägypten fliehen, da Herodes es auf das Leben des Christkindes abgesehen hat. Dies berichtet auch das Matthäus-Evangelium. Was wir darin nicht erfahren, ist eine spannende Episode, die während dieser Flucht passiert. In einer Höhle trifft die Familie Christus nämlich auf eine Horde von Drachen. Oder Rudel, Schwarm, wie auch immer man das bei Drachen nennt, ich hab im Biologieunterricht nicht so gut aufgepasst.

"In der Begleitung Josefs waren drei Knaben
und bei Maria ein Mädchen, die die Reise mitmachten.
Und siehe, plötzlich kamen aus der Höhle viele Drachen,
vor deren Anblick die Kinder vor bangem Entsetzen laut aufschrien."

(Pseudo-Matthäusevangelium 18:1b)



Durch ein sehr glücklichen Zufall gehören die Drachen zu den sehr frühen Anhängern des christlichen Glaubens und tun der Reisegruppe daher nichts.

"Da stieg Jesus vom Schoß seiner Mutter herab
und stellte sich vor den Drachen auf seine Füße.
Sie aber fielen huldigend vor ihm nieder,
und nach dieser Huldigung entfernten sie sich."

(Pseudo-Matthäusevangelium 18:1c)






YOU'RE THE BEST, AROUND, NOTHING'S GONNA EVER KEEP YOU DOWN

Die abgelehnten Evangelien erzählen nicht nur Neues über Jesus, sondern auch über andere wichtige Figuren des neuen Testaments. Viele berichten beispielsweise von der Geburt und Jugend von Jesus' Mutter Maria. Aber auch die Jünger werden detaillierter und manchmal völlig anders als in den etablierten Geschichten beschrieben.
So ist der Jünger Thomas in der Bibel hauptsächlich für seine Ignoranz bekannt. Er wollte zunächst nicht daran glauben, dass Jesus auferstanden ist und wurde erst dadurch überzeugt, dass er seine Hände in die Wunden Christi legte (Johannes 20:24-29).
Im Thomasevangelium ist er allerdings bereits vor der Kreuzigung der einzige Jünger, der Jesus wirklich verstanden hat.

"13 Jesus sprach zu seinen Jüngern: Vergleicht mich, sagt mir, wem ich gleiche. 
Simon Petrus sprach zu ihm: Du gleichst einem gerechten Engel. 
Matthäus sprach zu ihm: Du gleichst einem weisen Philosophen. 
Thomas sprach zu ihm: Meister, mein Mund wird es absolut nicht zulassen, dass ich sage, wem du gleichst. 
Jesus sprach: Ich bin nicht dein Meister, denn du hast dich berauscht an der sprudelnden Quelle, die ich hervorströmen ließ. 
Und er nahm ihn und zog sich zurück und sagte ihm drei Worte. 
Als Thomas aber zu seinen Gefährten zurückgekehrt war, fragten sie ihn: Was hat dir Jesus gesagt?
Thomas sprach zu ihnen: Wenn ich euch eines der Worte sage, die er mir gesagt hat, werdet ihr Steine nehmen und sie gegen mich werfen, und ein Feuer wird aus den Steinen hervorkommen und euch verbrennen."

(Thomasevangelium 13)





Auch der Ruf des Jüngers Judas wird in einem der nichtbiblischen Evangelium wiederhergestellt - nicht überraschendweise im Judasevangelium. Dort ist Judas der Lieblingsjünger von Jesus und verrät ihn auf dessen ausdrücklichen Wunsch hin an die Römer, da die Kreuzigung und Auferstehung Teil des göttlichen Plans sind. In einem Privatgespräch über alle in Christus' Namen Getauften vertraut Jesus Judas folgendes an:

"Doch du wirst sie alle übertreffen; denn du wirst den Mann opfern, der mich kleidet."

(Judasevangelium)




HÖLZENER DIALOG

Auch eine Figur, die zwar universelles Symbol für das Christentum geworden ist, in der Bibel aber keine Sprechrolle hat, bekommt ihren großen Auftritt. Im Petrusevangelium dient das Kreuz nicht nur als Todesintrument, es kann auch sprechen und laufen...

"37 Jener Stein, der vor den Eingang des Grabes gelegt war, geriet von selbst ins Rollen und wich zur Seite, und das Grab öffnete sich, und beide Jünglinge traten ein.
38 Als nun jene Soldaten dies sahen, weckten sie den Hauptmann und die Ältesten - auch diese waren nämlich bei der Wache zugegen.
39 Und während sie erzählten, was sie gesehen hatten, sehen sie wiederum drei Männer aus dem Grabe herauskommen und die zwei den einen stützen und ein Kreuz ihnen folgen 
40 und das Haupt der zwei bis zum Himmel reichen, dasjenige des von ihnen an der Hand Geführten aber die Himmel überragen.
41 Und sie hörten eine Stimme aus den Himmeln rufen: "Hast du den Entschlafenen gepredigt?",
42 und es wurde vom Kreuze her die Antwort laut: "Ja.""

(Petrusevangelium 37-42)


Gut, dass Kreuz sagt nur ein einziges Wort, aber das ist immerhin mehr, als die meisten laufenden Kreuze können. Nehm' ich mal an, wie gesagt, ich hab im Biologieunterricht nicht so gut aufgepasst.

Das mag alles recht merkwürdig klingen. Aber es sind ja alles nur erdachte Geschichten, sonst wären sie ja mit in die Bibel aufgenommen worden, wo die tatsächlichen historischen Begebenheiten nachzulesen sind.
Dort steht natürlich nichts von einem sprechenden Kreuz. Nur dass Gott in Menschform gestorben ist, um den Menschen von der Sünde zu befreien, die entstand,  als eine sprechende Schlage die zwei Urmenschen Adam und Eva, von dem jeder einzelne Mensch abstammt, davon überzeugt hatte, eine magische Frucht zu essen (Römer 5:18). Ach ja, und während der Kreuzigung sind tote Heilige als Zombies aus ihren Gräber gestiegen sind und in Jerusalem herumspaziert (Matthäus 27:52-53)
Alles andere wäre ja auch lächerlich!

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Teil 6: "Bonus-Material"
>>Teil 7: "Deleted Scenes"



30. August 2012

ICH LES' DIR DEN LEVITIKUS! [REPOST]


Damit der Mensch sich nicht dauernd darüber Gedanken machen muss, was falsch und richtig ist, welches Tier rein ist und welches nicht, und wie man überhaupt leben sollte, hat der HERR uns eine Reihe von Gesetzen mit auf den Weg gegeben.
Viele Regeln, an die sich fromme Christen und Juden halten müssen, sind im dritten Buch Mose, Levitikus genannt, versammelt.
Diesen Willen des lieben Gottes will ich euch, liebe Kinder, nun einmal vorstellen.


OPFA!

