14. April 2010

THE SIMSON (Helden der Bibel Teil 1 - Simson)


Dies ist der inspirierende Tatsachenbericht von Simson, der mit Gottes Hilfe tausende Menschen tötet. Natürlich nie ohne Grund: Er tut es, weil es schlechte, verdorbene Menschen sind, die den Tod verdient haben. Oder weil er ihre Klamotten haben möchte... 


SELLING OUT

Immer wenn Gott gerade pleite ist und ein wenig Kohle braucht, verkauft er sein auserwähltes Volk als Sklaven an deren Feinde.
(Das haben die natürlich auch immer verdient, denn er ist ja ein gerechter Gott...)

"14 So ergrimmte der Zorn des HERRN über Israel und gab sie in die Hand der Räuber, daß diese sie beraubten, und verkaufte sie in die Hände ihrer Feinde umher. Und sie konnten nicht mehr ihren Feinden widerstehen;"

(Richter 2:14)


"8 Da ergrimmte der Zorn des HERRN über Israel, und er verkaufte sie unter die Hand Kusan-Risathaims, des Königs von Mesopotamien; und dienten also die Kinder Israel dem Kusan-Risathaim acht Jahre."


(Richter 3:8)


"1 Aber die Kinder Israel taten fürder übel vor dem HERRN, da Ehud gestorben war.
2 Und der HERR verkaufte sie in die Hand Jabins, des Königs der Kanaaniter, der zu Hazor saß; und sein Feldhauptmann war Sisera, und er wohnte zu Haroseth der Heiden."


(Richter 4:1-2)

"7 Da ergrimmte der Zorn des HERRN über Israel, und er verkaufte sie unter die Hand der Philister und der Kinder Ammon."

(Richter 10:7)



Auch die Geschichte des heldenhaften Simson beginnt so. Die Kinder Israels benehmen sich mal wieder daneben und tun übel vor dem HERRN. Der liebe Gott gibt sie zur Strafe einem anderen Volk in die Hände.

"1
Und die Kinder Israel taten fürder übel vor dem HERRN; und der HERR gab sie in die Hände der Philister vierzig Jahre."

(Richter 13:1)


Diesmal ist allerdings nicht von einem "Verkauf" die Rede. Vielleicht hat Gott gerade genug Geld und verschenkt daher die Kinder Israels. Geben ist ja seliger als Nehmen.
Die Philister sollten sich allerdings nicht zu früh freuen. Denn Gott plant schon den nächsten Coup: Ein Engel kündigt einer einfachen Familie die wundersame Geburt eines Erlösers an.
Klingt irgendwie vertraut...




"2 Es war aber ein Mann zu Zora von einem Geschlecht der Daniter, mit Namen Manoah; und sein Weib war unfruchtbar und gebar nicht.
3 Und der Engel des HERRN erschien dem Weibe und sprach zu ihr: Siehe, du bist unfruchtbar und gebierst nicht; aber du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären.
4
So hüte dich nun, daß du nicht Wein noch starkes Getränk trinkst und nichts Unreines essest; 
5 Denn du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, dem kein Schermesser soll aufs Haupt kommen. Denn der Knabe wird ein Geweihter Gottes sein von Mutterleibe an; und er wird anfangen, Israel zu erlösen aus der Philister Hand.
"

(Richter 13:2-5)



Und tatsächlich bekommt die eigentlich unfruchtbare Frau schließlich einen Sohn. Und wie der Engel prophezeit hat, wird dieser Junge namens Simson später Richter Israels (- das waren die Herrscher Israels bevor es dort Könige gab -) und führt die Israeliten mal wieder aus der Knechtschaft.
Und geht niemals zum Frisör.
Apropos:

"14 Oder lehrt euch auch nicht die Natur, daß es einem Manne eine Unehre ist, so er das Haar lang wachsen läßt, 
15
 und dem Weibe eine Ehre, so sie langes Haar hat? Das Haar ist ihr zur Decke gegeben."

(2. Korinther 11:14-15)




IT MUST HAVE BEEN LOVE

Nach seiner Geburt gibt es einen kleinen Sprung in Simsons Biografie. Die Geschichte setzt wieder ein, als Simson zum ersten Mal seine zukünftige Braut erblickt. Eine wunderschöne Liebesgeschichte!

"1
Simson ging gen Thimnath und sah ein Weib zu Thimnath unter den Töchtern der Philister.
2 Und da er heraufkam, sagte er's an seinem Vater und seiner Mutter und sprach: Ich habe ein Weib gesehen zu Thimnath unter den Töchtern der Philister;
gebt mir nun diese zum Weibe."

(Richter 14:1-2)



Simsons Eltern meinen: "Magst du nicht lieber deine Nichten heiraten?! Was willste denn hier mit einer Philistererin, deren Verwandte sind ja gar nicht beschnitten! Scheiß-Ausländer!"

"3 Sein Vater und sein Mutter sprachen zu ihm: Ist denn nun kein Weib unter den Töchtern deiner Brüder und in allem deinem Volk, daß du hingehst und nimmst ein Weib bei den Philistern, die unbeschnitten sind?"

(Richter 14:3a)



Doch Simson ist verliebt und hört nicht auf diese Worte der Vernunft. Er ist ganz offensichtlich ein hoffnungsloser Romantiker.

"Simson sprach zu seinem Vater: Gib mir diese; denn sie gefällt meinen Augen."


(Richter 14:3b)



Die Eltern sind zwar immer noch skeptisch, gehen aber zusammen mit Simson nach Thimnath, wo seine Angebetete wohnt. Doch auf dem Weg dorthin begegnen sie einem Löwen. Ach, du Schreck!

"4 Aber sein Vater und seine Mutter wußten nicht, daß es von dem HERRN wäre; denn er suchte Ursache wider die Philister. Die Philister aber herrschten zu der Zeit über Israel.
5 Also ging Simson hinab mit seinem Vater und seiner Mutter gen Thimnath. Und als sie kamen an die Weinberge zu Thimnath, siehe, da kam ein junger Löwe brüllend ihm entgegen."

(Richter 14:4-5)


Glücklicherweise gerät der Geist Gottes über Simson und er zerreißt den Löwen, so wie man normalerweise nur Ziegenböcke zerreißt.

"6 Und der Geist des HERRN geriet über ihn, und er zerriß ihn, wie man ein Böcklein zerreißt, und hatte doch gar nichts in seiner Hand."

(Richter 14:6a)






Nun wird die Geschichte doch ein klein wenig unglaubwürdig:

"Und sagte es nicht an seinem Vater noch seiner Mutter, was er getan hatte."


(Richter 14:6b)


Das mit dem Geist Gottes und dem Töten des Löwens mit bloßen Händen: Klar, das kann schon mal passieren.
Aber wie kann er das denn vor seinen Eltern geheimhalten? Die waren doch dabei!
Wahrscheinlich haben sie gerade nicht hingeguckt, als sie von dem brüllenden Löwen angegriffen wurden...




In modernen Liebesgeschichten verliebt sich oft ein Mann in eine Frau, die zunächst nichts von ihm wissen will. Der Mann muss dann durch große Taten erst seine Liebe beweisen und das Herz der Dame erobern.
In der Bibel ist das kein Problem, da es hier scheißegal ist, was die Weiber wollen.
Deshalb gibt es schon jetzt ein Happy End: Simson findet, dass die Frau gut aussieht. Und damit ist die Hochzeit beschlossene Sache. Das waren noch Zeiten!

"7 Da er nun hinabkam redete er mit dem Weibe, und sie gefiel Simson in seinen Augen.
8 Und nach etlichen Tagen kam er wieder, daß er sie nähme;"


(Richter 14:7-8a)




DER HONIG DER LÖWEN

"und trat aus dem Wege, daß er das Aas des Löwen besähe. Siehe, da war ein Bienenschwarm in dem Leibe des Löwen und Honig.
9 Und er nahm ihn in seine Hand und aß davon unterwegs und ging zu seinem Vater und zu seiner Mutter und gab ihnen, daß sie auch aßen. Er sagte ihnen aber nicht an, daß er den Honig aus des Löwen Leibe genommen hatte."


(Richter 14:8a-9)



Keine Ahnung was uns das sagen soll. Fragt doch mal euren Pfarrer des Vertrauens.




Jedenfalls stellt Simson später bei seinem Junggesellenabschied seinen Gästen ein seltsames Rätsel. Stripperinnen waren wohl noch nicht erfunden.

"10 Und da sein Vater hinabkam zu dem Weibe, machte Simson daselbst eine Hochzeit, wie die Jünglinge zu tun pflegen.
11 Und da sie ihn sahen, gaben sie ihm dreißig Gesellen zu, die bei ihm sein sollten.
12
Simson aber sprach zu ihnen: Ich will euch ein Rätsel aufgeben. Wenn ihr mir das erratet und trefft diese sieben Tage der Hochzeit, so will ich euch dreißig Hemden geben und dreißig Feierkleider.
13 Könnt ihrs aber nicht erraten, so sollt ihr mir dreißig Hemden und dreißig Feierkleider geben. Und sie sprachen zu ihm: Gib dein Rätsel auf; laß uns hören!

