6. August 2012

BONUS-MATERIAL (Geschichten aus der Bibel Teil 6)


Alle Christen haben einen Haufen von verrückten und merkwürdigen Geschichten in ihrer heiligen Schrift. Die Katholiken und Orthodoxen haben allerdings noch ein paar mehr als ihre Kollegen...


Die religiösen Texte, die nur in der Bibel der katholischen und orthodoxen Kirche zu finden sind, nennt man „deuterokanonisch“. Dabei handelt es sich um das Buch Tobit, das Buch Judith, das erste Buch der Makkabäer, das zweite Buch der Makkabäer, das Buch Baruch, das Buch der Weisheit, das Buch Jesus Sirach und zusätzliche Szenen zu den Büchern Ester und Daniel.
Juden und Protestanten haben darauf verzichtet, diese Bücher in ihre Bibel aufzunehmen. Dabei haben sie durchaus spannende Geschichten zu erzählen.




PLAYING GOD

Wie zum Beispiel die Sage vom Kampf Daniels gegen babylonische Götter, zu finden in den Zusätzen zum Buch Daniel.
Die Juden sind zu diesem Zeitpunkt im erzwungenen Exil in Babylon. Der Prophet Daniel wird vom babylonischen König aufgefordert, den hungrigen Gott Bel anzubeten. Doch Daniel wittert Betrug...

"3 Nun hatten die Babylonier einen Götzen, den sie Bel nannten, und sie opferten ihm täglich 12 Zentner Mehl, 40 Schafe und 240 Liter Wein.
4 Auch König Kyrus erwies dem Götzenbild seine Verehrung und ging Tag für Tag in den Tempel, um es anzubeten. Daniel aber betete nur zu seinem Gott, dem Gott Israels.
»Warum betest du nicht zu Bel?«, fragte ihn der König
5 und Daniel antwortete: »Ich bete nicht zu Bildern, die von Menschen gemacht sind. Ich bete zu dem lebendigen Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat und Herr ist über alles, was lebt.«
6 »Hältst du denn Bel nicht für einen lebendigen Gott?«, fragte der König. »Du siehst doch, wie viel er jeden Tag isst und trinkt!«"

(Zusätze zu Daniel 3-6)





Daniel lacht den König aus. Er ist überzeugt, dass Bel gar kein echter Gott sei. Und er ist auch bereit, das zu beweisen.

"7 Daniel aber lachte und sagte: »Lass dich nicht anführen, mein König! Dieser Gott besteht innen aus Ton und außen aus Bronze und gegessen oder getrunken hat er noch nie!«
8 Voll Zorn rief der König seine Priester und sagte zu ihnen: »Sagt mir, wer all diese Mengen verzehrt, sonst müsst ihr sterben!
9 Wenn ihr mir aber beweisen könnt, dass es Bel ist, muss Daniel sterben, weil er ihn beleidigt hat.«
»So soll es geschehen«, sagte Daniel."

(Zusätze zu Daniel, 7-9)





Daniel streut Asche auf den Boden und entlarvt so die Priester und deren Familien, die jede Nacht durch einen Geheimgang kommen und die Speiseopfer mopsen. Anscheinend hat niemand, auch nicht der König, daran gedacht, die Priester für ihren Job zu bezahlen, so dass sie keinen Betrug nötig hätten, um ihre Familien mit Nahrung zu versorgen.
Die Geschichte kriegt ein Happy End: Daniel darf am Leben bleiben, der vermeintliche Gott ist als Schmuh entlarvt und die Priester und ihre Familien werden getötet.

"19 Daniel aber lachte und hielt den König zurück, der sich schon zum Gehen anschickte. »Schau doch auf den Fußboden«, sagte er; »was sind denn das für Spuren?«
20 »Ich sehe Fußspuren von Männern, Frauen und Kindern«, stellte der König fest.
21 Voll Zorn ließ er die Priester und ihre Familien herbeiholen und sie mussten ihm den geheimen Gang zeigen, durch den sie in den Tempel gekommen waren, um die Opfergaben zu verzehren.
22 Dann ließ er sie töten; das Götzenbild aber überließ er Daniel, der es samt dem Tempel zerstörte."

(Zusätze zu Daniel 19-22)



Mit einer fast wissenschaftlichen Vorgehensweise hat Daniel greifbare Beweise gegen die Existenz von Bel geliefert. Aber Achtung, liebe religiöse Mitbürger: So viel Skeptizismus und Logik darf man natürlich nur bei fremden Religionen anwenden. Bei dem wahren Glauben sind Beweise irrelevant - es sei denn man kann damit den lächerlichen, dummen Glauben der Heiden als Schmarr'n entlarven.



DRACHE IST BLUTWURST

Daniel hat den ersten Gott besiegt. Doch die Babylonier haben gleich mehrere Götter und beten auch einen Drachen an...

"23 Die Babylonier verehrten auch einen großen Drachen.
24 Der König sagte zu Daniel: »Der ist ja wohl ein lebendiger Gott! Das kannst du nicht bestreiten. Also bete ihn an!«"

(Zusätze zu Daniel 23-24)



Man könnte erwarten, dass jetzt wieder so ein Lehrstück über falsche Götter folgt, durch das wir lernen, dass es nur einen einzigen Gott gibt. Wahrscheinlich ist der Drache in Wirklichkeit aus Pappmaché und wird von Puppenspielern bewegt, oder es ist eine große Echse mit aufgeklebten Geierflügeln.
Doch dem ist nicht so: Denn den Drachen gibt es wirklich...

"25 Daniel erwiderte: »Ich bete den Herrn, meinen Gott, an; er allein ist ein lebendiger Gott.
26 Wenn du es erlaubst, König, werde ich den Drachen ohne Schwert oder Keule töten.«
»Ich erlaube es dir«, sagte der König.
27 Da nahm Daniel Pech und Fett und Haare, knetete es zusammen und machte Fladen daraus. Die gab er dem Drachen zum Fressen und der zerplatzte.
»Da seht ihr, was ihr anbetet«, sagte Daniel."

(Zusätze zu Daniel 25-27)





Der große Prophet Daniel ermordet also einen armen Drachen, ohne dass der ihm irgend etwas getan hat. Eigentlich hätte er ahnen können, dass er sich bei den Babyloniern nicht gerade beliebt macht, wenn er ihre Götter tötet.
Das Volk ist in der Tat nicht gerade begeistert über Daniels Kreuzzug gegen ihre Religion und versammelt sich wütend vor dem Palast. Sie fordern den König auf, Daniel herauszugeben, damit sie ihn lynchen können.

"28 Als die Babylonier davon erfuhren, wurden sie wütend und rotteten sich gegen den König zusammen. Sie schrien: »Der König ist ein Jude geworden! Bel hat er zertrümmert, den Drachen hat er getötet und die Priester abgeschlachtet!«
29 Sie gingen zum König und sagten: »Gib uns Daniel heraus! Sonst bringen wir dich selbst um und deine ganze Familie.«"

(Zusätze zu Daniel 28-29)



Kyrus ist König über das riesige babylonische Reich und Befehlshaber über eine gigantische Armee, die Nachbarländer wie Israel militärisch überrollt hat. Dennoch hat er anscheinend keine gute Security und daher keine andere Wahl, als die Forderungen des wütenden Mobs zu erfüllen...

"30 Der König sah, dass es ihnen ernst war, und unter dem Druck der aufgebrachten Masse lieferte er Daniel aus."

(Zusätze zu Daniel 30)




DER KÖNIG DER LÖWEN

Der babylonische Pöbel will Daniels Tod. Doch anstatt ihm einfach auf der Stelle den Kopf abzuschlagen, entscheiden sie sich wie James-Bond-Bösewichte für einen komplizierten, langwierigen Plan und gehen nach Hause, bevor Daniel tot ist.
Angesichts dessen, dass er gerade einen göttlichen Drachen ohne Waffen getötet hat, ist die Idee nicht sonderlich gut, Daniel mit Löwen einzusperren und ihn dann unbeobachtet zu lassen, anstatt ihm einfach ein Schwert in den Bauch zu rammen und die Sache hinter sich zu bringen.

"31 Sie warfen ihn in die Löwengrube; dort blieb Daniel sechs Tage lang.
32 In der Grube waren sieben Löwen, denen sonst täglich zwei Menschen und zwei Schafe vorgeworfen wurden. Jetzt gab man ihnen nichts, damit sie sich auf Daniel stürzen sollten."

(Zusätze zu Daniel 31-32)





Gott hat jetzt die perfekte Gelegenheit, Daniel zu retten. Er könnte die Löwen in Schafe verwandeln oder Daniel spektakulär durch die Lüfte fliegen lassen oder ähnliches, um eindrucksvoll seine Macht zu beweisen und es mal wieder allen zu zeigen.

Doch der HERR hat ebenfalls eine Vorliebe für unnötig komplizierte Pläne. Er lässt zunächst den Propheten Habakuk aus Juda mit einem Privat-Engel einfliegen. Der Engel könnte Habakuk unter die Arme greifen oder um die Taille, aber er ist ja nicht schwul und um gar nicht erst den Verdacht aufkommen zu lassen, packt er ihn einfach bei den Haaren und macht sich mit ihm auf und davon.