Damit der HERR gute Laune behält, muss man ihm ab und zu ein Schaf oder eine Ziege opfern. Keine Ahnung, was Gott daran findet, aber es scheint wichtig zu sein, immerhin handeln die ersten sieben Kapitel des Buches Levitkus von den diversen Bestimmungen für Sünd- und Brandopfer.
Das Standard-Ritual für die Sünde des einfachen Mann ist dieses:

"27 Wenn aber eine Seele vom gemeinen Volk etwas versieht und sündigt, daß sie wider irgend eines der Gebote des HERRN tut, was sie nicht tun sollte, und sich also verschuldet, 
28 und ihrer Sünde innewird, die sie getan hat, die soll zum Opfer eine Ziege bringen ohne Fehl für die Sünde, die sie getan hat, 
29 und soll ihre Hand auf des Sündopfers Haupt legen und es schlachten an der Stätte des Brandopfers.   
30 Und der Priester soll von dem Blut mit seinem Finger nehmen und auf die Hörner des Altars des Brandopfers tun und alles andere Blut an des Altars Boden gießen.
31 All sein Fett aber soll er abreißen, wie er das Fett des Dankopfers abgerissen hat, und soll's anzünden auf dem Altar zum süßen Geruch dem HERRN. Und soll also der Priester sie versöhnen, so wird's ihr vergeben."

(Levitikus 4:27-31)




Was haben wir bisher gelernt über unseren Schöpfer? Er mag seinen Altar blutbesudelt. Was er verständlicherweise gar nicht mag, sind Menschen, die sich an seinem Fett vergreifen!
Denn es geschrieben im heiligen Buche:

"25 Denn wer das Fett ißt von dem Vieh, davon man dem HERRN Opfer bringt, dieselbe Seele soll ausgerottet werde von ihrem Volk."

(Levitikus 7:25)



Wer vom vielen Opfern hungrig geworden ist, und vorhat, sich an der Imbissbude um die Ecke ein leckeres Schweineschnitzel oder einen Shrimp-Cocktail zu holen, der sollte wissen, dass dies ein Gräuel in den Augen des HERRN ist - und man daher mit dem Opfern wieder von vorne beginnen muss.



REIN ODER NICHT REIN, DAS IST HIER DIE FRAGE

Denn Gott hat alle Tiere für uns in zwei Kategorien geteilt hat: Rein und Unrein. Es folgen Gottes total einfache und logische Gesetze für unsere Speisekarte. Wer das Ganze auswendig kann, bekommt von mir ein Bier von einem Discounter eurer Wahl spendiert...

"1  Und der HERR redete mit Mose und Aaron und sprach zu ihnen:
2 Redet mit den Kindern Israel und sprecht: Das sind die Tiere, die ihr essen sollt unter allen Tieren auf Erden.
3 Alles, was die Klauen spaltet und wiederkäut unter den Tieren, das sollt ihr essen."

(Levitikus 11:1-3)


Das mit den gespaltenen Klauen und dem Wiederkäuen wirkt etwas willkürlich und es wird auch nicht weiter ausgeführt, inwiefern diese Eigenschaften dazu führen, dass ein Tier unrein wird. Aber die Regel ist wenigstens nicht allzu kompliziert...
Was, es geht noch weiter?

"4 Was aber wiederkäut und hat Klauen und spaltet sie doch nicht, wie das Kamel, das ist euch unrein, und ihr sollt's nicht essen.
5 Die Kaninchen wiederkäuen wohl, aber sie spalten die Klauen nicht; darum sind sie unrein.
6 Der Hase wiederkäut auch, aber er spaltet die Klauen nicht; darum ist er euch unrein.
7 Und ein Schwein spaltet wohl die Klauen, aber es wiederkäut nicht; darum soll's euch unrein sein.
8 Von dieser Fleisch sollt ihr nicht essen noch ihr Aas anrühren; denn sie sind euch unrein."

(Levitikus 11:4-8)


Schweine sind vielleicht nicht "rein", dafür aber sehr lecker. Das sollte doch auch was gelten, oder? Nicht? Na gut..


"9 Dies sollt ihr essen unter dem, was in Wassern ist: alles, was Floßfedern und Schuppen hat in Wassern, im Meer und in Bächen, sollt ihr essen.
10 Alles aber, was nicht Floßfedern und Schuppen hat im Meer und in Bächen, unter allem, was sich regt in Wassern, und allem, was lebt im Wasser, soll euch eine Scheu sein
11 daß ihr von ihrem Fleisch nicht eßt und vor ihrem Aas euch scheut.
12 Denn alles, was nicht Floßfedern und Schuppen hat in Wassern, sollt ihr scheuen."

(Levitikus 11:9-12)


Hummer, Muscheln und Meeresfrüchte sind also auch tabu, erfahren wir durch Gottes extrem umständliche Formulierungen. Denn sie sind verboten. Weil man sie nicht essen darf. Da sie eine Scheu sind.
Bei soviel unnötigen Füllmaterial sollte man denken, dass Gott nichts mehr einfällt. Doch leider ist er noch längst nicht fertig.

"13 Und dies sollt ihr scheuen unter den Vögeln, daß ihr's nicht eßt: den Adler, den Habicht, den Fischaar,
14 den Geier, den Weih, und was seine Art ist,
15 und alle Raben mit ihrer Art,
16 den Strauß, die Nachteule, den Kuckuck, den Sperber mit seiner Art,
17 das Käuzlein, den Schwan, den Uhu,
18 die Fledermaus, die Rohrdommel,"

(Levitikus 11:13-18)


Wir lernen: Die Fledermaus ist entgegen weit verbreiteten Gerüchten kein Säugetier, sondern ein Vogel.


"19 den Storch, den Reiher, den Häher mit seiner Art, den Wiedehopf und die Schwalbe.
20 Alles auch, was sich regt und Flügel hat und geht auf vier Füßen, das soll euch eine Scheu sein."

(Levitikus 11:19-20)


Okay, diese Vorschrift ist leicht einzuhalten: Ein solches Tier existiert nämlich nicht.
Aber natürlich hat Gott, der Allwissende, das gewusst. Er wollte nur mal testen, ob wir noch aufpassen.


"21 Doch das sollt ihr essen von allem, was sich regt und Flügel hat und geht auf vier Füßen: was noch zwei Beine hat, womit es auf Erden hüpft;
22 von demselben mögt ihr essen die Heuschrecken, als da ist: Arbe Vier verschiedene Arten von Heuschrecken mit seiner Art und Solam Vier verschiedene Arten von Heuschrecken mit seiner Art und Hargol Vier verschiedene Arten von Heuschrecken mit seiner Art und Hagab Vier verschiedene Arten von Heuschrecken mit seiner Art."

(Levitikus 11:21-22)


Heuschrecken essen ist also erlaubt, wer hätte das gedacht?
So, endlich fertig, Gott?

"23 Aber alles, was sonst Flügel und vier Füße hat, soll euch eine Scheu sein,
24 und sollt sie unrein achten. Wer solcher Aas anrührt, der wird unrein sein bis auf den Abend."

(Levitikus 11:23-24)


Ja, ja, das hatten wir doch schon, solche Tiere gibt es nicht. Können wir jetzt Schluss...
Oh, okay, es geht noch weiter. Wunderbar.

"25 Und wer dieser Aase eines tragen wird, soll seine Kleider waschen und wird unrein sein bis auf den Abend.
26 Darum alles Getier, das Klauen hat und spaltet sie nicht und wiederkäuet nicht, das soll euch unrein sein.
27 Und alles, was auf Tatzen geht unter den Tieren, die auf vier Füßen gehen, soll euch unrein sein; wer ihr Aas anrührt, wird unrein sein bis auf den Abend."

(Levitikus 11:25-27)


Na ja, dann essen wir die Viecher halt fünf Minuten vor dem Abend, um nicht den ganzen Tag unrein herumlaufen zu müssen. War's das? Ich hab jetzt nämlich wirklich keinen Bock...