14 Er sprach zu ihnen: Speise ging von dem Fresser und Süßigkeit von dem Starken. Und sie konnten in drei Tagen das Rätsel nicht erraten."

(Richter 14:10-14)



Da die Ratefüchse nicht auf des Rätsels Lösung kommen, jedoch sehr gerne die Hemden und Festkleider gewinnen wollen, fragen sie Simsons Frau.
Und um ihr einen Anreiz zu geben, ihnen die Antwort zu verraten, drohen sie, ihr Haus samt Bewohner abzubrennen, wenn nicht.

"15
Am siebenten Tage sprachen sie zu Simsons Weibe: Überrede deinen Mann, daß er uns sage das Rätsel, oder wir werden dich und deines Vaters Haus mit Feuer verbrennen. Habt ihr uns hierher geladen, daß ihr uns arm macht? Oder nicht?
16 Da weinte Simsons Weib vor ihm und sprach: Du bist mir gram und hast mich nicht lieb. Du hast den Kindern meines Volkes ein Rätsel aufgegeben und hast mir's nicht gesagt. Er aber sprach zu ihr: Siehe, ich habe es meinem Vater und meiner Mutter nicht gesagt und sollte dir's sagen?
17
Und sie weinte die sieben Tage vor ihm, da sie Hochzeit hatten; aber am siebenten Tage sagte er's ihr, denn sie drängte ihn. Und sie sagte das Rätsel ihres Volkes Kindern."


(Richter 14:15-17)



Da Simson so ein netter Kerl ist, verrät er seiner Frau nach nur sechs Tagen der Tränen die Antwort. Da nun sein Rätsel gelöst ist, muss Simson dreißig Kleider und Hemden springen lassen. Aber den Ärschen, die seine Frau bedroht haben, gibt er nicht seine eigenen Klamotten. Das wär ja noch schöner!
Pragmatisch wie er ist, zieht er durch die Landen und ermordet wahllos Menschen, um deren Kleidung zu stehlen.
Sein alter Kumpel, der Geist Gottes, hilft ihm dabei.

"18
Da sprachen die Männer der Stadt zu ihm am siebenten Tage, ehe die Sonne unterging: Was ist süßer den Honig? Was ist stärker denn der Löwe? Aber er sprach zu ihnen: Wenn ihr nicht hättet mit meinem Kalb gepflügt, ihr hättet mein Rätsel nicht getroffen.
19 Und der Geist des HERRN geriet über ihn, und er ging hinab gen Askalon und schlug dreißig Mann unter ihnen und nahm ihr Gewand und gab Feierkleider denen, die das Rätsel erraten hatten."


(Richter 14:18-19a)




FIREFOX

"Und ergrimmte in seinem Zorn und ging herauf in seines Vaters Haus.
20 Aber Simsons Weib ward einem seiner Gesellen gegeben, der ihm zugehörte."


(Richter 14:19b-20)

Nachdem unser Held, der sympathische Massenmörder Simson, einige Zeit in seinem Elternhaus geschmollt hat, da er sich ungerecht behandelt fühlt, möchte er zu seiner Frau zurückkehren.
Doch sein Schwiegervater lässt Simson nicht zu ihr. Da er gedacht hat, Simson käme gar nicht mehr wieder, hat er sie an einen von Simsons Hochzeitsgesellen weiterverheiratet - einer von denen, die sie verbrennen wollten, hätte sie ihnen nicht die Lösung von Simson Rätsel verraten.

"1 Es begab sich aber nach etlichen Tagen, um die Weizenernte, daß Simson sein Weib besuchte mit einem Ziegenböcklein. Und als er gedachte: Ich will zu meinem Weibe gehen in die Kammer, wollte ihn der Vater nicht hinein lassen"

(Richter 15:1)



Allerdings hat er da noch ein neueres Modell auf Lager: Die jüngere Schwester von Simsons namenloser Frau. Die ist ja auch eh viel schöner. Wo ist also das Problem? 

"2 und sprach: Ich meinte, du wärest ihr gram geworden, und habe sie deinem Freunde gegeben. Sie hat aber eine jüngere Schwester, die ist schöner denn sie; die laß dein sein für diese."

(Richter 15:2)


"So nicht!", findet Simson. Er fängt dreihundert Füchse und bindet je zwei an ihren Schwänzen zusammen. Dann zündet er sie an und verwendet sie als Brandbeschleuniger, um die Felder der Philister abzufackeln.

"3 Da sprach Simson zu ihnen: Ich habe einmal eine gerechte Sache wider die Philister; ich will euch Schaden tun.
4 Und Simson ging hin und fing dreihundert Füchse und nahm Brände und kehrte je einen Schwanz zum andern und tat einen Brand je zwischen zwei Schwänze
5 und zündete die Brände an mit Feuer und ließ sie unter das Korn der Philister und zündete also an die Garben samt dem stehenden Korn und Weinberge und Ölbäume"

(Richter 15:3-5)





Als die Philister merken, dass ihre Felder verbrannt sind, untersuchen sie die Sache. Ihre Recherche ergibt, dass Simson verantwortlich ist, da sein Schwiegervater seine Frau neu verheiratet hat. Also tun sie das einzig Vernünftige: Sie verbrennen Simsons Frau und seinen Schwiegervater. 

"6 Da sprachen die Philister: Wer hat das getan? Da sagte man: Simson, der Eidam des Thimniters; darum daß er ihm sein Weib genommen und seinem Freunde gegeben hat. Da zogen die Philister hinauf und verbrannten sie samt ihrem Vater mit Feuer."

(Richter 15:6)



Simson verprügelt die Philister ordentlich für diese Tat und glaubt, dass die Sache nun endgültig erledigt ist. 
 
"7 Simson aber sprach zu ihnen: Wenn ihr solches tut, so will ich mich an euch rächen und darnach aufhören,
8 und schlug sie hart, an Schultern und an Lenden. Und zog hinab und wohnte in der Steinkluft zu Etam."


(Richter 15:7-8)


 

Doch die Philister schwören Rache: Sie fangen Simson ein, fesseln ihn und schaffen ihn fort.

"9 Da zogen die Philister hinauf und lagerten sich in Juda und ließen sich nieder zu Lehi. [...]

 Und sie banden ihn mit zwei neuen Stricken und führten ihn herauf vom Fels."

(Richter 15:9,13b)



Aber die Philister haben die Rechnung ohne den Geist Gottes gemacht. Der gerät mal wieder über Simson und verleiht ihm Bärenkräfte. Er sprengt seine Fesseln und tötet mit einem Kiefernknochen eines Esels tausend Männer. 

"14 Und da er kam bis gen Lehi, jauchzten die Philister ihm entgegen. Aber der Geist Gottes geriet über ihn, und die Stricke an seinen Armen wurden wie Fäden, die das Feuer versengt hat, daß die Bande an seinen Händen zerschmolzen. 
15 Und er fand einen frischen Eselskinnbacken; da reckte er seine Hand aus und nahm ihn und schlug damit tausend Mann. 
16 Und Simson sprach: Da liegen sie bei Haufen; durch eines Esels Kinnbacken habe ich tausend Mann geschlagen."
 
(Richter 15:14-16)






Fazit: Ein Streit in der Familie veranlasst Simson zunächst, Brandstiftung zu begehen und letztendlich dazu, tausend Menschen zu ermorden. Er meistert also Schwierigkeiten mit einem kühlen Kopf, wie ein wahrer Diplomat.
Das zeigt eindeutig, dass er hervorragend dazu geeignet ist, Herrscher von Israel zu werden.

"20 Und er richtete Israel zu der Philister Zeit zwanzig Jahre."

(Richter 15:20)




THE DOORS

Nun macht die Erzählung mal wieder einen großen Sprung und wir erfahren von den letzten Tagen im Leben des großen Simson.

"1 Simson ging hin gen Gaza und sah daselbst eine Hure und kam zu ihr."

(Richter 16:1)


Die Geschichte mit der Prostituierten hat mit der eigentlichen Story, dem Kampf Simson gegen die Philister, rein gar nichts zu tun. Gott wollte es wohl nur mal so erwähnen.
Die Bewohner von Gaza können Simson nicht leiden, wahrscheinlich wegen dessen Angewohnheit, ihr Volk regelmäßig zu massakrieren. Daher planen sie, ihn umzubringen, und lauern ihm am Stadttor auf.

"2 Da ward den Gazitern gesagt: Simson ist hereingekommen. Und sie umgaben ihn und ließen auf ihn lauern die ganze Nacht in der Stadt Tor und waren die ganze Nacht still und sprachen: Harre; morgen, wenn's licht wird, wollen wir ihn erwürgen."

