21. August 2011

DAVID II - THE ZION KING (Helden der Bibel Teil 4B)


Teil 1: David - A Star is born

Was bisher geschah:
Gott gründet das erste jüdische Königreich mit Saul als Staatsoberhaupt. Als dieser jedoch den Befehl Gottes, das Volk Amalek auszurotten, nicht vollständig erfüllt und dessen König am Leben lässt, beschließt der HERR, dass von nun an ein Schafhirte namens David König sein soll. 
Obwohl David daraufhin auch prompt zum König der Juden gesalbt wird, bleibt der verstoßene Saul an der Regierung. Dieser versucht David umzubringen, obwohl der sein Schwiegersohn ist und auch eine enge Beziehung zu seinem Sohn Jonathan hat.
David kann den Mordplänen Sauls entkommen und schließt sich dem Heer der Philister an, einem verfeindeten Nachbarvolk der Israeliten. Er vernichtet tapfer mehrere Armeen für seinen neuen Arbeitgeber. An einer Schlacht gegen Sauls Armee darf er jedoch nicht teilnehmen, da die Philister ihm plötzlich misstrauen.
Saul stirbt auf dem Schlachtfeld, während David und seine Männer nach Ziklag ziehen, wo sich einst ihr Lager samt Familien befunden hat. Doch die eigentlich schon ausgestorbenen Amalekiter haben ihre Frauen und auch - was noch viel schlimmer ist - ihre ganzen anderen Besitztümer gestohlen...



EVERYTHING'S NOT LOST

Doch die Amalekiter haben einen Fehler gemacht, der David nie passiert wäre: Sie haben ihre Gefangenen nicht ermordet. Stattdessen haben sie die Frauen und Kinder von Davids Männern kurzerhand mitgenommen. David und seine Krieger jagen ihnen hinterher.


Unterwegs treffen David und seine Truppe einen zurückgelassenen Sklaven der Amalekiter und bringen ihn dazu, sie zum amalekiturianischen Lager zu führen. Da die Amalekiter die Frauen und Kinder nicht getötet haben, lassen David und seine Armee nun im Gegenzug auch die feindlichen Soldaten am Leben.
Nee, war natürlich nur Spaß! Alle werden ermordet, bis auf ein paar die flüchten können.

"16 Und er führte ihn hinab. Und siehe, sie hatten sich zerstreut auf dem ganzen Lande, aßen und tranken und feierten über all dem großen Raub, den sie genommen hatten aus der Philister und Juda's Lande.
17 Und David schlug sie vom Morgen an bis an den Abend gegen den andern Tag, daß ihrer keiner entrann, außer vierhundert Jünglinge; die stiegen auf die Kamele und flohen.
18 Also errettete David alles, was die Amalekiter genommen hatten, und seine zwei Weiber;
19 und fehlte an keinem, weder klein noch groß noch Söhne noch Töchter noch Beute noch alles, das sie genommen hatten; David brachte es alles wieder.
20 Und David nahm die Schafe und Rinder und trieb das Vieh vor sich her, und sie sprachen: Das ist Davids Raub."

(1 Samuel 30:16-20)



Die Ironie des Schicksals: Obwohl die Israeliten das Volk Amalek zweimal restlos vernichtet hatten, gab es immer wieder Probleme mit den Bastarden. Jetzt, nachdem zum ersten Mal davon berichtet wird, dass einige hundert Amalekiter flüchten können, ist es endgültig vorbei mit dem Spuk. Dies war die letzte militärische Konfrontation mit diesem Volk. Aber keine Angst! Gott hat genug Völker erschaffen, die sein auserwähltes Volk massakrieren kann. Er ist ja kein Unmensch.

David macht sich auf den Weg zurück nach Ziglak, wo ihn kurze Zeit später eine alles verändernde Nachricht erreicht...



CAMP DAVID

Während David seinen Triumph auskostet, siehe, da kommt doch ein Mann mit Gleichgewichtsstörungen, der ausschaut wie ein Penner. Er fällt hin und bringt schlimme Kunde.

"1 Nach dem Tode Sauls, da David von der Amalekiter Schlacht wiedergekommen und zwei Tage in Ziklag geblieben war,
2 siehe, da kam am dritten Tage ein Mann aus dem Heer von Saul mit zerrissenen Kleidern und Erde auf seinem Haupt. Und da er zu David kam, fiel er zur Erde und beugte sich nieder.
3 David aber sprach zu ihm: Wo kommst du her? Er sprach zu ihm: Aus dem Heer Israels bin ich entronnen.
4
David sprach zu ihm: Sage mir, wie geht es zu? Er sprach: Das Volk ist geflohen vom Streit, und ist viel Volks gefallen; dazu ist Saul tot und sein Sohn Jonathan."
(2 Samuel 1:1-4)



David will natürlich wissen, woher der Bote seine Informationen hat. Dieser berichtet von einer tragischen Szene, in der er Saul in aussichtsloser Situation Sterbehilfe leistet.

"5 David sprach zu dem Jüngling, der ihm solches sagte: Woher weißt du, daß Saul und Jonathan tot sind?
6 Der Jüngling, der ihm solches sagte, sprach: Ich kam von ungefähr aufs Gebirge Gilboa, und siehe Saul lehnte sich auf seinen Spieß, und die Wagen und Reiter jagten hinter ihm her.
7 Und er wandte sich um und sah mich und rief mich. Und ich sprach: Hier bin ich.
8 Und er sprach zu mir: Wer bist du? Ich sprach zu ihm: Ich bin ein Amalekiter.
9 Und er sprach zu mir: Tritt zu mir und töte mich; denn ich bin bedrängt umher, und mein Leben ist noch ganz in mir.
10 Da trat ich zu ihm und tötete ihn; denn ich wußte wohl, daß er nicht leben konnte nach seinem Fall; und nahm die Krone von seinem Haupt und das Armgeschmeide von seinem Arm und habe es hergebracht zu dir, meinem Herrn."

(2 Samuel 1:1-10)

Diese Beschreibung von Sauls Tod steht im Widerspruch zu einem vorherigen Bericht über Sauls Tod. Darin begeht Saul eindeutig Selbstmord, da er schwer verwundet ist. Von einem Amalekiter, der ihm dabei hilft und David dann praktischerweise die Nachricht und die Krone überbringt, ist dort nicht die Rede. Komisch, wo doch die Bibel das widerspruchsfreie Wort Gottes ist...

"3 Und der Streit ward hart wider Saul, und die Schützen trafen auf ihn mit Bogen, und er ward sehr verwundet von den Schützen.
4 Da sprach Saul zu seinem Waffenträger: Zieh dein Schwert aus und erstich mich damit, daß nicht diese Unbeschnittenen kommen und mich erstechen und treiben ihren Spott mit mir. Aber sein Waffenträger wollte nicht; denn er fürchtete sich sehr. Da nahm Saul das Schwert und fiel hinein.
5 Da nun sein Waffenträger sah, daß Saul tot war, fiel er auch in sein Schwert und starb mit ihm.
"

(1 Samuel 31:3-5)





Hut ab! Der Amalekiter beweist hier großen Mut. Immerhin begibt er sich in Lebensgefahr, als er die Israeliten aufsucht - die gerade erst von einem Massaker an seinen Landleuten zurückgekehrt sind. Er begibt sich in das Lager von David, der einmal sein ganzes Volk abgeschlachtet hatte und überbringt ihm die Nachricht vom Tod Sauls - der ebenfalls einen Holocaust des Volkes Amalek auf dem Gewissen hat. Anstatt Sauls Krone und Armgeschmeide auf dem Basar zu verscheuern und sich davon Drogen und Prostituierte zu kaufen, überbringt der Amalekiter unterwürfig die Nachricht.
Schön blöd! Denn David lässt ihn dafür töten...

"13 Und David sprach zu dem Jüngling, der es ihm ansagte: Wo bist du her? Er sprach: Ich bin eines Fremdlings, eines Amalekiters, Sohn.
14 David sprach zu ihm: Wie, daß du dich nicht gefürchtet hast, deine Hand zu legen an den Gesalbten des HERRN, ihn zu verderben!
15 Und David sprach zu seiner Jünglinge einem: Herzu, und schlag ihn! Und er schlug, ihn daß er starb."

(2 Samuel 1:13-15)




STAY ON THE SCENE...

David trauert um König Saul, obwohl der mehrfach versucht hatte, ihn zu töten, und ganz besonders um seinen ganz speziellen Freund Jonathan, dessen Liebe ihm angenehmer als Frauenliebe war...

"26 Es ist mir leid um dich, mein Bruder Jonatan; du bist mir sehr lieb gewesen! Deine Liebe war mir viel angenehmer als Frauenliebe!"

(2 Samuel 1:1)



Dave und Jonathan in den guten alten Zeiten


Nicht, dass David sich nicht mit Frauenliebe auskennen würde. Zu diesem Zeitpunkt hat David nach Sauls Tochter Michal bereits sechs weitere Frauen geheiratet und geschwängert...

"2 Und es wurden David Kinder geboren zu Hebron: Sein erstgeborener Sohn: Amnon, von Ahinoam, der Jesreelitin;
3 der zweite Chileab, von Abigail, Nabals Weib, des Karmeliten; der dritte: Absalom, der Sohn Maachas, der Tochter Thalmais, des Königs zu Gessur;
4 der vierte: Adonia, der Sohn der Haggith; der fünfte: Sephatja, der Sohn der Abital;
5 der sechste: Jethream, von Egla, dem Weib Davids. Diese sind David geboren zu Hebron."

(2 Samuel 3:2-5)


Davids Kinder sind ausnahmslos männlich - Zufälle gibt's...



THE KING IS DEAD - LONG LIVE THE KINGS

Nach dieser Geschichte fragt David Gott, ob er in eine der Städte Judas, dem südlichen Teil des jüdischen Königreichs, ziehen solle. Der HERR bejaht dies - sagt ihm aber nicht, in welche Stadt. Natürlich kann niemand in die Zukunft sehen, aber Davids nächste Frage ist dann doch eigentlich recht vorhersehbar...