"28 Und wer ihr Aas trägt, soll seine Kleider waschen und unrein sein bis auf den Abend; denn solche sind euch unrein.
29 Diese sollen euch auch unrein sein unter den Tieren, die auf Erden kriechen: das Wiesel, die Maus, die Kröte, ein jegliches mit seiner Art,
30 der Igel, der Molch, die Eidechse, die Blindschleiche und der Maulwurf;
31 die sind euch unrein unter allem, was da kriecht; wer ihr Aas anrührt, der wird unrein sein bis auf den Abend."

(Levitikus 11:28-31)


Gott hasst Menschen mit Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom....

"40 Was auf Erden schleicht, das soll euch eine Scheu sein, und man soll's nicht essen.
41 Alles, was auf dem Bauch kriecht, und alles, was auf vier oder mehr Füßen geht, unter allem, was auf Erden schleicht, sollt ihr nicht essen; denn es soll euch eine Scheu sein.
42 Macht eure Seelen nicht zum Scheusal und verunreinigt euch nicht an ihnen, daß ihr euch besudelt."

(Levitikus 11:40-42)




Igitt! Unreine Tiere: Kamel und Eule 



Mmmmh, lecker! Reine Tiere: Anglerfisch und Heuschrecke


Jetzt hab ich keinen Hunger mehr. Vielen Dank, Gott, du Arsch!




HERRGOTT, SAKRAMENT!

Oh, nein, da ist mir doch glatt ein Fluch gegen Gott herausgerutscht! Gut, dass ihr nicht wisst, wo ich wohne und wo mein Auto steht - sonst wäre es eure Pflicht als gute Christen, mich aufzusuchen, um mich umzubringen.

"16 Welcher des HERRN Namen lästert, der soll des Todes sterben; die ganze Gemeinde soll ihn steinigen."

(Levitikus 18:16)


Zum Glück bestraft Gott nur persönliche Beleidigungen so hart. Bei normalen Alltags-Flüchen gegen Menschen reicht es aus, sich von irgendwo her ein Schaf zu besorgen und es dem HERRN zur Besänftigung zu opfern.

"4 Oder wenn jemand schwört, daß ihm aus dem Mund entfährt, Schaden oder Gutes zu tun (wie denn einem Menschen ein Schwur entfahren mag, ehe er's bedächte), und wird's inne, der hat sich an der einem verschuldet.
5 Wenn's nun geschieht, daß er sich an einem verschuldet und bekennt, daß er daran gesündigt hat,
6 so soll er für seine Schuld dieser seiner Sünde, die er getan hat, dem HERRN bringen von der Herde eine Schaf- oder Ziegenmutter zum Sündopfer, so soll ihm der Priester seine Sünden versöhnen."

(Levitikus 5:1,5-6)

Gott ist eben ein liebender Vater, der seine Kinder dazu erzieht, sich gegenseitig respektvoll zu behandeln. Oder zu töten, falls sie über den Vater im Himmel lästern.
Wie heißt es doch so schön: Der Klügere mordet!

Alternativ kann man auch Tauben opfern. Wo soll man in der Großstadt auch mal eben ein Schaf auftreiben?

"7 Vermag er aber nicht ein Schaf, so bringe er dem HERRN für seine Schuld, die er getan hat, zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben, die erste zum Sündopfer, die andere zum Brandopfer, 
8 und bringe sie dem Priester. Der soll die erste zum Sündopfer machen, und ihr den Kopf abkneipen hinter dem Genick, und nicht abbrechen; 
9 und sprenge mit dem Blut des Sündopfers an die Seite des Altars, und lasse das übrige Blut ausbluten an des Altars Boden."

(Levitikus 5:7-9)



Klingt etwas seltsam. Aber wenn Gott das so will, wird das bestimmt seine Richtigkeit haben...
Und auch wenn nicht, sollte man es dennoch tun.



KYRIE ELEISON

Denn sonst...

"14 Werdet ihr mir aber nicht gehorchen und nicht tun diese Gebote alle
15 und werdet meine Satzungen verachten und eure Seele wird meine Rechte verwerfen, daß ihr nicht tut alle meine Gebote, und werdet meinen Bund brechen,
16 so will ich euch auch solches tun: ich will euch heimsuchen mit Schrecken, Darre und Fieber, daß euch die Angesichter verfallen und der Leib verschmachte; ihr sollt umsonst euren Samen säen, und eure Feinde sollen ihn essen"

(Levitikus 26:14-16)


Gott macht uns erstmal krank. Dass wir unserem Samen kostenlos erhalten, klingt erst einmal gut, nützt aber nichts, da er ja sowieso von unseren Feinden gefressen wird. Anscheinend sind unsere Feinde Vögel.


"17 und ich will mein Antlitz wider euch stellen, und sollt geschlagen werden vor euren Feinden; und die euch hassen, sollen über euch herrschen, und sollt fliehen, da euch niemand jagt.
18 So ihr aber über das noch nicht mir gehorcht, so will ich's noch siebenmal mehr machen, euch zu strafen um eure Sünden,
19 daß ich euren Stolz und eure Halsstarrigkeit breche; und will euren Himmel wie Eisen und eure Erde wie Erz machen."

(Levitikus 26:17-19)


Ein Himmel wie Eisen? Keine Ahnung, was das heißen mag, aber ich würde mal schätzen, dass es nichts Gutes ist.


"20 Und eure Mühe und Arbeit soll verloren sein, daß euer Land sein Gewächs nicht gebe und die Bäume des Landes ihre Früchte nicht bringen."

(Levitikus 26:20)


Na, logisch, unsere gefiederten Feinde haben ja den Samen gefressen!
Glück gehabt: Gott scheinen jetzt schon die Ideen für seine Strafen auszugehen. Die waren bisher schon recht drastisch, aber alle umkehrbar.

Es ist ja nicht so, als würde der liebe Gott, keine Ahnung, wilde Tiere schicken, die unsere Kinder fressen oder so!

"22 und will wilde Tiere unter euch senden, die sollen eure Kinder fressen und euer Vieh zerreißen und euer weniger machen, und eure Straßen sollen wüst werden."

(Levitikus 26:22)




UM GOTTES WILLEN!

"23 Werdet ihr euch aber damit noch nicht von mir züchtigen lassen und mir entgegen wandeln,
24 so will ich euch auch entgegen wandeln und will euch noch siebenmal mehr schlagen um eurer Sünden willen
25 und will ein Racheschwert über euch bringen, das meinen Bund rächen soll. Und ob ihr euch in eure Städte versammelt, will ich doch die Pestilenz unter euch senden und will euch in eurer Feinde Hände geben."

(Levitikus 26:23-25)


Au weia, das klingt gar nicht gut...
War's das endlich? Nein?..

"26 Dann will ich euch den Vorrat des Brots verderben, daß zehn Weiber sollen in einem Ofen backen, und euer Brot soll man mit Gewicht auswägen, und wenn ihr esset, sollt ihr nicht satt werden.
27 Werdet ihr aber dadurch mir noch nicht gehorchen und mir entgegen wandeln,
28 so will ich euch im Grimm entgegen wandeln und will euch siebenmal mehr strafen um eure Sünden,
29 daß ihr sollt eurer Söhne und Töchter Fleisch essen."

(Levitikus 26:26-29)


Da werden die Kinder aber sauer sein, wenn man ihnen ihre Steaks stibitzt!
(Ich tu jetzt mal so, als wäre das gemeint, denn jemanden zu zwingen, die Leichen seiner Kinder zu essen, ist eine Sache, wozu selbst mir keine blöden Witze mehr einfallen.)