(Richter 16:2)


Leider sind die Gaziter nicht annähernd so gute Mörder wie Simson. So warten sie zwar die ganze Nacht am Stadttor, scheinen ihn aber nicht zu bemerken als er an ihnen vorbei spaziert und dabei die Stadttore herausreißt.

"3 Simson aber lag bis Mitternacht. Da stand er auf zu Mitternacht und ergriff beide Türen an der Stadt Tor samt den Pfosten und hob sie aus mit den Riegeln und legte sie auf seine Schultern und trug sie hinauf auf die Höhe des Berges vor Hebron."

(Richter 16:3)


Simson geht unbehelligt seines Weges und nimmt die Stadttore mit auf einen Berg.
Warum?! Mmmh... Warum nicht?!

Vielleicht waren es besonders schöne Türen. Vielleicht hatte Simson auch einfach nur zu viele Drogen genommen, bevor er zu der Prostituierten gegangen war.
Der genaue Grund wird wohl immer im Dunkel der Geschichte verborgen bleiben.



WUNDERHAAR

Nach dieser seltsamen Episode lernt Simson eine Frau kennen. Doch die arbeitet leider als Spionin für die Philister, die auf der Suche nach dem Geheimnis von Simsons großer Kraft sind.

"4 Darnach gewann er ein Weib lieb am Bach Sorek, die hieß Delila.
5 Zu der kamen der Philister Fürsten hinauf und sprachen zu ihr: Überrede ihn und siehe, worin er solche große Kraft hat und womit wir ihn übermögen, daß wir ihn binden und zwingen, so wollen wir dir geben ein jeglicher tausendundhundert Silberlinge."

(Richter 16:4-5)


Delila will sich die Chance auf mehrere tausendundhunderte Silberlinge nicht entgehen lassen und versucht auf subtile Weise herauszufinden, woher Simsons Kraft kommt.

"6 Und Delila sprach zu Simson: Sage mir doch, worin deine große Kraft sei und womit man dich binden möge, daß man dich zwinge?
7 Simson sprach zu ihr: Wenn man mich bände mit sieben Seilen von frischem Bast, die noch nicht verdorrt sind, so würde ich schwach und wäre wie ein anderer Mensch.
8
Da brachten der Philister Fürsten zu ihr hinauf sieben Seile von frischem Bast, die noch nicht verdorrt waren; und sie band ihn damit.
9 (Man lauerte ihm aber auf bei ihr in der Kammer.) Und sie sprach zu ihm: Die Philister über dir, Simson! Er aber zerriß die Seile, wie eine flächsene Schnur zerreißt, wenn sie ans Feuer riecht; und es ward nicht kund, wo seine Kraft wäre."

(Richter 16:6-9)



Das Spiel geht noch drei mal so. Simson lässt sich fesseln, zuerst mit Bastseilen und dann mit ungebrauchten Seilen. Beim letzten Mal lässt er sich von Delila sogar Zöpfe von seiner Haarpracht an einem Nagel festbinden. Warum er das tut, bleibt schleierhaft. Muss sich wohl um archaische SM-Praktiken handeln.
Nachdem er gefesselt ist, behauptet Delila immer, die Philister seien gekommen, um ihn einzufangen. Simson fällt jedes Mal darauf rein und sprengt seine Ketten.

Die Strategie, Simson einfach nach dem Ursprung seiner Kraft zu fragen und dieses Wissen dann empirisch zu überprüfen, hat leider nicht funktioniert. Sie probiert eine neue Taktik aus: Ihn so sehr drängen und plagen, bis er beinahe stirbt...

"15 Da sprach sie zu ihm: Wie kannst du sagen, du habest mich lieb, so dein Herz doch nicht mit mir ist? Dreimal hast du mich getäuscht und mir nicht gesagt, worin deine große Kraft sei.
16 Da sie ihn aber drängte mit ihren Worten alle Tage und ihn zerplagte, ward seine Seele matt bis an den Tod,"

(Richter 16:15-16)



Dass eine Frau, die er so gut wie gar nicht kennt, mit allen Mitteln versucht seinen wunden Punkt herauszubekommen, findet Simson wohl nicht verdächtig.
Er gibt nach und verrät, das seine Kraft in seinen Haaren liegt.

"17 und er sagte ihr sein ganzes Herz und sprach zu ihr: Es ist nie ein Schermesser auf mein Haupt gekommen; denn ich bin ein Geweihter Gottes von Mutterleibe an. Wenn man mich schöre, so wiche meine Kraft von mir, daß ich schwach würde und wie alle anderen Menschen. 

18 Da nun Delila sah, daß er ihr all sein Herz offenbart hatte, sandte sie hin und ließ der Philister Fürsten rufen und sagen: Kommt noch einmal herauf; denn er hat mir all sein Herz offenbart. Da kamen der Philister Fürsten zu ihr herauf und brachten das Geld mit sich in ihrer Hand."

(Richter 16:17-18)



Die Tatsache, dass Delila sofort nachdem Simson ihr sein Geheimnis verraten hat, die Fürsten der Philister empfängt - seine Todfeinde - und diese ihr eine große Menge Geld übergeben, macht Simson noch immer nicht misstrauisch.
Und so kommt es wie es kommen muss.

"19 Und sie ließ ihn entschlafen auf ihrem Schoß und rief einem, der ihm die sieben Locken seines Hauptes abschöre. Und sie fing an ihn zu zwingen; da war seine Kraft von ihm gewichen.
20 Und sie sprach zu ihm: Philister über dir, Simson! Da er nun aus seinem Schlaf erwachte, gedachte er: Ich will ausgehen, wie ich mehrmals getan habe, ich will mich losreißen; und wußte nicht, daß der HERR von ihm gewichen war."

(Richter 16:19-20)


Die Philister ergreifen den nun saft- und kraftlosen Simson. Der ist jetzt wehrlos, da der HERR nun von ihm gewichen ist. Unattraktiven, lockenlosen Menschen hilft Gott natürlich nicht. Das wär ja auch lächerlich!





ENDE GUT, ALLES GUT

Die Philister stecken Simson ins Gefängnis. Doch obwohl sie jetzt ja wissen, dass Simsons Macht in seinen Haaren liegt, schicken sie ihn nicht regelmäßig zum Haareschneiden...

"21 Aber die Philister griffen ihn und stachen ihm die Augen aus und führten ihn hinab gen Gaza und banden ihn mit zwei ehernen Ketten, und er mußte mahlen im Gefängnis.
22 Aber das Haar seines Hauptes fing an, wieder zu wachsen, wo es geschoren war.
23 Da aber der Philister Fürsten sich versammelten, ihrem Gott Dagon ein großes Opfer zu tun und sich zu freuen, sprachen sie: Unser Gott hat uns unsern Feind Simson in unsre Hände gegeben. 
24 Desgleichen, als ihn das Volk sah, lobten sie ihren Gott; denn sie sprachen: Unser Gott hat uns unsern Feind in unsre Hände gegeben, der unser Land verderbte und unsrer viele erschlug."

(Richter 16:21-24)



Die Philister freuen sich, dass sie Simson, der tausende von ihnen ermordet hat, nun endlich erwischt haben. Sie machen eine dicke Party und opfern ihrem Gott Dagon. Zur Belustigung lassen sie Simson vor den Leuten performen.

"25 Da nun ihr Herz guter Dinge war, sprachen sie: Laßt Simson holen, daß er vor uns spiele. Da holten sie Simson aus dem Gefängnis, und er spielte vor ihnen, und sie stellten ihn zwischen die Säulen.
26 Simson aber sprach zu dem Knabe, der ihn bei der Hand leitete: Laß mich, das ich die Säulen taste, auf welchen das Haus steht, daß ich mich dranlehne.
27
Da Haus aber war voll Männer und Weiber. Es waren der Philister Fürsten alle da und auf dem Dach bei dreitausend, Mann und Weib, die zusahen, wie Simson spielte."

(Richter 16:25-27)


Simson wäre aber nicht ein so ehrbarer Held der Bibel, wenn er sich das gefallen ließe. Er plant, die Säulen des Hauses zu zerstören und in einem Selbstmordanschlag die dreitausend Menschen, die auf dem Dach sind (es muss ein recht großes Dach sein), zu eliminieren.
Doch dafür braucht es Gottes Hilfes. Da es sich um einen guten Zweck handelt, sagt Gott nicht "Nein". So läßt sich dieses tragische Ereignis - der Tod dieses wunderbaren und vorbildlichen Mannes - zumindest mit einer guten Sache verbinden - dem Tod einiger Tausend von diesen verdammten Philistern.
Gott sei Dank!