"1 Nach dieser Geschichte fragte David den HERRN und sprach: Soll ich hinauf in der Städte Juda's eine ziehen? Und der HERR sprach zu ihm: Zieh hinauf! David sprach: Wohin? Er sprach: Gen Hebron."

(2 Samuel 2:1)


Im Nordteil des Reichs, Israel, übernimmt ein Sohn Sauls die Macht, von dem zuvor niemals die Rede war: Is-Boseth. Das hat Gott nun davon, dass er einst Saul zum König gemacht hatte! Noch mehr hat es sein auserwähltes Volk nun davon, denn das Reich teilt sich und es kommt zu einem blutigen Bürgerkrieg um die Krone des jüdischen Königreichs.

"15 Da machten sich auf und gingen hin an der Zahl zwölf aus Benjamin auf Is-Boseths Teil, des Sohnes Sauls, und zwölf von den Knechten Davids.
16 Und ein jeglicher ergriff den andern bei dem Kopf und stieß ihm sein Schwert in seine Seite, und fielen miteinander; daher der Ort genannt wird: Helkath-Hazzurim, der zu Gibeon ist.
17 Und es erhob sich ein sehr harter Streit des Tages. Abner aber und die Männer Israels wurden geschlagen vor den Knechten Davids."

(2 Samuel 2:15-17)


Obwohl die erste Runde eindeutig an David und seine Anhänger geht, dauert der Konflikt und die Trennung des Staats insgesamt sieben Jahre lang.

10 Und Is-Boseth, Sauls Sohn, war vierzig Jahre alt, da er König ward über Israel, und regierte zwei Jahre. Aber das Haus Juda hielt es mit David.
11 Die Zeit aber, da David König war zu Hebron über das Haus Juda, war sieben Jahre und sechs Monate."

(2 Samuel 2:10-11)





HEAD OF STATE

Nach sieben Jahren haben die Untertanen des nördlichen Reichs die Schnauze voll von ihrem König und wählen ihn ab, Bibel-Style.

"5 So gingen nun hin die Söhne Rimmons, des Beerothiters, Rechab und Baana, und kamen zum Hause Is-Boseths, da der Tag am heißesten war; und er lag auf seinem Lager am Mittag.
6 Und sie kamen ins Haus, Weizen zu holen, und stachen ihn in den Bauch und entrannen.
7 Denn da sie ins Haus kamen, lag er auf seinem Bette in seiner Schlafkammer; und sie stachen ihn tot und hieben ihm den Kopf ab und nahmen seinen Kopf und gingen hin des Weges auf dem Blachfelde die ganze Nacht"

(2 Samuel 4:5-7)


Mit dem Kopf des ehemaligen Königs reisen die Attentäter nach Juda. Sie bringen David den Beweis, dass Is-Boseth leicht unfreiwillig auf den Thron verzichtet hat und David jetzt das jüdische Reich wiedervereinigen kann.

Sie halten David für den besseren König der Juden, doch offensichtlich kennen sie ihn nicht sehr gut. Denn David ist stinksauer, dass Is-Boseth ermordet wurde - auch wenn er mit ihm Krieg geführt hat und der Frieden wahrscheinlich vielen seiner Soldaten Verwundung und Tod erspart hat.
David lässt die Attentäter töten und profitiert dann von deren Tat, indem er nun König über Sauls gesamtes Reich wird.

"8 und brachten das Haupt Is-Boseths zu David gen Hebron und sprachen zum König: Siehe, da ist das Haupt Is-Boseths, Sauls Sohnes, deines Feindes, der nach deiner Seele stand; der HERR hat heute meinen Herrn, den König, gerächt an Saul und an seinem Samen.
9 Da antwortete ihnen David: So wahr der HERR lebt, der meine Seele aus aller Trübsal erlöst hat,
10 ich griff den, der mir verkündigte und sprach: Saul ist tot! und meinte, er wäre ein guter Bote, und erwürgte ihn zu Ziklag, dem ich sollte Botenlohn geben.
11 Und diese gottlosen Leute haben einen gerechten Mann in seinem Hause auf seinem Lager erwürgt. Ja, sollte ich das Blut nicht fordern von euren Händen und euch von der Erde tun?
12 Und David gebot seinen Jünglingen; die erwürgten sie und hieben ihre Hände und Füße ab und hingen sie auf am Teich zu Hebron. Aber das Haupt Is-Boseths nahmen sie und begruben's in Abners Grab zu Hebron."

(2 Samuel 4:8-12)


David hat eindeutig eine Doppelmoral, wenn es ums Töten geht. Wenn andere töten, ist ihm der Grund egal: Sei es um viele weitere Todesfälle zu verhindern oder sogar aus Mitleid, wie beim Mann aus Amalek, der Saul Euthanasie gewährt hatte. Wer einen Israeliten umbringt, muss sterben!
Außer natürlich, wenn man David ist, schließlich war er selbst ja bereit und willens, auf Seiten der Erzfeinde gegen sein eigenes Volk zu kämpfen.
Lang lebe der König! (Und hoffentlich bietet ihm kein anderes Land mehr Geld, wenn er auf ihre Seite wechselt.)



DER RECHTE KRIEGSMANN

Da nun der Kampf mit den eigenen Landsmännern vorbei ist und David nun eine noch größere Armee hat, deren Soldaten sich nun sicherlich langweilen, beschließt er, freilich mit Gottes Segen: Es wäre doch eine schöne Sache, mal die Nachbarvölker anzugreifen. Zum Beispiel die Philister, dieTodfeinde Israels und Davids ehemalige Arbeitgeber.

"19 Und David fragte den HERRN und sprach: Soll ich hinaufziehen wider die Philister? und willst du sie in meine Hand geben? Der HERR sprach zu David: Zieh hinauf! ich will die Philister in deine Hände geben."

(2 Samuel 5:19)


Da der HERR die Feinde in die Hand von Davids Truppen gibt, sind sie bald besiegt. Doch so schnell geben die Philister nicht auf und schicken weitere Truppen zur Verstärkung. Die kann Gott den Israeliten allerdings nicht in die Hände geben oder aber es ist ihm zu stressig, keine Ahnung. Jedenfalls befiehlt Gott seiner Armee, die Feinde aus dem Hinterhalt anzugreifen. Fast könnte man die Israeliten mit Feiglingen verwechseln, die keine Hilfe vom Erschaffer des Universums haben...

"22 Die Philister aber zogen abermals herauf und ließen sich nieder im Grunde Rephaim.
23 Und David fragte den HERRN; der sprach: Du sollst nicht hinaufziehen, sondern komm von hinten zu ihnen, daß du an sie kommst gegenüber den Maulbeerbäumen."

(2 Samuel 5:22-23)



Außerdem tötet Davids Armee mehr als 62.000 Syrer (2 Samuel 8:5, 2 Samuel 10:18). In einem Angriffskrieg wohlgemerkt, nicht etwa in einem Verteidigungsfall. Aber sicherlich hatten sie heimlich Massenvernichtungswaffen.



GOD HATES THE USA

Auch das Nachbarvolk der Jebusiter wird von Davids Armee überfallen. Aus der eingenommen Burg Zion entsteht die neue Hauptstadt Jerusalem. So eine Hauptstadt braucht natürlich auch mindestens eine spektakuläre Sehenswürdigkeit. Daher wird die Bundeslade herangeschafft - ein mit Engelsfiguren geschmücktes Gefäß, in dem sich angeblich die Steintafeln mit den zehn Geboten befinden.

"1 Und David sammelte abermals alle junge Mannschaft in Israel, dreißigtausend,
2 und machte sich auf und ging hin mit allem Volk, das bei ihm war, gen Baal in Juda, daß er die Lade Gottes von da heraufholte, deren Name heißt: Der Name des HERRN Zebaoth wohnt darauf über den Cherubim.

(2 Samuel 6:1-2)


Ein sehr schöner Name, wie ich finde! Ob sich darin wirklich die Tafeln mit den zehn Geboten befinden, darf man als Mensch allerdings nicht überprüfen. Die völlig angemessene Strafe dafür, die Lade zu öffnen und das Heiligtum zu betrachten ist nämlich der sofortige Tod.

"20 Sie sollen aber nicht hineingehen, zu schauen das Heiligtum auch nur einen Augenblick, daß sie nicht sterben."

(Numeri 4:20)


"19 Und etliche zu Beth-Semes wurden geschlagen, darum daß sie die Lade des HERRN angesehen hatten. Und er schlug des Volks siebzig Mann (fünfzigtausendund siebzig). Da trug das Volk Leid, daß der HERR so eine große Schlacht im Volk getan hatte."

(1 Samuel 6:19)



Fragt sich, wozu man das olle Ding dann eigentlich braucht, wenn nur Gott es öffnen darf.
Und dann auch noch das: Der HERR passt beim Transport nicht auf und die Rinder treten aus. Die Lade droht herunterzufallen... Wie furchtbar! Die Spannung ist kaum auszuhalten!
Ein gewisser Usa verhindert aber die Katastrophe in letzter Sekunde und hält die Lade fest. Puh!
Gott ist ihm dafür unendlich dankbar und...
Nicht?!

"6 Und da sie kamen zu Tenne Nachons, griff Usa zu und hielt die Lade Gottes; denn die Rinder traten beiseit aus.
7 Da ergrimmte des HERRN Zorn über Usa, und Gott schlug ihn daselbst um seines Frevels willen, daß er daselbst starb bei der Lade Gottes."

(2 Samuel 6:6-7)







UNPRIVATE DANCER

Als die Lade ohne weitere Vorfälle endlich in Jerusalem angekommen ist, wird erst einmal gefeiert. David tanzt halbnackt vor dem ganzen Volk, was seine Ehefrau Michal gar nicht so gut findet.
Als er nach Hause kommt, meckert sie daher erst mal.