"30 Und will eure Höhen vertilgen und eure Sonnensäulen ausrotten und will eure Leichname auf eure Götzen werfen, und meine Seele wird an euch Ekel haben.
31 Und will eure Städte einreißen und will euren süßen Geruch nicht riechen.
32 Also will ich das Land wüst machen, daß eure Feinde, so darin wohnen, sich davor entsetzen werden.
33 Euch aber will ich unter die Heiden streuen, und das Schwert ausziehen hinter euch her, daß euer Land soll wüst sein und eure Städte verstört."

(Levitikus 26:30-33)


Und wenn wir durch dieses Schicksal, das schlimmer als der Tod ist, noch immer nicht wahnsinnig geworden sind, sorgt der HERR auch noch dafür.

"36
Und denen, die von euch übrigbleiben will ich ein feiges Herz machen in ihrer Feinde Land, daß sie soll ein rauschend Blatt jagen, und soll fliehen davor, als jage sie ein Schwert, und fallen, da sie niemand jagt.
37 Und soll einer über den andern hinfallen, gleich als vor dem Schwert, da sie doch niemand jagt; und ihr sollt euch nicht auflehnen dürfen wider eure Feinde
38 Und ihr sollt umkommen unter den Heiden, und eurer Feinde Land soll euch fressen."

(Levitikus 26:14-16)


So, liebe Kinder, das war's für heute mit unserer frommen Bibelstunde. Jetzt wird es aber höchste Zeit für die Heia! Süße Träume euch allen...


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GOTTES GESETZE

"Top Ten" (oder: Die Zehn Gebote)"
"Die echten zehn Gebote (oder: Warum sich niemand daran hält)"
"Du sollst nicht... oder doch?"

6. August 2012

BONUS-MATERIAL (Geschichten aus der Bibel Teil 6)


Alle Christen haben einen Haufen von verrückten und merkwürdigen Geschichten in ihrer heiligen Schrift. Die Katholiken und Orthodoxen haben allerdings noch ein paar mehr als ihre Kollegen...


Die religiösen Texte, die nur in der Bibel der katholischen und orthodoxen Kirche zu finden sind, nennt man „deuterokanonisch“. Dabei handelt es sich um das Buch Tobit, das Buch Judith, das erste Buch der Makkabäer, das zweite Buch der Makkabäer, das Buch Baruch, das Buch der Weisheit, das Buch Jesus Sirach und zusätzliche Szenen zu den Büchern Ester und Daniel.
Juden und Protestanten haben darauf verzichtet, diese Bücher in ihre Bibel aufzunehmen. Dabei haben sie durchaus spannende Geschichten zu erzählen.




PLAYING GOD

Wie zum Beispiel die Sage vom Kampf Daniels gegen babylonische Götter, zu finden in den Zusätzen zum Buch Daniel.
Die Juden sind zu diesem Zeitpunkt im erzwungenen Exil in Babylon. Der Prophet Daniel wird vom babylonischen König aufgefordert, den hungrigen Gott Bel anzubeten. Doch Daniel wittert Betrug...

"3 Nun hatten die Babylonier einen Götzen, den sie Bel nannten, und sie opferten ihm täglich 12 Zentner Mehl, 40 Schafe und 240 Liter Wein.
4 Auch König Kyrus erwies dem Götzenbild seine Verehrung und ging Tag für Tag in den Tempel, um es anzubeten. Daniel aber betete nur zu seinem Gott, dem Gott Israels.
»Warum betest du nicht zu Bel?«, fragte ihn der König
5 und Daniel antwortete: »Ich bete nicht zu Bildern, die von Menschen gemacht sind. Ich bete zu dem lebendigen Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat und Herr ist über alles, was lebt.«
6 »Hältst du denn Bel nicht für einen lebendigen Gott?«, fragte der König. »Du siehst doch, wie viel er jeden Tag isst und trinkt!«"

(Zusätze zu Daniel 3-6)





Daniel lacht den König aus. Er ist überzeugt, dass Bel gar kein echter Gott sei. Und er ist auch bereit, das zu beweisen.

"7 Daniel aber lachte und sagte: »Lass dich nicht anführen, mein König! Dieser Gott besteht innen aus Ton und außen aus Bronze und gegessen oder getrunken hat er noch nie!«
8 Voll Zorn rief der König seine Priester und sagte zu ihnen: »Sagt mir, wer all diese Mengen verzehrt, sonst müsst ihr sterben!
9 Wenn ihr mir aber beweisen könnt, dass es Bel ist, muss Daniel sterben, weil er ihn beleidigt hat.«
»So soll es geschehen«, sagte Daniel."

(Zusätze zu Daniel, 7-9)





Daniel streut Asche auf den Boden und entlarvt so die Priester und deren Familien, die jede Nacht durch einen Geheimgang kommen und die Speiseopfer mopsen. Anscheinend hat niemand, auch nicht der König, daran gedacht, die Priester für ihren Job zu bezahlen, so dass sie keinen Betrug nötig hätten, um ihre Familien mit Nahrung zu versorgen.
Die Geschichte kriegt ein Happy End: Daniel darf am Leben bleiben, der vermeintliche Gott ist als Schmuh entlarvt und die Priester und ihre Familien werden getötet.

"19 Daniel aber lachte und hielt den König zurück, der sich schon zum Gehen anschickte. »Schau doch auf den Fußboden«, sagte er; »was sind denn das für Spuren?«
20 »Ich sehe Fußspuren von Männern, Frauen und Kindern«, stellte der König fest.
21 Voll Zorn ließ er die Priester und ihre Familien herbeiholen und sie mussten ihm den geheimen Gang zeigen, durch den sie in den Tempel gekommen waren, um die Opfergaben zu verzehren.
22 Dann ließ er sie töten; das Götzenbild aber überließ er Daniel, der es samt dem Tempel zerstörte."

(Zusätze zu Daniel 19-22)



Mit einer fast wissenschaftlichen Vorgehensweise hat Daniel greifbare Beweise gegen die Existenz von Bel geliefert. Aber Achtung, liebe religiöse Mitbürger: So viel Skeptizismus und Logik darf man natürlich nur bei fremden Religionen anwenden. Bei dem wahren Glauben sind Beweise irrelevant - es sei denn man kann damit den lächerlichen, dummen Glauben der Heiden als Schmarr'n entlarven.



DRACHE IST BLUTWURST

Daniel hat den ersten Gott besiegt. Doch die Babylonier haben gleich mehrere Götter und beten auch einen Drachen an...

"23 Die Babylonier verehrten auch einen großen Drachen.
24 Der König sagte zu Daniel: »Der ist ja wohl ein lebendiger Gott! Das kannst du nicht bestreiten. Also bete ihn an!«"

(Zusätze zu Daniel 23-24)



Man könnte erwarten, dass jetzt wieder so ein Lehrstück über falsche Götter folgt, durch das wir lernen, dass es nur einen einzigen Gott gibt. Wahrscheinlich ist der Drache in Wirklichkeit aus Pappmaché und wird von Puppenspielern bewegt, oder es ist eine große Echse mit aufgeklebten Geierflügeln.
Doch dem ist nicht so: Denn den Drachen gibt es wirklich...