"28 Simson aber rief den HERRN an und sprach: Herr, HERR, gedenke mein und stärke mich doch, Gott, diesmal, daß ich für meine beiden Augen mich einmal räche an den Philistern!
29 Und er faßte die zwei Mittelsäulen, auf welche das Haus gesetzt war und darauf es sich hielt, eine in seine rechte und die andere in seine linke Hand,
30 und sprach: Meine Seele sterbe mit den Philistern! und neigte sich kräftig. Da fiel das Haus auf die Fürsten und auf alles Volk, das darin war, daß der Toten mehr waren, die in seinem Tod starben, denn die bei seinem Leben starben."


(Richter 16:28-30)




Was will uns Gott mit dieser Geschichte sagen, liebe Kinder?
Selbstmordanschläge mit 3000 Todesopfern sind eine gute Sache, solange man im Auftrag des wahren Gottes handelt!

Und: Rache ist süß wie Honig aus einem toten Löwen...

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SERIE: HELDEN DER BIBEL

>>Teil 1: "The Simson" (Simson)

31. März 2010

RELIGIONSGUIDE FÜR FRAUEN: DAS QUIZ


Von den folgenden neun Zitaten über Frauen stammen vier aus der Bibel und drei aus dem Koran. Kannst du erraten welche? 

Zu gewinnen gibt es zwanzig Stockschläge und einen modischen Gesichtsschleier.

1
"Eure Weiber sind euch ein Acker. Gehet zu eurem Acker, von wannen ihr wollt;"

2
"Wenn eines Priesters Tochter anfängt zu huren, die soll man mit Feuer verbrennen; denn sie hat ihren Vater geschändet."

3

"Der Mann aber soll das Haupt nicht bedecken, sintemal er ist Gottes Bild und Ehre; das Weib aber ist des Mannes Ehre. Denn der Mann ist nicht vom Weibe, sondern das Weib vom Manne. 

Und der Mann ist nicht geschaffen um des Weibes willen, sondern das Weib um des Mannes willen"

4
"Eine Frau soll still zuhören und sich ganz unterordnen. Ich gestatte es keiner Frau zu Lehren und sich über den Mann zu erheben."

5
"Und wenn ihr eine Frau gegen eine andere tauschen möchtet und habt der einen bereits einen Schatz gegeben, so nehmt nichts davon zurück."


6
"Die Frau muß das Haupt verhüllen, weil sie nicht das Ebenbild Gottes ist."

7

"Und wie die Frauen Pflichten haben, so haben sie auch Rechte, nach dem Brauch; doch haben die Männer einen gewissen Vorrang vor ihnen"


8

"Desgleichen sollen die Weiber ihren Männern untertan sein, auf daß auch die, so nicht glauben an das Wort, durch der Weiber Wandel ohne Wort gewonnen werden"


9
"Die Zauberinnen sollst du nicht leben lassen."
















AUFLÖSUNG

1, 5 und 7 sind aus dem Koran, 2 und 9 aus dem alten Testament, 3 und 8 aus dem neuen Testament, 4 ist ein Zitat von Papst Johannes Paul II von 1988, 6 ist vom "heiligen" Ambrosius, einem der Kirchenväter.


26. März 2010

OPFA! (Das Buch Genesis Teil 7)



[Teil 1: "Sonne, Mond und Sterne"] [Teil 2: "Es war einmal..."]
[Teil 3: "Die gerechte Strafe"] [Teil 4: "Die Reise zum Mittagsland der Erde"]
[Teil 5: "Die Rückkehr der Riesen"] [Teil 6: "Feuerwasser"]

Gott liebt alle Menschen. Die Leute aus seinem auserwählten Volk allerdings mehr als die anderen. In seinem Lieblingsvolk gibt es außerdem noch Männer (Frauen prinzipiell nicht), die der HERR ganz besonders gern hat. Einer davon ist Abraham.
Auf diese Figur begründen sich Judentum, Christentum und Islam (hier heißt er Ibrahim) - und werden daher auch die "abrahamitischen Religionen" genannt.
Schauen wir doch mal, was der gute Abe so getan hat, um Gottes Liebling zu werden.





iCON

Was zuvor geschah: 
Im Kapitel 12 der Genesis reist Abraham mit seiner Frau nach Ägypten. Da er Angst hat, die Ägypter könnten ihn aus Eifersucht auf seine schöne Frau umbringen, verleugnet er seine Ehefrau und behauptet, ihr Bruder zu sein. Selbst den König Ägyptens, den Pharao, lügt er an.

Jahre später besucht Abraham das Land Gerar und zieht exakt die selbe Nummer nochmal ab:

"1 Abraham aber zog von dannen ins Land gegen Mittag und wohnte zwischen Kades und Sur und ward ein Fremdling zu Gerar. 
2 Er sprach aber von seinem Weibe Sara: Es ist meine Schwester. Da sandte Abimelech, der König zu Gerar, nach ihr und ließ sie holen."

(Genesis 20:1-2)



Wie einst der Pharao, versucht auch der König von Gerar (mit dem schönen Namen Abimelech,) bei Sara zu landen. Sie scheint wirklich äußerst attraktiv zu sein - obwohl sie mittlerweile schon über 90 ist.

"3 Aber Gott kam zu Abimelech des Nachts im Traum und sprach zu ihm: Siehe da, du bist des Todes um des Weibes willen, das du genommen hast; denn sie ist eines Mannes Eheweib."

(Genesis 20:3)



Gott droht dem König im Traum mit dem Tode, da er Ehebruch begangen haben soll. Abimelech bringt den gar nicht so schlechten Einwand, dass er weder gewusst habe, dass Sara verheiratet ist, noch mit ihr geschlafen habe.

"4 Abimelech aber hatte sie nicht berührt und sprach: HERR, willst du denn auch ein gerechtes Volk erwürgen?
5
Hat er nicht zu mir gesagt: Sie sei seine Schwester? Und sie hat auch gesagt: Er ist mein Bruder. Habe ich doch das getan mit einfältigem Herzen und unschuldigen Händen."

(Genesis 20:4-5)



Der HERR, der gerade eben noch etwas ganz anderes behauptet hat, meint, dass er das natürlich gewusst habe. Klar...

"6 Und Gott sprach zu ihm im Traum: Ich weiß auch, daß du mit einfältigem Herzen das getan hast. Darum habe ich dich auch behütet, daß du nicht wider mich sündigtest, und habe es nicht zugegeben, daß du sie berührtest.
7 So gib nun dem Manne sein Weib wieder, denn er ist ein Prophet; und laß ihn für dich bitten, so wirst du lebendig bleiben. Wo du sie aber nicht wiedergibst, so wisse, daß du des Todes sterben mußt und alles, was dein ist."

(Genesis 20:6-7)



Abimelech ist zurecht stinkesauer auf Abraham, dessen Lügen beinahe ihm und seinem ganzen Volk den Tod gebracht hätten. Er stellt ihn zur Rede.

"8 Da stand Abimelech des Morgens früh auf und rief alle seine Knechte und sagte ihnen dieses alles vor ihren Ohren. Und die Leute fürchteten sich sehr.
9 Und Abimelech rief Abraham auch und sprach zu ihm: Warum hast du uns das getan? Und was habe ich an dir gesündigt, daß du so eine große Sünde wolltest auf mich und mein Reich bringen? Du hast mit mir gehandelt, wie man nicht handeln soll. 
"

(Genesis 20:8-9)


Der König stellt ganz gute Fragen. Doch Abraham findet, sich völlig korrekt verhalten zu haben.
Der Tod abertausender unschuldiger Menschen - darunter Kinder und Säuglinge - sei ja wohl kaum so schlimm als wenn ihm, dem großen Abraham, wer an den Kragen wollte!

"11 Abraham sprach: Ich dachte, vielleicht ist keine Gottesfurcht an diesem Orte, und sie werden mich um meines Weibes willen erwürgen."

(Genesis 20:11)


Die nächste Ausrede ist noch besser. Er hat ja gar nicht gelogen, da ja Sara tatsächlich seine Schwester ist!

"12 Auch ist sie wahrhaftig meine Schwester; denn sie ist meines Vaters Tochter, aber nicht meiner Mutter Tochter, und ist mein geworden."


(Genesis 20:12)


Das Heiraten von Schwestern und ganz ausdrücklich auch von Halbschwestern hat Gott eigentlich strengstens verboten:

"22 Verflucht sei, wer bei seiner Schwester liegt, die seines Vaters oder seiner Mutter Tochter ist! Und alles Volk soll sagen: Amen
."

(Deuteronomium 27:23)


Aber beim guten Abraham hat der HERR wohl mal eine Ausnahme gemacht und alles Volk soll sagen: Amen.


"13
Als Gott mich dann aus meiner Heimat in die Fremde schickte, sagte ich zu ihr: 'Tu mir den Gefallen und gib mich überall, wo wir hinkommen, als deinen Bruder aus!'"
14
Da machte Abimelech Abraham ein Geschenk und ließ Kleinvieh, Rinder, Sklaven und Sklavinnen zu ihm bringen. Auch seine Frau Sara gab er ihm zurück."