"33 Damals lebte in Juda der Prophet Habakuk; der hatte gerade eine Suppe gekocht und Brot hineingebrockt und wollte sie den Schnittern aufs Feld bringen.
34 Da befahl ihm der Engel des Herrn: »Bring das Gericht nach Babylon zu Daniel in der Löwengrube!«
35 »Herr«, erwiderte Habakuk, »ich war noch nie in Babylon und von einer Löwengrube weiß ich auch nichts.«
36 Da packte ihn der Engel des Herrn an den Haaren und brachte ihn mit der Kraft seines Geistes in Windeseile nach Babylon an den Rand der Löwengrube."

(Zusätze zu Daniel 33-36)


Nach der wahrscheinlich wenig komfortablen Reise bringt Habakuk Daniel Suppe. Und das war's. Weder der Engel noch der Prophet helfen ihm aus der Grube, sondern gehen, nachdem sie Daniel sein Essen gebracht haben, wieder nach Hause.

"37 Habakuk rief: »Daniel, Daniel! Diese Mahlzeit schickt dir der Herr!«
38 Da rief Daniel: »Gott, du hast wirklich an mich gedacht! Du lässt deine Getreuen nicht im Stich!«
39 Dann stand er auf und aß; Habakuk aber wurde vom Engel des Herrn auf demselben Weg wieder nach Hause gebracht."

(Zusätze zu Daniel 37-39)





Wozu die Nummer gut war, erfahren wir nicht. Daniel ist nach sieben Tagen in der Grube immer noch nicht gefressen und wird freigelassen. In dieser Zeit wäre er wohl auch ohne Habakuks Suppe nicht verhungert.
Hätte der HERR nicht etwas Spektakuläreres veranstalten können mit einem Propheten und einen Engel – ein etwas beeindruckenderes Wunder als Suppe mit Brot?
Wenn Gott schon mal einen seiner besten Propheten aus dem Ausland einfliegen lässt, wäre dies doch die ideale Gelegenheit, den Babyloniern zu beweisen, dass man sich besser nicht mit dem HERRN anlegt. Vielleicht hätte er das schon längst mal machen sollen, schließlich haben die Babylonier das Land von Gottes erwählten Volk eingenommen, den Tempel in Jerusalem zerstört und die Juden ins Exil gezwungen. Doch das eindeutigste Zeichen, zu dem sich der HERR durchringen kann, ist, dass Daniel nach einer Woche nicht von den Löwen verspeist wurde.

"40 Am siebten Tag ging der König zur Löwengrube, um für Daniel die Totenklage zu halten; aber als er hinunterblickte, sah er ihn unversehrt dort sitzen.
41 Da rief er mit lauter Stimme: »Groß bist du, Herr, du Gott Daniels! Es gibt keinen anderen Gott außer dir.«"

(Zusätze zu Daniel 40-41)


Der König hat eingesehen, dass nicht einmal eine schreckliche Armee von sieben Löwen Daniel etwas anhaben können und schließt daraus, dass dies wohl ganz sicher bedeute, dass es keine Götter außer den HERRN geben könne.

Etwas vorschnell, wenn ihr mich fragt. Schließlich hat Gott nicht verhindert, dass sein erwähltes Volk besiegt und ins Exil geschickt wird, sondern nur einen Sieg eingefahren in einem siebentägigen Duell gegen sieben Raubkatzen.
Hätte ich ein geladenes Maschinengewehr, hätte auch ich sieben Tage in der Grube verbringen können. Bedeutet das, dass der Hersteller des Gewehrs die Welt erschaffen hat und der einzige Gott im Universum ist?



WER NICHT FRAGT BLEIBT DUMM

Eine weitere Geschichte aus den Zusätzen zum Buch Daniel erzählt uns, wie Daniel als junger Mann in einen Gerichtsprozess verwickelt wird. Die Juden befinden sich noch nicht im Exil und haben noch eine autonome Regierung. Doch ihr Gerichtssystem lässt etwas zu wünschen übrig.
Die Story beginnt, als Gott persönlich über einen Justizirrtum aufgeklärt wird und daher seinen Mitarbeiter Daniel vorbeischickt.

"44 Der Herr hörte Susannas Hilferuf.
45 Als sie zur Hinrichtung abgeführt wurde, brachte der Geist Gottes einen noch ganz jungen Mann namens Daniel dazu,
46 dass er laut protestierte. Er rief: »Ich will nichts damit zu tun haben, wenn diese Frau unschuldig getötet wird!«
47 Alle wandten sich ihm zu und fragten: »Was hat das zu bedeuten? Was willst du damit sagen?«"

(Zusätze zu Daniel 44-47)





Eine jüdische Frau namens Susanna wird des Ehebruchs bezichtigt. Die dafür in Gottes Gesetz vorgesehene Strafe ist die Steinigung. Doch Daniel ist von der Unschuld der Frau überzeugt. Er tadelt die Richter, die Angeklagte hätte keinen fairen Prozess bekommen.
Obwohl das Urteil bereits gesprochen wurde, wird die Verhandlung nun neu aufgenommen.

"48 Daniel trat vor und sagte: »Habt ihr den Verstand verloren, Männer von Israel? Ohne Verhör und ohne Beweis verurteilt ihr eine israelitische Frau!
49 Nehmt sofort die Gerichtsverhandlung wieder auf! Die beiden haben eine falsche Beschuldigung erhoben.«
50 Sofort kehrten sie alle um. Im Haus Jojakims sagten die Ältesten des Volkes zu Daniel: »Setz dich hierher zu uns und sag, was du weißt! Du bist noch so jung, aber Gott hat dir die Weisheit des Alters geschenkt!«"

(Zusätze zu Daniel 48-50)


Daniel verhört aber nicht Susanna, sondern die beiden Richter, die im Rechtssystem des Gottesstaats Judäa offenbar gleichzeitig die Anklage vertraten und das Urteil sprechen konnten.

"51 Daniel sagte: »Trennt die beiden weit voneinander, damit sie sich nicht verständigen können! Ich will sie verhören.«
52 Dann rief er den einen und sagte zu ihm: »Nicht in Ehren, sondern in Schande bist du grau geworden! Aber jetzt trifft dich die Strafe für alle Sünden, die du begangen hast.
53 Als Richter hast du das Recht gebeugt: Unschuldige hast du verurteilt und Verbrecher hast du laufen lassen. Und der Herr hat doch gesagt: 'Einen Unschuldigen sollst du nicht töten!'"

(Zusätze zu Daniel 51-53)


Da darüber offenbar Unklarheit herrschte, hat Gott explizit befohlen, keine Unschuldigen zu töten. Doch laut Daniel war das Gericht gerade im Begriff, dies zu tun. Im Unterschied zu den zwei wenig kompetenten Richtern kann Daniel seine Anschuldigungen beweisen. Er bringt die beiden dazu, sich in Widersprüche zu verwickeln und setzt zusätzlich die altbewährte Verhörmethode des „battle rap“ ein.

"54 Nun, wenn du diese Frau beim Ehebruch ertappt hast, dann sag mir doch: Unter was für einem Baum lag sie mit dem fremden Mann?«
»Unter einer Buche«, antwortete er.
55 Daniel erwiderte: »Unter einer Buche? Dass Gott dich verfluche! Diese Lüge kostet dich Kopf und Kragen! Der Engel Gottes hat schon Befehl erhalten, dich in Stücke zu hauen.«
56 Daniel ließ ihn abführen und den anderen herbeibringen. Zu ihm sagte er: »Du Nachfahre von Kanaan und nicht von Juda! Frauenschönheit hat dich verführt, Liebestollheit hat dir den Verstand geraubt!
57 Frauen aus dem Nordreich Israel könnt ihr so erpressen, sie werden euch aus lauter Angst zu Willen sein. Aber eine Frau aus Juda lässt sich das nicht gefallen.
58 Sag mir doch: Unter was für einem Baum hast du sie mit dem fremden Mann ertappt?«
»Unter einer Fichte«, antwortete er.
59 Daniel erwiderte: »Unter einer Fichte? Dass Gott dich vernichte! Diese Lüge kostet dich den Hals. Der Engel Gottes wartet schon mit dem Schwert, um dich mittendurch zu spalten. Er wird mit euch beiden kurzen Prozess machen!«

(Zusätze zu Daniel 54-59)

Daniel macht den Richtern/Anklägern klar, dass sie so eine Nummer vielleicht mit den jüdischen Frauen aus dem Nordreich Israel machen könnten, höchstwahrscheinlich mit Heiden, aber ganz sicher nicht mit den Frauen aus dem Südreich.
Die Richter bekommen nach dem Gesetz Gottes die Strafe, die es auch für das Verbrechen gibt, dessen sie Susanna beschuldigt hatten.

"60 Da priesen alle Versammelten mit lauter Stimme Gott, der die Bedrängten rettet, die ihm vertrauen.
61 Darauf nahmen sie sich die beiden Ältesten vor, die Daniel durch ihre eigene Aussage überführt hatte. Weil sie sich als lügenhafte Ankläger erwiesen hatten, wurde über sie dieselbe Strafe verhängt, die sie der fälschlich angeklagten Susanna zugedacht hatten.
62 Nach der entsprechenden Vorschrift im Gesetz Moses wurden sie beide hingerichtet.
So wurde die unschuldige Susanna an jenem Tag vom Tod gerettet."