"25 Daniel erwiderte: »Ich bete den Herrn, meinen Gott, an; er allein ist ein lebendiger Gott.
26 Wenn du es erlaubst, König, werde ich den Drachen ohne Schwert oder Keule töten.«
»Ich erlaube es dir«, sagte der König.
27 Da nahm Daniel Pech und Fett und Haare, knetete es zusammen und machte Fladen daraus. Die gab er dem Drachen zum Fressen und der zerplatzte.
»Da seht ihr, was ihr anbetet«, sagte Daniel."

(Zusätze zu Daniel 25-27)





Der große Prophet Daniel ermordet also einen armen Drachen, ohne dass der ihm irgend etwas getan hat. Eigentlich hätte er ahnen können, dass er sich bei den Babyloniern nicht gerade beliebt macht, wenn er ihre Götter tötet.
Das Volk ist in der Tat nicht gerade begeistert über Daniels Kreuzzug gegen ihre Religion und versammelt sich wütend vor dem Palast. Sie fordern den König auf, Daniel herauszugeben, damit sie ihn lynchen können.

"28 Als die Babylonier davon erfuhren, wurden sie wütend und rotteten sich gegen den König zusammen. Sie schrien: »Der König ist ein Jude geworden! Bel hat er zertrümmert, den Drachen hat er getötet und die Priester abgeschlachtet!«
29 Sie gingen zum König und sagten: »Gib uns Daniel heraus! Sonst bringen wir dich selbst um und deine ganze Familie.«"

(Zusätze zu Daniel 28-29)



Kyrus ist König über das riesige babylonische Reich und Befehlshaber über eine gigantische Armee, die Nachbarländer wie Israel militärisch überrollt hat. Dennoch hat er anscheinend keine gute Security und daher keine andere Wahl, als die Forderungen des wütenden Mobs zu erfüllen...

"30 Der König sah, dass es ihnen ernst war, und unter dem Druck der aufgebrachten Masse lieferte er Daniel aus."

(Zusätze zu Daniel 30)




DER KÖNIG DER LÖWEN

Der babylonische Pöbel will Daniels Tod. Doch anstatt ihm einfach auf der Stelle den Kopf abzuschlagen, entscheiden sie sich wie James-Bond-Bösewichte für einen komplizierten, langwierigen Plan und gehen nach Hause, bevor Daniel tot ist.
Angesichts dessen, dass er gerade einen göttlichen Drachen ohne Waffen getötet hat, ist die Idee nicht sonderlich gut, Daniel mit Löwen einzusperren und ihn dann unbeobachtet zu lassen, anstatt ihm einfach ein Schwert in den Bauch zu rammen und die Sache hinter sich zu bringen.

"31 Sie warfen ihn in die Löwengrube; dort blieb Daniel sechs Tage lang.
32 In der Grube waren sieben Löwen, denen sonst täglich zwei Menschen und zwei Schafe vorgeworfen wurden. Jetzt gab man ihnen nichts, damit sie sich auf Daniel stürzen sollten."

(Zusätze zu Daniel 31-32)





Gott hat jetzt die perfekte Gelegenheit, Daniel zu retten. Er könnte die Löwen in Schafe verwandeln oder Daniel spektakulär durch die Lüfte fliegen lassen oder ähnliches, um eindrucksvoll seine Macht zu beweisen und es mal wieder allen zu zeigen.

Doch der HERR hat ebenfalls eine Vorliebe für unnötig komplizierte Pläne. Er lässt zunächst den Propheten Habakuk aus Juda mit einem Privat-Engel einfliegen. Der Engel könnte Habakuk unter die Arme greifen oder um die Taille, aber er ist ja nicht schwul und um gar nicht erst den Verdacht aufkommen zu lassen, packt er ihn einfach bei den Haaren und macht sich mit ihm auf und davon.

"33 Damals lebte in Juda der Prophet Habakuk; der hatte gerade eine Suppe gekocht und Brot hineingebrockt und wollte sie den Schnittern aufs Feld bringen.
34 Da befahl ihm der Engel des Herrn: »Bring das Gericht nach Babylon zu Daniel in der Löwengrube!«
35 »Herr«, erwiderte Habakuk, »ich war noch nie in Babylon und von einer Löwengrube weiß ich auch nichts.«
36 Da packte ihn der Engel des Herrn an den Haaren und brachte ihn mit der Kraft seines Geistes in Windeseile nach Babylon an den Rand der Löwengrube."

(Zusätze zu Daniel 33-36)


Nach der wahrscheinlich wenig komfortablen Reise bringt Habakuk Daniel Suppe. Und das war's. Weder der Engel noch der Prophet helfen ihm aus der Grube, sondern gehen, nachdem sie Daniel sein Essen gebracht haben, wieder nach Hause.

"37 Habakuk rief: »Daniel, Daniel! Diese Mahlzeit schickt dir der Herr!«
38 Da rief Daniel: »Gott, du hast wirklich an mich gedacht! Du lässt deine Getreuen nicht im Stich!«
39 Dann stand er auf und aß; Habakuk aber wurde vom Engel des Herrn auf demselben Weg wieder nach Hause gebracht."

(Zusätze zu Daniel 37-39)





Wozu die Nummer gut war, erfahren wir nicht. Daniel ist nach sieben Tagen in der Grube immer noch nicht gefressen und wird freigelassen. In dieser Zeit wäre er wohl auch ohne Habakuks Suppe nicht verhungert.
Hätte der HERR nicht etwas Spektakuläreres veranstalten können mit einem Propheten und einen Engel – ein etwas beeindruckenderes Wunder als Suppe mit Brot?
Wenn Gott schon mal einen seiner besten Propheten aus dem Ausland einfliegen lässt, wäre dies doch die ideale Gelegenheit, den Babyloniern zu beweisen, dass man sich besser nicht mit dem HERRN anlegt. Vielleicht hätte er das schon längst mal machen sollen, schließlich haben die Babylonier das Land von Gottes erwählten Volk eingenommen, den Tempel in Jerusalem zerstört und die Juden ins Exil gezwungen. Doch das eindeutigste Zeichen, zu dem sich der HERR durchringen kann, ist, dass Daniel nach einer Woche nicht von den Löwen verspeist wurde.

"40 Am siebten Tag ging der König zur Löwengrube, um für Daniel die Totenklage zu halten; aber als er hinunterblickte, sah er ihn unversehrt dort sitzen.
41 Da rief er mit lauter Stimme: »Groß bist du, Herr, du Gott Daniels! Es gibt keinen anderen Gott außer dir.«"

(Zusätze zu Daniel 40-41)


Der König hat eingesehen, dass nicht einmal eine schreckliche Armee von sieben Löwen Daniel etwas anhaben können und schließt daraus, dass dies wohl ganz sicher bedeute, dass es keine Götter außer den HERRN geben könne.

Etwas vorschnell, wenn ihr mich fragt. Schließlich hat Gott nicht verhindert, dass sein erwähltes Volk besiegt und ins Exil geschickt wird, sondern nur einen Sieg eingefahren in einem siebentägigen Duell gegen sieben Raubkatzen.
Hätte ich ein geladenes Maschinengewehr, hätte auch ich sieben Tage in der Grube verbringen können. Bedeutet das, dass der Hersteller des Gewehrs die Welt erschaffen hat und der einzige Gott im Universum ist?