(Genesis 20:13-14)


Und zwar in dieser Reihenfolge!


"15 und sprach: Siehe da, mein Land steht dir offen; wohne, wo dir's wohl gefällt.
16 Und sprach zu Sara: Siehe da, ich habe deinem Bruder tausend Silberlinge gegeben; siehe, das soll dir eine Decke der Augen sein vor allen, die bei dir sind, und allenthalben. Und damit war ihr Recht verschafft."

(Genesis 20:15-16)


Abimelech macht Abraham und seiner Schwester große Geschenke. Allerdings hat er ja auch kaum eine Wahl. Er wird ja von Gott erpresst.
Allein dadurch, dass er Abraham jetzt noch immer Saras "Bruder" nennt, hört man ein wenig heraus, dass er schon etwas angepisst ist. Aber schließlich haben ihn die beiden erst fast den Kopf gekostet und danach sehr viel Geld. Immerhin pfeift Abraham nun endlich seinen Gott zurück.

"17 Abraham aber betete zu Gott; da heilte Gott Abimelech und sein Weib und seine Mägde, daß sie Kinder gebaren."
 

(Genesis 20:17)

Was? Abimelech soll Kinder gebären?
Und wovon werden sein Weib und die Mägde geheilt?
[ Bibelautor (also Gott): "Hab ich doch schon geschrieben!.. Nicht?!.. Oh... Weil deswegen:" ]

"18 Denn der HERR hatte zuvor hart verschlossen alle Mütter des Hauses Abimelechs um Saras, Abrahams Weibes, willen."

(Genesis 20:18)



Nachdem Gott, Abraham und Sara mal wieder einen König angelogen und abgezogen haben, beenden sie ihren Urlaub und gehen wieder nach Hause.



iSAAK

"1 Und der HERR suchte heim Sara, wie er geredet hatte, und tat mit ihr, wie er geredet hatte.
2 Und Sara ward schwanger und gebar Abraham einen Sohn in seinem Alter um die Zeit, von der ihm Gott geredet hatte."

(Genesis 21:1-2)


Da freut sich Sara sicherlich, dass sie das Wunder der Geburt erleben darf - In einer Zeit, in der es keine Schmerzmittel gibt und im stattlichen Alter von über 90...
Aber schließlich steht sie es durch und kriegt einen Sohn.

Zur damaligen Zeit waren übrigens alle Babys ausnahmslos männlich.
(Oder die Bibel findet Geburten von weiblichen Kindern nicht so wichtig und berichtet niemals davon.
Aber das kann ja nicht sein, denn sonst wäre der liebe Gott, der die Schrift inspiriert hat, ein Sexist. Kann ja nicht...)


"3 Und Abraham hieß seinen Sohn, der ihm geboren war, Isaak, den ihm Sara gebar,
4 und beschnitt ihn am achten Tage, wie ihm Gott geboten hatte.
5 Hundert Jahre war Abraham alt, da ihm sein Sohn Isaak geboren ward.
6 Und Sara sprach: Gott hat mir ein Lachen zugerichtet; denn wer es hören wird, der wird über mich lachen" 
(Genesis 21:3-6)


Gerechte Arbeitsteilung: Sara übernimmt die Schwangerschaft und Geburt, Abraham die Beschneidung. Da ist es nur fair, wenn Abraham den Namen aussuchen darf und die Dorfleute sich über Sara lustig machen. 



DIE MAGD MUSS WEG

Da der HERR Sara und Abraham nun einen Sohn geschenkt hat, wird Abrahams anderer Sohn nicht mehr benötigt. Der hat Migrationshintergrund und stammt von einer armen Frau ab (von der ägyptischen Sklavin Hagar). Ein sozialer Brennpunkt im Hause Abraham... Das geht natürlich nicht, dass der irgendwann etwas erben könnte!
Also muss er weg.

"9 Und Sara sah den Sohn Hagars, der Ägyptischen, den sie Abraham geboren hatte, daß er ein Spötter war,

10 und sprach zu Abraham: Treibe diese Magd aus mit ihrem Sohn; denn dieser Magd Sohn soll nicht erben mit meinem Sohn Isaak." 

(Genesis 21:9-10)




Abraham hat ausnahmsweise mal einen kurzen Anfall von schlechtem Gewissen. Doch Gott findet Saras Plan, Abrahams Sohn und die Sklavin "auszutreiben", super.

"11 Das Wort gefiel Abraham sehr übel um seines Sohnes willen.
12 Aber Gott sprach zu ihm: Laß dir's nicht übel gefallen des Knaben und der Magd halben. Alles, was Sara dir gesagt hat, dem gehorche; denn in Isaak soll dir der Same genannt werden."


(Genesis 21:11-12)


Da der HERR auch noch verspricht, dass Abrahams Sohn ein Volk werden soll - mal wieder - schickt der gute Abraham seinen erstgeborenen Sohn und dessen Mutter am nächsten Morgen auf Nimmerwiedersehen in die Wüste.

"13
Auch will ich der Magd Sohn zum Volk machen, darum daß er deines Samens ist.
14 Da stand Abraham des Morgens früh auf und nahm Brot und einen Schlauch mit Wasser und legte es Hagar auf ihre Schulter und den Knaben mit und ließ sie von sich. Da zog sie hin und ging in der Wüste irre bei Beer-Seba.


(Genesis 21:13-14)


Als wäre das nicht schon scheiße genug für Hagar, von einem Tag auf den anderen im Niemandsland ausgesetzt zu werden, muss sie ihren Sohn auch noch auf ihren Schultern tragen.
Der ist immerhin schon mindestens 14 Jahre alt (siehe Genesis 16:16 und 17:25).
Hagar muss also sehr stark gewesen sein. Im nächsten Vers wirft sie ihren Sohn sogar durch die Luft! 

"15 Da nun das Wasser in dem Schlauch aus war, warf sie den Knaben unter einen Strauch

(Genesis 21:15)



DON´T WORRY, BE HAPPY

"16 und ging hin und setzte sich gegenüber von fern, einen Bogenschuß weit; denn sie sprach: Ich kann nicht ansehen des Knaben Sterben. Und sie setzte sich gegenüber und hob ihre Stimme auf und weinte."

(Genesis 21:16)


Hagar ist nun allein mit ihrem Sohn ohne Trinkwasser in der Wüste. Verzweifelt und ohne Hoffnung erwartet sie einen grausamen Tod.
Da fragt Gott vorsichtig durch einen Stellvertreter mal nach, wo denn genau ihr Problem sei. 

"17 Da erhörte Gott die Stimme des Knaben. Und der Engel Gottes rief vom Himmel der Hagar und sprach zu ihr: Was ist dir Hagar?"

(Genesis 21:17)


Der HERR in seiner unendlichen Gnade lässt Ishmael und Hagar leben und den Rest ihres Lebens in der Wüste verbringen. Aber das sagt er ihnen erst, als sie längst kein Wasser mehr haben und schon fest mit ihrem Tod rechnen mussten.

"Fürchte dich nicht; denn Gott hat erhört die Stimme des Knaben, da er liegt.
18
Steh auf, nimm den Knaben und führe ihn an deiner Hand; denn ich will ihn zum großen Volk machen.  

19 Und Gott tat ihr die Augen auf, daß sie einen Wasserbrunnen sah. Da ging sie hin und füllte den Schlauch mit Wasser und tränkte den Knaben.
20 Und Gott war mit dem Knaben; der wuchs und wohnte in der Wüste und ward ein guter Schütze.
21 Und er wohnte in der Wüste Pharan, und seine Mutter nahm ihm ein Weib aus Ägyptenland."

(Genesis 21:18-21)

Gott macht es ziemlich klar, dass er die beiden nur wegen Ishmael - Abrahams Sohn - nicht sterben lässt. Hagar, die Ishmael aufgezogen hat und den Abrahams dienen musste und dann in die Wüste geschickt wurde, hat da wohl nochmal Glück gehabt, dass sie die Sklavin eines so feinen Herrn war. Gott sei Dank!



SYNCHRON-SPRECHER

Die nächste Geschichte ist stinkend langweilig, sei aber der Vollständigkeit halber erwähnt.

"22 Zu der Zeit redete Abimelech und Phichol, sein Feldhauptmann, mit Abraham und sprach: Gott ist mit dir in allem, das du tust.

23 So schwöre mir nun bei Gott, daß du mir und meinen Kindern und meinen Enkeln keine Untreue erzeigen wollest, sondern die Barmherzigkeit, die ich an dir getan habe, an mir auch tust und an dem Lande, darin du ein Fremdling bist. 
24 Da sprach Abraham: Ich will schwören."

(Genesis 21:22-24)

Abilmelech (- der erst ein Kapitel zuvor mit Gottes Hilfe von Abraham abgezogen wurde -) und sein Feldhauptmann sprechen beide gleichzeitig die selben Worte, damit es eindrücklicher ist.
Sie wollen das Versprechen, nicht nochmal von Abe verarscht zu werden.

