21. April 2009

JESUS UND DER OSTERHASE

Vor kurzem war mal wieder Ostern. Aber: Was feiern wir denn da noch mal genau?
Wir alle wissen, das alljährlich der heilige Osterhase erscheint und uns segensreiche, bemalte Hühnereier bringt. Aber war da nicht was mit Jesus?
Das wollte ich mal genauer wissen. Daher habe ich mal in der Bibel gelesen. Dabei sind mir ein paar Dinge aufgefallen.


Am Anfang war das Wort. Am Ende und zwischendrin auch. Die Bibel beginnt mit den fünf Büchern Mose, die auch Geschichtsbücher genannt werden. Und genau so sollte man sie auch verstehen: Es besteht wohl kein Zweifel, dass sich alles exakt so abgespielt hat, wie dort beschrieben, und nicht anders!


GENE(SIS)


Im ersten Buch Mose, Genesis, wird Gott als Figur eingeführt. Er ist eindeutig maskulin: Er ist der HERR. In Großbuchstaben. Klotzen und nicht kleckern ist seine Devise.
In nur sechs Tagen erschafft eine Welt, in der es auch schon alle heutige Tiere und Pflanzen gibt. Gott sah, dass es gut war. Andererseits ist es ja auch Gott, der bestimmt, was überhaupt gut oder schlecht ist.


Am Samstag war Gott eigentlich schon fertig mit der Welt. Er hatte jedoch noch Lehm übrig und entschloss sich daher, noch einen Menschen zu bauen. Alle Tieren, die sich geschlechtlich vermehren hatte Gott in zwei Versionen geschaffen: Männlich und weiblich. Macht Sinn.
Beim Menschen reichte der Lehm wohl nur für ein Exemplar.

Der nächste Tag war Sonntag und Gott beschloss, einen Ruhetag einzulegen. Er hatte ja schließlich schon sechs Tage lang gearbeitet. Andererseits waren das auch die einzigen sechs Tage in der Geschichte der Zeit, in der Gott wirklich gearbeitet hat. Danach war er nur damit beschäftigt seinen größten Fehler zu korrigieren: Den Menschen.

Seit Adam kein Lehm mehr war, beschwerte er sich unaufhörlich. Möglicherweise war Adam bereits der erste Deutsche.

Gott gab nach und erschuf eine Frau. Da kein Lehm mehr da war, schnitzte Gott sie einfach aus einer Rippe von Adam. Die erste Frau sollte, laut Genesis, Adam eine „Dienerin“ und „Gefährtin“ sein und daher „Männin“ heißen. Sehr kreativ.
Was dann passiert, ist bekannt. Die Männin isst die verbotene Frucht, dann der Mann, was dem HERRN gar nicht gefällt.
Doch Gott wusste zunächst nichts von dem Vergehen. Mit der Allwissenheit und dem Überall-gleichzeitig-sein hatte er es zu der Zeit wohl noch nicht so. Daher betrat er höchstpersönlich den Garten Eden und erblickte Adam, der sich versteckt hatte. Auf die Frage warum, sagte Adam: „Ich bin nackt, darum versteckte ich mich.“ Adam schämte sich. Aber vor wem eigentlich?