WER NICHT FRAGT BLEIBT DUMM

Eine weitere Geschichte aus den Zusätzen zum Buch Daniel erzählt uns, wie Daniel als junger Mann in einen Gerichtsprozess verwickelt wird. Die Juden befinden sich noch nicht im Exil und haben noch eine autonome Regierung. Doch ihr Gerichtssystem lässt etwas zu wünschen übrig.
Die Story beginnt, als Gott persönlich über einen Justizirrtum aufgeklärt wird und daher seinen Mitarbeiter Daniel vorbeischickt.

"44 Der Herr hörte Susannas Hilferuf.
45 Als sie zur Hinrichtung abgeführt wurde, brachte der Geist Gottes einen noch ganz jungen Mann namens Daniel dazu,
46 dass er laut protestierte. Er rief: »Ich will nichts damit zu tun haben, wenn diese Frau unschuldig getötet wird!«
47 Alle wandten sich ihm zu und fragten: »Was hat das zu bedeuten? Was willst du damit sagen?«"

(Zusätze zu Daniel 44-47)





Eine jüdische Frau namens Susanna wird des Ehebruchs bezichtigt. Die dafür in Gottes Gesetz vorgesehene Strafe ist die Steinigung. Doch Daniel ist von der Unschuld der Frau überzeugt. Er tadelt die Richter, die Angeklagte hätte keinen fairen Prozess bekommen.
Obwohl das Urteil bereits gesprochen wurde, wird die Verhandlung nun neu aufgenommen.

"48 Daniel trat vor und sagte: »Habt ihr den Verstand verloren, Männer von Israel? Ohne Verhör und ohne Beweis verurteilt ihr eine israelitische Frau!
49 Nehmt sofort die Gerichtsverhandlung wieder auf! Die beiden haben eine falsche Beschuldigung erhoben.«
50 Sofort kehrten sie alle um. Im Haus Jojakims sagten die Ältesten des Volkes zu Daniel: »Setz dich hierher zu uns und sag, was du weißt! Du bist noch so jung, aber Gott hat dir die Weisheit des Alters geschenkt!«"

(Zusätze zu Daniel 48-50)


Daniel verhört aber nicht Susanna, sondern die beiden Richter, die im Rechtssystem des Gottesstaats Judäa offenbar gleichzeitig die Anklage vertraten und das Urteil sprechen konnten.

"51 Daniel sagte: »Trennt die beiden weit voneinander, damit sie sich nicht verständigen können! Ich will sie verhören.«
52 Dann rief er den einen und sagte zu ihm: »Nicht in Ehren, sondern in Schande bist du grau geworden! Aber jetzt trifft dich die Strafe für alle Sünden, die du begangen hast.
53 Als Richter hast du das Recht gebeugt: Unschuldige hast du verurteilt und Verbrecher hast du laufen lassen. Und der Herr hat doch gesagt: 'Einen Unschuldigen sollst du nicht töten!'"

(Zusätze zu Daniel 51-53)


Da darüber offenbar Unklarheit herrschte, hat Gott explizit befohlen, keine Unschuldigen zu töten. Doch laut Daniel war das Gericht gerade im Begriff, dies zu tun. Im Unterschied zu den zwei wenig kompetenten Richtern kann Daniel seine Anschuldigungen beweisen. Er bringt die beiden dazu, sich in Widersprüche zu verwickeln und setzt zusätzlich die altbewährte Verhörmethode des „battle rap“ ein.

"54 Nun, wenn du diese Frau beim Ehebruch ertappt hast, dann sag mir doch: Unter was für einem Baum lag sie mit dem fremden Mann?«
»Unter einer Buche«, antwortete er.
55 Daniel erwiderte: »Unter einer Buche? Dass Gott dich verfluche! Diese Lüge kostet dich Kopf und Kragen! Der Engel Gottes hat schon Befehl erhalten, dich in Stücke zu hauen.«
56 Daniel ließ ihn abführen und den anderen herbeibringen. Zu ihm sagte er: »Du Nachfahre von Kanaan und nicht von Juda! Frauenschönheit hat dich verführt, Liebestollheit hat dir den Verstand geraubt!
57 Frauen aus dem Nordreich Israel könnt ihr so erpressen, sie werden euch aus lauter Angst zu Willen sein. Aber eine Frau aus Juda lässt sich das nicht gefallen.
58 Sag mir doch: Unter was für einem Baum hast du sie mit dem fremden Mann ertappt?«
»Unter einer Fichte«, antwortete er.
59 Daniel erwiderte: »Unter einer Fichte? Dass Gott dich vernichte! Diese Lüge kostet dich den Hals. Der Engel Gottes wartet schon mit dem Schwert, um dich mittendurch zu spalten. Er wird mit euch beiden kurzen Prozess machen!«

(Zusätze zu Daniel 54-59)

Daniel macht den Richtern/Anklägern klar, dass sie so eine Nummer vielleicht mit den jüdischen Frauen aus dem Nordreich Israel machen könnten, höchstwahrscheinlich mit Heiden, aber ganz sicher nicht mit den Frauen aus dem Südreich.
Die Richter bekommen nach dem Gesetz Gottes die Strafe, die es auch für das Verbrechen gibt, dessen sie Susanna beschuldigt hatten.

"60 Da priesen alle Versammelten mit lauter Stimme Gott, der die Bedrängten rettet, die ihm vertrauen.
61 Darauf nahmen sie sich die beiden Ältesten vor, die Daniel durch ihre eigene Aussage überführt hatte. Weil sie sich als lügenhafte Ankläger erwiesen hatten, wurde über sie dieselbe Strafe verhängt, die sie der fälschlich angeklagten Susanna zugedacht hatten.
62 Nach der entsprechenden Vorschrift im Gesetz Moses wurden sie beide hingerichtet.
So wurde die unschuldige Susanna an jenem Tag vom Tod gerettet."

(Zusätze zu Daniel 60-62)



Ist das wirklich eine gute Idee für ein Gerichtssystem: Falsche Ankläger sofort hinrichten?
Hatten die Richter denn selbst ein ausführliches und gerechtes Verfahren für ihr Todesurteil? Wohl kaum. Was ist, wenn sie doch Recht gehabt hätten? Natürlich, die Unschuld Susannas wird uns in der heiligen Schrift von Gott versichert - aber ich traue ihm nicht, diesem wahnsinnigen Bastard.
Die menschliche Erinnerung funktioniert nicht wie eine Videokamera. Auch bei ehrlichen Zeugenaussagen kommt es oft zu verfälschten oder ungenauen Einzelheiten. Dass ein Zeuge von einer Buche, der andere von einer Fichte spricht, ist kein eindeutiger Beweis, dass beide Männer definitiv bewusst und mutwillig eine falsche Anklage geführt haben und dafür hingerichtet werden müssen.
Was ist wenn nur einer der Richter eine Falschaussage gemacht hat, mutwillig oder nicht?..

Wenn so eine Praxis öffentlich bekannt ist, würde ich als Zeuge eines Verbrechens lieber schweigen - so schwer es mir auch prinzipiell fällt, die Klappe zu halten. Denn wenn ich mich nicht an alle Details genau erinnern kann oder ein anderer Zeuge etwas anderes erzählt, könnte es mich meinen Kopf kosten.
Und den brauch ich noch. Nicht nur zum hübsch aussehen, sondern gelegentlich auch, um mir Drogen und Junk-Food zuzuführen. Daher würde mich ungern auf diese liebgewonnene Körperteil verzichten.