"14 Und David tanzte mit aller Macht vor dem HERR her und war begürtet mit einem leinenen Leibrock.
15 Und David samt dem ganzen Israel führten die Lade des HERRN herauf mit Jauchzen und Posaunen.
16 Und da die Lade des HERRN in die Stadt Davids kam, sah Michal, die Tochter Sauls, durchs Fenster und sah den König David springen und tanzen vor dem HERRN und verachtete ihn in ihrem Herzen."

(2 Samuel 6:14-16)




"20 Da aber David wiederkam sein Haus zu grüßen, ging Michal, die Tochter Sauls, heraus ihm entgegen und sprach: Wie herrlich ist heute der König von Israel gewesen, der sich vor den Mägden seiner Knechte entblößt hat, wie sich die losen Leute entblößen!"

(2 Samuel 6:20)


Was denkt die Alte sich dabei?! Gottes Lieblingsmenschen zu kritisieren und dann auch noch in einem solch ironischen Ton - Wie kann man nur?!!
Gott handelt mal wieder völlig angemessen und macht Michal dafür unfruchtbar.

"23 Aber Michal, Sauls Tochter, hatte kein Kind bis an den Tag ihres Todes." (2 Samuel 6:23)

Das hat sie nun davon!
Oder auch nicht: Später erfahren wir, dass sie fünf Söhne bekommt (2 Samuel 21:8)...



HOUSE OF LORD

Als David mal endlich für eine Weile nicht Krieg führen muss, hat er Zeit dazu, seinen bewundernswerten Verstand zu benutzen. So denkt er sich: Die Bundeslade braucht ein schöneres Haus zum darin wohnen!

"1 Da nun der König in seinem Hause saß und der HERR ihm Ruhe gegeben hatte von allen seinen Feinden umher,
2 sprach er zu dem Propheten Nathan: Siehe, ich wohne in einem Zedernhause, und die Lade Gottes wohnt unter den Teppichen."

(2 Samuel 7:1-2)



Die arme Lade! Der Prophet Nathan fragt bei Gott für David nach, was der davon hält.
Aus ungenannten Gründen spricht Gott nämlich von einem Tag auf den anderen nicht mehr wie zuvor direkt mit David, sondern benutzt als Vermittler den Propheten Nathan.
Der ist plötzlich ohne Erklärung einfach irgendwie da und hat außer dem Prophet-Sein keine weiteren Charaktereigenschaften. Gott hat offensichtlich beim Inspirieren der Bibel keine Lust gehabt, Nathan und seinen Weg zum Haus- und Hofpropheten näher zu beschreiben.
Des Nachts kommt das Wort des HERRN zu Nathan und erzählt ihm, was er von Davids Idee hält. Nämlich nichts: Er, der große HERR habe es ja gar nicht nötig, in einem schicken Haus zu wohnen - er ist ja nicht eitel!

"4 Des Nachts aber kam das Wort des HERRN zu Nathan und sprach:
5 Gehe hin und sage meinem Knechte David: So spricht der HERR: Solltest du mir ein Haus bauen, daß ich darin wohne?"

(2 Samuel 7:4-5)


Interessant, dass Gott von einer Behausung für ihn selbst spricht, wo David doch ein Haus für die Bundeslade bauen wollte. Anscheinend lebt Gott in der Wunder-Lade.
Zusätzlich zu der Box, in der Gott also wohnt, braucht er kein weiteres Haus, sondern wohnt lieber in den Reihen seiner Untertanen, wo er auch immer irgendjemanden zum Plaudern hat.

"6 Habe ich doch in keinem Hause gewohnt seit dem Tage, da ich die Kinder Israel aus Ägypten führte, bis auf diesen Tag, sondern ich habe gewandelt in der Hütte und Wohnung.
7 Wo ich mit allen Kinder Israel hin wandelte, habe ich auch je geredet mit irgend der Stämme Israels einem, dem ich befohlen habe, mein Volk Israel zu weiden, und gesagt: Warum baut ihr mir nicht ein Zedernhaus?"

(2 Samuel 7:6-7)



So schlecht wie er tut findet Gott die Idee aber nicht. Unter Davids Nachfolger Salomon lässt er nämlich dann doch einen prächtigen Tempel für sich und seine Lade bauen. Wahrscheinlich ist seine Ablehnung David gegenüber nur eine Masche, damit er später den Tempelbau als seine eigene Idee verkaufen kann und die Lorbeeren für den tollen Einfall mit niemandem teilen muss. Das hasst der HERR nämlich wie die Pest.

Trotzdem kann sich David momentan nicht beschweren. Der König ist auf dem Höhepunkt seines Schaffens: Er hat ein riesiges Königreich, viele schöne Ehefrauen, eine große Familie und eine super Beziehung mit dem Schöpfer des Universums. Was will man mehr?

Doch wie in jeder guten Geschichte... äh, ich meine, dass ist natürlich alles genau so passiert! Auf jeden Fall kommt nach dem Höhepunkt der Fall  - und David wird tief fallen [dazu mehr im nächsten Teil].


Donatellos David


DON'T KNOW MUCH ABOUT HISTORY

Ob die Geschichten um König David einen historischen Kern haben, ist umstritten. Zumindest fehlen dafür so läppische Argumente wie Beweise.
Doch die sollte man eigentlich erwarten, wenn David Reich wirklich so groß und mächtig war, wie in der Bibel beschrieben. Schließlich hatten Israels Nachbarvölker - im Gegensatz zu Israel selbst - schon lange eine Geschichtsschreibung, als David gelebt haben soll. Zudem ist das Gebiet des angeblichen Königreiches von David archäologisch extrem gut erforscht.

Selbst dafür, dass es überhaupt einen jüdischen König namens David gegeben hat, gibt es wenig Beweise. Eine einzige Inschrift redet von einem "Haus David". Vielleicht aber auch nicht. Die Übersetzung ist unter Archäologen umstritten und könnte auch etwas anderes bedeuten.

Aber selbst wenn es einen König mit dem Namen David gegeben hat, beweist das kaum, dass dieser einen Riesen erschlagen hat, mit seiner Harfe böse Geister vertreiben konnte und in direktem Kontakt mit dem HERRN (oder irgend einem sonstigen Gott) gestanden hat...



Freuen Sie sich auf den dritten und letzten Teil unserer lustigen Reihe über David: Darin ermordet Gott ein Baby, arrangiert einen Brudermord und sorgt dafür, dass Frauen vergewaltigt werden und tausende Unschuldige elendig verrecken. Der Spaß hört niemals auf!

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SERIE: HELDEN DER BIBEL

>>Teil 4B: "David II - The Zion King" (David 2/3)

5. August 2011

DU SOLLST NICHT... ODER DOCH? (Widersprüche in der Bibel Teil 5)



Die Zehn Gebote werden uns oft als wichtigste Regeln der Bibel überhaupt verkauft - als klares, unverrückbares Fundament der christlichen Moral. Aber zu fast allen Geboten gibt es Widersprüche, Relativierungen und Ausnahmen...


"Die Zehn Gebote Gottes sind deshalb so klar und eindeutig, weil sie nicht erst auf einer Konferenz beschlossen wurden."

(Konrad Adenauer) 




OH MEINE GÖTTER!

Zuerst das Wichtigste... Das erste Gebot ist, dass man keine Götter neben Jahwe haben soll. Wär ja auch noch schöner!

"3 Du sollst keine anderen Götter neben mir haben."

(Exodus 20:3)


Nach Meinung der meisten Christen bedeutet das Gebot nicht nur, dass der HERR ein eifersüchtiger Gott ist, sondern auch der einzig real existierende.

Der HERR nimmt sich ziemlich wichtig. Gotteslästerung ist wahrlich kein Kavaliersdelikt in der Bibel und der liebe Gott ordnet dafür sogar die Todesstrafe an (Deuteronomium 17:2-5). Als Jesus im neuen Testament genau dieses Vergehen vorgeworfen ist, hat er eine kreative Ausrede...

"33 Die Juden antworteten ihm und sprachen: Um des guten Werks willen steinigen wir dich nicht, sondern um der Gotteslästerung willen und daß du ein Mensch bist und machst dich selbst zu Gott.
34 Jesus antwortete ihnen: Steht nicht geschrieben in eurem Gesetz: "Ich habe gesagt: Ihr seid Götter"?
35 So er die Götter nennt, zu welchen das Wort geschah, und die Schrift kann doch nicht gebrochen werden,
36 sprecht ihr denn zu dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat: "Du lästerst Gott", darum daß ich sage: Ich bin Gottes Sohn?"

(John 10:33-36)



Wir sind also nicht nur Deutschland und Papst, sondern auch Götter. Hurra!
Den Vers, den Jesus hier zitiert, stammt aus dem 82. Psalm. Dieser Psalm weckt gewisse Zweifel an der "Es gibt keinen Gott außer Gott"-Theorie...

"1 Ein Psalm Asaphs. Gott steht in der Gemeinde Gottes und ist Richter unter den Göttern. [...]
6 Ich habe wohl gesagt: "Ihr seid Götter und allzumal Kinder des Höchsten";
7 aber ihr werdet sterben wie Menschen und wie ein Tyrann zugrunde gehen.
8 Gott, mache dich auf und richte den Erdboden; denn du bist Erbherr über alle Heiden!"

(Psalm 82:1,6-8)






FLY ON MY SWEET ANGEL

An zweiter Stelle von Gottes Top-10-Liste der grausamsten Ungerechtigkeiten steht das Anfertigen von Götzen. Dafür sucht Gott sogar noch die Urenkel des Delinquenten heim.

"4 Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen, weder des, das oben im Himmel, noch des, das unten auf Erden, oder des, das im Wasser unter der Erde ist.
5 Bete sie nicht an und diene ihnen nicht. Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der da heimsucht der Väter Missetat an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied, die mich hassen"

(Exodus 20:4-5)




Wenig später hat er das aber anscheinend wieder vergessen und befiehlt Mose einen "Gnadenstuhl" zu bauen - eine Art extravaganter Deckel für die Bundeslade, in der die Steintafeln mit den 10 Geboten aufbewahrt werden sollen. Dieser Gnadenstuhl soll mit goldenen Engelsfiguren verziert werden...