Vor seiner Frau? Vor Gott? Der wusste ja schließlich, wie Adam nackig aussah.
Gott kam Adam langsam auf die Schliche: „Wer hat dir's gesagt, daß du nackt bist? Hast du nicht gegessen von dem Baum, davon ich dir gebot, du solltest nicht davon essen?“
Adam hatte an dieser Stelle die Möglichkeit, Verantwortung für die Taten seiner Privatdienerin zu übernehmen. Doch der erste Mann war auch der erste miese Verräter: „Das Weib, das du mir zugesellt hast, gab mir von von dem Baum, und ich aß.“
Die Disziplinarmaßnahme des alten HERRN ist hart aber fair: Keine Unsterblichkeit, kein Paradies. Die Erbsünde war erfunden. Aprospros Erben: Die Geschichte der Menschheit beginnt hier, einige kleinere Logiklöcher aufzuweisen. Zunächst gab es nur zwei Menschen: Adam und Eva.
Eva hatte laut Bibel nur zwei Kinder: Zwei Männer. Kain halbiert den Genpool, indem er seinen Bruder Abel ermordet. Er „erkannte“ dann seine Frau, wie es schön in der Bibel steht.
Nur, wo kam die her? Ist sie die Tochter der Eva, also seine Schwester? Das wäre zumindestens eine Erklärung, doch davon steht nichts im Text. Sie kriegt nicht einmal einen Namen.
Vielleicht hat Gott sie auch aus einer weiteren Rippe von Adam gebastelt. Das würde die gerade Anzahl von Rippen beim heutigen Mann erklären.
Wo kommen wir jetzt genau her? Nun, wir sind alle Nachkommen von Kains Töchtern, die sich aussuchen konnten, ob sie ihre Kinder von ihren Brüdern, ihrem Vater oder ihrem Großvater haben wollten.


Inzest kann geistige Behinderungen vorrufen. Dies würde das Verhalten der Menschen aus Sodom und Gomorrha erklären. Das waren halt die Hillbillies ihrer Zeit. Deshalb gab es dort Sex mit Tieren und – noch viel schlimmer – Homosexualität. Gott hatte also keine Wahl: Er musste alle umbringen.

Außer Noah und seiner Familie, von denen wir somit auch alle abstammen.
Die nahmen außerdem Tiere mit. Zwei von jeder Sorte.
Auf den ersten Blick war das sinnvoll, die Tiere konnten sich vermehren. Doch mit wem vermehren sich diese Nachkommen? Die Tiere haben also das selbe Inzestproblem wie wir Menschen.


Wir haben viel gelernt im ersten Buch Mose. Wenden wir uns dem 2. Buch Mose, Exodus, zu, in dem Moses zum ersten Mal persönlich auftritt.


STRAFE MUSS SEIN

Dieser Moses führt sein Volk vierzig Jahre lang durch die Wüste, von Ägypten ins heutige Israel.
Dabei lernen wir – neben Logik und Biologie – einen weiteren Feind der Bibel kennen: Die Mathematik.
Geht man nämlich davon aus, dass die Wandergruppe mit 3 km/h unterwegs war - ein langsames Tempo, aber schließlich gings ja durch die Wüste - und zehn Stunden pro Tag liefen – die hatten ja außer beten und schlafen sonst nicht viel zu tun – dann hätten sie die Gesamtstrecke (ca. 320 KM) in einer Zeit von ca 11 Tagen schaffen müssen.




Was haben die also in der restlichen Zeit getan, 39 Jahre und 11,5 Monate lang?
Von einem wichtigen Ereignis wird berichtet: Moses empfängt auf einem Berg die zehn Gebote auf Steintafeln. Während der Boss also weg ist, feiern Moses Gefolgsleute ein rauschendes Fest und tanzen um ein goldenes Kalb. Gott sieht dies, von dem Berg hat er wohl einen guten Überblick, und ist empört. Er plant zunächst, mal wieder alle zu töten, wovon ihn Moses allerdings abhalten kann.
Ein paar Tausend müssen aber schon sterben. Der HERR findet es aber anscheinend zu anstrengend, eine Sintflut durch die Wüste brausen zu lassen. Vielleicht wollte er sich aber auch einfach nicht wiederholen. Jedenfalls läßt er Moses und die anderen Partymuffel die Drecksarbeit machen und ihre Freunde und Verwandte abschlachten.


Die Moral der Geschichte: Es ist besser für einen, wenn man Gott nicht erzürnt.
Doch wie geht das? Eine ganze Menge Regeln finden sich im 3. Buch Mose, Levitikus.