Es folgt elendig langes Geschwafel über irgendeinen Brunnen und um einen weltbewegend wichtigen Ort namens Beer-Seba. 

"27 Da nahm Abraham Schafe und Rinder und gab sie Abimelech; und sie machten beide einen Bund miteinander. 
28 Und Abraham stellt sieben Lämmer besonders.  
29 Da sprach Abimelech zu Abraham: Was sollen die sieben Lämmer, die du besonders gestellt hast? 
30 Er antwortete: Sieben Lämmer sollst du von meiner Hand nehmen, daß sie mir zum Zeugnis seien, daß ich diesen Brunnen gegraben habe.  
31 Daher heißt die Stätte Beer-Seba, weil sie beide miteinander da geschworen haben. 
32 Und also machten sie den Bund zu Beer-Seba. Da machten sich auf Abimelech und Phichol, sein Feldhauptmann, und zogen wieder in der Philister Land. 
33 Abraham aber pflanzte Bäume zu Beer-Seba und predigte daselbst von dem Namen des HERRN, des ewigen Gottes."
  
 
(Genesis 21:27-33)


Langweilig...
Die ganze Story wirkt wie Füllmaterial, das die Bibelschreiber an diese Stelle gesetzt haben, damit nicht zwei Episoden direkt hintereinander stehen, in denen Abraham auf grausame Weise seine Söhne misshandelt.
Man könnte ja sonst vielleicht kurz vergessen, dass Abraham einer von den Guten sein soll.



A HOUSE DIVIDED

Nach diesen Geschichten, in denen Abrahams - des HERRN größte Bitch - immer gehorcht hat, wird er zum Dank dafür von Gott versucht.  

"1 Nach diesen Geschichten versuchte Gott Abraham und sprach zu ihm: Abraham! Und er antwortete: Hier bin ich.
2 Und er sprach: Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du lieb hast, und gehe hin in das Land Morija und opfere ihn daselbst zum Brandopfer auf einem Berge, den ich dir sagen werde."

(Genesis 22:1-2)


Aus den Augen, aus dem Sinn. Abrahams erster Sohn, Ishmael, der mindestens 14 Jahre in seinem Haus gewohnt hatte, ist bereits vergessen und Isaak der einzige Sohn, den Abe lieb hat.
Abraham, (was zu deutsch "Vater vieler Völker" heißt,) von dem angeblich alle Israeliten abstammen, ist vielleicht doch nicht so ein guter Vater...

Zumindest fragt er Gott, den sadistischen Dreckssack, nicht einmal, ob dieser eventuell nun endgültig seinen Verstand verloren habe.
Das wird schon alles seine Richtigkeit haben, denkt er sich wohl und macht sich auf, seinen Sohn im Namen des HERRN zu ermorden.

"3 Da stand Abraham des Morgens früh auf und gürtete seinen Esel und nahm mit sich zwei Knechte und seinen Sohn Isaak und spaltete Holz zum Brandopfer, machte sich auf und ging an den Ort, davon ihm Gott gesagt hatte.
4 Am dritten Tage hob Abraham seine Augen auf und sah die Stätte von ferne 

5 und sprach zu seinen Knechten: Bleibt ihr hier mit dem Esel! Ich und der Knabe wollen dorthin gehen; und wenn wir angebetet haben, wollen wir wieder zu euch kommen.
6 Und Abraham nahm das Holz zum Brandopfer und legte es auf seinen Sohn Isaak; er aber nahm das Feuer und Messer in seine Hand, und gingen die beiden miteinander."

(Genesis 22:3-6)


Isaak merkt, dass irgendwas nicht so ganz richtig läuft und fragt seinen Vater, wo denn das Opferschaf sei. Abraham lügt ihn an, bindet ihn fest und zückt sein Messer.
Anscheinend hat er nicht einmal vor, sich von seinem Kind zu verabschieden, bevor er es abschlachtet.

"7 Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham: Mein Vater! Abraham antwortete: Hier bin ich mein Sohn. Und er sprach: Siehe, hier ist Feuer und Holz; wo ist aber das Schaf zum Brandopfer? 

8 Abraham antwortete: Mein Sohn, Gott wird sich ersehen ein Schaf zum Brandopfer. Und gingen beide miteinander. 
9 Und als sie kamen an die Stätte, die ihm Gott gesagt hatte, baute Abraham daselbst einen Altar und legte das Holz darauf und band seinen Sohn Isaak, legte ihn auf den Altar oben auf das Holz 
10 und reckte seine Hand aus und faßte das Messer, daß er seinen Sohn schlachtete."

(Genesis 22:7-10)



Gott schickt in letzter Sekunde einen Engel, um das Opfer aufzuhalten.

"11 Da rief ihm der Engel des HERRN vom Himmel und sprach: Abraham! Abraham! Er antwortete: Hier bin ich. 

12 Er sprach: Lege deine Hand nicht an den Knaben und tue ihm nichts; denn nun weiß ich, daß du Gott fürchtest und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont um meinetwillen."

(Genesis 22:11-12)




Abraham hat den Test bestanden. Laut Bibel war es die richtige Entscheidung, Gottes Befehlen blind Folge zu leisten. Auch wenn es darum geht, sein Kind zu ermorden.
Diese Art von Moral könnte man fragwürdig finden...
Aber zumindest würde Gott nie ein Kind als Menschenopfer akzeptieren, oder?



VERSPROCHEN IST VERSPROCHEN

Zur Klärung dieser nicht ganz unwichtigen Frage verlassen wir kurz mal das Buch Genesis und betrachten die schöne Geschichte von einem Mann namens Jephthah. Der hatte, wie Abraham, Gott auf seiner Seite. Und das, obwohl er ein Hurensohn war!

"1 Jephthah, ein Gileaditer, war ein streibarer Held, aber ein Hurenkind."


(Richter 11:1)

Vor der Schlacht gegen die Ammoniter macht Jephtah einen Deal mit Gott. Wenn der HERR ihm hilft zu gewinnen, opfert er ihm das Erste, was aus seiner Haustür kommt, wenn er wieder heimkehrt.

"29 Da kam der Geist des HERRN auf Jephthah, und er zog durch Gilead und Manasse und durch Mizpe, das in Gilead liegt, auf die Kinder Ammon.

30 Und Jephthah gelobte dem HERRN ein Gelübde und sprach: Gibst du die Kinder Ammon in meine Hand:  
31 was zu meiner Haustür heraus mir entgegengeht, wenn ich mit Frieden wiederkomme von den Kindern Ammon, das soll des HERRN sein, und ich will's zum Brandopfer opfern."

(Richter 11:29-31)



Gott lässt sich auf den Handel ein und sorgt für ein großes Blutbad.

"32 Also zog Jephthah auf die Kinder Ammon, wider sie zu streiten. Und der HERR gab sie in seine Hände.
33 Und er schlug sie von Aroer an, bis wo man kommt gen Minnith, zwanzig Städte, und bis an den Plan der Weinberge, eine sehr große Schlacht. Und wurden also die Kinder Ammon gedemütigt vor den Kindern Israel."

(Richter 11:32-33)




Als Jephthah heimkehrt, kommt seine einzige Tochter aus dem Haus. Jeph ist ziemlich betrübt, dass er seine Tochter ermorden muss. Aber versprochen ist versprochen...

"34 Da nun Jephthah kam gen Mizpa zu seinem Hause, siehe, da geht seine Tochter heraus ihm entgegen mit Pauken und Reigen; und sie war sein einziges Kind, und er hatte sonst keinen Sohn noch Tochter. 

35 Und da er sie sah, zerriß er seine Kleider und sprach: Ach, meine Tochter, wie beugst du mich und betrübst mich! Denn ich habe meinen Mund aufgetan gegen den HERRN und kann's nicht widerrufen."

(Richter 11:34-35)

Was hat er denn gedacht, wer aus der Tür seines Hauses kommt?..
Ein Opferschaf?

Zum Glück wissen wir ja aus der Geschichte von Abraham und Isaak, dass Gott niemals Kinder als Menschenopfer akzeptieren würde. Sicherlich schickt er bald wieder einen Engel.
Immerhin hat er dazu zwei Monate Zeit, in denen Jephthahs Tochter in den Bergen ihre Jungfräulichkeit beweint.

"36 Sie aber sprach: Mein Vater, hast du deinen Mund aufgetan gegen den HERRN, so tue mir, wie es aus deinem Mund gegangen ist, nachdem der HERR dich gerächt hat an deinen Feinden, den Kindern Ammon. 

37 Und sie sprach zu ihrem Vater: Du wollest mir das tun, daß du mir lassest zwei Monate, daß ich von hinnen hinabgehe auf die Berge und meine Jungfrauschaft beweine mit meinen Gespielen. 
38 Er sprach: Gehe hin! und ließ sie zwei Monate gehen. Da ging sie hin mit ihren Gespielen und beweinte ihre Jungfrauschaft auf den Bergen."