"1 Und der HERR redete mit Mose und sprach: [...]
18 Und du sollst zwei Cherubim machen von getriebenem Golde zu beiden Enden des Gnadenstuhls,
19 daß ein Cherub sei an diesem Ende, der andere an dem andern Ende, und also zwei Cherubim seien an des Gnadenstuhls Enden.
20 Und die Cherubim sollen ihr Flügel ausbreiten von oben her, daß sie mit ihren Flügeln den Gnadenstuhl bedecken und eines jeglichen Antlitz gegen das des andern stehe; und ihre Antlitze sollen auf den Gnadenstuhl sehen."

(Exodus 25:1,18-20)


Falls ihr euch fragt, wie so ein Cherub aussieht - man darf ja keine Bilder von ihm machen... eigentlich:

"19 Und ein jeder Cherub hatte zwei Angesichter: auf einer Seite wie ein Menschenkopf, auf der andern Seite wie ein Löwenkopf."

(Hesekiel 41:19)



Das Bilderverbot ist für heutige Christen anscheinend nicht mehr bindend, wenn man sich die christliche Malerei der letzten Jahrhunderte mal so anschaut...
Auch wenn Engel entgegen der biblischen Beschreibung meistens nicht mit halbem Löwenkopf porträtiert werden, sondern als nackte Babys mit Flügeln. So wie der griechische Gott Eros übrigens schon seit vorchristlichen Zeiten dargestellt wird. Verständlich, denn so wie der Cherub beschrieben wird, sieht er ja gruselig wie Sau aus.
Warum diese Vorschrift aus den ja so immens wichtigen zehn Geboten nicht mehr gildet, weiß ich nicht.
Wahrscheinlich, weil sie dämlich ist.





EVERY DAY IS LIKE SUNDAY

"8 Gedenke des Sabbattags, daß Du ihn heiligest.
9 Sechs Tage sollst du arbeiten und alle dein Dinge beschicken;
10 aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes; da sollst du kein Werk tun noch dein Sohn noch deine Tochter noch dein Knecht noch deine Magd noch dein Vieh noch dein Fremdling, der in deinen Toren ist.
11 Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn."

(Exodus 20:8-11)


Die zehn Gebote finden sich übrigens nicht nur im Buch Exodus (2. Buch Mose), sondern auch im Buch Deuteronomium (5. Buch Mose). Dort wird das Sabbatgebot allerdings mit dem Exodus begründet - anders als im Buch Exodus, wo es mit der Genesis begründet wird. Irgendwie verwirrend, oder?

"13 Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun.
14 Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun noch dein Sohn noch deine Tochter noch dein Knecht noch deine Magd noch dein Ochse noch dein Esel noch all dein Vieh noch dein Fremdling, der in deinen Toren ist, auf daß dein Knecht und deine Magd ruhe wie du.
15 Denn du sollst gedenken, daß du auch Knecht in Ägyptenland warst und der HERR, dein Gott, dich von dort ausgeführt hat mit einer mächtigen Hand und mit ausgerecktem Arm. Darum hat dir der HERR, dein Gott, geboten, daß du den Sabbattag halten sollst."

(Deuteronomium 5:13-15)


Das Buch Levitikus (3. Buch Mose) gibt eine... na, sagen wir mal etwas simplere Begründung für die Einhaltung jeglicher Feiertage.

"3 Ein jeglicher fürchte seine Mutter und seinen Vater. Haltet meine Feiertage; denn ich bin der HERR, euer Gott."

(Levitikus 19:3)



Man könnte auf die abwegige Idee kommen, dass am Sonntag zu arbeiten nicht ganz so dramatisch sei, da es ein Verbrechen ohne Opfer ist. Der liebe Gott sieht das jedoch ganz und gar nicht so und befiehlt die Todesstrafe fürs Arbeiten am Sabbat (Exodus 31:15).
Aber wen interessiert schon, was Gott für absurdes Zeugs von sich gibt?! Offenbar nicht einmal alle der Bibel-Autoren...

"5 Einer hält einen Tag vor dem andern; der andere aber hält alle Tage gleich. Ein jeglicher sei in seiner Meinung gewiß.
6 Welcher auf die Tage hält, der tut's dem HERRN; und welcher nichts darauf hält, der tut's auch dem HERRN.

(Römer 14:5)


"8 Aber zu der Zeit, da ihr Gott nicht erkanntet, dientet ihr denen, die von Natur nicht Götter sind.
9 Nun ihr aber Gott erkannt habt, ja vielmehr von Gott erkannt seid, wie wendet ihr euch denn wiederum zu den schwachen und dürftigen Satzungen, welchen ihr von neuem an dienen wollt?
10 Ihr haltet Tage und Monate und Feste und Jahre.
11 Ich fürchte für euch, daß ich vielleicht umsonst an euch gearbeitet habe."

(Galater 4:8-11)


"16 So lasset nun niemand euch Gewissen machen über Speise oder über Trank oder über bestimmte Feiertage oder Neumonde oder Sabbate"

(Kolosser 2:16)




WEM HASS GEBÜHRT

"12 Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß du lange lebest in dem Lande, daß dir der HERR, dein Gott, gibt."

(Exodus 20:12)


Allerdings ist es gar nicht so einfach, jemanden zu ehren, den wir gleichzeitig auch noch hassen sollen...

"26 So jemand zu mir kommt und haßt nicht seinen Vater, Mutter, Weib, Kinder, Brüder, Schwestern, auch dazu sein eigen Leben, der kann nicht mein Jünger sein.

(Jesus C. in Lukas 14:26)




FASTER, PUSSYCAT! KILL! KILL!

"13 Du sollst nicht töten."

(Exodus 20:13)


Ganz so einfach ist es aber nicht. Da gibt es nämlich die ein oder andere Ausnahme...

"9 Wer seinem Vater oder seiner Mutter flucht, der soll des Todes sterben. Sein Blut sei auf ihm, daß er seinem Vater oder seiner Mutter geflucht hat.
10 Wer die Ehe bricht mit jemandes Weibe, der soll des Todes sterben, beide, Ehebrecher und Ehebrecherin, darum daß er mit seines Nächsten Weibe die Ehe gebrochen hat.
11 Wenn jemand bei seines Vaters Weibe schläft, daß er seines Vater Blöße aufgedeckt hat, die sollen beide des Todes sterben; ihr Blut sei auf ihnen.
12 Wenn jemand bei seiner Schwiegertochter schläft, so sollen sie beide des Todes sterben; ihr Blut sei auf ihnen.
13 Wenn jemand beim Knaben schläft wie beim Weibe, die haben einen Greuel getan und sollen beide des Todes sterben; ihr Blut sei auf ihnen.
14 Wenn jemand ein Weib nimmt und ihre Mutter dazu, der hat einen Frevel verwirkt; man soll ihn mit Feuer verbrennen und sie beide auch, daß kein Frevel sei unter euch.
15 Wenn jemand beim Vieh liegt, der soll des Todes sterben, und das Vieh soll man erwürgen.
16 Wenn ein Weib sich irgend zu einem Vieh tut, daß sie mit ihm zu schaffen hat, die sollst du töten und das Vieh auch; des Todes sollen sie sterben; ihr Blut sei auf ihnen."

(Levitikus 20:9-16)


Und das waren gerade einmal sieben Verse...
Im Rest der Bibel finden sich noch viele weitere Anweisungen, wen man so alles steinigen oder verbrennen muss. Unter anderem alle Leute, die nicht an den HERRN glauben - also die Mehrheit der Menschheit.
Eigentlich wäre es einfacher und kürzer, dass Gebot andersherum zu formulieren: Du sollst alle töten - außer Leute, die sich immer an jede einzelne von Gottes abenteuerlichen Vorschriften halten.




IST DOCH KEIN EHEBRUCH!

"14 Du sollst nicht ehebrechen."

(Exodus 20:14)


Nicht ehebrechen? Schade eigentlich! Aber was ist denn genau Ehebruch? Gilt es als Ehebruch, wenn man sich scheiden lässt und neu heiratet? Jesus findet schon:

"11 Und er sprach zu ihnen: Wer sich scheidet von seinem Weibe und freit eine andere, der bricht die Ehe an ihr;
12 und so sich ein Weib scheidet von ihrem Manne und freit einen anderen, die bricht ihre Ehe."

(Markus 10:11-12)


Im Buch Exodus erlaubt Gott die Scheidung allerdings und auch einer erneuten Hochzeit steht nichts im Wege, solange man nicht die gleiche Frau zweimal heiratet.
Hier wird uns also nicht geboten, dass die Ehe ewig halten soll. Wohl aber die Scheidung...

"1 Wenn jemand ein Weib nimmt und ehelicht sie, und sie nicht Gnade findet vor seinen Augen, weil er etwas schändliches an ihr gefunden hat, so soll er einen Scheidebrief schreiben und ihr in die Hand geben und sie aus seinem Haus entlassen.
2 Wenn sie dann aus seinem Hause gegangen ist und hingeht und wird eines andern Weib,
3 und der andere ihr auch gram wird und einen Scheidebrief schreibt und ihr in die Hand gibt und sie aus seinem Hause läßt, oder so der andere Mann stirbt, der sie zum Weibe genommen hatte:
4 so kann sie ihr erster Mann, der sie entließ, nicht wiederum nehmen, daß sie sein Weib sei, nachdem sie unrein ist, den solches ist ein Greuel vor dem HERRN, auf daß du nicht eine Sünde über das Land bringst, das dir der HERR, dein Gott, zum Erbe gegeben hat."

(Exodus 24:1-4)


Ganz schon kompliziert, jetzt genau zu sagen, was genau "Ehebruch" sein soll. Aber nicht ganz unwichtig: Schließlich erwartet Ehebrecher - ihr ahnt es bestimmt - die Todesstrafe.

Hin und wieder hat Gott aber auch einen guten Tag. Dann vergisst er seine spießige Sexualmoral für ein Weilchen und erlaubt dem Menschen mal eine kleine Freude...