So darf man beispielsweise einige Tierarten nicht verspeisen. Darunter: Schwein, Strauß, Maus, Schwan oder Uhu.
Wer seinem Vater oder seiner Mutter flucht, der soll des Todes sterben.“ (3. Mose, 19:9)

Das scheint zwar überzogen, ist aber die Strafe für die meisten Verbrechen gegen Gott. Wie Homosexualität.
Vollstreckt wird die Strafe entweder von Gott selbst, oder aber vertretungs-weise von einem wütenden Mob.
Wenn eine Frau ihre Periode hat, sollte sie keinen Sex haben. Geschieht dies doch, sprach Gott in seiner grenzenlosen Barmherzigkeit, sollen die beiden Beteiligten „aus ihrem Volk ausgerottet werden.“


TESTAMENT ZU VERKAUFEN (NEU)


Viele Christen glauben, das neue Testament gleiche die vielen Grausamkeiten und Feindseligkeiten des alten wieder aus. Wenn man ein nues Testament hat, wozu braucht man denn noch das alte?
Doch das neue Testament ist nicht nur Botschaft der Nächstenliebe und Toleranz.

Es beginnt mit dem Evangelium nach Matthäus. (Wozu braucht man eigentlich vier Evangelien um ein unumstößliche und absolute Wahrheit zu verkünden?)


Wer nur ein wenig Ahnung von Dramaturgie hat, weiß, dass der Anfang dramaturgisch sehr wichtig ist: Er sollte den Leser fesseln, ihn neugierig machen und zum weiterlesen animieren.


Günter Grass´ Roman „Die Blechtrommel“ beginnt so: „Zugegeben: ich bin Insasse einer Heil- und Pflegeanstalt, mein Pfleger beobachtet mich, läßt mich kaum aus dem Auge“


Das erste Evangelium beginnt dagegen so: „Dies ist das Buch von der Geburt Jesu Christi, der da ist ein Sohn Davids, des Sohnes Abrahams. Abraham zeugte Isaak. Isaak zeugte Jakob. Jakob zeugte Juda und seine Brüder. Juda zeugte Perez und Serah von Thamar. Perez zeugte Hezron. Hezron zeugte Ram. Ram zeugte Amminadab. Amminadab zeugte Nahesson. Nahesson zeugte Salma. Salma zeugte Boas von der Rahab. Boas zeugte Obed von der Ruth. Obed zeugte Jesse. Jesse zeugte den König David. Der König David zeugte Salomo von dem Weib des Uria.Salomo zeugte Rehabeam. Rehabeam zeugte Abia. Abia zeugte Asa. Asa zeugte Josaphat. Josaphat zeugte Joram. Joram zeugte Usia.Usia zeugte Jotham. Jotham zeugte Ahas. Ahas zeugte Hiskia. Hiskia zeugte Manasse. Manasse zeugte Amon. Amon zeugte Josia. Josia zeugte Jechonja und seine Brüder um die Zeit der babylonischen Gefangenschaft. Nach der babylonischen Gefangenschaft zeugte Jechonja Sealthiel. Sealthiel zeugte Serubabel. Serubabel zeugte Abiud. Abiud zeugte Eliakim. Eliakim zeugte Asor. Asor zeugte Zadok. Zadok zeugte Achim. Achim zeugte Eliud. Eliud zeugte Eleasar. Eleasar zeugte Matthan. Matthan zeugte Jakob. Jakob zeugte Joseph, den Mann Marias, von welcher ist geboren Jesus, der da heißt Christus.“


Doch schon im ersten Satz verbirgt sich ein entscheidender Denkfehler: Jesus ist gar nicht mit Josef blutsverwandt! Als Christ sollte man schon so etwas von dem abenteuerlichen Konzepten der jungfräulichen Empfängnis gehört haben... Der Anfang ist also nicht nur langweilig, sondern auch unnötig.