"63 Ihr Vater Hilkija, ihre Mutter, ihr Mann Jojakim und alle ihre Angehörigen priesen Gott, weil Susanna von jedem Vorwurf reingewaschen worden war."

(Zusätze zu Daniel 63)


Dass man den HERRN lobt ist eine Standardfloskel in biblischen Texten. An dieser Stelle sollte man doch auch mal Daniel loben. Dieser hat schließlich eine Unschuldige vor dem Tod bewahrt und gleichzeitig zwei Verbrecher überführt. Und das allein durch ein simples Verhör. Gott zeigt uns hier eine effektive Methode, Dinge zu beurteilen: Nachfragen, neugierig sein, alle Puzzleteile rational zusammensetzen.
Dafür braucht man nicht einmal Religion. Ab und zu kommt es sogar vor, dass ein nicht-religiöser Mensch sogar noch besser darin ist, sich auf harte Fakten zu stützen und nichts anderes. Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde...

Gott wird immer wieder erwähnt und lobgepriesen, weil das damals einfach so Brauch war. Aber in den antiken Detektiv-Storys von Susanna und vom falschen Gott Bel ist die Figur Gott unwichtig. Daniel benutzt seinen Verstand, um durch physische Beweise Illusionen aufzulösen, die von hohen Autoritäten dazu verwendet werden, die einfachen Leute zu verarschen.
Diese skeptische Haltung ist ein zweischneidiges Schwert und könnte auch gegen den Bibelgott verwendet werden. Daher gingen die Juden und Protestanten wohl auf Nummer Sicher, den Text erst gar nicht in ihr magisches Buch aufzunehmen.
Denn mit der gleichen Methode, mit der man die Täuschungen und absurden Vorstellungen von anderen entlarven kann, kann man auch seine eigenen Täuschungen und absurden Vorstellungen entlarven. Und wer will das schon?



A MAN'S WORLD

Die Bibel erzählt nicht gerade oft Geschichten über selbständige und starke Frauen.
Nur zwei der 66 Bücher der protestantischen Bibel sind aus Sicht einer Frau geschrieben: Das Buch Rut und das Buch Ester. Das Buch Rut erzählt die Story einer jüdischen Frau, die ihren Mann verliert, dann das furchtbare Schicksal erleidet, eine unverheiratete Frau sein zu müssen und schließlich wieder heiratet. Die Suche einer Frau nach ihrer Rolle in der Gesellschaft endet erwartungsgemäß hinter dem Herd.



Das Buch Ester beginnt damit, dass der persische König seine Frau abschießt, weil die sich weigert, vor seiner betrunkenen Party-Gesellschaft zu tanzen. Der sympathische Gentleman lässt einen öffentlichen Brief verfassen, in denen alle Frauen angehalten werden, den Befehlen ihres Mannes bedingungslos Gehorsam zu leisten. [Mehr dazu hier]
Um eine neue Dame an seiner Seite zu finden, lässt er sich Jungfrauen wie auf einem Viehmarkt präsentieren. Er wählt die schließlich die heimlich jüdische Waise Ester zu seiner neuen Königin. Die ist zwar die Titelheldin und darf ein Komplott gegen den König aufdecken und ein jüdisches Fest begründen – trotzdem verdankt sie ihre Macht einzig und allein dem König, der immer die Hosen im Haus anbehält.




Sowohl Ester als auch Rut sind komplett durch ihre Ehe definiert. Ester ist nicht die Herrscherin, sie ist bloß die Frau an der Seite eines großen Mannes. Rut findet ihr Glück als Hausfrau und Mutter.
Da wundert es, dass die einzige Geschichte, in der die Titelheldin eine clevere und toughe Killerbraut ist, nur in den Bibeln der katholischen Kirche zu finden ist, die eigentlich nicht unbedingt für ihren radikalen Feminismus bekannt ist.



HALSABSCHNEIDERIN

Die Protagonistin aus dem Buch Judith glänzt weder wegen ihres Mannes, noch handelt sie auf den Befehl irgend eines Mannes. Klingt seltsam, ich weiß.
Die Geschichte spielt in einer Zeit, als Gottes Reich einmal wieder von Feinden besetzt war, wie meistens. Die jüdische Frau Judith schleust sich als Spionin in das Lager des feindlichen Hauptmannes Holofernes. Sie gibt vor, eine von dessen Gespielinnen zu sein.

"17 Da wallte dem Holofernes sein Herz; denn er war entzündet mit Begierde nach ihr.
18 Und er sprach zu ihr: Sitz nieder, trink, und sei fröhlich; denn du hast Gnade gefunden bei mir.
19 Und Judith antwortete: Ja, Herr, ich will fröhlich sein, denn ich bin mein Leben lang so hoch nicht geehrt worden.
20 Und sie aß und trank vor ihm, was ihr ihre Magd bereitet hatte.
21 Und Holofernes war fröhlich mit ihr, und trank so viel, wie er nie getrunken hatte sein Leben lang."

(Judith 12:17-21)


Judith spielt eine von ihr erwartete Frauenrolle, die Konkubine - doch bewusst und mit Berechnung. Nachdem sie den Hauptmann unter den Tisch gesoffen hat, ist er genau da, wo sie ihn haben will. Sie spricht sich durch ein Gebet Mut zu und schlägt Holofernes den Kopf ab...

"3 Holofernes aber war auf sein Bett hingefallen und schlief; denn er war ganz trunken. [...]
7 Nach solchem Gebet trat sie zu der Säule oben am Bett und langte das Schwert, das daran hing,
8 und zog es aus und ergriff ihn beim Schopf und sprach abermals:
9 Herr Gott, stärke mich in dieser Stunde! Und sie hieb zweimal in den Hals mit aller Macht und schnitt ihm den Kopf ab; danach wälzte sie den Leib aus dem Bette und nahm den Vorhang von den Säulen weg mit sich.
10 Danach ging sie heraus und gab das Haupt des Holofernes ihrer Magd und hieß sie es in ihren Sack stoßen."

(Judith 13:3,7-10)




In einem direkten Duell mit Schwertern hätte eine Frau sicherlich keine Chance gegen einen gut trainierten Soldaten gehabt. Doch Judith ist cleverer als ihr Gegner und wird zur Heldin des Tages - auch wenn erwartungsgemäß alle paar Minuten dem HERRN alle Lorbeeren zugesprochen werden.
Doch Judith war es, die die Feinde infiltrierte und dabei jederzeit damit rechnen musste, entdeckt, gefoltert und ermordet zu werden, und die letztendlich das Schwert in der Hand hielt und Holofernes von seinem Kopf trennte (- oder von seinem Körper, je nach Betrachtungsweise).
Das ist nicht ganz einfach, nicht physikalisch und sicherlich nicht psychologisch. Judith hat also keinen besonders angenehmen Abend, während Gott im Himmel auf seinem fetten Arsch sitzt und Regenwolken über Wohngebiete mit einer hohen Rate von Kindern, die am Vortag ihren Teller nicht geleert hatten, schickt.

Wenn Gott doch angeblich so toll ist, warum lässt er die ganze Arbeit immer von Menschen verrichten und macht sich nicht mal ausnahmsweise selbst nützlich?



YOU CAN LEAVE YOUR HEAD ON

Später trifft Judith sich samt dem Sack mit Holofernes' Haupt mit einem gewissen Achior und zeigt ihm, wer hier der Boss ist und wer die Bitch.