(Zusätze zu Daniel 60-62)



Ist das wirklich eine gute Idee für ein Gerichtssystem: Falsche Ankläger sofort hinrichten?
Hatten die Richter denn selbst ein ausführliches und gerechtes Verfahren für ihr Todesurteil? Wohl kaum. Was ist, wenn sie doch Recht gehabt hätten? Natürlich, die Unschuld Susannas wird uns in der heiligen Schrift von Gott versichert - aber ich traue ihm nicht, diesem wahnsinnigen Bastard.
Die menschliche Erinnerung funktioniert nicht wie eine Videokamera. Auch bei ehrlichen Zeugenaussagen kommt es oft zu verfälschten oder ungenauen Einzelheiten. Dass ein Zeuge von einer Buche, der andere von einer Fichte spricht, ist kein eindeutiger Beweis, dass beide Männer definitiv bewusst und mutwillig eine falsche Anklage geführt haben und dafür hingerichtet werden müssen.
Was ist wenn nur einer der Richter eine Falschaussage gemacht hat, mutwillig oder nicht?..

Wenn so eine Praxis öffentlich bekannt ist, würde ich als Zeuge eines Verbrechens lieber schweigen - so schwer es mir auch prinzipiell fällt, die Klappe zu halten. Denn wenn ich mich nicht an alle Details genau erinnern kann oder ein anderer Zeuge etwas anderes erzählt, könnte es mich meinen Kopf kosten.
Und den brauch ich noch. Nicht nur zum hübsch aussehen, sondern gelegentlich auch, um mir Drogen und Junk-Food zuzuführen. Daher würde mich ungern auf diese liebgewonnene Körperteil verzichten.


"63 Ihr Vater Hilkija, ihre Mutter, ihr Mann Jojakim und alle ihre Angehörigen priesen Gott, weil Susanna von jedem Vorwurf reingewaschen worden war."

(Zusätze zu Daniel 63)


Dass man den HERRN lobt ist eine Standardfloskel in biblischen Texten. An dieser Stelle sollte man doch auch mal Daniel loben. Dieser hat schließlich eine Unschuldige vor dem Tod bewahrt und gleichzeitig zwei Verbrecher überführt. Und das allein durch ein simples Verhör. Gott zeigt uns hier eine effektive Methode, Dinge zu beurteilen: Nachfragen, neugierig sein, alle Puzzleteile rational zusammensetzen.
Dafür braucht man nicht einmal Religion. Ab und zu kommt es sogar vor, dass ein nicht-religiöser Mensch sogar noch besser darin ist, sich auf harte Fakten zu stützen und nichts anderes. Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde...

Gott wird immer wieder erwähnt und lobgepriesen, weil das damals einfach so Brauch war. Aber in den antiken Detektiv-Storys von Susanna und vom falschen Gott Bel ist die Figur Gott unwichtig. Daniel benutzt seinen Verstand, um durch physische Beweise Illusionen aufzulösen, die von hohen Autoritäten dazu verwendet werden, die einfachen Leute zu verarschen.
Diese skeptische Haltung ist ein zweischneidiges Schwert und könnte auch gegen den Bibelgott verwendet werden. Daher gingen die Juden und Protestanten wohl auf Nummer Sicher, den Text erst gar nicht in ihr magisches Buch aufzunehmen.
Denn mit der gleichen Methode, mit der man die Täuschungen und absurden Vorstellungen von anderen entlarven kann, kann man auch seine eigenen Täuschungen und absurden Vorstellungen entlarven. Und wer will das schon?



A MAN'S WORLD

Die Bibel erzählt nicht gerade oft Geschichten über selbständige und starke Frauen.
Nur zwei der 66 Bücher der protestantischen Bibel sind aus Sicht einer Frau geschrieben: Das Buch Rut und das Buch Ester. Das Buch Rut erzählt die Story einer jüdischen Frau, die ihren Mann verliert, dann das furchtbare Schicksal erleidet, eine unverheiratete Frau sein zu müssen und schließlich wieder heiratet. Die Suche einer Frau nach ihrer Rolle in der Gesellschaft endet erwartungsgemäß hinter dem Herd.



Das Buch Ester beginnt damit, dass der persische König seine Frau abschießt, weil die sich weigert, vor seiner betrunkenen Party-Gesellschaft zu tanzen. Der sympathische Gentleman lässt einen öffentlichen Brief verfassen, in denen alle Frauen angehalten werden, den Befehlen ihres Mannes bedingungslos Gehorsam zu leisten. [Mehr dazu hier]
Um eine neue Dame an seiner Seite zu finden, lässt er sich Jungfrauen wie auf einem Viehmarkt präsentieren. Er wählt die schließlich die heimlich jüdische Waise Ester zu seiner neuen Königin. Die ist zwar die Titelheldin und darf ein Komplott gegen den König aufdecken und ein jüdisches Fest begründen – trotzdem verdankt sie ihre Macht einzig und allein dem König, der immer die Hosen im Haus anbehält.




Sowohl Ester als auch Rut sind komplett durch ihre Ehe definiert. Ester ist nicht die Herrscherin, sie ist bloß die Frau an der Seite eines großen Mannes. Rut findet ihr Glück als Hausfrau und Mutter.
Da wundert es, dass die einzige Geschichte, in der die Titelheldin eine clevere und toughe Killerbraut ist, nur in den Bibeln der katholischen Kirche zu finden ist, die eigentlich nicht unbedingt für ihren radikalen Feminismus bekannt ist.



HALSABSCHNEIDERIN

Die Protagonistin aus dem Buch Judith glänzt weder wegen ihres Mannes, noch handelt sie auf den Befehl irgend eines Mannes. Klingt seltsam, ich weiß.
Die Geschichte spielt in einer Zeit, als Gottes Reich einmal wieder von Feinden besetzt war, wie meistens. Die jüdische Frau Judith schleust sich als Spionin in das Lager des feindlichen Hauptmannes Holofernes. Sie gibt vor, eine von dessen Gespielinnen zu sein.

"17 Da wallte dem Holofernes sein Herz; denn er war entzündet mit Begierde nach ihr.
18 Und er sprach zu ihr: Sitz nieder, trink, und sei fröhlich; denn du hast Gnade gefunden bei mir.
19 Und Judith antwortete: Ja, Herr, ich will fröhlich sein, denn ich bin mein Leben lang so hoch nicht geehrt worden.
20 Und sie aß und trank vor ihm, was ihr ihre Magd bereitet hatte.
21 Und Holofernes war fröhlich mit ihr, und trank so viel, wie er nie getrunken hatte sein Leben lang."

(Judith 12:17-21)


Judith spielt eine von ihr erwartete Frauenrolle, die Konkubine - doch bewusst und mit Berechnung. Nachdem sie den Hauptmann unter den Tisch gesoffen hat, ist er genau da, wo sie ihn haben will. Sie spricht sich durch ein Gebet Mut zu und schlägt Holofernes den Kopf ab...

"3 Holofernes aber war auf sein Bett hingefallen und schlief; denn er war ganz trunken. [...]
7 Nach solchem Gebet trat sie zu der Säule oben am Bett und langte das Schwert, das daran hing,
8 und zog es aus und ergriff ihn beim Schopf und sprach abermals:
9 Herr Gott, stärke mich in dieser Stunde! Und sie hieb zweimal in den Hals mit aller Macht und schnitt ihm den Kopf ab; danach wälzte sie den Leib aus dem Bette und nahm den Vorhang von den Säulen weg mit sich.
10 Danach ging sie heraus und gab das Haupt des Holofernes ihrer Magd und hieß sie es in ihren Sack stoßen."

(Judith 13:3,7-10)




In einem direkten Duell mit Schwertern hätte eine Frau sicherlich keine Chance gegen einen gut trainierten Soldaten gehabt. Doch Judith ist cleverer als ihr Gegner und wird zur Heldin des Tages - auch wenn erwartungsgemäß alle paar Minuten dem HERRN alle Lorbeeren zugesprochen werden.
Doch Judith war es, die die Feinde infiltrierte und dabei jederzeit damit rechnen musste, entdeckt, gefoltert und ermordet zu werden, und die letztendlich das Schwert in der Hand hielt und Holofernes von seinem Kopf trennte (- oder von seinem Körper, je nach Betrachtungsweise).
Das ist nicht ganz einfach, nicht physikalisch und sicherlich nicht psychologisch. Judith hat also keinen besonders angenehmen Abend, während Gott im Himmel auf seinem fetten Arsch sitzt und Regenwolken über Wohngebiete mit einer hohen Rate von Kindern, die am Vortag ihren Teller nicht geleert hatten, schickt.

Wenn Gott doch angeblich so toll ist, warum lässt er die ganze Arbeit immer von Menschen verrichten und macht sich nicht mal ausnahmsweise selbst nützlich?



YOU CAN LEAVE YOUR HEAD ON

Später trifft Judith sich samt dem Sack mit Holofernes' Haupt mit einem gewissen Achior und zeigt ihm, wer hier der Boss ist und wer die Bitch.

"26 Danach forderte man den Achior; zu dem sprach Judith: Der Gott Israels, von dem du gezeugt hast, daß er sich an seinen Feinden rächen kann, hat diese Nacht der Gottlosen Haupt umgebracht durch meine Hand.
27 Und daß du es sehest, so ist hier der Kopf des Holofernes, der den Gott Israels trotzig gelästert hat, und dir den Tod gedroht, da er sprach,
28 wenn das Volk Israel gefangen würde, so wollte er dich mit ihnen erstechen lassen.
29 Und da Achior des Holofernes Kopf sah, entsetzte er sich, daß er erstarrte."