"2 Da der HERR anfing zu reden durch Hosea, sprach er zu ihm: Gehe hin und nimm ein Hurenweib und Hurenkinder; denn das Land läuft vom HERRN der Hurerei nach."

(Hosea 1:2)





I LOVE STEALING, I LOVE TAKING THINGS

"15 Du sollst nicht stehlen."

(Exodus 20:15)


Ausnahmen bestätigen die Regel.

"10 So raubet nun Silber! raubet Gold! denn hier ist der Schätze kein Ende und die Menge aller köstlichen Kleinode."

(Nahum 2:10)






LIAR LIAR PANTS ON FIRE

"16 Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten."

(Exodus 20:16)


Dieses Gebot wird meistens fälschlicherweise mit "Du sollst nicht lügen wiedergegeben". Doch eigentlich verbietet es nur eine gerichtliche Falschaussage. Dass man nicht lügen darf steht nicht in den zehn Geboten, ist in der Bibel allerdings an anderen Stellen zu finden.

"11 Ihr sollt nicht stehlen noch lügen noch fälschlich handeln einer mit dem andern.
12 Ihr sollt nicht falsch schwören bei meinem Namen und entheiligen den Namen deines Gottes; denn ich bin der HERR."

(Levitikus 19:11-12)


Allerdings ist die Bibel voll von Figuren, die lügen und dafür auch noch gelobt werden. Zum Beispiel Rahab aus Jericho, die ihre Mitbürger anlügt und Spione der Israeliten verbirgt.

"25 Desgleichen die Hure Rahab, ist sie nicht durch die Werke gerecht geworden, da sie die Boten aufnahm und ließ sie einen andern Weg hinaus?"

(Jakobus 2:25)


"2 Da ward dem König von Jericho gesagt: Siehe, es sind in dieser Nacht Männer hereingekommen von den Kindern Israel, das Land zu erkunden.
3 Da sandte der König zu Jericho zu Rahab und ließ ihr sagen: Gib die Männer heraus, die zu dir in dein Haus gekommen sind; denn sie sind gekommen, das ganze Land zu erkunden.
4 Aber das Weib verbarg die zwei Männer und sprach also: Es sind ja Männer zu mir hereingekommen; aber ich wußte nicht, woher sie waren.
5 Und da man die Tore wollte zuschließen, da es finster war, gingen sie hinaus, daß ich nicht weiß, wo sie hingegangen sind. Jagt ihnen eilend nach, denn ihr werdet sie ergreifen."

(Josua 2:2-5)


Lügen ist also Okay, wenn es um einen guten Zweck geht. Wie in diesem Fall, wo die Stadt Jericho ausgespäht werden muss, damit die Israeliten auf Gottes Befehl hin die Stadt angreifen und alle Bewohner ermorden können.
Mit einer Ausnahme: Die Hure Rahab wird wegen ihrer Heldentat verschont und auch noch gelobt. Und Huren werden in der Bibel wahrhaftig nicht allzu oft gelobt.

Auch die großen Helden der Bibel haben oft gelogen, ohne dass Gott sie dafür bestraft oder wenigstens gerügt hat. Der Stammvater Abraham verleugnet direkt zwei mal seine Frau und verkauft sie als seine Schwester - was nicht völlig gelogen ist, aber auch nicht wirklich ehrlich ist (mehr dazu hier).
Sein Enkel Jakob lügt seinen Vater auf dem Sterbebett an, um seinen Bruder um sein Erbe zu betrügen (mehr dazu hier).
Jakobs Söhne verkaufen ihren Bruder Joseph als Sklaven und erzählen ihrem Vater, er sei von einem wilden Tier gefressen worden. Als Joseph seine Brüder wiedersieht, ist er es, der sie anlügt (mehr dazu hier).

Und selbst zwei der vielleicht wichtigsten Charaktere der Bibel sind erwiesenermaßen Lügner: Jesus und Gott.
So meint Jesus:

"17 Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: in meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden.
18 Schlangen vertreiben; und so sie etwas Tödliches trinken, wird's ihnen nicht schaden; auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wird es besser mit ihnen werden."

(Markus 16:18)


Das ist ja wohl eindeutig geschwindelt. Aber jeder Christ ist herzlich willkommen, etwas Tödliches zu trinken und mir das Gegenteil zu beweisen...

Der erste Lügner der Weltgeschichte ist übrigens Gott selbst:

"16 Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du sollst essen von allerlei Bäumen im Garten;
17 aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen sollst du nicht essen; denn welches Tages du davon ißt, wirst du des Todes sterben."

(Genesis 2:16-17)


"3 Und Adam war hundertunddreißig Jahre alt und zeugte einen Sohn, der seinem Bild ähnlich war und hieß ihn Seth
4 und lebte darnach achthundert Jahre und zeugte Söhne und Töchter;
5 daß sein ganzes Alter ward neunhundertunddreißig Jahre, und starb."

(Genesis 5:3-5)


Wer einmal lügt...



THE DOGGONE GIRL IS MINE

"17 Laß dich nicht gelüsten deines Nächsten Hauses. Laß dich nicht gelüsten deines Nächsten Weibes, noch seines Knechtes noch seiner Magd, noch seines Ochsen noch seines Esels, noch alles, was dein Nächster hat."

(Exodus 20:17)


Dass der "Nächste" natürlich nur der Landsmann mit der selben Religion ist und dass man seine Feinde ausrauben darf, ist ja klar. Aber auch unter den Israeliten macht Gott auch schon mal eine Ausnahme zum diesem Gebot.

So erlaubt er es im Buch Richter, dass der Stamm der Benjamiter sich Frauen von einem anderen israelitischen Stamm klauen darf.

"20 Und sie geboten den Kindern Benjamin und sprachen: Gehet hin und lauert in den Weinbergen.
21 Wenn ihr dann seht, daß die Töchter Silos heraus mit Reigen zum Tanz gehen, so fahret hervor aus den Weinbergen und nehme ein jeglicher sich ein Weib von den Töchtern Silos und gehet hin ins Land Benjamin.
22 Wenn aber ihre Väter oder Brüder kommen, mit uns zu rechten, wollen wir zu ihnen sagen: Gönnt sie uns; denn wir hatten nicht für jeden ein Weib genommen im Streit. Auch habt nicht ihr sie ihnen gegeben; sonst wäret ihr jetzt schuldig.
23 Die Kinder Benjamin taten also und nahmen Weiber nach ihrer Zahl von den Reigen, die sie raubten, und zogen hin und wohnten in ihrem Erbteil und bauten die Städte und wohnten darin."

(Richter 21:20-23)





IN GOTTES NAMEN

Das einzige Gebot zu dem es kein Widerspruch, keine Ausnahme oder Relativierung gibt - und damit wohl das wichtigste von allen:

"7 Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht mißbrauchen; denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht."

(Exodus 20:7)


Noch schlimmer als den Namen des HERRN zu missbrauchen oder sich über Jesus lustig zu machen, ist - aus mir schleierhaften Gründen - das Lästern über den heiligen Geist.
Wer das tut, dem wird Gott niemals vergeben ewiglich und der Schuft hat sich das Ticket zur Hölle schon gelöst.

"32 Und wer etwas redet wider des Menschen Sohn, dem wird es vergeben; aber wer etwas redet wider den Heiligen Geist, dem wird's nicht vergeben, weder in dieser noch in jener Welt."

(Matthäus 12:32)


"29 wer aber den Heiligen Geist lästert, der hat keine Vergebung ewiglich, sondern ist schuldig des ewigen Gerichts."

(Markus 3:29)



Herrgottsakra! Der soll sich mal nicht so aufspielen, dieser beschissene heilige Geist!

Aber zum Glück gibt es im echten Leben ja keine Geister...
Und wenn doch, weiß ich, wen ich anrufen muss.

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WIDERSPRÜCHE IN DER BIBEL

Teil 4: "Jein"
>>Teil 5: "Du sollst nicht... Oder doch?"


DIE ZEHN GEBOTE

"Top Ten"

22. Juli 2011

DAVID - A STAR IS BORN (Helden der Bibel Teil 4A)



König David war einer der größten Helden der Bibel überhaupt: Er bezwang einen Riesen mit einer Steinschleuder, vertrieb böse Geister mit seiner Musik und führte eine Gang von Rebellen an.
Über den steinigen und blutigen Weg Davids zum Thron...




GOD SAVE THE KINGS

Es war einmal ein sagenhaftes Königreich im Herzen der malerischen Wüsten des Nahen Ostens. Es entstand, als der HERR daselbst einen Mann namens Saul zum König erkor (1 Samuel 9). Doch es war nicht alles eitel Sonnenschein in Gottes neuem Königreich. Saul erweist sich leider schnell als schlechte Wahl und fällt von Gott ab. Auch für einen allwissenden Gott ist es nicht immer einfach, Leute zu finden, auf die man sich verlassen kann.

Was tut Saul Übles, um Gottes Zorn auf sich zu ziehen? Er missachtet einen völlig vernünftigen Befehl des HERRN. Der liebe Gott verlangt nichts weiter als einen gewöhnlichen Völkermord.

"2 So spricht der HERR Zebaoth: Ich habe bedacht, was Amalek Israel tat und wie er ihm den Weg verlegte, da er aus Ägypten zog.
3 So zieh nun hin und schlage die Amalekiter und verbanne sie mit allem, was sie haben; schone ihrer nicht sondern töte Mann und Weib, Kinder und Säuglinge, Ochsen und Schafe, Kamele und Esel!"

(1 Samuel 15:2-3)



Nicht, dass Saul den Befehl völlig verweigern würde. Er bringt den Amalekitern den wohlverdienten Tod. Schließlich haben deren Vorfahren vor ein paar hundert Jahren die Israeliten bei ihrem Einzug ins heilige Land gestört. Doch Saul lässt den amalekitischen König Agag und ein paar Rinder am Leben. Unverzeihlich!

Der Prophet Samuel versucht den HERRN noch zu beschwichtigen, indem er ihm den nun zerstückelten König der Amalekiter unter die Nase hält.