"26 Danach forderte man den Achior; zu dem sprach Judith: Der Gott Israels, von dem du gezeugt hast, daß er sich an seinen Feinden rächen kann, hat diese Nacht der Gottlosen Haupt umgebracht durch meine Hand.
27 Und daß du es sehest, so ist hier der Kopf des Holofernes, der den Gott Israels trotzig gelästert hat, und dir den Tod gedroht, da er sprach,
28 wenn das Volk Israel gefangen würde, so wollte er dich mit ihnen erstechen lassen.
29 Und da Achior des Holofernes Kopf sah, entsetzte er sich, daß er erstarrte."

(Judith 13:26-29)



Was lernen wir daraus? In gefährlichen Situationen sollten wir nie den Kopf verlieren, sondern dafür sorgen, dass dies dem Feind geschieht. Im Endeffekt ist Mord nämlich immer die beste Lösung für jedes Problem.
Im Prinzip haben wir es hier also mit der selben Moral zu tun, die 10 von 9 Bibelgeschichten vermitteln. Wenn nicht mehr.




 
LAZING ON A SUNDAY AFTERNOON

Bei den Geschichten über triumphale Siege von unterlegen scheinenden Menschen, die Gott auf ihrer Seite haben, könnte man auf die Idee kommen, dass es immer und für jeden nur Vorteile hat, zum erwählten Volk Gottes zu gehören. Doch für hunderte der "Makkabäer", jüdische Widerstandskämpfer gegen die seleukidischen Besatzung, wurde ihr Glaube zum Verhängnis.

Alexander der Große hatte einst die halbe Welt erobert, doch nach seinem Tod zerfiel sein Reich in vier Teile. Eines davon war das seleukidische Reich, zu dem auch das gelobte Land der Juden gehörte. Da die Juden ihre Religion unter der Fremdherrschaft nicht mehr ungestört öffentlich ausleben durften, versammelten sie sich für ihre Rituale heimlich in der Wüste.
Unsere heitere Erzählung beginnt an einem Sabbat, dem Tag, an dem die Juden laut Gottes Gesetz nicht die geringste Arbeit verrichten dürfen und den HERRN anbeten müssen.
Die Besatzer haben die Juden entdeckt und greifen an. Was tun: Kämpfen? Das wäre ja Arbeit. Macht Gott diesmal vielleicht eine Ausnahme unter diesen besonderen Umständen oder verschieben die Juden den Sabbat auf einen Ausweichtermin?

"31 Da aber des Königs Volk zu Jerusalem in der Stadt Davids hörte, daß etliche sich wider des Königs Gebot setzten und sich aus den Städten getan hätten, sich heimlich in der Wüste zu verstecken und aufzuhalten, und daß viel Volks zu ihnen gezogen war,
32 erhoben sie sich eilend am Sabbat, sie zu überfallen; 

33 und ließen ihnen sagen: Wollt ihr noch nicht gehorsam sein? Ziehet heraus und tut, was der König geboten hat, so sollt ihr sicher sein.

(1 Makkabäer 2:31-33)



Gott kann sich auf seine Leute verlassen: Wie er es ihnen befohlen hat, heiligen sie den Sabbat ohne wenn und aber. Der HERR schaut stolz wie Oskar vom Himmel herab, wie sein Volk ihn innig verehrt und dann brutalst massakriert wird.

34 Darauf antworteten sie: Wir wollen nicht herausziehen, gedenken auch, den Sabbat nicht zu entheiligen, wie der König gebietet. 
35 Und die draußen stürmten den Felsen;
36 und die drinnen wehrten sich nicht, warfen nicht einen Stein heraus, machten auch die Höhlen nicht zu
37 und sprachen: Wir wollen also sterben in unsrer Unschuld; Himmel und Erde werden Zeugen sein, daß ihr uns mit Gewalt und Unrecht umbringt.
38 Also wurden die drinnen am Sabbat überfallen und ihre Weiber und Kinder samt dem Vieh umgebracht, bei tausend Personen."

(1. Makkabäer 2:34-38)




Ist das Leben von unschuldigen Menschen weniger wichtiger als das wöchentliche Sabbat-Ritual? Das sahen nicht alle so - daher beschließen die Juden sich zu wehren, sogar am Wochenende. Da sie sich schon einmal die Mühe gemacht hatten, sich Waffen zu besorgen, gehen sie zudem schnell dazu über, selbst anzugreifen, um eifrig und zornig Andersgläubige zu ermorden.

"39 Da Mattathias und seine Freunde solches hörten, tat es ihnen sehr weh;
40 und sie sprachen untereinander: Wollen wir alle tun wie unsere Brüder und uns nicht wehren wider die Heiden, unser Leben und Gesetz zu retten, so haben sie uns leicht ganz vertilgt.
41 Und beschlossen bei sich. So man uns am Sabbat angreifen würde, wollen wir uns wehren, daß wir nicht alle umkommen, wie unsre Brüder in den Höhlen ermordet sind.
42 Und es sammelte sich eine große Menge der Frommen, tapfere Leute aus Israel, die alle beständig blieben im Gesetz;
43 und kamen zu ihnen alle die, so von der Tyrannei flehen, und mehrten ihre Stärke.
44 Darum rüsteten sie sich auch und erschlugen viel Gottlose und Abtrünnige in ihrem Eifer und Zorn, die übrigen aber gaben die Flucht und entrannen zu den Heiden."

(1. Makkabäer 2:39-44)


Die Rebellion gegen König Antioch läuft nun zu Gunsten der Juden, die wieder und wieder Siege erringen. Der König wollte die Juden zwingen, fremde Gebräuche anzunehmen und ihre eigenen Traditionen aufzugeben. Doch die vorbildlichen Diener des HERRN schaffen die religiöse Tyrannei des Antioch ab: Die Juden haben nämlich ihre eigene Religion, die sie allen anderen Bewohnern aufzwingen wollen – notfalls mit Gewalt.

"45 Danach zogen Mattathias und seine Freunde umher im Lande Israel und rissen die Altäre wieder nieder
46 und beschnitten die Kinder, so noch unbeschnitten waren, mit Gewalt
47 und griffen die Gottlosen an; und es ist ihnen gelungen,
48 daß sie das Gesetz erhielten wider alle Macht der Heiden und Könige, daß die Gottlosen nicht über sie Herren wurden."

(1. Makkabäer 2:45-48)



Es lebe die Freiheit!*
(* den einzig wahren Gott anbeten zu dürfen)



ENDE GUT?

Der schönste Schluss eines Buches, den man innerhalb und außerhalb der Bibel findet, ist das Ende des zweiten Buchs der Makkabäer. Das geht in etwa so: „Das Buch ist zu Ende. Ich hoffe es hat euch gefallen! Wenn nicht, kann ich da auch nichts machen... Ende.“

"38 So will ich nun hiemit dies Buch beschließen, nachdem Nikanor umgekommen und die Juden die Stadt wieder erobert haben.
39 Und hätte ich's lieblich gemacht, das wollte ich gerne. Ist's aber zu gering, so habe ich doch getan, soviel ich vermochte.
40 Denn allezeit nur Wein oder Wasser trinken, ist nicht lustig, sondern zuweilen Wein, zuweilen Wasser trinken, das ist lustig. Also ist's auch lustig, so man mancherlei liest.
Das sei das Ende."

(2 Makkabäer 15:38-40)


Besser könnte ich es nicht sagen: Das sei das Ende.




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>>Teil 6: "Bonus-Material"