(Judith 13:26-29)



Was lernen wir daraus? In gefährlichen Situationen sollten wir nie den Kopf verlieren, sondern dafür sorgen, dass dies dem Feind geschieht. Im Endeffekt ist Mord nämlich immer die beste Lösung für jedes Problem.
Im Prinzip haben wir es hier also mit der selben Moral zu tun, die 10 von 9 Bibelgeschichten vermitteln. Wenn nicht mehr.




 
LAZING ON A SUNDAY AFTERNOON

Bei den Geschichten über triumphale Siege von unterlegen scheinenden Menschen, die Gott auf ihrer Seite haben, könnte man auf die Idee kommen, dass es immer und für jeden nur Vorteile hat, zum erwählten Volk Gottes zu gehören. Doch für hunderte der "Makkabäer", jüdische Widerstandskämpfer gegen die seleukidischen Besatzung, wurde ihr Glaube zum Verhängnis.

Alexander der Große hatte einst die halbe Welt erobert, doch nach seinem Tod zerfiel sein Reich in vier Teile. Eines davon war das seleukidische Reich, zu dem auch das gelobte Land der Juden gehörte. Da die Juden ihre Religion unter der Fremdherrschaft nicht mehr ungestört öffentlich ausleben durften, versammelten sie sich für ihre Rituale heimlich in der Wüste.
Unsere heitere Erzählung beginnt an einem Sabbat, dem Tag, an dem die Juden laut Gottes Gesetz nicht die geringste Arbeit verrichten dürfen und den HERRN anbeten müssen.
Die Besatzer haben die Juden entdeckt und greifen an. Was tun: Kämpfen? Das wäre ja Arbeit. Macht Gott diesmal vielleicht eine Ausnahme unter diesen besonderen Umständen oder verschieben die Juden den Sabbat auf einen Ausweichtermin?

"31 Da aber des Königs Volk zu Jerusalem in der Stadt Davids hörte, daß etliche sich wider des Königs Gebot setzten und sich aus den Städten getan hätten, sich heimlich in der Wüste zu verstecken und aufzuhalten, und daß viel Volks zu ihnen gezogen war,
32 erhoben sie sich eilend am Sabbat, sie zu überfallen; 

33 und ließen ihnen sagen: Wollt ihr noch nicht gehorsam sein? Ziehet heraus und tut, was der König geboten hat, so sollt ihr sicher sein.

(1 Makkabäer 2:31-33)



Gott kann sich auf seine Leute verlassen: Wie er es ihnen befohlen hat, heiligen sie den Sabbat ohne wenn und aber. Der HERR schaut stolz wie Oskar vom Himmel herab, wie sein Volk ihn innig verehrt und dann brutalst massakriert wird.

34 Darauf antworteten sie: Wir wollen nicht herausziehen, gedenken auch, den Sabbat nicht zu entheiligen, wie der König gebietet. 
35 Und die draußen stürmten den Felsen;
36 und die drinnen wehrten sich nicht, warfen nicht einen Stein heraus, machten auch die Höhlen nicht zu
37 und sprachen: Wir wollen also sterben in unsrer Unschuld; Himmel und Erde werden Zeugen sein, daß ihr uns mit Gewalt und Unrecht umbringt.
38 Also wurden die drinnen am Sabbat überfallen und ihre Weiber und Kinder samt dem Vieh umgebracht, bei tausend Personen."

(1. Makkabäer 2:34-38)




Ist das Leben von unschuldigen Menschen weniger wichtiger als das wöchentliche Sabbat-Ritual? Das sahen nicht alle so - daher beschließen die Juden sich zu wehren, sogar am Wochenende. Da sie sich schon einmal die Mühe gemacht hatten, sich Waffen zu besorgen, gehen sie zudem schnell dazu über, selbst anzugreifen, um eifrig und zornig Andersgläubige zu ermorden.

"39 Da Mattathias und seine Freunde solches hörten, tat es ihnen sehr weh;
40 und sie sprachen untereinander: Wollen wir alle tun wie unsere Brüder und uns nicht wehren wider die Heiden, unser Leben und Gesetz zu retten, so haben sie uns leicht ganz vertilgt.
41 Und beschlossen bei sich. So man uns am Sabbat angreifen würde, wollen wir uns wehren, daß wir nicht alle umkommen, wie unsre Brüder in den Höhlen ermordet sind.
42 Und es sammelte sich eine große Menge der Frommen, tapfere Leute aus Israel, die alle beständig blieben im Gesetz;
43 und kamen zu ihnen alle die, so von der Tyrannei flehen, und mehrten ihre Stärke.
44 Darum rüsteten sie sich auch und erschlugen viel Gottlose und Abtrünnige in ihrem Eifer und Zorn, die übrigen aber gaben die Flucht und entrannen zu den Heiden."

(1. Makkabäer 2:39-44)


Die Rebellion gegen König Antioch läuft nun zu Gunsten der Juden, die wieder und wieder Siege erringen. Der König wollte die Juden zwingen, fremde Gebräuche anzunehmen und ihre eigenen Traditionen aufzugeben. Doch die vorbildlichen Diener des HERRN schaffen die religiöse Tyrannei des Antioch ab: Die Juden haben nämlich ihre eigene Religion, die sie allen anderen Bewohnern aufzwingen wollen – notfalls mit Gewalt.

"45 Danach zogen Mattathias und seine Freunde umher im Lande Israel und rissen die Altäre wieder nieder
46 und beschnitten die Kinder, so noch unbeschnitten waren, mit Gewalt
47 und griffen die Gottlosen an; und es ist ihnen gelungen,
48 daß sie das Gesetz erhielten wider alle Macht der Heiden und Könige, daß die Gottlosen nicht über sie Herren wurden."

(1. Makkabäer 2:45-48)



Es lebe die Freiheit!*
(* den einzig wahren Gott anbeten zu dürfen)



ENDE GUT?

Der schönste Schluss eines Buches, den man innerhalb und außerhalb der Bibel findet, ist das Ende des zweiten Buchs der Makkabäer. Das geht in etwa so: „Das Buch ist zu Ende. Ich hoffe es hat euch gefallen! Wenn nicht, kann ich da auch nichts machen... Ende.“

"38 So will ich nun hiemit dies Buch beschließen, nachdem Nikanor umgekommen und die Juden die Stadt wieder erobert haben.
39 Und hätte ich's lieblich gemacht, das wollte ich gerne. Ist's aber zu gering, so habe ich doch getan, soviel ich vermochte.
40 Denn allezeit nur Wein oder Wasser trinken, ist nicht lustig, sondern zuweilen Wein, zuweilen Wasser trinken, das ist lustig. Also ist's auch lustig, so man mancherlei liest.
Das sei das Ende."

(2 Makkabäer 15:38-40)


Besser könnte ich es nicht sagen: Das sei das Ende.




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>>Teil 6: "Bonus-Material"



30. Juli 2012

JESUS 2.0 - Ein Theaterstück (Akt II)



[AKT I]



AKT II

SZENE 2

In einem weißen Raum sitzen Gott, Jesus, Paulus und L. Ron Hubbard an einem Tisch. Jesus trägt eine Sonnenbrille.

L. Ron: Guten Morgen, Gentlemen, und willkommen zu unserer zweiten Brainstorm-Session. Durch unser erstes Meeting ist mir bewusst geworden, dass wir, bevor wir unsere Kampagne richtig starten können, uns erst einmal auf eine gemeinsame Linie einigen müssen, wobei es beim Christentum denn eigentlich genau geht.
Das funktioniert im kleinen Kreis wahrscheinlich besser: Daher hab ich heute den Papst, Luther und Calvin nicht eingeladen, um mit der heiligen Dreifaltigkeit zu sprechen. Da der heilige Geist aber immer noch im Urlaub ist, hab ich mir erlaubt, als Vertreter Paulus einzuladen.

Gott und Paulus grüßen sich unenthusiastisch. Christus bleibt still und schweigt. Gott nimmt ihm die Sonnenbrille ab und bemerkt, dass Jesus schläft.

Gott: Mensch, Jesus!

Jesus (wacht schlagartig auf): Was?! Wer?.. Ich hab nur kurz meine Augen ausgeruht.

Gott (ungeduldig): Können wir anfangen? Ich hab später noch einen Termin bei einer Prosti.. äh, einem Priester.

Jesus (hat einen Kater): Von mir aus, aber sprecht bitte nicht so laut, ja?

L. Ron: Also, meine Herren, beginnen wir doch mal bei Jesus. Wenn Sie sich ihre Lieblingsstelle aus der Bibel aussuchen müssten, was wäre das?

Jesus: Oh, die Bergpredigt, auf jeden Fall. Das ist mein Meisterwerk!

L. Ron: Gut, dann gehen wir den Text doch mal gemeinsam durch und schauen, ob wir uns alle einig sind. Fangen Sie doch mit den ihrer Meinung nach wichtigsten Dingen an, ja?

Jesus: Okay, klingt gut.
(Beginnt aus der Bibel zu lesen, mit dem Tempo und Betonung eines Drittklässlers:)
Ihr habt gehört, daß gesagt ist: "Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen."

Gott: Gefällt mir bis dahin.