"33 Samuel sprach: Wie dein Schwert Weiber ihrer Kinder beraubt hat, also soll auch deine Mutter der Kinder beraubt sein unter den Weibern. Also hieb Samuel den Agag zu Stücken vor dem HERRN in Gilgal.
34 Und Samuel ging hin gen Rama; Saul aber zog hinauf zu seinem Hause zu Gibea Sauls.
35 Und Samuel sah Saul fürder nicht mehr bis an den Tag seines Todes. Aber doch trug Samuel Leid um Saul, daß es den HERRN gereut hatte, daß er Saul zum König über Israel gemacht hatte."

(1 Samuel 15:33-35)



Es nützt alles nichts: Saul ist bei Gott unten durch. Der Prophet Samuel salbt auf Gottes Befehl einen jungen Mann namens David zum neuen König und sieht Saul bis zu seinem Tode nicht wieder. Außerdem gerät der Geist Gottes über David. Fabelhaft!

"13 Da nahm Samuel sein Ölhorn und salbte ihn mitten unter seinen Brüdern. Und der Geist des HERRN geriet über David von dem Tage an und fürder. Samuel aber machte sich auf und ging gen Rama."

(1 Samuel 16:13)



Der Unhold Saul soll wegen der großen Sünde der Gnade nicht mehr der König seines auserwählten Volkes sein, findet der HERR.

"26 Samuel sprach zu Saul: Ich will nicht mit dir umkehren; denn du hast des HERRN Wort verworfen, und der HERR hat dich auch verworfen, daß du nicht König seist über Israel."

(1 Samuel 15:26)


Der Beschluss Gottes, dass Saul nicht König sei über Israel, bedeutet seltsamerweise allerdings nicht, dass Saul nicht mehr König über Israel sei.
Der verworfene Saul bleibt bis zu seinem Tode amtierender König. Der junge David fordert seine von Gott verliehene Krone allerdings auch nicht ein und begegnet Saul nur durch einen riesigen Zufall...



THERE WAS A SECRET CHORD, THAT DAVID PLAYED AND IT PLEASED THE LORD

Die Karriere Davids am königlichen Hof beginnt, als Saul Lust auf ein wenig Musik hat. Es plagt ihn nämlich blöderweise ein böser Geist von Gott.

"14 Und der Geist des HERRN wich von Saul, und ein böser Geist vom HERRN machte ihn sehr unruhig.
15 Da sprachen die Knechte Sauls zu ihm: Siehe, ein böser Geist von Gott macht dich sehr unruhig;
16 unser Herr sage seinen Knechten, die vor ihm stehen, daß sie einen Mann suchen, der auf der Harfe wohl spielen könne, auf daß, wenn der böse Geist Gottes über dich kommt, er mit seiner Hand spiele, daß es besser mit dir werde.
17 Da sprach Saul zu seinen Knechten: Seht nach einem Mann, der des Saitenspiels kundig ist, und bringt ihn zu mir."

(1 Samuel 16:14-17)


David wird dem König als Harfenspieler empfohlen und enttäuscht nicht. Sein Harfenspiel vertreibt den bösen Geist Gottes - fragt mich nicht, wie das funktionieren soll...
Saul gibt David einen Job, bei dem er immer dicht an seiner Seite ist und so wird David Sauls Waffenträger.

"21 Also kam David zu Saul und diente vor ihm, und er gewann ihn sehr lieb, und er ward sein Waffenträger.
22 Und Saul sandte zu Isai und ließ ihm sagen: Laß David vor mir bleiben; denn er hat Gnade gefunden vor meinen Augen.
23 Wenn nun der Geist Gottes über Saul kam, so nahm David die Harfe und spielte mit seiner Hand; so erquickte sich Saul, und es ward besser mit ihm, und der böse Geist wich von ihm."

(1 Samuel 16:21-23)




So war das also. Vielleicht auch anders.



RIESENTÖTER

Während der nächsten Geschichte, in der David auftaucht, befinden sich die Israeliten im Krieg mit den Philistern, den Bewohnern des Landes Gath.
Davids Job als königlicher Harfenspieler und Waffenträger - und warum er ihn offensichtlich verloren hat - wird mit keiner Silbe erwähnt. Da seine älteren Brüder im Krieg sind, hütet David die Schafe seines Vaters. Doch als er seinen Brüdern Verpflegung auf das Schlachtfeld bringt, beschließt er sich spontan, in den Krieg einzugreifen, wenn er schon mal da ist.

Die Philister haben jedoch eine Geheimwaffe: Den Riesen Goliath. Der ist ein extrem tougher Muthafucka - sogar für die Standards von Riesen-Soldaten...

"4 Da trat aus den Lagern der Philister ein Riese mit Namen Goliath von Gath, sechs Ellen und eine Handbreit hoch;
5 und er hatte einen ehernen Helm auf seinem Haupt und einen schuppendichten Panzer an, und das Gewicht seines Panzers war fünftausend Lot Erz,
6 und hatte eherne Beinharnische an seinen Schenkeln und einen ehernen Schild auf seinen Schultern.
7 Und der Schaft seines Spießes war wie ein Weberbaum, und das Eisen seines Spießes hatte sechshundert Lot Eisen; und sein Schildträger ging vor ihm her."

(1 Samuel 17:4-7)



Doch David ist ein noch viel härterer Teufelskerl und schleudert dem Riesen kurzerhand einen Stein an die Birne und köpft ihn danach. Nimm das, Bitch!

"49 Und David tat seine Hand in die Tasche und nahm einen Stein daraus und schleuderte und traf den Philister an seine Stirn, daß der Stein in seine Stirn fuhr und er zur Erde fiel auf sein Angesicht.
50 Also überwand David den Philister mit der Schleuder und mit dem Stein und schlug ihn und tötete ihn. Und da David kein Schwert in seiner Hand hatte,
51 lief er und trat zu dem Philister und nahm sein Schwert und zog's aus der Scheide und tötete ihn und hieb ihm den Kopf damit ab. Da aber die Philister sahen, daß ihr Stärkster tot war, flohen sie."

(1 Samuel 17:49-51)





Im 2. Buch Samuel (im ursprünglich selben Buch - das Buch Samuel wurde erst im Mittelalter in zwei Teile geteilt) und im ersten Buch der Chronik wird dagegen allerdings berichtet, dass ein gewisser Elhanan Goliath besiegt hat und nicht David (2 Samuel 23:24, 1 Chronik 11:26).

Sehr seltsam ist auch, das Saul seinen ehemaligen Harfenspieler und Waffenträger nicht einmal zu kennen scheint...

"57 Da nun David wiederkam von der Schlacht des Philisters, nahm ihn Abner und brachte ihn vor Saul, und er hatte des Philisters Haupt in seiner Hand.
58 Und Saul sprach zu ihm: Wes Sohn bist du, Knabe? David sprach: Ich bin ein Sohn deines Knechtes Isai, des Bethlehemiten."

(1 Samuel 17:57-58)






MAKE LOVE, AND WAR

David ist ein vielschichtiger Mensch: Der harte Mann hat auch eine sehr sensible Seite. So verliebt er sich in einen Typen namens Jonathan.

"1 Und da er hatte ausgeredet mit Saul, verband sich das Herz Jonathans mit dem Herzen Davids, und Jonathan gewann ihn lieb wie sein eigen Herz."

(1 Samuel 18:1)



Michelangelos David


Später hält David um die Hand von Sauls Tochter Michal an. Saul ist einverstanden, verlangt aber im Gegenzug einhundert Vorhäute von beliebigen Philistern als Preis.
Richtig gelesen: Vorhäute. Er sagt allerdings nicht, was er damit vorhat...

"25 Saul sprach: So sagt zu David: Der König begehrt keine Morgengabe, nur hundert Vorhäute von den Philistern, daß man sich räche an des Königs Feinden. Denn Saul trachtete David zu fällen durch der Philister Hand."

(1 Samuel 18:25)



Wie kommt David nur an hundert philisterianische Vorhäute? Er könnte die Phililster für ihre Vorhäute bezahlen. Oder sie einfach mit Gewalt zur Beschneidung zwingen. David entscheidet sich für eine radikalere Methode und tötet die Leute einfach.
Dann denkt er sich "Was solls, wenn ich schon mal dabei bin..." und tötet noch einmal hundert Philister und schneidet auch deren Leichen die Vorhäute ab. Man kann ja nie genug Vorhäute im Haus haben!

"27 da machte sich David auf und zog mit seinen Männern und schlug unter den Philistern zweihundert Mann. Und David brachte ihre Vorhäute dem König in voller Zahl, daß er des Königs Eidam würde. Da gab ihm Saul seine Tochter Michal zum Weibe."

(1 Samuel 18:27)



So wird David der Schwiegersohn des Königs. Doch Saul freut sich wenig darüber. Er hatte gehofft, dass David bei der Vorhaut-Aktion getötet wird und ist nun enttäuscht.

"28 Und Saul sah und merkte, daß der HERR mit David war. Und Michal, Sauls Tochter, hatte ihn lieb.
29 Da fürchtete sich Saul noch mehr vor David und ward sein Feind sein Leben lang."

(1 Samuel 18:28-29)




OFF WITH HIS HEAD!

Jonathan, dessen Herz sich mit Davids verbunden hatte, ist ein Sohn des König und kann David daher warnen, als Saul David einige Zeit später aus nicht näher erläuterten Gründen umbringen will (1 Samuel 19:1).
Zunächst kann Jonathan seinen Vater noch überzeugen, seinen Schwiegersohn David doch nicht zu ermorden. Aber dann überlegt es sich der König kurz darauf wieder anders und will David erneut um die Ecke bringen.

"9 Aber der böse Geist vom HERRN kam über Saul, und er saß in seinem Hause und hatte einen Spieß in seiner Hand; David aber spielte auf den Saiten mit der Hand.
10 Und Saul trachtete, David mit dem Spieß an die Wand zu spießen. Er aber riß sich von Saul, und der Spieß fuhr in die Wand. David aber floh und entrann dieselbe Nacht.
11 Saul sandte aber Boten zu Davids Haus, daß sie ihn verwahrten und töteten am Morgen. Das verkündigte dem David sein Weib Michal und sprach: Wirst du nicht diese Nacht deine Seele erretten, so mußt du morgen sterben.
12 Da ließ ihn Michal durchs Fenster hernieder, daß er hinging, entfloh und entrann."