Es folgt die bekannte Geschichte von Jesu Geburt. Die drei Waisen bringen Gold, Weihrauch und Myrrhe. Man sollte davon ausgehen, dass Weihrauch und Myrrhe früher wertvoller als heute waren. Ansonsten war der Gold bringende Waise wohl ein ziemlicher Angeber.
Gut, dass Jesus für unsere Sünden gestorben ist, war ziemlich knorke von ihm. Doch im Himmel ist es ja eh viel schöner als auf der Erde in Zeiten vor Internet und Klopapier. Nach christlicher Mythologie fährt die Seele nach dem Tod in Himmel oder Höhle. Die Vorstufe zur Hölle hat der Papst vor ein paar Jahren abgeschafft. Das besondere an Jesus war seine körperliche Auferstehung.

Doch sein Leichnam verschwand erst nach drei Tagen in der Gruft (Einzige logische Erklärung: Jesus kommt zombiegleich aus dem Totenreich wieder, nur um direkt wieder vom Erdenreich Abschied zu nehmen).
Wo war Jesus´ Seele in den drei Tagen?
Schon im Himmel, den Körper vergessen?
Wozu braucht Jesus denn im Himmel überhaupt einen Körper?

Zum Angeben?

Aber all das ist unwichtig, solange jedes Jahr der heilige Osterhase kommt und uns heilige Hühnereier bringt!
Was das mit Gott und Jesus zu tun haben soll, konnte ich der Bibel leider nicht entnehmen.
Vielleicht hat sich das Gott bis zum nächsten Teil aufgespart: Testament III.

Zeit wär´s ja mal. Es sind noch viele Fragen offen.

Kommentare:

sarifari hat gesagt…

SKANDAL!

Wie kannst du es wagen, die Bibel zu lesen? Mario, Mario, ich erklär dir jetzt mal was: Das neue Testament fängt so öde an, damit keiner weiterliest, und dann überlässt man die Erklärung den Profis, also Päpste, Pfaffen und so weiter. Die ham das eh viel besser drauf.

Aber wenn du schon dabei bist: Sag mir Bescheid, wenn du die Stelle mit den bösen Kondomen gefunden hast.

marioland_blog hat gesagt…

Na ja, nicht das Kondom an sich ist verboten, sondern generell Sex vor der Ehe oder Sex in der Ehe, der nicht zur Fortpflanzung dient.

Sagt der Papst. In der Bibel steht das Gegenteil:
[1. Korinther, Kapitel 7]

Es ist dem Menschen gut, daß er kein Weib berühre. 2Aber um der Hurerei willen habe ein jeglicher sein eigen Weib, und eine jegliche habe ihren eigenen Mann. 3Der Mann leiste dem Weib die schuldige Freundschaft, desgleichen das Weib dem Manne. 4Das Weib ist ihres Leibes nicht mächtig, sondern der Mann. Desgleichen der Mann ist seines Leibes nicht mächtig, sondern das Weib. 5Entziehe sich nicht eins dem andern, es sei denn aus beider Bewilligung eine Zeitlang, daß ihr zum Fasten und Beten Muße habt; und kommt wiederum zusammen, auf daß euch der Satan nicht versuche um eurer Unkeuschheit willen.

UND:

8Ich sage zwar den Ledigen und Witwen: Es ist ihnen gut, wenn sie auch bleiben wie ich. 9So sie aber sich nicht mögen enthalten, so laß sie freien; es ist besser freien denn Brunst leiden.

AUßERDEM:

38Demnach, welcher verheiratet, der tut wohl; welcher aber nicht verheiratet, der tut besser.

Anonym hat gesagt…

Hätte ja nicht gedacht das du die Bibel gelesen hast.
Wozu sowas gut sein kann, immer wieder eine Überraschung.
Und mal zu Thema Osterhasen: Die sind auch gülden. Das gibt bestimmt auch noch Ärger.