L. Ron: Moment mal... Sie haben vorher noch nie das neue Testament gelesen, Herr Gott?

Gott: Doch! Natürlich! Ich meine... Nicht direkt jedes einzelne Wort... Aber...
Ich habe es alles überflogen... Na ja, die Zusammenfassung auf Wikipedia.

L. Ron: Ach so... Dann machen wir doch einfach weiter.

Jesus (liest): Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde.

Gott: Seine Feinde lieben? Versteh ich nicht.

Jesus: Nicht? Du hast mir doch selbst immer wieder gesagt, du liebst alle Menschen.

Gott: Na, da warst du halt noch ein Kind... Ähm, ich meine, klar liebe ich alle Menschen.
(überlegt angestrengt)
Ah, ich glaube, jetzt verstehe ich, wie das gemeint ist. So wie schon im alten Testament geschrieben ist: Und wie sich der HERR über euch zuvor freute, dass er euch Gutes täte und mehrte euch, also wird er sich über euch freuen, dass er euch umbringe und vertilge.
(Ist sehr stolz auf sich:) Man liebt seine Feinde, weil es einem großen Spaß bereitet, wenn man sie und ihr gesamtes Volk ausrottet! Stimmt's oder hab ich Recht? Hä?

Jesus (ignoriert den Kommentar und liest weiter): Segnet, die euch fluchen; tut wohl denen, die euch hassen; bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen, auf dass ihr Kinder seid eures Vater im Himmel; denn er lässt seine Sonne aufgehen über die Bösen und über die Guten und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.

Gott: Ja, na logisch... Wie sollte ich denn die Sonne für die Gerechten aufgehen lassen ohne dass sie auch auf die anderen scheint?

L. Ron: Gute Frage. Machen wir doch erst mal weiter, ja?

Jesus (leicht angepisst, liest weiter): Ihr habt gehört, dass da gesagt ist: "Auge um Auge, Zahn um Zahn."

Gott: Genau!

Jesus: Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Übel; sondern, so dir jemand einen Streich gibt auf deinen rechten Backen, dem biete den andern auch dar.

Gott: Und weiter?

Jesus: Wie, weiter?

Gott: Na, das kann doch nicht alles sein! Warum lässt man sich ein zweites Mal schlagen? Als Ablenkungsmanöver? Weil sich in dem Moment von hinten ein Verbündeter von dir anschleicht und den Bastard das Schwert durch den Leib rannt oder so was in der Art? Das würde Sinn ergeben...

Jesus (kann seine Wut kaum noch verbergen): Was?! Nein!

L. Ron (diplomatisch): Ich bemerke leichte Unstimmigkeiten. Aber bitte fahren Sie doch fort, Herr Christus, ich bin mir sicher, dass wir auch noch einiges finden, worin Sie und ihr Vater übereinstimmen.

Jesus : Selig sind, die da geistlich arm sind; denn das Himmelreich ist ihr.

Gott: Also bitte!.. Das Himmelreich ist und bleibt meins!
(überlegt eine Weile)
Hey! Nennst du mich geistig behindert?

Jesus (schreit): Ich hasse dich!

Jesus verlässt mit Tränen in den Augen den Raum und knallt lautstark die Tür hinter sich zu.

Gott: Was für eine Drama Queen! Schon immer gewesen.

L. Ron: Und jetzt?

Gott: Ach, der kommt schon wieder angekrochen, wenn er Geld braucht.

L. Ron: Dann versuchen wir doch einfach zu dritt, die wichtigsten Schnittstellen vom neuen und alten Testament zu finden. Zumindest das sollte doch machbar sein.
Fangen wir doch bei den sozialen Fragen an. Wie sollte man sich als Gläubiger gegenüber Ungläubigen verhalten?

Gott: Oh, das weiß ich: Man soll ihr Volk ausrotten!

Paulus: Man soll sie bekehren zum Christentum!

Gott: Auch gut! Erst bekehren und dann töten! Wie ich es einst getan habe mit den 850 Priestern des Baal.

L. Ron: Entschuldigen Sie, Herr Gott, aber ich dachte, es ginge bei unserer Zusammenarbeit darum, bisher Ungläubige zu Christen zu machen?

Gott: Ach so, stimmt, hatte ich vergessen...

L. Ron: Einigen wir uns darauf, den Ungläubigen eine Chance zu geben, den wahren Gott zu finden?

Gott: Wenn's denn sein muss...

L. Ron: Denn Gott ist ja Liebe, sagt das neue Testament.

Gott: Das ist korrekt.

L. Ron: Gott hasst niemanden!

Gott: Das habe ich nicht gesagt!

L. Ron: Nicht?

Paulus (stolz): Gott hasst Esau!

Gott: Genau, zum Beispiel. Fein gemacht, Paulus!

Gott wirft ihm ein Leckerli zu, das Paulus mit dem Mund auffängt.

L. Ron: Warum hassen Sie denn diesen Esau, wenn ich fragen darf?

Gott: Nur so. Weil ich es kann.

L. Ron: Aha. Das heißt man muss auch Angst vor Gott haben?

Gott: Man soll sich fürchten vor dem HERRN, na sicher! Habe ich auch oft genug in meinem Buch erwähnt. Nur weil ich die Verkörperung von Liebe bin, heißt das ja nicht, dass ich nicht auch hasserfüllt und einschüchternd sein kann. Wieso auch?

L. Ron: Äh... Okay.
Kommen wir zum nächsten Punkt. Wie ist die Stellung der Frau in der Christengemeinde?

Paulus: Frauen sind der Männer Untertanen!

Gott: Sehe ich auch so.

L. Ron: Scheidung?

Gott: Klar, wenn die Schlampe nervt, hat man ja wohl das Recht, sie rauszuwerfen!

Paulus: Aber Jesus sagt doch, die Scheidung sei verboten!

Gott: Echt? Wo?

Paulus (liest): Mose hat euch erlaubt zu scheiden von euren Weibern wegen eures Herzens Härtigkeit; von Anbeginn aber ist's nicht also gewesen.

Gott: So ein Schmarr'n! Also erstens: Wieso sollte ich zulassen, dass Moses Gesetze in mein Buch schreibt, die mir nicht gefallen und sie als meine Gebote bezeichnet? Da hab ich ja wohl auch noch ein Wörtchen mitzureden!
Und zweitens: Ein Mann und nur eine einzige Frau? Wer will denn so was?! Man kann natürlich so viele Frauen haben, wie man will. Das Ehebruchgesetz ist ja nicht da, um Frauen davor zu schützen, dass ihre Ehemännern mit anderen Frauen schlafen! Natürlich nur, wenn diese Frauen keinem anderen gehören, logisch. Das wäre ja absurd!
Es geht darum, dass deine Frauen nichts Unrechtes und Sündiges tun und mit anderen Männern verkehren. Hast du etwa nur eine Frau, Paulus?

Paulus: Ich habe keine Frau, ich lebe ein reines Leben.

Gott: Wie meinst du das, rein? Willst du sagen, dass der Fortpflanzungsakt meiner Geschöpfe etwas Unreines ist?
(Zu sich:) Keine Frau...
(lacht sich ins Fäustchen) Loser!..

L. Ron: Wie steht es mit Homosexualität?

Paulus: Todeswürdig!

Gott: Korrekte Antwort!

Paulus: Danke, mein Herr!

Gott: Ja, ja. 
(Leise:) Schleimer...

L. Ron:  Na gut. Dann sind wir uns ja immerhin schon einig, dass sie beide Schwule hassen...

Gott: Nein, nein! Wir hassen sie nicht. Ich liebe ja alle Menschen. Ich möchte nur, dass Leute Steine auf sie werfen, bis sie daran elendig krepieren.
Auf eine liebevolle Weise natürlich.

L. Ron: Ach so... Dann sind sie sich aber einig, dass Schwule den Tod verdient haben?

Gott: Klar! Alle, die ich umbringe, haben den Tod verdient. Ich bin ja ein gerechter Gott!

L. Ron: Aber man soll nicht alle steinigen, aber alle Homosexuellen?

Gott: Genau! Man kann ja nicht alle töten, dann wäre ja keiner mehr da, der mich lobpreist und mir sagt, was für ein gnadevoller und gerechter Herr ich bin!

L. Ron: Einleuchtend.
Und wir sind uns einig, dass Frauen den Männern dienen müssen?

Gott: Aber das sollte doch selbstverständlich sein.

L. Ron: Sie waren eine ganze Weile nicht unten bei uns, kann das sein?

Gott: Kann sein. Warum?

L. Ron: Nur so.
Gibt es irgendwelche religiösen Rituale, die man als gläubiger Mensch unbedingt einhalten muss?

Paulus: Nein, nein, so etwas interessiert den Herrn nicht. Steht doch in meinem  Brief an die Römer!

Gott : Na, hör mal! Und wie mich das interessiert!
(bekommt einen heftigen cholerischen Anfall:)
Wer eine Arbeit tut am verfickten Sabbattag, der soll des Todes sterben! Aber so was von sterben, verdammte Scheiße!
Glaubst du, ich hätte das zum Spaß in mein perfektes Gesetz geschrieben?! Ich hasse diese Schweine wirklich abgrundtief, die am Sabbat arbeiten. Sie sollen verrecken!!!
(Sanft:) Aber ich liebe natürlich auch sie...