(1 Samuel 19:9-12)





Erneut entgeht David nur knapp einem Mordanschlag Sauls und muss fliehen, während die Männer des Königs ihm nachstellen, um ihm dem Erdboden gleich zu machen. Zum Glück werden sie durch den Geist Gottes aufgehalten.

"20 Da sandte Saul Boten, daß sie David holten; und sie sahen den Chor der Propheten weissagen, und Samuel war ihr Vorsteher. Da kam der Geist Gottes auf die Boten Sauls, daß auch sie weissagten."

(1 Samuel 19:20)


Saul schickt noch mehr Boten los, doch auch die bringen David nicht zurück, da auch sie - spontan vom Geist Gottes ergriffen - viel zu beschäftigt damit sind, zu weissagen.
Der König beschließt daher, sich höchstpersönlich um die Sache zu kümmern und macht sich auf den Weg, um David zu suchen. Doch, wie sollte es anders kommen: Auch er wird vom Geist Gottes ergriffen und sagt weis. Nackig, aus irgendeinem Grunde...

"23 Und er ging dahin gen Najoth in Rama. Und der Geist Gottes kam auch auf ihn, und er ging einher und weissagte, bis er kam gen Najoth in Rama.
24 Und er zog auch seine Kleider aus und weissagte auch vor Samuel und fiel bloß nieder den ganzen Tag und die ganze Nacht. Daher spricht man: Ist Saul auch unter den Propheten?"

(1 Samuel 19:23-24)


So treffen sich also Saul und der Prophet Samuel wieder, von dem es eigentlich hieß, dass er Saul bis zu seinem Tod nicht mehr gesehen haben soll (1 Samuel 15:35). Vielleicht war Samuel ja ein Geist?
Natürlich nicht, das wäre ja lächerlich!



INSANE IN THE MEMBRANE

Das Erlebnis als nackter Prophet kann Saul allerdings nicht lange davon abhalten, David doch wieder töten zu wollen. Er jagt ihm nach, quer durch das Land und kommt in die Stadt Nobe. Es stellt sich heraus, dass die dortigen Priester David auf der Flucht geholfen haben. Dafür lässt Saul alle Einwohner der Stadt und alle Priester umbringen.

"18 Da sprach der König zu Doeg: Wende du dich und erschlage die Priester! Doeg, der Edomiter, wandte sich und erschlug die Priester, daß des Tages starben fünfundachtzig Männer, die leinene Leibröcke trugen.
19 Und die Stadt der Priester, Nobe, schlug er mit der Schärfe des Schwerts, Mann und Weib, Kinder und Säuglinge, Ochsen und Esel und Schafe."

(1 Samuel 22:18-19)



David wird unterdessen Befehlshaber einer kleinen Armee von 400 traurigen Gestalten.

"2 Und es versammelten sich zu ihm allerlei Männer, die in Not und Schulden und betrübten Herzens waren; und er war ihr Oberster, daß bei vierhundert Mann bei ihm waren."

(1 Samuel 22:2)



Auf der Jagd nach David kommt Saul unwissentlich an einer Höhle vorbei, in der David und seine Anhänger campieren. Als Saul in die Höhle geht um "seine Füße zu bedecken" - ein euphemistischer Begriff für die Entleerung seines Darms - wittern Davids Männer die perfekte Chance, den nichtsahnenden König zu töten.
David schleicht sich an, schneidet aber nur ein Stück von Sauls Rock ab und verschwindet wieder.

"4 Und da er kam zu den Schafhürden am Wege, war daselbst eine Höhle, und Saul ging hinein seine Füße zu decken. David aber und seine Männer saßen hinten in der Höhle.
5 Da sprachen die Männer Davids zu ihm: Siehe, das ist der Tag, davon der HERR dir gesagt hat: "Siehe, ich will deinen Feind in deine Hände geben, daß du mit ihm tust, was dir gefällt." Und David stand auf und schnitt leise einen Zipfel vom Rock Sauls."

(1 Samuel 24:4-5)



David konfrontiert Saul mit dem Rockzipfel und beweist ihm so, dass er ihn nicht getötet hat, obwohl er die Gelegenheit dazu hatte. Saul lässt sich von dem emotionalen Moment mitreißen und gesteht reumütig seine Sünde.

"17 Als nun David solche Worte zu Saul hatte ausgeredet, sprach Saul: Ist das nicht deine Stimme, mein Sohn David? Und Saul hob auf seine Stimme und weinte
18 und sprach zu David: Du bist gerechter denn ich: du hast mir Gutes bewiesen; ich aber habe dir Böses bewiesen;"

(1 Samuel 24:17-18)



Kurz darauf beschließt Saul abermals, David mit seiner Armee nachzujagen, um ihn zu ermorden. David zieht noch mal eine ähnliche Nummer ab wie zuvor und schleicht sich unbemerkt in das Lager des Königs und kann es hinterher beweisen. Saul ist gerührt und schwört, David von nun an nicht mehr töten zu wollen...

"21 Und Saul sprach: Ich habe gesündigt, komm wieder, mein Sohn David, ich will dir fürder kein Leid tun, darum daß meine Seele heutigestages teuer gewesen ist in deinen Augen. Siehe, ich habe töricht und sehr unweise getan."

(1 Samuel 26:21)

Saul ändert seine Meinung öfters als ich meine Unterhose: Mehr als einmal im Monat!



KILLING IN THE NAME OF

König Saul lässt mal wieder von der Verfolgung Davids ab. Aber mittlerweile hat David eingesehen, dass Saul seine Meinung gern mal spontan ändert und ihn morgen wahrscheinlich wieder töten will. Daher beschließt der gesalbte König Israels, es wäre eine gute Idee, die Fronten zu wechseln. Zusammen mit seinem Heer von mittlerweile 600 Männern wechselt er zur Armee der Todfeinde der Israeliten, den Philistern.

"1 David aber gedachte in seinem Herzen: Ich werde der Tage einen Saul in die Hände fallen; es ist mir nichts besser, denn daß ich entrinne in der Philister Land, daß Saul von mir ablasse, mich fürder zu suchen im ganzen Gebiet Israels; so werde ich seinen Händen entrinnen.
2 Und machte sich auf und ging hinüber samt den sechshundert Mann, die bei ihm waren, zu Achis, dem Sohn Maochs, dem König zu Gath."

(1 Samuel 27:1-2)



Eine etwas seltsame Vorstellung, dass der von Gott zum König Israels erkorene David nun für seine Feinde kämpft. Das ist in etwa so, als würde die britische Queen spontan beschließen, in die Führungsriege von Al-Qaida zu wechseln.

Es ist auch kein Trick dabei: David versucht nicht etwa, die Philister auszuspionieren oder von innen zu zerstören - er strengt sich beim Kämpfen auch noch richtig an und macht einen guten Job, zumindest nach Bibel-Standards.
Will heißen: Er rottet alle Feinde der Philister vollkommen aus, macht keine Gefangene und gewährt keine Gnade.

"8 David aber zog hinauf samt seinen Männern und fiel ins Land der Gessuriter und Girsiter und Amalekiter; denn diese waren von alters her die Einwohner dieses Landes, wo man kommt gen Sur bis an Ägyptenland.
9 Da aber David das Land schlug, ließ er weder Mann noch Weib leben und nahm Schafe, Rinder, Esel, Kamele und Kleider und kehrte wieder und kam zu Achis.
10 Wenn dann Achis sprach: Seid ihr heute nicht eingefallen? so sprach David: In das Mittagsland Juda's und in das Mittagsland der Jerahmeeliter und in das Mittagsland der Keniter.
11 David aber ließ weder Mann noch Weib lebendig gen Gath kommen und gedachte: Sie möchten wider uns reden und schwätzen. Also tat David, und das war seine Weise, solange er wohnte in der Philister Lande."

(1 Samuel 27:8-11)



Für David läuft alles spitzenmäßig, bis die Philister wieder einmal gegen Israel in den Krieg ziehen. David befindet sich als israelischer König und Armeeführer der Philister nun in einem enormen Gewissenskonflikt.

"1 Und es begab sich zu derselben Zeit, daß die Philister ihr Heer versammelten, in den Streit zu ziehen wieder Israel. Und Achis sprach zu David: Du sollst wissen, daß du und deine Männer sollt mit mir ausziehen ins Heer."

(1 Samuel 28:1)




GHOST - NACHRICHT VON SAM

Angesichts des bevorstehenden Krieges mit den Philistern steht König Saul kurz vor der Verzweiflung. Er benötigt dringend den Rat Gottes, doch der schweigt und dessen Sprachrohr, der Prophet Samuel, ist vor kurzem verstorben. Dies macht es nicht einfach, ihn um Hilfe zu bitten.
Doch so leicht gibt der König nicht auf. Irgendjemand muss doch in der Lage sein, Samuel wieder von den Toten auferstehen zu lassen, sei es auch nur für kurz! Saul fragt herum und erfährt, dass ein solches Wunder nur ein Wesen vollbringen kann: Eine heidnische Totenbeschwörerin aus Endor.

"7 Da sprach Saul zu seinen Knechten: Sucht mir ein Weib, die einen Wahrsagergeist hat, daß ich zu ihr gehe und sie Frage. Seine Knechte sprachen zu ihm: Siehe, zu Endor ist ein Weib, die hat einen Wahrsagergeist."

(1 Samuel 28:7)


Daher begibt sich Saul eiligst nach Endor, wo auch die Ewoks wohnen...
Nee, war nur ein Spaß. Das Endor aus "Star Wars" hat mit dieser Stadt natürlich nichts zu tun. Schließlich ist "Krieg der Sterne" ja ein ausgedachtes Märchen, während die Bibel über historische Tatsachen schreibt!
Saul überredet die Totenbeschwörerin, Samuels Geist anzurufen. Nach anfänglicher Skepsis - Saul hatte das Totenbeschwören nämlich eigentlich verboten - kommt die Frau dem Wunsch des Königs nach und der Geist Samuels erscheint.