(Richter 11:36-38) 


Nach zwei Monaten kommt sie, wie angekündigt, wieder. Bestimmt kommt gleich der Engel Gottes.

"39 Und nach zwei Monaten kam sie wieder zu ihrem Vater."


(Richter 11:39a)

(Wo bleibt denn der Engel? Langsam wird es knapp...)

"Und er tat ihr, wie er gelobt hatte;
und sie war nie eines Mannes schuldig geworden."


(Richter 11:39b)


Kein Engel diesmal...

Dieses Verhalten wird in keiner Stelle der Bibel als moralisch bedenklich bezeichnet. Im neuen Testament wird Jephthah für seine Rechtschaffenheit gelobt (Hebräer 11:32).

Was lernen wir aus der Geschichte? Gott verlangt natürlich nicht einfach so Kinder als Menschenopfer.
Er ist bereit, sich das Blut deines Kindes zu verdienen und dafür als Auftragskiller zu arbeiten.



DAS TUT MIR MEHR WEH ALS DIR

Ausnahmen bestätigen die Regel.
König David ist einer der größten Lieblinge des HERRN und einer der größten Massenmörder der Bibel. Nur den Mord an einem einzigen Mann, Uria, heißt Gott nicht gut.
Um David zu bestrafen lässt er zunächst seine Frauen vor seinen Augen vergewaltigen.

"11 So spricht der HERR: Siehe, ich will Unglück über dich erwecken aus deinem eigenen Hause und will deine Weiber nehmen vor deinen Augen und will sie deinem Nächsten geben, daß er bei deinen Weibern schlafen soll an der lichten Sonne.
12 Denn du hast es heimlich getan; ich aber will dies tun vor dem ganzen Israel und an der Sonne."

(2. Samuel 12:11-12)



Da David nun Reue zeigt, bringt der HERR ihn nicht um. Aber Strafe muss natürlich sein: So tötet der große und gerechte Gott ein Kind.

"13
Da sprach David zu Nathan: Ich habe gesündigt wider den HERRN. Nathan sprach zu David: So hat auch der HERR deine Sünde weggenommen; du wirst nicht sterben.
14
Aber weil du die Feinde des HERRN hast durch diese Geschichte lästern gemacht, wird der Sohn, der dir geboren ist, des Todes sterben. 
15
Und Nathan ging heim. Und der HERR schlug das Kind, das Urias Weib David geboren hatte, daß es todkrank ward."


(2. Samuel 13-15)


Der HERR hat es nicht eilig mit dem umbringen. Das Kind muss sieben Tage leiden, bevor es stirbt.
Als es tot ist, wirft sich David in Schale, um seinen Gott anbeten zu gehen.

"18 Am siebenten Tage aber starb das Kind. Und die Knechte Davids fürchteten sich ihm anzusagen, daß das Kind tot wäre; denn sie gedachten: Siehe, da das Kind noch lebendig war, redeten wir mit ihm, und er gehorchte unsrer Stimme nicht; wie viel mehr wird er sich wehe tun, so wir sagen: Das Kind ist tot.
19
Da aber David sah, daß seine Knechte leise redeten, und merkte, daß das Kind tot wäre, sprach er zu seinen Knechten: Ist das Kind tot? Sie sprachen: Ja.
20
Da stand David auf von der Erde und wusch sich und salbte sich und tat andere Kleider an und ging in das Haus des HERRN und betete an."
 

(2. Samuel 18-20)


Wir lernen: Wenn Gott dein Kind tötet, tut er dies
a) Als Gegenleistung für Massenmord
b) Um dich zu bestrafen
oder
c) Um dem Teufel etwas zu beweisen.



DAS LEBEN IST KEIN PONYHOF

Im Buch Hiob hat Gott mit dem Teufel eine Wette am Laufen. Hiob wird - wie Abraham - "versucht". Sterben muss aber nicht er, sondern seine Kinder, seine Sklaven (gleich dreifach) und seine Tiere.

"13 Des Tages aber, da seine Söhne und Töchter aßen und Wein tranken in ihres Bruders Hause, des Erstgeborenen, 

14 kam ein Bote zu Hiob und sprach: Die Rinder pflügten, und die Eselinnen gingen neben ihnen auf der Weide,  
15 da fielen die aus Saba herein und nahmen sie und schlugen die Knechte mit der Schärfe des Schwerts; und ich bin allein entronnen, daß ich dir's ansagte. 
16 Da er noch redete, kam ein anderer und sprach: Das Feuer Gottes fiel vom Himmel und verbrannte Schafe und Knechte und verzehrte sie; und ich bin allein entronnen, daß ich dir's ansagte. 
17 Da der noch redete, kam einer und sprach: Die Chaldäer machte drei Rotten und überfielen die Kamele und nahmen sie und schlugen die Knechte mit der Schärfe des Schwerts; und ich bin allein entronnen, daß ich dir's ansagte. 
18 Da der noch redete, kam einer und sprach: Deine Söhne und Töchter aßen und tranken im Hause ihres Bruders, des Erstgeborenen,
19 Und siehe, da kam ein großer Wind von der Wüste her und stieß auf die vier Ecken des Hauses und warf's auf die jungen Leute, daß sie starben;
und ich bin allein entronnen, daß ich dir's ansagte."

(Hiob 1:13-19)



Aber Hiob besteht letztendlich alle Prüfungen und bekommt zur Belohnung viel bessere und attraktivere Kinder. Happy End.

"12 Und der HERR segnete hernach Hiob mehr denn zuvor, daß er kriegte vierzehntausend Schafe und sechstausend Kamele und tausend Joch Rinder und tausend Eselinnen.
13 Und er kriegte sieben Söhne und drei Töchter;
14
und hieß die erste Jemima, die andere Kezia und die dritte Keren-Happuch.

15 Und wurden nicht so schöne Weiber gefunden in allen Landen wie die Töchter Hiobs."

(Hiob 42:12-15)



Großer Gott! Vielleicht liegt es nur an mir - aber ich finde es ziemlich uncool, unschuldige Kinder zu ermorden.
Aber man muss halt Prioritäten setzen: Gott findet es offensichtlich sehr wichtig, seinem Erzfeind, dem Teufel, etwas zu beweisen. Was sind da schon ein paar Menschenleben?..



MASTER OF THE UNIVERSE

 Auch in den anderen beiden großen abrahamitischen Religionen Islam und Christentum legt der Boss großen Wert auf bedingungslosen Gehorsam.

Im Koran gibt es die Geschichte um Abrahams Versuchung ebenfalls. Hier soll Abraham (arabisch Ibrahim) allerdings seinen echten ersten Sohn, Ismael, und nicht Isaak opfern. Im Gegensatz zur Bibelgeschichte lügt Abraham hier seinen Sohn nicht an und weiht ihn in Allahs Plan ein und fragt ihn sogar nach seiner Meinung.

"102 Als er alt genug war, um mit ihm zu arbeiten, sprach (Abraham): «O mein lieber Sohn, ich habe im Traum gesehen, daß ich dich schlachte. Nun schau, was meinst du dazu?» Er antwortete: «O mein Vater, tu, wie dir befohlen; du sollst mich, so Allah will, standhaft finden.» 
103 Als sie sich beide (Gott) ergeben hatten und er ihn mit der Stirn gegen den Boden hingelegt hatte, 
104 Da riefen Wir ihm zu: «O Abraham, 
105 Erfüllt hast du bereits das Traumgesicht.» Also lohnen Wir denen, die Gutes tun.“ 

(Koran 37:102-105


Moralisch gesehen ist das wohl eine Weiterentwicklung – jedoch nur auf Seiten von Abraham, nicht auf Gottes. Gottes Wesen ist unveränderlich: Er ist ein kosmischer Diktator.
Das ist auch im Christentum so, hier allerdings etwas weniger offensichtlich, da Gott nun eine bessere Propaganda-Abteilung hat. Statt Furcht vor Gott geht es hier um Gottes Liebe. Jesus lässt jedoch keinen Zweifel daran, dass der HERR nur die liebt, die den rechten Glauben haben.
Entweder man ist für Christus, oder man ist für die Terroristen.

So sagt Jesus:

"32 Wer nun mich bekennet vor den Menschen, den will ich bekennen vor meinem himmlischen Vater.  
33 Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater. 
34 Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, Frieden zu senden auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert."

(Matthäus 10:32-34)


Und:

"30 Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.

31 Darum sage ich euch: Alle Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben; aber die Lästerung wider den Geist wird den Menschen nicht vergeben.
32 Und wer etwas redet wider des Menschen Sohn, dem wird es vergeben; aber wer etwas redet wider den Heiligen Geist, dem wird's nicht vergeben, weder in dieser noch in jener Welt."