L. Ron: Nun, da haben Sie sich wohl in diesem Punkt geirrt, Herr Paulus.

Paulus (schüttelt den Kopf): Warum? Nein, ich habe mein Evangelium von dem Herrn erhalten.

L. Ron: Aber der sitzt doch direkt neben Ihnen...

Paulus: Ich vermute einen Betrug.

L. Ron: Interessant.

Gott (extrem freundlich): Sagen Sie mal, L. Ron, könnten Sie mir eventuell einen Espresso aus der Küche holen? Wären Sie so freundlich? Ohne meinen morgendlichen Koffeinschub kann ich nicht arbeiten...
Außerdem würde ich gern ein paar kurze Worte mit meinem Freund Paulus wechseln.

L. Ron: Natürlich.

L. Ron verlässt den Raum

(VORHANG zu)


SZENE 3

L. Ron kommt mit einem Tablett in das Besprechungszimmer zurück. Auf dem Boden ist eine große Blutlache und eine Blutspur zu einem halboffenen Schrank, aus dem ein Arm herauslugt.

L. Ron: Oh! Was ist denn passiert?

Gott guckt L. Ron diabolisch grinsend an und schweigt.

L. Ron: Wo ist denn Paulus?

Gott: Paulus ist tot. Paulus bleibt tot.
(Dramatische Pause)
Bitch!

(VORHANG zu)


SZENE 4

Gott kommt in Jesus' leeres Zimmer, das schlicht eingerichtet ist, mit einem Doppelbett und einem riesigen begehbaren Wandschrank. Außerdem befindet sich ein großer Wassertank im Zimmer, daneben Becher, die teilweise noch mit Wein gefüllt sind. An der Wand hängen Bilder von Konfuzius und Buddha. An der Tür steht in krakeliger Erstklässler-Schrift: "Jesus sein Zimma."

Gott (rufend): Jesus? Bist du hier?

Gott öffnet den Wandschrank und entdeckt darin Luther und den Papst. Bis auf den Hut, den der Papst trägt sind beide vollkommen nackt und küssen sich leidenschaftlich. Gott erschrickt und schlägt die Tür abrupt wieder zu.

Gott: Ach, du heilige Scheiße!! Oh Mann, ich wünschte, ich hätte das nicht gesehen!..


Plötzlich kommt ihm ein Einfall und seine Miene heitert sich auf. Er zieht einen Zauberstab aus seiner Hosentasche und tippt sich damit an den Kopf. Plötzlich sieht er verwirrt aus.

Gott (zu sich): Häh, wo bin ich?.. Was wollte ich denn nochmal hier?.. Ach so, ja!
(rufend): Jesus, bist du hier?

Er öffnet den Wandschrank und erschreckt sich erneut über die immer noch mit Zärtlichkeiten beschäftigten Männer.

L. Ron kommt in den Raum gestürzt. Er erblickt Luther und den Papst und erschrickt ebenfalls.

L. Ron: Oh, mein Gott!

Gott: Ja, bitte?

L. Ron schließt den Schrank.

L. Ron: Besser...
(Aufgeregt:) Jesus ist verschwunden! Anscheinend hat er ein paar Sachen gepackt und ist verschwunden. Er hat Petrus an der Tür gesagt, er sei jetzt in eigener Mission unterwegs.
(Vorsichtig:) Er hat eine Nachricht für Sie hinterlassen...

Gott: Ja, bitte?! Soll ich raten oder was? Kann ich hellsehen? Wie lautet die Nachricht?

L. Ron: Sie lautet: Beim nächsten Mal, wenn wir uns sehen, werde ich dich töten.

(Dramatischer Paukenschlag)

Gott: Sag ich ja, Drama Queen.

(VORHANG zu)


Und Paulus und Luther ergingen sich in süßer, süßer Sünde die ganze Nacht. Als sie fertig waren, schwörten sie beide, dass sie nie wieder eine solche Sünde begehen würden. Doch sie wussten in ihren Herzen, dass sie ihr Versprechen auch diesmal nicht werden einhalten können. Denn der Papst mit seinen ach so sexy prächtigen Gewändern ist eben ein gutaussehender Bastard, auf den Luther steht und nicht anders kann. Amen.









ENDE AKT II

Beim nächsten Mal: Wird Gott Paulus von den Toten wiedererwecken?
Kann L. Ron sein Raumschiff reparieren und endlich wieder zu seinen Heimatplaneten zurückkehren?
Wenn Luther und der Papst heiraten, wer trägt dann das Brautkleid?
Und was treibt eigentlich Calvin unterdessen?

Die Antworten auf diese Fragen lauten: Nein, nein, beide, masturbieren.
Seien Sie auch das nächste Mal wieder dabei, bei "Jesus 2.0 - Wasser in Wein: Der tragische Fall des Jesus C. in die Alkoholsucht."



19. Juli 2012

JESUS 2.0 - Ein Theaterstück (Akt I)


JESUS 2.0
EIN THEATERSTÜCK

AKT I

SZENE 1
Gott, Jesus, L. Ron Hubbard, der katholische Papst, Luther und Calvin sitzen zusammen an einem Tisch in einem weißen Raum.

Gott: Guten Morgen, die Herren. Ich habe euch heute hier zusammengerufen, um mit euch gemeinsam ein spannendes neues Projekt zu starten. Da mir zu Ohren gekommen ist, dass immer weniger Menschen im 21. Jahrhundert an mich und meinen Sohn glauben, habe ich einen Fachmann engagiert, um eine Image-Kampagne zu starten. Aber nicht irgendwen. Darf ich vorstellen (zeigt auf L.Ron): L. Ron Hubbard, bekannt als Erfinder moderner Religionen und Autor von heiligen Texten, bekannt durch sein Meisterwerk "Scientology".

L. Ron: Es freut mich, dass sie mich kennenlernen dürfen.

Gott: Dies ist mein Sohn Jesus Christus, der Papst der Katholiken und die Reformatoren Johannes Calvin und Martin Luther.

L. Ron: Hi! Dann wollen wir direkt mal loslegen...
(Kramt in seinen Unterlagen) Bevor wir mit der Kampagne starten können, müssen wir definieren, was das Produkt eigentlich ist. Als erstes müssen wir uns also auf gemeinsame Linie einigen, worum es beim Christentum überhaupt geht.

Gott: Das dürfte leicht sein. Das Christentum ist die simple Wahrheit, dass ich der Schöpfer bin, der alles geschaffen hat, dass der Mensch durch den Sündenfall alles vermasselt hat und dass der einzige Weg an der Hölle vorbei zu mir in den Himmel durch meinen Sohn führt, der gleichzeitig ich bin und der gestorben ist am Kreuz und dann wiederauferstanden für eure Sünden über drei Tage und dann zum Himmel gefahren ist und wiederkehrt in den letzten Tagen, um die Ungläubigen und den Satan endgültig in die Hölle zu verbannen.

L. Ron: Okay...
Na ja, vielleicht kann man das ein wenig kompakter auf den Punkt bringen. Wenn ihr das Christentum mit einem Wort beschreiben müsstet, was wäre das?

Luther: Glaube! Denn nur der Glaube allein erettet.

Jesus: So ein Unsinn! Glaube reicht nicht aus!
Lest doch einfach mal die Bibel! Im Matthäusevangelium fragt mich ein junger Mann, was er denn tun solle, um ins Himmelreich zu gelangen. Hab ich gesagt: Der Glaube allein errettet dich? Nein! Ich habe ihm gesagt, er soll die Gebote halten und all seine weltlichen Güter den Armen spenden.

Luther: Genau, sag ich doch! Allein der Glaube errettet.
Siehe hier (schlägt die Bibel auf): "So halten wir nun dafür, daß der Mensch gerecht werde ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben." Römerbrief 3:28.

Jesus: Das ist mal wieder so ein typischer Paulus-Schwachsinn. Ich hab dir 1000 mal gesagt, der Kerl bringt uns nur Probleme, Papa.

Gott: Ich weiß... Aber seine Briefe waren damals so beliebt, echte Bestseller. Da hab ich gedacht, wenn ich mir die Briefe in meine Bibel hole, vergrößert sich meine Zielgruppe direkt automatisch.

L. Ron: Das ist die richtige Denkweise! Aber wie ist es denn nun wirklich? Reicht Glaube allein aus oder muss man auch die ganzen anderen Sachen machen?
Nur Glaube würde sich wirklich besser verkaufen. Wer will denn schon seine Reichtümer an Arme verschenken?! Wär ja schön doof!
Außerdem wenn man einem Armen all seine Sachen spendet, dann ist er ja reich und ich arm. Dann müsste er den Reichtum wieder an mich spenden und so weiter und so fort. Macht keinen Sinn.

Gott (unentschlossen): Ach, ich weiß auch nicht. Fragen wir doch Paulus persönlich.
(er drückt auf einen Knopf im Tisch) Mandy? Schicken Sie doch bitte mal Paulus herein!

Paulus kommt erhobenen Hauptes herein stolziert.

Gott: Paulus, wir haben da einige Probleme mit deinem Text. Du scheinst zu sagen, dass allein der Glaube den Menschen erretten kann.

Paulus: Stimmt. Das ist was Jesus mir gesagt hat.

Jesus: Das ist eine Lüge! Ich hab dich vor deinem Tod nie gesehen!

Paulus: Aber du bist mir doch erschienen, Jesus! Auf dem Weg nach Damaskus.

Jesus: Nein, bin ich nicht. Ich war noch nie in Italien!