"11 Da sprach das Weib: Wen soll ich dir denn heraufbringen? Er sprach: Bringe mir Samuel herauf.
12 Da nun das Weib Samuel sah, schrie sie laut und sprach zu Saul: Warum hast du mich betrogen? Du bist Saul.
13 Und der König sprach zu ihr: Fürchte dich nicht! Was siehst du? Das Weib sprach zu Saul: Ich sehe Götter heraufsteigen aus der Erde.
14 Er sprach: Wie ist er gestaltet? Sie sprach: Es kommt ein alter Mann herauf und ist bekleidet mit einem Priesterrock. Da erkannte Saul, daß es Samuel war, und neigte sich mit seinem Antlitz zur Erde und fiel nieder."

(1 Samuel 28:11-14)



Gespenster-Samuel ist zunächst sauer darüber, dass man seine Totenruhe gestört hat und er trotz Pensionierung schon wieder arbeiten muss. Komisch, sollte man doch meinen, nicht ein Mangel an Ruhe sondern das Gegenteil sei das größte Problem eines Toten.

"15 Samuel aber sprach zu Saul: Warum hast du mich unruhig gemacht, daß du mich heraufbringen läßt? Saul sprach: Ich bin sehr geängstet: die Philister streiten wider mich, und Gott ist von mir gewichen und antwortet mir nicht, weder durch Propheten noch durch Träume; darum habe ich dich lassen rufen, daß du mir weisest, was ich tun soll."

(1 Samuel 28:15)


Leider hat der unfreundliche Geist keine guten Nachrichten: Schon am nächsten Tag, so Samuel, werden auch Saul und seine Söhne sterben.

"16 Samuel sprach: Was willst du mich fragen, weil der HERR von dir gewichen und dein Feind geworden ist?
17 Der HERR wird dir tun, wie er durch mich geredet hat, und wird das Reich von deiner Hand reißen und David, deinem Nächsten, geben.
18 Darum daß du der Stimme des HERRN nicht gehorcht und den Grimm seines Zorns nicht ausgerichtet hast wider Amalek, darum hat dir der HERR solches jetzt getan.
19 Dazu wird der HERR Israel mit dir auch geben in der Philister Hände. Morgen wirst du und deine Söhne mit mir sein. Auch wird der HERR das Lager Israels in der Philister Hände geben."

(1 Samuel 28:16-19)






ALL THE KING'S MEN

David und seine Männer melden sich bei ihren Vorgesetzten bereit zur Schlacht gegen die eigenen Landsleute. Einige Generäle der Philister trauen den ausländischen Söldnern jedoch nicht und schicken David und seine Leute davon.
Dass gerade jetzt Zweifel an David aufkommen - und die Philister ihn dennoch weder gefangen nehmen, noch umbringen, sondern unbehelligt mit allen seinen Männern wegschicken: Was für ein glücklicher Zufall dies doch ist! Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein...

"3 Da sprachen die Fürsten der Philister: Was sollen diese Hebräer? Achis sprach zu ihnen: Ist nicht das David, der Knecht Sauls, des Königs Israels, der nun bei mir gewesen ist Jahr und Tag, und ich habe nichts an ihm gefunden, seit der Zeit, daß er abgefallen ist, bis her?
4 Aber die Fürsten der Philister wurden zornig auf ihn und sprachen zu ihm: Laß den Mann umkehren und an seinem Ort bleiben, dahin du ihn bestellt hast, daß er nicht mit uns hinabziehe zum Streit und unser Widersacher werde im Streit. Denn woran könnte er seinem Herrn größeren Gefallen tun als an den Köpfen dieser Männer?
5 Ist er nicht David, von dem sie sangen im Reigen: Saul hat tausend geschlagen, David aber zehntausend?"

(1 Samuel 29:3-5)



Aber David freut sich nicht etwa wie ein Honigkuchenpferd über die ungeahnte Gelegenheit - er bohrt beleidigt nach, warum er denn nicht gegen sein Volk kämpfen dürfe.

"8 David aber sprach zu Achis: Was habe ich getan, und was hast du gespürt an deinem Knecht seit der Zeit, daß ich vor dir gewesen bin, bis her, daß ich nicht sollte kommen und streiten wider die Feinde meines Herrn, des Königs?
9 Achis antwortete und sprach zu David: Ich weiß es wohl; denn du gefällst meinen Augen wie ein Engel Gottes. Aber der Philister Fürsten haben gesagt: Laß ihn nicht mit uns hinauf in den Streit ziehen."

(1 Samuel 29:8-9)


Davids Widerspruch nützt nichts: Die Philister schicken ihn und seine Männer fort.

In der Schlacht geschieht dann natürlich genau das, was Samuel als Gespenst am Vortag prophezeit hatte: Die Israeliten verlieren den Kampf. Sauls Söhne, auch Jonathan, sterben. Der König selbst wird schwer verletzt. Damit man nicht sagen könne, die Philister hätten ihn getötet, begeht Saul auf dem Schlachtfeld Selbstmord.

"1 Die Philister aber stritten wider Israel; und die Männer Israels flohen vor den Philistern und fielen erschlagen auf dem Gebirge Gilboa.
2 Und die Philister hingen sich an Saul und seine Söhne und erschlugen Jonathan und Abinadab und Malchisua, die Söhne Sauls.
3 Und der Streit ward hart wider Saul, und die Schützen trafen auf ihn mit Bogen, und er ward sehr verwundet von den Schützen.
4 Da sprach Saul zu seinem Waffenträger: Zieh dein Schwert aus und erstich mich damit, daß nicht diese Unbeschnittenen kommen und mich erstechen und treiben ihren Spott mit mir. Aber sein Waffenträger wollte nicht; denn er fürchtete sich sehr. Da nahm Saul das Schwert und fiel hinein.
5 Da nun sein Waffenträger sah, daß Saul tot war, fiel er auch in sein Schwert und starb mit ihm.
6 Also starb Saul und seine drei Söhne und sein Waffenträger und alle seine Männer zugleich auf diesen Tag."

(1 Samuel 31:1-6)



So endet nun die unrühmliche Herrschaft des allerersten Königs von Israel. Was hat sich der HERR bloß dabei gedacht, gerade Saul zum ersten König zu machen?
Hätte Gott mit der Gründung seines Königreichs nur noch ein paar Jahre gewartet und David zum ersten König gemacht, dann wäre ihm einiges an Ärger erspart geblieben und seinem auserwählten Volk der Bürgerkrieg, der nun um Sauls Nachfolge ausbrechen wird.
Das konnte Gott ja nicht ahnen. Niemand kann in die Zukunft sehen. Aber das ganze Schlamassel hätte auch verhindert werden können, wenn Gott seinem Beschluss, Saul solle nicht mehr König sein, Taten hätte folgen lassen.
Hoffen wir doch mal, dass Gott bei der Wahl Davids eine bessere Figur macht. Kürzlich half dieser noch dem Erzfeind in dessen Kriegen, was offenbar aber nicht so schlimm ist wie Sauls Untat, einen Mann und ein paar Tiere beim Völkermord zu verschonen.
Nun, nach dem Tod des Königs und der Prinzen, wäre die ideale Gelegenheit für David, endlich wirklich König über Israel zu werden und die Regierungsgeschäfte zu übernehmen. Doch der hat ganz andere Probleme...



SOMETIMES THEY COME BACK

David weiß noch nichts von Saul Tod. Er und seine Soldaten ziehen, nachdem die Philister sie trotz Protest fortgeschickt haben, in die Stadt Ziklag, wo ihre Lager und ihre Familien sind.
Oder besser gesagt waren...

"1 Da nun David des dritten Tages kam gen Ziklag mit seinen Männern, waren die Amalekiter eingefallen ins Mittagsland und in Ziklag und hatten Ziklag geschlagen und mit Feuer verbrannt
2 und hatten die Weiber daraus weggeführt, beide, klein und groß; sie hatten aber niemand getötet, sondern weggetrieben, und waren dahin ihres Weges.
3 Da nun David samt seinen Männern zur Stadt kam und sah, daß sie mit Feuer verbrannt und ihre Weiber, Söhne und Töchter gefangen waren,
4 hoben David und das Volk, das bei ihm war, ihre Stimme auf und weinten, bis sie nicht mehr weinen konnten."

(1 Samuel 30:1-4)


Diese verdammten Amalekiter! Allerdings muss man zugeben, dass diese Kerle wirklich sehr hartnäckig sind. Wir erinnern uns: Saul hatte auf Gottes Befehl alle Amalekiter ermordet (1 Samuel 15) und niemanden verschont, weder Mann, Frau, Kind noch Säugling. Den einzigen Menschen, den er leben ließ, war der König - bis der kurz darauf vom Propheten Samuel zerstückelt wurde. Nun sollte es eigentlich keine Amalekiter mehr geben, nie mehr.
Aber um sicher zu gehen, tötet David mit seiner philistererikanischen Armee noch einmal alle Menschen aus dem Volk Amalek und lässt niemanden am Leben (1 Samuel 27).
Und doch gelingt es den Amalekitern ein paar Monate später, Ziklag zu überfallen. So was nenne ich Durchhaltevermögen!

Da David der Chef ist, wird er für die Katastrophe persönlich verantwortlich gemacht. Seine Leute sind so außer sich, dass sie ihn auf der Stelle steinigen wollen.

"6 Und David war sehr geängstet, denn das Volk wollte ihn steinigen; denn des ganzen Volkes Seele war unwillig, ein jeglicher um seine Söhne und Töchter willen."

(1 Samuel 30:6a)



Auweia!

(Fortsetzung folgt)

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SERIE: HELDEN DER BIBEL

>>Teil 4A: "David - A Star Is Born" (David 1/3)