(Matthäus 12:30-32)

Die Majestätsbeleidigung ist also die größte Sünde des Universums, die einzige, die nie vergeben werden kann. Wie fortschrittlich...
Wer also beispielsweise sagt: "Hey, heiliger Geist, du bist 'n Arsch!", der kann sich sein restliches Leben lang um Bedürftige kümmern, all seine Organe spenden und ein Heilmittel gegen Krebs erfinden. Nützt nix: Ewige Höllenqualen erwarten ihn nach seinem Tod.
Geschieht ihm nur recht! Den armen, heiligen Geist beleidigen, der sich nicht wehren kann, das ist ja auch nicht die feine englische Art. Da ist es nur angemessen, den Übeltäter für alle Ewigkeiten mit unvorstellbaren Qualen in der Hölle zu bestrafen.
Zumindest, wenn man ein absolutistischer Tyrann ist.



AN OFFER YOU CAN'T REFUSE

Zurück zum Buch Genesis: Gott hat Abraham mit seiner Schreckensherrschaft zu bedingungslosem Gehorsam gezwungen. Als er sieht, dass diese Masche erfolgreich ist, verspricht er Abraham das Blaue vom Himmel, damit der gar nicht erst auf die Idee kommt, Gottes Terrorregime in Frage zu stellen.

"15 Und der Engel des HERRN rief Abraham abermals vom Himmel 
16 und sprach: Ich habe bei mir selbst geschworen, spricht der HERR, weil du solches getan hast und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont,
17 daß ich deinen Samen segnen und mehren will wie die Sterne am Himmel und wie den Sand am Ufer des Meeres; und dein Same soll besitzen die Tore seiner Feinde;  
18 und durch deinen Samen sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden, darum daß du meiner Stimme gehorcht hast"

(Genesis 22:15-18)





Der HERR verhält sich wie ein skrupelloser Mafiaboss. Solange du ihm bedingungslos gehorchst, verspricht er dir Macht und seine Unterstützung im Kampf gegen deine Feinde. Wenn nicht, hast du ein Problem...

 Isaak ist nicht tot - nur lebenslang traumatisiert - da Gott in letzter Sekunde einen Rückzieher macht. Doch wozu zieht Gott die schräge Nummer denn überhaupt erst ab?

 Will er wissen, wie es um Abrahams Loyalität bestellt ist? Wohl eher nicht: Da der HERR allwissend ist, braucht er keine Versuchungen, um zu wissen, wie Abraham in jeder nur vorstellbaren Situation handeln würde. Es kann Gott also nicht darum gehen, etwas zu erfahren, dass er noch nicht wusste. Er weiß ja schon alles.
 Aber er möchte, dass Abraham und alle, die sein Buch lesen, es auch wissen.



FEAR AND TREMBLING

Die Versuchung Abrahams ist eine gigantische Machtdemonstration. Alle sollen erfahren, dass Abraham sich richtig verhalten hat, als er beinahe für den HERRN seinen Sohn geopfert hätte. Dieses Verhalten sehen auch viele der Bibelautoren und spätere Christen als korrekte Option an.
Oft heißt es: Abraham habe ja ein solch großes Vertrauen auf Gott gehabt, wie lobenswert! Doch der Text macht ziemlich deutlich, dass Abrahams Motiv nicht Vertrauen in Gott war – er hatte Angst vor ihm...

"11 Da rief ihm der Engel des HERRN vom Himmel und sprach: Abraham! Abraham! Er antwortete: Hier bin ich. 
12 Er sprach: Lege deine Hand nicht an den Knaben und tue ihm nichts; denn nun weiß ich, daß du Gott fürchtest und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont um meinetwillen."

(Genesis 22:11-12)



Etwas zu tun, weil man jemandem vertraut, ist nicht das selbe, wie etwas zu tun, weil man Furcht vor jemandem hat. Ein lupenreiner Demokrat wie der HERR sollte das eigentlich wissen.

Und überhaupt, seit wann ist denn moralisch empfehlenswert, blindes Vertrauen in jemanden zu haben, der von dir einen Kindermord verlangt?

Gott hatte bereits vor Abrahams Zeiten bewiesen, dass er selbst so einige Leichen im Keller hat, darunter auch diverse Kinder (Stichwort Sintflut, Sodom etc.).
Warum zum Teufel sollte man also einen Auftragsmord von einem kosmischen Serienkiller annehmen und sich auch noch für einen guten Menschen halten?
Sind Gottes Befehle immer gut, nur weil Gott mächtig ist und uns erschaffen hat?

Mit der selben Logik konnte man begründen, dass Kinder von ihren Eltern erschaffen wurden und schwächer als sie sind und die Eltern aus diesem Grund mit ihnen machen können, was sie wollen. Eine solche Haltung ist nicht selten anzutreffen. Selbst in unseren Zeiten: In einigen Staaten der USA und in Frankreich dürfen Lehrer Kinder körperlich bestrafen, in allen Staaten der USA und in vielen europäischen Ländern ist es nicht illegal, seine eigenen Kinder zu schlagen.

"24 Wer seine Rute schont, der haßt seinen Sohn; wer ihn aber liebhat, der züchtigt ihn bald."

(Sprüche 13:24)


Gott sei kein Dank, gibt es in der Moderne auch die Gegenansicht, dass ein jeder Mensch von Geburt an unveräußerliche Grundrechte haben sollte, wie das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Niemand sollte einem diese Rechte wegnehmen dürfen, weil er stärker ist oder weil man ohne dessen sexuellen Aktivitäten nicht existieren würde.
Warum sollte also Gott uneingeschränkte Macht über uns haben und unsere Menschenrechte verletzen dürfen? Weil er stärker ist und wir ohne ihn nicht existieren würden?



FUCK YOU I WON'T DO WHAT YOU TELL ME

Laut biblischer "Moral" soll man also Gott fürchten und alles tun, was dieser verlangt. Ganz egal, ob man dies rational versteht und mit seinem Gewissen vereinbaren kann. Ist man ein Soldat Gottes und tut ohne zu zweifeln das, was man für seinen Willen hält, dann ist man ein "guter" Mensch. In dieser Hinsicht ist Abraham tatsächlich ein positives Beispiel.






Man kann durchaus anderer Meinung sein. Man sollte vielleicht nicht immer nur an sich denken. Antichristen wie ich glauben, dass die Welt ein besserer Ort wäre, wenn wir bereit sind, alles für das Wohl unserer Kinder zu tun; sie vor Schaden zu schützen und "Nein" zu sagen, wenn jemand verlangt, sie umzubringen, selbst wenn es Gott ist. Auch wenn der HERR dann zornig auf uns ist.
Er ist eh meistens sauer wegen irgendwas...



MIGHT MAKES RIGHT

Blinder Gehorsam: Dies ist das Fundament, auf dem die so genannten abrahamitischen Religionen - Judentum, Islam (arabisch für "Unterwerfung") und Christentum (von griechisch "christos": "der Gesalbte", sprich König) – basieren.

Die Autoren der Bibel kannten Demokratie nur vom Hören-Sagen. Sie alle lebten in einer Gesellschaft, die stark auf Autoritäten aufbaute.
 Die religiösen und politischen Führer standen an der Spitze der Pyramide, darunter gab es mächtige und reiche Clans, dann weniger mächtige und weniger reiche, dann eher mäßig mächtige und reiche und der ganze Rest. Nicht nur im Staat, auch in Privathäusern gab es ein allgegenwärtiges Machtgefüge, in dem alle Mitglieder des Hauses - Männer, Frauen, Söhne, Töchter und Sklaven - jeweils ihren bestimmten Platz besaßen. Ist es da ein Wunder, dass die Texte dieser Menschen eine autoritäre Sicht auf die Welt vertreten?

Nur langsam scheinen wir uns in unserer Welt von dieser Haltung des Gehorchen-Müssens zu entfernen. Wir haben Diktaturen gegen Demokratien eingetauscht, bevorzugen meistens liebevollen Umgang mit Kindern statt ihnen bei Widerworten die Fresse zu polieren, arbeiten uns durch eigene Kraft hoch oder runter, anstatt ohne die berufliche Stellung einfach zu erben.

Propagiert man allerdings die Bibel als das Wort des HERRN, steuert man dieser Entwicklung entgegen. Der Gott der Bibel hält sich für so wichtig, dass er verkündet, was er sage, sei immer gut. Auch wenn es ganz offensichtlich abgrundtief böse ist, wie das, was der HERR von Abraham verlangt.

Im Denken von Menschen, die an einen solchen Gott glauben, gibt es keine freien Menschen. Nur Menschen wie Abraham, die Gott fürchten - und andere, die ihn besser fürchten sollten.




ENDE TEIL 7


In Teil 8: Weitere Geschichten um Gott, den lustigen Kindermörder...


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SERIE: "DAS BUCH GENESIS"

>> Teil 7: "Opfa!"