Paulus: Bist du wohl.

Jesus: Keine Ahnung ob du mich verarschen willst oder einfach nur verrückt bist...

Gott: Oh, das kann ich beantworten! Zu unserer neuer Kampagne gehört auch ein wissenschaftlicher Berater, den werde ich euch demnächst mal vorstellen. Ziemlich cool, wa?
Auf jeden Fall haben wir zusammen Mittag gegessen und er hat mir erzählt, dass unser Freund Paulus hier unter Stirnlappenepilepsie leidete. Und das kann häufig zu so genannten mystischen Erfahrungen führen, inklusive visueller und akustischer Halluzinationen.
Hab ich vorher auch nicht gewusst, ich hab immer gedacht, der Paulus ist einfach nicht ganz richtig in der Birne. Man lernt nie aus...

Jesus: Das erklärt einiges. Na ja, es ist ja auch eigentlich egal, was du glaubst von mir gehört zu haben, Paulus. Jetzt kennen wir uns ja persönlich und ich kann dir sagen, dass der Glaube nicht allein ausreicht. Auch der Teufel glaubt an Gott, wie Jakobus so schön sagte.

Paulus: Keine Ahnung, wer du glaubst zu sein, du bist definitiv nicht Jesus. Jesus hat mit mir gesprochen. Ich kenne ihn.

Gott: Doch, das ist Jesus. Indianerehrenwort!

Paulus: Unsinn! Jesus sieht ganz anders aus! Wie ein helles Licht, das ich gesehen habe, als mir plötzlich schwindlich wurde. Und dann habe ich eine Stimme gehört in meinem Kopf.
Das beweist doch, das ich nicht verrückt seid, sondern ihr!

Gott (erzürnt): Ich bin der höchste Gott und daher gilt was ich sage, wer verrückt ist und wer nicht!

Paulus: Woher weißt du denn, dass du der höchste Gott bist?

Gott: Ich bin allwissend!

Paulus: Wie kannst du dir da sicher sein? Wenn es etwas gäbe wie einen höheren Gott und du wüsstest nichts davon, woher wüsstest du denn, dass du dies nicht weiß?

Gott (kratzt sich am Kinn): Versteh ich nicht...

Paulus: Ich glaube, ihr seid alles Betrüger! Oder wahnsinnig! Das ist die einzige logische Erklärung.

Papst (nachdenklich): Wenn ich verrückt bin, dann heißt das ja, dass ich unsichtbar bin... Hurra!

Der Papst entkleidet sich und tanzt fröhlich nackt durch den Raum.
Alle reden durcheinander.

Gott (schlägt auf den Tisch): Können wir bitte mal alle versuchen, wie erwachsene Menschen miteinander umzugehen?! Wir vertrödeln doch nur Zeit. Der PR-Berater wird pro Stunde bezahlt!

L. Ron: Anstatt uns über unsere verschiedenen Ansichten zu streiten, sollten wir gucken, ob es nicht wichtige Gemeinsamkeiten gibt. Wir sind uns doch alle einig, dass Jesus das Zentrum des Christentums ist?

Alle nicken vorsichtig, Gott schaut eifersüchtig auf seinen Sohn

L. Ron: Dann finde ich, Jesus' Stimme sollte doppelt zählen.
Also, stimmen wir ab: Lassen wir die Paulus-Briefe in der Bibel oder nehmen wir sie raus?
Wer ist dafür, sie drinzulassen?

Paulus, Luther, der Papst und Calvin heben die Hand. Als Gott sieht, dass die Mehrheit die Hand hebt, hebt er seine ebenfalls.

L. Ron: Wer ist dafür, sie zu entfernen?

Nur Jesus hebt seine Hand.

L. Ron: Okay, dann wäre das geklärt. Dann können wir als Slogan auch Luthers Idee benutzen. “Christentum. Glaube!” Und das Ausrufungszeichen ist ein Kruzifix. So was bleibt stecken.

Gott: Und das “Glaube” am besten in Großbuchstaben, so als wäre es laut geschrien. Denn wenn jemand laut schreit, weiß man gleich, dass er etwas Wichtiges zu sagen hat!

L. Ron: Gute Idee! Und vielleicht gleich drei Ausrufezeichen. Die könnten direkt auch noch für die heilige Dreifaltigkeit stehen.

Gott: Ausgezeichnet. Wie kommst du nur immer auf so gute Ideen?

L. Ron: Apropros Dreifaltigkeit. Wo ist denn eigentlich der heilige Geist? Der ist doch auch stimmberechtigter Partner, oder?

Gott: Im Urlaub. Aber seine Zeit ist sowieso noch nicht gekommen.

L. Ron: Wie meinen Sie das?

Gott: Na ja, als ich das neue Testament geschrieben habe, haben sich viele beschwert, dass die Hauptfigur, Jesus, im alten Testament gar nicht vorkommt. Also habe ich den heiligen Geist ins neue Testament mit reingeschrieben, auch wenn man ihn da nicht unbedingt braucht. Dafür spielt er die Hauptrolle in Testament III - Die Rückkehr.

L. Ron: Ach ja? Und worum geht es darin?

Gott: Der Heilige Geist sucht einen Ungläubigen heim und zeigt ihm die wahre Bedeutung von Weihnachten.

L. Ron. Interessant...

Gott: Die Geburt des Weihnachtsmanns.

L. Ron: Wirklich?..

Jesus: Ach komm, Papa, gib’s doch zu! Es gibt gar keinen heiligen Geist.
Den hat er nur erfunden, um bei den Steuern zu betrügen.

L. Ron: Ach so? Schade, die Idee für das neue neue Testament fand ich eigentlich gut. Haben Sie was dagegen, wenn ich das Buch schreibe?

Gott: Ach was! Sie sind doch ein freier Mensch in einer freien Welt.
Wer bin ich denn um ihnen zu sagen, was sie zu tun und zu lassen haben?

L. Ron: Großartig! Man müsste nur noch Außerirdische hinzufügen! Und Raumschiffe...
(enthusiastisch) Raumschiffe sind cool!

Alle starren L. Ron skeptisch an, der verlegen in seinen Notizen blättert.

Gott (kratzt sich am Kopf): Was ist ein Raumschiff?

L. Ron: Äh.. Wie auch immer. Zurück zur Kampagne. Wir brauchen eine spannende christliche Tätigkeit mit der wir werben können. Zuhause oder in der Kirche still zu sitzen und die Bibel studieren - das ist in der modernen Zeit nicht mehr so in. Man braucht was Aktives um die Leute zu begeistern!

Papst: Das Abendmahl?

L. Ron: Na ja, da sitzt man ja auch nur so rum. Irgendwelche anderen Ideen?

Luther: Synagogen abbrennen?

L. Ron (schockiert): Was?!

Papst: Warum eigentlich nicht...

Luther: Synagogen müssen verbrannt werden! Das schrieb ich schon in meinem Werke “Von den Juden und ihren Lügen.”

Jesus (wütend): Ey, sag mal...

Luther (unbedarft): Was ist es, Herr?

Jesus: Dir ist schon klar, dass ich ein Jude bin?

Luther: Aber du bist der Christus!

Jesus: Ja, aber ich bin ebenfalls gleichzeitig Zimmermann, Alkoholiker und auch Jude, von Geburt an. Ich hatte eine jüdische Mutter, habe die Gebräuche geehrt und die Rituale eingehalten. Was muss ich noch machen, um jüdisch genannt zu werden? Willst du meinen Pimmel sehen?!

Luther (denkt nach): Ähhhhh...
Ja?

Papst: Es ist doch nicht von der Hand zu weisen, dass Paulus in seinem ersten Brief an die Thessalonicher schreibt, dass die Juden Gott nicht gefallen und allen Menschen zuwider sind.

Gott (streng): Paulus?!

Paulus (zuckt mit den Schultern): Vielleicht war ich betrunken, als ich das geschrieben habe. Ich kann mich nicht erinnern, dass das von mir sein soll. Ich bin ja selber Jude...

Luther (entsetzt): Auch du, Brutus?!

L. Ron: Wir müssen wirklich nicht alles heute entscheiden. Nur so aus Neugierde: Wer ist für Synagogen anzünden?

Luther, Calvin und Papst heben die Hand.

L. Ron: Dagegen?

Jesus und Paulus heben die Hand.

L. Ron: Drei zu drei, weil Jesus zwei Stimmen hat. Sie wollen sich enthalten, Herr Gott?

Gott: Nun ja, die Juden sind mein auserwähltes Volk, von da her wache ich natürlich mit schützender Hand über sie. Andererseits kommen sie ja sowieso alle in die Hölle. Da können sich mit den brennenden Synagogen schon mal mental darauf vorbereiten.
Ach, was zur Hölle, ich stimme dafür!

L. Ron: Das sollte dann für heute reichen. Dann haben wir doch jetzt immerhin schon mal unseren ersten Plakatentwurf geschafft! Eine brennende Synagoge mit dem Slogan: “Christentum. GLAUBE!!!”.

Gott: Find’ ich gut.

Und da der HERR sah, dass es gut war, speisten sie gemeinsam.
Darnach gingen sie heim, um ihre Lieblingsseifenoper nicht zu versäumen. Und sie tranken reichlich vom köstlichen Weine, der das Blut Christi ist.
Und Jesus musste in die Notaufnahme, da er zu viel Blut verloren hatte. Doch nach einer Weintransfusion ging es ihm wieder besser. Amen.




ENDE AKT I

Beim nächsten Mal in "Jesus 2.0": 
Wie funktioniert Gottes Steuerbetrug mit dem heiligen Geist?
Wird unser Held L. Ron es schaffen, Gott von der literarischen Notwendigkeit von Raumschiffen in der neuen Bibel zu überzeugen?
Und wird Jesus den falschen Christus von Paulus als den Erlöser seiner Seele anerkennen?

All dies und mehr erfahren Sie im nächsten Teil von: "Jesus 2.0 - Die Rückkehr der zaubernden Zimmermanns"

2. Juni 2012

ALLES WAS RECHT IST (oder: Biblisches Recht im Alltag)


In der Bibel gibt es unzählige Vorschriften und Gesetze, die angeblich direkt von Gott stammen. Wie würde unser Staat aussehen, wenn wir das Wort Gottes mit unserem modernen Rechtsverständnis austauschen würden?



Ändern wir doch einfach mal unsere Verfassung, das Grundgesetz, und passen es an die biblischen Gebote Gottes an.
Der Anfang kann eigentlich so bleiben, denn zuallererst wird korrekterweise die Machtstellung Gottes über die BRD erwähnt.

"Präambel
Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben."

(Grundgesetz, Präampel)



Das beginnt doch ganz dufte, mit der Verantwortung vor Gott, der noch vor den Menschen erwähnt wird. Aber wie können wir dem HERRN dienen, wenn er mit "Gott" gemeint ist, wenn wir dem Frieden dienen? Damit stehen wir eigentlich nicht auf der Seite des HERRN. Denn:

"3 Der HERR ist der rechte Kriegsmann; HERR ist sein Name."

(Exodus 15:3)



Mein Vorschlag: Wir streichen es etwas zusammen, so dass der wichtige Teil in dem unwichtigen Kram nicht untergeht. Völlig ausreichend ist doch: "Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott hat sich das Deutsche Volk dieses Grundgesetz gegeben."

So weit, so gut. Doch um den Rest des Grundgesetzes an die heiligen Vorschriften des Schöpfers anzupassen, sind noch einige weitere klitzekleine Änderungen nötig...



ARTIKEL 1

"(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt."

(Grundgesetz, Artikel 1 § 1)


Die Würde des Menschen ist unantastbar? Nicht von Gott. Denn der schenkt uns Krankheiten wie Inkontinenz oder Hämorriden, lässt uns sabbernd im hohen Alter im Halbdunkel unseres Geistes dahinvegetieren, oder auch im Vierteldunkel, während wir uns die meiste Zeit unseres Lebens mit dem Gedanken abfinden müssen, dass der eigene Tod unausweichlich bevorsteht.


"(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.
(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht."

(Grundgesetz, Artikel 1 §2-3)


Die Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft sollte doch eher die Lobpreisung des HERRN sein. Menschenrechte gibt uns Gott jedenfalls in seinem Buch nicht unbedingt mit. Zumindest nicht das, was wir darunter verstehen...



ARTIKEL 2

"(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.
(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden."


(Grundgesetz, Artikel 2)


In die Freiheit der Person darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden? Das geht in Ordnung. Das wäre dann zum Beispiel dieses hier:

"44 Willst du aber leibeigene Knechte und Mägde haben, so sollst du sie kaufen von den Heiden, die um euch her sind,
45 und auch von den Kindern der Gäste, die Fremdlinge unter euch sind, und von ihren Nachkommen, die sie bei euch in eurem Land zeugen; dieselben mögt ihr zu eigen haben
46 und sollt sie besitzen und eure Kinder nach euch zum Eigentum für und für; die sollt ihr leibeigene Knechte sein lassen. Aber von euren Brüdern, den Kindern Israel, soll keiner über den andern herrschen mit Strenge."

(Levitikus 25:44-46)

Oder dieses:

"28 Wenn jemand an eine Jungfrau kommt, die nicht verlobt ist, und ergreift sie und schläft bei ihr, und es findet sich also, 
29
 so soll, der bei ihr geschlafen hat, ihrem Vater fünfzig Silberlinge geben und soll sie zum Weibe haben, darum daß er sie geschwächt hat; er kann sie nicht lassen sein Leben lang."

(Deuteronomium 22:28)




ARTIKEL 3

"(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich."

(Grundgesetz, Artikel 3 §1)


Das ist auch in der Bibel so. Alle Menschen sind in Gottes Augen von Geburt an unwiderruflich schuldig und böse.

"11 Da ist nicht, der verständig sei; da ist nicht, der nach Gott frage.
12 Sie sind alle abgewichen und allesamt untüchtig geworden. Da ist nicht, der Gutes tue, auch nicht einer."

(Römer 3:11-12)



Ich weiß nicht, welcher Teufel in die Verfasser der nächsten Zeilen gefahren ist...

"(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin."

(Grundgesetz, Artikel 3 §2)


Das tauschen wir einfach gegen eine Stelle aus dem Korintherbrief aus:

"34 Wie in allen Gemeinden der Heiligen lasset eure Weiber schweigen in der Gemeinde; denn es soll ihnen nicht zugelassen werden, daß sie reden, sondern sie sollen untertan sein, wie auch das Gesetz sagt."

(1. Korinther 14:34)


So klingt es doch gleich viel besser.


"(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden."

(Grundgesetz, Artikel 3 §3)


Ach, ne...
Das streichen ebenfalls und setzen stattdessen doch lieber etwas aus der Torah, dem Gesetz Gottes, ein.

"2 Es soll kein Zerstoßener noch Verschnittener in die Gemeinde des HERRN kommen.
3 Es soll auch kein Hurenkind in die Gemeinde des HERRN kommen, auch nach dem zehnten Glied, sondern soll allewege nicht in die Gemeinde des HERRN kommen.
4 Die Ammoniter und Moabiter sollen nicht in die Gemeinde des HERRN kommen, auch nach dem zehnten Glied; sondern sie sollen nimmermehr hineinkommen"

(Deuteronomium 23:2-4)




ARTIKEL 4

"(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich."

(Grundgesetz, Artikel 4 §1)

Keine Ahnung, wer sich diesen Schwachsinn ausgedacht hat - aber das geht ja nun mal wohl gar nicht. Der Paragraf wird sofort ausgewechselt mit dem ersten Gebot:

"3 Du sollst keine anderen Götter neben mir haben." (Exodus 20:3)

Viel besser.


"(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet."

(Grundgesetz, Artikel 4 §2)

Klingt doch recht nett. Aber das Grundgesetz sollte meiner Meinung nach stärker betonen, dass die ungestörte Religionsausübung selbstverständlich nicht für falsche Religionen gilt. Vielleicht sollte man folgende inspirierende Bibelverse hinzufügen:

"2 Wenn unter dir in der Tore einem, die dir der HERR, geben wird, jemand gefunden wird, Mann oder Weib, der da übel tut vor den Augen des HERRN, deines Gottes, daß er seinen Bund übertritt
3 und hingeht und dient andern Göttern und betet sie an, es sei Sonne oder Mond oder allerlei Heer des Himmels, was ich nicht geboten habe,
4 und es wird dir angesagt, und du hörst es, so sollst du wohl darnach fragen. Und wenn du findest, das es gewiß wahr ist, daß solcher Greuel in Israel geschehen ist, 
5
 so sollst du den Mann oder das Weib ausführen, die solches Übel getan haben, zu deinem Tor und sollst sie zu Tode steinigen."


(Deuteronomium 17:2-5)




FAZIT

Sieht so aus, als hätte ich noch einige Arbeit vor mir, um das gesamte Grundgesetz zu korrigieren...
Vielleicht sollte man besser sowieso gleich die Bibel selbst als Gesetzbuch nehmen.
Das bringt so einige Vorteile. Würden wir den Gesetzen der Bibel folgen, könnten wir zum Beispiel Gefängnisse weitgehend abschaffen. Die Strafe für die meisten Vergehen ist nämlich die Todesstrafe.
Die gibt es für Mörder, Ehebrecher, Homosexuelle und Zauberer, für Frauen, die bei ihrer Hochzeit keine Jungfrauen mehr sind, für Kinder, die ihre Eltern beleidigen oder gar schlagen, für das Arbeiten am Sonntag und das Ausüben einer falschen Religion etc.

Das klingt vielleicht etwas hart, aber die Gesetze stammen schließlich von Gott. Und der weiß, was für die Menschen am Besten ist. Um nach seinem Willen zu leben, müssen wir uns nur noch von einigen Irrlehren der Moderne verabschieden - wie den Menschenrechten...
Gälte das Gesetz der Bibel, wären wir einige doch recht lieb gewordene Errungenschaften unserer Zeit auf den Schlag los. Wie das Recht auf freie Meinungsäußerung, Religionsfreiheit, Pressefreiheit, das Recht auf einen fairen Prozess, Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, Rechte für Schwule, Behinderte und Andersgläubige usw.
Aber wer braucht das schon?

Im Austausch bekämen wir immerhin ein Terrorregime, in dem es völlig legitim ist, zwei Männer dafür zu lynchen, dass sie Sex haben, Anhänger anderer Religionen ohne rechtliche Konsequenzen zu ermorden und Kinder wegen Bagatelldelikten hinzurichten.
So Gott es will.